Donnerstag, 30. Mai 2019

Rocketman


(c) Paramount Pictures Germany



Inhalt:

Mitte der 60er Jahre in einem Vorort von London: Reginald Dwight (Taron Egerton) ist ein ganz normaler Junge – ein bisschen kräftiger gebaut und ziemlich schüchtern. Nur wenn er am Klavier sitzt, kommt er so richtig aus sich heraus. Seine wahre Leidenschaft allerdings gilt dem Rock’n’Roll, den er aber erst nach seinem Umzug in die englische Hauptstadt ausleben kann. Gemeinsam mit Texter Bernie Taupin (Jamie Bell) mischt er die Londoner Szene schon bald auf, nur der richtige Name fehlt ihm noch. Mit seiner Umbenennung in Elton John beginnt für ihn schließlich der Aufstieg zu einer der schillerndsten Figuren, die die britische Unterhaltungsbranche jemals hervorbrachte. Er fällt mit seinen aufwändigen Kostümen auf, in denen er einen Nummer-1-Hit nach dem anderen abliefert – bis er eines Tages feststellt, dass nach einem raketenhaften Aufstieg ein tiefer Fall droht. Er kann nicht auf ewig Rocketman bleiben...


Bewertung:

Die alte Rock’n‘Roller-Maxime „Live fast, die young“ hat Elton John, der in seinem Leben mehr als 450 Millionen Platten verkaufte, nur zur ersten Hälfte erfüllt. Dass die zweite überraschenderweise ausblieb, hat ein wenig mit Glück, aber vor allem mit der irgendwann erfolgten Einsicht zu tun, sein Leben radikal ändern zu müssen. Doch davon handelt „Rocketman“ nur in den Schlussszenen, im Vordergrund stehen der Aufstieg und die Selbstzerstörung des Exzentrikers Elton John. Das macht schon der Auftakt deutlich. In einem seiner berühmten, extravaganten Bühnenkostüme schneit John mitten in eine Therapiesitzung herein, wo er sich zum Konsum von allen erdenklichen Drogen bekennt. Er fängt an zu erzählen und so entfaltet sich aus dieser Rehab-Perspektive die eigentliche Geschichte. Die startet im Kindesalter, denn dort macht Regisseur Dexter Fletcher die Grundlagen für Elton Johns Charakterentwicklung aus.

Obwohl Elton hier noch Reggie heißt und nicht auf der Bühne steht, kommt die Musik nicht zu kurz. Besonders im ersten Drittel wechseln die Figuren immer wieder mitten in den Dialogen in Gesangseinlagen, um so ihre Gefühle auszudrücken. Nicht nur dieser Musical-Ansatz unterscheidet das Elton-John-Biopic von „Bohemian Rhapsody“, sondern Regisseur Dexter Fletcher entfesselt immer wieder einen surrealen Rausch und verabschiedet sich aus der Realitätsebene in höhere Sphären. Da heben Elton John und sein gesamtes Publikum auch einfach mal mitten im Konzert ab und schweben nun zur Musik durch den Saal. Diese Momente sind schlicht großartig als bunter Reigen und berauscht von der energetischen Musik des Superstars inszeniert. Und der Rhythmus dieser ekstatischen Szenen fügt sich wunderbar geschmeidig in das künstlerische Konzept der Überhöhung ein.

Nicht nur in den Musical-Einlagen, sondern auch in klassisch arrangierten Szenen sorgen Elton Johns Klassiker mehrere Male für pure Gänsehaut. Wenn der Künstler wieder bei seiner Mutter einziehen muss, was ziemlich demütigend für ihn ist, und dann am heimischen Piano „Your Song“ improvisiert, entsteht ein unglaublich schöner und ehrlicher Moment. Ein weiteres musikalisches und inszenatorische Highlight kreiert Fletcher rund um das Titelstück „Rocketman“, in dem er einen Selbstmordversuch am Grund eines Swimmingpools in einer unwirklichen Welt ansiedelt. Der junge Elton John beginnt den Song am Unterwasserpiano und nach einem Umschnitt beendet der erwachsene Star die Sequenz in einer triumphalen Stadionkonzertaufnahme vor zehntausenden Zuschauern.

Diese ästhetisch außergewöhnlichen Kabinettstückchen haben allerdings auch eine Schattenseite. Sie sind zwar immer superhübsch anzusehen, echte Gefühle entstehen aber nicht in allen Fällen. Besonders deutlich wird dies bei „Tiny Dancer“ – gerade im Vergleich zum berühmten Einsatz in Cameron Crowes Band-Trip-Klassiker „Almost Famous“. Wenn bei Crowe die gerade niedergeschlagenen Protagonisten einer nach dem anderen den fantastisch-atmosphärischen Song anstimmen, gibt das sofort Gänsehaut. Wenn dagegen Taron Egerton in „Rocketman“ das Liebeslied an die „kleine Tänzerin“ zu revueartigen Bildern singt, während Elton Johns Text-Partner Bernie mit einer Frau in einem Tipi verschwindet, ist der Moment einfach nur künstlich und kalt.

Dabei gibt „Kingsman“-Star Taron Egerton als Elton John physisch alles, was er hat und überzeugt mit einer ekstatischen Performance. Der britische Jungstar singt die Songs auch selbst und bringt so eine enorme Vitalität in sein Spiel, zeigt seine Figur aber gleichzeitig verwundbar und im Kern schüchtern und unsicher. Von den Sidekicks gefällt besonders Jamie „Billy Elliot“ Bell als treuer Schreibpartner Bernie Taupin, der über die Jahre der wahre Freund des Musikers ist. Bell verkörpert diese unbedingte Loyalität unaufgeregt und berührend. Als Kontrapunkt der Erzählung dient dagegen Richard Madden („Game Of Thrones“) als Elton Johns cleverer wie knallharter Manager John Reed. Er ist kein eindimensionales Arschloch, das seinen Ex-Lover Elton John disziplinieren will, sondern ein Geschäftsmann, der sein Gut schützt – allerdings, und das ist interessant, aus purem Eigeninteresse und nicht, weil er sich noch um den Menschen dahinter schert.

So stark „Rocketman“ gespielt ist und so bombastisch Dexter Flechters Musical aussieht, so enttäuschend ist es, dass der Zuschauer nach den Kindheitsszenen zu Beginn kaum etwas mehr über den wahren Menschen Reginald Dwight erfährt, sondern lediglich über die selbsterschaffene Kunstfigur Elton John. Die ist quietschbunt, trägt absurd-lustige Kostüme und knallt sich gern mit Drogen bis unter die Schädeldecke voll. Mit einem Näschen Koks und Alkohol zu jeder Tages- und Nachtzeit illustriert Fletcher die Exzesse. Während „Bohemian Rhapsody“ vorgeworfen wird, die Homosexualität Freddie Mercurys zu züchtig zu zeigen, geht Dexter Fletcher auch hier ein wenig weiter. Am Ende wirkt es aber auch ein bisschen pflichtschuldig, weil das Thema quasi mit einer einzigen, nur einigermaßen freizügigen Sexszene zwischen Egerton und Madden abgefrühstückt wird.

Zu Drugs und Rock’n’Roll gehört halt auch zwingend Sex. Das ist das Musiker-Klischee. Und die Schilderung von Elton Johns Wirken ist dann auch oft ein Abhaken solcher Klischees: der überraschende Durchbruch gegen alle Erwartungen, erster Ruhm, das öffentliche Abheben und Verleugnen von guten Freunden, Drogen, Absturz, Einsamkeit, Isolation … und Läuterung! Und zwischen all der knallbunten Inszenierung schwingt mal unterschwellig, mal vordergründig immer Fletchers Fazit über Elton Johns Show-Leben mit: Er ist ein einsamer Mann, der Zeit seines Lebens auf der Suche nach Liebe ist, die ihm aber niemand gewähren will. Dieses Glück findet Elton John erst später, wenn der Abspann des Films schon längst gerollt ist.

 
Fazit: 
Nachdem Dexter Fletcher bei „Bohemian Rhapsody“ erst kurz vor Schluss eingesprungen ist, gibt der Regisseur in seinem Elton-John-Biopic nun selbst nach eigenem Gusto Vollgas und schafft so eine exzentrische Musical-Hommage, die dem Künstler sicherlich gefallen wird – auch, weil er dafür nicht allzu viel Persönliches preisgeben musste.




Text (c) by MK

Montag, 27. Mai 2019

John Wick - Kapitel 3


(c) Concorde Filmverleih GmbH



Inhalt:

John Wick (Keanu Reeves) hat die Regeln aller Regeln gebrochen: Er hat den Mafia-Boss Santino D’Antonio (Riccardo Scamarcio) auf dem heiligen Boden des Continental Hotels getötet, weswegen sein Freund und Hotelchef Winston (Ian McShane) ihn aus der Killergemeinschaft ausschließen und ihm alle Rechte als Auftragskiller entziehen muss. Wick erhält von seinem alten Freund jedoch eine Stunde Zeit, bis sein Excommunicado offiziell ausgesprochen wird. Zeit, die der nun Ex-Auftragsmörder nutzt, um sich zu bewaffnen. Denn es sind immerhin auch 14 Millionen Dollar Kopfgeld auf ihn ausgesetzt und die Angreifer werden nicht lange auf sich warten lassen. Als Wick sich die Kopfgeldjäger tatsächlich kaum noch vom Leib halten kann, beschließt er, nicht nur die Stadt New York, sondern auch das Land zu verlassen. Indes leitet aber eine Richterin (Asia Kate Dillon) eine Untersuchung ein und beginnt Wick mithilfe des gewieften Killers Zero (Mark Dacascos) zu jagen. Doch sie jagt nicht nur den ohnehin flüchtigen Wick…


Bewertung:

„John Wick Forever“ – das ist das Motto von Keanu Reeves, wie er erst kürzlich in einem Interview verkündete. Er werde den so beliebten Auftragskiller so lange spielen, wie ihn das Publikum sehen wolle. Und das kann dauern. Während „John Wick“ mit 88 Millionen Dollar weltweitem Einspiel (bei einem Budget von 20 Millionen) ein kleiner Kinohit wurde, zahlte sich der Aufbau einer treuen Fangemeinde bei „John Wick: Kapitel 2“ finanziell aus – das Sequel holte 171 Millionen Dollar (bei einen Budget von 40 Millionen) rein. Heißt: „John Wick: Kapitel 3“ wird definitiv ein Geldbringer. Der Charakter ist mittlerweile nicht nur sehr bekannt, sondern auch Kult. Und vor allem ist „John Wick: Kapitel 3“ ein richtig starker Film, der den Fans mehr von den geliebten Zutaten der Vorgänger gibt und diese dabei zumeist einfallsreich variiert. Da der Hauptdarsteller bereits 54 Jahre alt ist, hat sein Wirken als kraftstrotzender Killer zwar ein Haltbarkeitsdatum, das aber bei Reeves nicht so schnell ablaufen wird, weil der Star so wie fit ist, wie sonst wahrscheinlich in der A-Liga nur Tom Cruise (56 Jahre alt), der in seinen „Mission: Impossible“-Filmen ähnlich Vollgas gibt.

Dass sich „John Wick“ im zweiten Aufguss immer noch frisch anfühlt, hat mehrere Gründe. Chad Stahelski, der den ersten Teil gemeinsam mit „Fast & Furious: Hobbs & Shaw“-Regisseur David Leitch inszenierte, und danach allein weitermachte, baut mit seinem Drehbuchautoren-Team den Mythos dieser Unterwelt, in der Goldmünzen das logische Zahlungsmittel sind und die Waffen nicht extravagant genug sein können, sorgfältig und unfassbar stilvoll und supercool immer feiner aus. Das beginnt schon mit der herrlich altmodisch kommunizierten Ankündigung des Excommunicado. Der Zuschauer fühlt sich wie in einem Parallel-Universum, das direkt vor den Augen der normalen Welt existiert – man muss nur wie bei Bahnsteig 9 ¾ in der „Harry Potter“-Saga den richtigen Eingang finden. Dann gelangt man in ein Reich voller Pracht, Gewalt und Exzess. Der Ehrenkodex hält alles zusammen – und den hat John Wick verletzt, was einen nachhaltigen Konflikt auslöst. Denn von nun an ist er nirgends mehr sicher. Der Killer hat keinen Rückzugsort mehr, wie die treibenden ersten Minuten verdeutlichen, in denen gefühlt jeder zweite Mensch auf den New Yorker Straßen es auf ihn abgesehen hat.

In Sachen Action lässt sich Stahelski als Stunt-Spezialist eine Menge einfallen und variiert reichlich. Auf den brachialen ersten Nahkampf mit einem scheinbar übermächtigen Gegner in der edlen Bibliothek folgt so wenig später eine Schießerei und Messerstecherei in einem Museum, bei der die Kontrahenten mit letztem Überlebensinstinkt Vitrinen zertrümmern, um sich mit antiken Waffen zu töten. Sogar die seit dem ersten Teil legendäre Kopfschuss-aus-nächster-Nähe-Action bekommt eine neue Seite, als Wick von so schwer gepanzerten Gegnern angegriffen wird, dass seine bewährte Taktik nicht zum Erfolg führt. Da muss Wick dann die ganz schweren Geschütze auffahren, um die Köpfe seiner Kontrahenten wegzusprengen. Auch John Wick auf einer Verfolgungsjagd zu Pferd durch New York City muss man unbedingt gesehen haben. In dieser und den meisten weiteren Momenten schwingt immer eine unverkennbare Ironie mit (Wir sagen nur: „Ich brauche mehr Feuerkraft“), ohne die „John Wick“ bei all den ultrabrutalen Gemetzeln nur schwer zu ertragen wäre.

Eine zwischenzeitliche Luftveränderung, die den Antihelden nach Casablanca ins marokkanische Hotel Continental führt, ist allerdings nur eine nette Zwischenepisode, denn eigentlich will man ihn im Dunstkreis des New Yorker Gangster-Edelhotels sehen und nicht als „John Wick von Arabien“. Im exotischen Setting Nordafrikas hinterlässt Gaststar Halle Berry („Stirb an einem anderen Tag“) als widerspenstige, alte Freundin Sofia aber einen bleibenden Eindruck – das liegt vor allem an der herausragenden „Hunde-Sequenz“ (mehr sei hier nicht verraten), die Szenenapplaus verdient. Apropos Nebenfiguren: Die sind wieder einmal großartig. Besonders Ian McShane („American Gods“) als stilbesessener Hotelchef Winston, Asia Kate Dillon („Orange Is The New Black“) als hartnäckige Hohe-Kammer-Richterin, Lance Reddick als loyaler Congierge, Anjelica Huston als Mafia-Patin sowie Laurence Fishburne („Matrix“) als Unterweltboss Bowery King stechen heraus, weil diese schillernden Figuren wunderbar die Extravaganzen der Action spiegeln und die Atmosphäre verdichten. Die härtesten Handkanten schlägt aber Mark Dacascos als John Wicks Hauptgegner, wobei hier – anders als bei den Aufgezählten – der Charakter Zero kaum eine Rolle spielt, sondern nur dessen Physis.

 
Fazit: 
Hammerharte Action, starke Figuren und viel Atmosphäre - mit dem intensiven und ideenreichen Kugelhagel „Kapitel 3“ hält Zeremonienmeister Chad Stahelski die „John Wick“-Reihe weiterhin auf der Höhe der Zeit.


Text (c) by MK

Freitag, 24. Mai 2019

Aladdin (2019)


(c) Walt Disney Germany



Inhalt:

Der Straßendieb Aladdin (Mena Massoud) macht am liebsten mit seinem Affen Abu die Straßen von Agrabah unsicher. Auf den Basaren der Stadt ist kein noch so wertvoll aussehender Gegenstand vor ihm sicher. Doch er möchte dieses Leben als kleiner Gauner gerne hinter sich lassen, da er der festen Überzeugung ist, zu etwas Größerem bestimmt zu sein. Bei seinen Streifzügen lernt er eines Tages die Prinzessin Jasmin (Naomi Scott) kennen. Um sich in der Öffentlichkeit unerkannt bewegen zu können, verkleidet sich die Prinzessin und hat so auch die Möglichkeit, mit den Bewohnern ihrer Stadt in Kontakt zu treten. Nachdem sich Aladdin unsterblich in sie verliebt, setzt er alles daran, sie wiederzusehen - und das ist gar nicht so einfach. Er wird schließlich bei dem Versuch, die Mauern ihres Palastes zu überbrücken, erwischt und landet kurzerhand im Kerker. Da tritt der zwielichtige Jafar (Marwan Kenzari) auf den Plan. Denn der bietet Aladdin an, ihn zu befreien, wenn er ihm im Gegenzug die berühmte Wunderlampe aus einer sagenumwobenen Höhle stiehlt. Doch der Großwesir denkt gar nicht daran, sein Versprechen einzuhalten. Er will nur an die Lampe kommen, damit sie ihm die nötige Macht verleiht, um das Land an sich zu reißen und als alleiniger Herrscher darüber regieren zu können.


Bewertung:

Als ausgerechnet Guy Ritchie von Disney für „Aladdin“ angeheuert wurde, durfte man schon ein wenig mit der Stirn runzeln. Der einst als „britischer Tarantino“ mit den Gangsterkomödien „Bube, Dame, König, grAs“ und „Snatch“ bekannt gewordene Filmemacher hat einen unverkennbaren Stil, den er gerne auch seinen Blockbuster-Produktionen wie „Sherlock Holmes“ oder „Codename: U.N.C.L.E.“ aufdrückt. Aber wie passt das zu einer Orient-Erzählung aus Tausundeiner Nacht, die zugleich auch noch dem Stil und dem Geist des Zeichentrickklassikers von 1992 huldigen soll? Ganz einfach: Indem sich Ritchie unterordnet, wie schon im Lauf der ersten großen Actionszene klar wird...

Die von Gesangseinlagen begleitete Flucht von Aladdin, seinem Affen Abu und Jasmin durch die Straßen von Agrabah ähnelt ganz klar der entsprechenden Szene aus der Vorlage – und nicht etwa anderen Werken des Filmemachers. Wo Ritchie in „King Arthur: Legend Of The Sword“ die Kamera noch auf der Schulter seiner Protagonisten platzierte, um mit den Großaufnahmen ihrer gehetzten Gesichter (An-)Spannung zu transportieren, dominiert hier eine heitere Leichtigkeit. Dass Aladdin seinen nicht allzu hellen Verfolgern am Ende entkommen wird, steht sowieso außer Frage, spannend ist hier vielmehr, wie er sie immer wieder aufs Neue narrt. Ritchie-Fans mögen es beklagen, dass der Regisseur hier für Disney den Auftragsarbeiter gibt. Aber er stellt sich eben klar in den Dienst der Erzählung, zu der weder britischer Gangster-Slang noch seine Zeitlupen-Spielereien passen würden.

Trotz der vielen, auch bewusst in den Vordergrund gestellten Verweise auf das Original kopieren Ritchie, sein Co-Autor John August und vor allem Komponist Alan Menken (der auch 1992 schon für die Songs zuständig war) aber nicht einfach nur. Stattdessen verbinden sie die bekannten Elemente stimmig mit neuen Ideen. Das machte schon ein gelungenes Update für den im Klassiker doch problematisch-klischeetriefenden Auftakterzähler deutlich. Aber der Höhepunkt ist die neu hinzugefügte Musical-Nummer: Mit der kraftvollen Doppel-Nummer „Speechless“ (deutscher Titel: „Ich werd niemals schweigen“) verleiht Naomi Scott der in der Zeichentrickversion zwar vorhandenen, aber nur oberflächlich verhandelten Selbstbestimmungsgeschichte der Prinzessin, die gegen ihre vorbestimmte Rolle als dienende Ehefrau rebelliert, einen starken emotionalen Unterbau. Sowieso wird Aladdin und Jasmin dank vieler kurzer ernsthafterer Szenen insgesamt mehr Charakter zugestanden. Manchmal geht das allerdings auch auf Kosten des Tempos der sonst so beschwingt-rasanten Komödie.

Naomi Scott („Power Rangers“) und Newcomer Mena Massoud harmonieren von der ersten Sekunde als ebenbürtiges Paar, die beide mit hoher Schlagfertigkeit punkten können. Einmal mehr schafft es Disney daneben auch seine nicht-menschlichen Protagonisten glaubwürdig mit humanen Seiten zu bereichern. Schon einzelne Blicke von Aladdins Affe Abu sind einfach köstlich und der Fliegende Teppich entpuppt sich ohnehin als großartiger Szenendieb. Dschafars böser Papagei Jago steuert derweil wunderbare One-Liner bei und hilft so dabei, zu übersehen, dass sein Herr nicht nur komplett blass und eindimensional geschrieben ist, sondern Darsteller Marwan Kenzari („Ben Hur“) es auch zu fast keiner Sekunde schafft, dem Antagonisten eine bedrohliche Aura zu verleihen.

Über allem thront aber ohnehin Will Smith. Der Superstar gibt den Dschinni im wahrsten Sinne des Wortes in Über-Über-Lebensgröße – und das mit unglaublich viel Witz und Herz. Seit den Zeiten von „Bad Boys“, „Independence Day“ und „Men In Black“ hat man keinen so kraftvollen Smith mehr auf der Leinwand gesehen. Er zieht Grimassen, chargiert wild, rappt, singt, tanzt - und wirkt dabei trotz nacktem blauem Oberkörper und (selbstironisch kommentierter) Zopffrisur zu keiner Zeit lächerlich. In den entsprechenden Momenten ist es nämlich gerade Smiths Darstellung, die den mächtigen Geist erdet und seine tragische Seite nach außen kehrt. Daneben versteht es der zweifach oscarnominierte Schauspieler auch, sich in einzelnen Szenen zurückzunehmen und die Momente anderer Figuren mit reduzierterem Minenspiel aus dem Hintergrund zu unterstützen.

Smith überspielt es auch locker, wenn in einzelnen Momenten die CGI-Animationen mal nicht perfekt sind, wobei die Macher sich im Umgang mit der Technik scheinbar auch selbst Beschränkungen aufgelegt haben: So ist etwa eine bestimmte Verwandlung viel weniger bedeutend als im Original. Deutlich störender als die kleinen Dschinni-Unschärfen sind aber ohnehin die Kulissen, denn Guy Ritchie schafft es leider nicht, den Zuschauer in den Orient zu entführen. Stattdessen fühlt sich das eher nach Disney-Freizeitpark mit 1001-Nacht-Thema an.

Sowohl Aladdins pfiffige Behausung als auch die Straßen von Agrabah wirken zu sehr wie ein steriles Filmset, nie wähnt man sich in einer lauten, bevölkerten Metropole im Morgenland. Da ist es ein Glück, dass schon bald die Mehrheit der Szenen in der Höhle und dem Palast spielen und dass eine gewisse Entrücktheit den wunderbar choreographierten Musical-Nummern sowieso ganz gut zu Gesicht steht. Denn wenn Klassiker wie „Schnell weg“, „Einen Freund wie mich“, „Prinz Ali“ oder „Ein Traum wird wahr“ mit passenden und meist fantasievollen Bildern kombiniert werden, möchte man am liebsten im Kinosaal mitschwingen, so großartig werden sie in der englischen Originalfassung* neu interpretiert.

 
Fazit: 
„Aladdin“ macht vor allem in den starken Gesangszenen und bei jedem Auftritt von Will Smith großen Spaß.




Text (c) by MK

Freitag, 10. Mai 2019

Pokémon - Meisterdetektiv Pikachu


(c) Warner Bros GmbH



Inhalt:

Tim (Justice Smith) arbeitet als Versicherungsvertreter und erhält die Nachricht, dass sein Vater, ein seit jeher pflichtbewusster und hochdekorierter Polizist, verstorben sei. Tim muss sich nun darum kümmern, den Haushalt seines Vaters aufzulösen, und macht sich kurzerhand auf den Weg nach Ryme City, einer Metropole, in der Menschen und Pokémon in friedlicher Koexistenz zusammenleben. Als Tim in der Wohnung seines Vaters eintrifft, entdeckt er ein verstörtes Pikachu (Stimme im Original: Ryan Reynolds), mit dem er auch noch in der Lage ist, zu kommunizieren. Obwohl Pikachu sein Gedächtnis verloren hat, ist er der festen Überzeugung, ein Meisterdetektiv zu sein und glaubt außerdem, dass Tims Vater noch am Leben ist. Also tun sich Pikachu und Tim zusammen und machen sich in Ryme City auf Spurensuche. Dabei treffen sie auf die CNM-Nachwuchsreporterin Lucy Stevens (Kathryn Newton), die mit ihrem Pokémon Enton ebenfalls einer großen Sache auf der Spur ist. Gemeinsam decken die vier eine Verschwörung auf, die das friedliche Zusammenleben zwischen Menschen und Pokémon in Ryme City für immer zerstören könnte...


Bewertung:

Die Verpflichtung von Ryan Reynolds als Stimme von Pikachu erweist sich gleich in mehrfacher Hinsicht als absoluter Glücksgriff: Dank des Social-Media-affinen Kanadiers war etwa schon das Marketing zu „Pokémon Meisterdetektiv Pikachu“ überaus unterhaltsam. Und Reynolds‘ gleichermaßen schnoddrige wie liebenswerte Voice-Over-Performance bildet nicht nur einen herrlichen Kontrast zur gewohnten Pikachu-Sprecherin Ikue Ôtani, sondern sorgt auch dafür, dass man das knuffige, gelbe Pokémon sofort ins Herz schließt. Dies funktioniert übrigens nicht nur in der Originalversion: Reynolds‘ gewohnter Synchronsprecher Dennis Schmidt-Foß leistet in der deutschen Fassung nicht weniger gute Arbeit.

Dass Pikachu so eine überzeugende Hauptfigur ist, ist aber auch ein Verdienst der überragenden Animation, die das Pokémon jederzeit absolut lebensecht wirken lässt. Auch die Szenendiebe Enton und Pantimos sind hervorragend gelungen, allerdings sehen längst nicht alle Taschenmonster so gut aus. Das liegt einerseits wohl daran, dass sie nicht alle mit demselben Aufwand animiert wurden. Einige der Wesen haben aber auch eine so überdeutliche Comic-Optik, dass sie sich nicht ganz glaubwürdig in die Realfilmwelt um sie herum einfügen. Während man bei Detektiv Pikachu das Gefühl hat, auf die Leinwand fassen und durch das gelbe Fell streicheln zu können, wirkt der in einem Pokémon-Duell auftretende Glurak viel mehr wie ein Fremdkörper (übrigens eine von erfreulich wenigen Szenen, bei denen man merkt, dass es sich hierbei um eine Videospielverfilmung handelt).

Wie ein Fremdkörper wirkt auch Kathryn Newton („Big Little Lies“), die bei ihren ersten Szenen noch mit jeder Menge Overacting agiert und sich damit vor allem gegenüber dem sehr zurückgenommen spielenden Justice Smith („Margos Spuren“) abhebt. Der Kontrast erscheint zunächst bizarr, doch Newtons Femme-Fatale-Performance und die von Neonlicht erhellten Seitenstraßen von Ryme City sorgen dafür, dass sich „Pokémon Meisterdetektiv Pikachu“ kurzzeitig wie eine Noir-Story anfühlt. Schnell schwenken Letterman und seine Autoren allerdings auf deutlich konventionellere Bahnen. „Pokémon Meisterdetektiv Pikachu“ entwickelt sich dann zu einer größtenteils vorhersehbaren, familiengerechten Detektivgeschichte, bei der die finale Auflösung (die wir hier natürlich nicht verraten) nicht wirklich sauber erzählt wird und nachträglich noch ein großes Logikloch in die Handlung reißt.

Fazit: 
Pokémon-Fans dürften an „Pokémon Meisterdetektiv Pikachu“ ihre helle Freude haben. Doch Ryan Reynolds‘ Pikachu-Performance und die größtenteils gelungene Verschmelzung von Realfilm und animierten Pokémon können nicht über die uninspiriert erzählte Story hinwegtäuschen.


Text (c) by MK

Mittwoch, 24. April 2019

Avengers - Endgame


(c) Walt Disney Germany



Inhalt:

Thanos (Josh Brolin) hat also tatsächlich Wort gehalten, seinen Plan in die Tat umgesetzt und die Hälfte allen Lebens im Universum ausgelöscht. Die Avengers? Machtlos. Iron Man (Robert Downey Jr.) und Nebula (Karen Gillan) sitzen auf dem Planeten Titan fest, während auf der Erde absolutes Chaos herrscht. Doch dann finden Captain America (Chris Evans) und die anderen überlebenden Helden auf der Erde heraus, dass Nick Fury (Samuel L. Jackson) vor den verheerenden Ereignissen gerade noch ein Notsignal absetzen konnte, um Verstärkung auf den Plan zu rufen. Die Superhelden-Gemeinschaft bekommt mit Captain Marvel (Brie Larson) kurzerhand tatkräftige Unterstützung im Kampf gegen ihren vermeintlich übermächtigen Widersacher. Und dann ist da auch noch Ant-Man (Paul Rudd), der wie aus dem Nichts auftaucht und sich der Truppe erneut anschließt, um die ganze Sache womöglich doch noch zu einem guten Ende zu bringen...


Bewertung:

Nach dem ungläubigen Schock, der einem beim Beobachten des allgemeinen Superhelden-Verwehens am Ende von „Infinity War“ unweigerlich in die Glieder gefahren ist, wird das Fingerschnipsen von Thanos in „Endgame“ noch einmal aus einer anderen Perspektive beleuchtet: Gleich in der perfekt gewählten Auftaktszene auf dem Bauernhof von Hawkeye (Jeremy Renner) und seiner Familie wird auf eindringliche Art verdeutlicht, was für ein niederschmetternder Schicksalsschlag wirklich für jeden einzelnen hinter dieser kosmischen Katastrophe steckt. Die erste halbe Stunde von „Endgame“ entpuppt sich dann auch als reine Trauerarbeit. Mit einem emotionalen, das letzte bisschen Hoffnung vaporisierenden Tiefpunkt für die Avengers, den in dieser Form wirklich niemand hat kommen sehen: Nach all der Vorarbeit entpuppt sich ausgerechnet der „Sieg“ über Thanos als der wohl unrühmlichste Moment in der Geschichte der Avengers, in dem sich selbst ein Thor trotz wütend geschwungener Riesenaxt als armes hilfloses Würstchen erweist.

Da bekommt man nach dem mit Action vollgestopften „Infinity War“ halt mal ein paar Minuten Zeit zum Durchatmen. Zeit genug ist ja, schließlich ist „Endgame“ der bisher klar längste Film im MCU (und es ist auch nicht davon auszugehen, dass dieser Rekord so bald gebrochen werden wird). Aber mit der Einschätzung, es handle sich bei der ersten Stunde bestimmt nur um die Ruhe vor dem Sturm, liegt man ganz schön daneben, denn die Russo-Brüder wahren auch anschließend eine gewisse, ebenso angenehme wie unerwartete Zurückhaltung. Statt sich dem puren Schauwerte-Bombast hinzugeben, hat „Endgame“ gemessen an der Gesamtlaufzeit so wenige Actionszenen wie kaum ein anderer Film aus dem MCU. Wir schätzen, dass man insgesamt nur auf eine gute halbe Stunde kommt, kurze Prügeleien inklusive.

Trotz der Trostlosigkeit der Situation haben die Macher übrigens keine Scheu davor, einige der Avengers in Sachen Humor endgültig völlig von der Leine zu lassen. Allen voran den Hulk Bruce Banner (Mark Ruffalo), der in seiner neuen, dauerhaften Zwitter-Identität die bisher beste Form für einen zuverlässigen Gag-Lieferanten gefunden hat: Statt mal genialer Wissenschaftler, mal grünes Muskelmonster, ist er jetzt beides auf einmal – und dieser wandelnde Widerspruch wird von den Autoren auch konsequent für trockenhumorige Pointen ausgeschlachtet. Besonders köstlich: Banners Versuch, sich als wütender Hulk auszugeben – woraufhin er am Rande der Schlacht von New York grandios-gelangweilt auf ein paar parkende Autos „einprügelt“. Mark Ruffalo versteht es halt, selbst in der Rolle eines grünen Riesen mit einem herrlichen Understatement zu glänzen. Wahrscheinlich sollte man ihm wirklich keinen eigenen MCU-Film widmen, denn er ist einfach der perfekte Sidekick und als solchen wollen wir ihn auch in Zukunft nicht missen.

Dabei sind viele der Gags gar nicht mal sonderlich anspruchsvoll, stattdessen geht es vornehmlich um Selfies, Popos und Plauzen. Aber was soll’s, solange die Pointen derart zuverlässig ihr Ziel treffen, ist das ja völlig egal. Und eine solche Trefferquote bei den Gags erreichen eben selbst die meisten ausgewiesenen Komödien nicht mal ansatzweise. Der schwierigste Spagat gelingt dabei übrigens Thor-Darsteller Chris Hemsworth: Der Donnergott ist nach seinem dreifachen Scheitern im Finale von „Thor 3“, im Finale von „Infinity War“ und nun bei der erneuten Konfrontation mit Thanos von Schuldgefühlen durchfressen. Aber im selben Moment präsentiert sich Comedy-Profi Hemsworth („Vacation, „Ghostbusters“) als saufende Superhelden-Parodie auf Jeff Bridges‘ Coen-Brüder-Kultfigur The Dude. Klingt nach keiner guten Kombination, aber selbst seine an Mobbing grenzenden Wutausbrüche beim „Fortnite“-Daddeln tun der tiefen Tragik seiner Figur keinen Abbruch. Eine gelungene Gratwanderung, die bei einem Absturz aber auch den ganzen Film ins Lächerliche hätte ziehen können.

Crossover haben speziell im Comic-Genre eine lange Tradition. Aber wer hätte gedacht, dass sich „Avengers 4“ letztendlich als Quasi-Crossover aus „Zurück in die Zukunft“ und „The Big Lebowski“ entpuppen wird? Denn nach dem emotionalen Wundenlecken mit beißendem Galgenhumor in der ersten Stunde entwickelt sich „Endgame“ in seinem Mittelteil zu einer intergalaktischen, interdimensionalen Superhelden-Version von „Ocean’s Eleven“. Um an die Infinity-Steine zu kommen, bevor sie sich Thanos an seinen Handschuh stecken kann, reisen die in Teams aufgeteilten Avengers zu verschiedenen Orten und Situationen aus früheren MCU-Filmen zurück. Hier zahlt sich die immense Vorarbeit in den bisherigen 21 Filmen der Reihe am deutlichsten aus.

Die Regie-Russos können hier eine schier unglaubliche Masse an bekannten Figuren und Situationen einsetzen, ohne sich dabei auch nur einen Deut um Exposition kümmern zu müssen. Wer gar keinen MCU-Film kennt, erlebt deshalb zumindest mal die Blockbuster-Version des Gefühls, in seine erste Folge „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ reinzuschalten. Da kommt man als Marvel-Kenner aus dem Staunen kaum noch raus, welche Stars und Figuren aus dem MCU noch alles für einen Cameo-Auftritt vorbeischauen. Der ultimative Fanservice: Nachdem das Finale von „Infinity War“ noch jedem Zuschauer gleichermaßen den Boden unter den Füßen weggezogen hat, wendet sich der Mittelteil von „Endgame“ nun speziell an die treuen Fans des MCU. Aber auch wenn man sich über jeden der kurzen Gastauftritte im ersten Moment freut, sind nicht alle für die Handlung des Films gleichermaßen wichtig. Manche kratzen zumindest an der Grenze zum bloßen Selbstzweck.

In diesem leider etwas ausgefransten Abschnitt, bei dem das Tempo – auch wegen der vielen Cameos - mitunter doch deutlich nachlässt, halten die Russos die etlichen Storyfäden zwar mit einer erstaunlichen Sicherheit zusammen. Aber eigentlich steht das Bangen um den positiven Ausgang der Mission hier eh nur an zweiter Stelle. Stattdessen gibt es viele starke Einzelmomente, die in jedem anderen MCU-Film als Höhepunkt durchgehen würden, aber hier fast schon im Minutentakt auf den Zuschauer einprasseln. Selbst wenn das ständige Hin-und-Her-Springen es nicht ganz leicht macht, überall gleichermaßen emotional involviert zu bleiben, sind die Figuren, Schauplätze und Genres in diesem Abschnitt einfach derart divers, dass trotz der MCU-Rekordlaufzeit dennoch nie Langeweile aufkommt.

Natürlich geht es dabei vordergründig darum, die Verwehten zurückzuholen. Aber den eigentlichen emotionalen Kern bilden dennoch die drei Stark-Generationen Tony Stark, sein Vater Howard (John Slattery) und seine Tochter Morgan. Dabei wird für Tony zu Beginn ein klassisches philosophisches Dilemma (ähnlich dem berühmten Trolley-Problem) eingeführt: Es sieht zunächst nämlich ganz so aus, als müsse er sich zwischen dem Leben seiner Tochter (wenn alles rückgängig gemacht wird, dann ja auch sie) und dem Leben der Trillionen von Thanos-Opfern (repräsentiert durch ein Foto von Peter Parker) entscheiden. Aber dann wird dieses etablierte Dilemma einfach fallengelassen – denn die Art und Weise, wie die Zeitreisemechanik schließlich funktioniert, hat eben auch zur Folge, dass sich Tony überhaupt nicht mehr entscheiden muss und der vorherige Aufbau ungenutzt verpufft. Es ist verständlich, dass den Russos dieser Aspekt am Ende womöglich doch zu düstern wurde und sie ihn deshalb ein wenig entschärft haben. Aber sie gehen an so vielen Stellen große Risiken ein, dann hätten sie es ruhig auch hier tun können.

Die einzige größere Action-Sequenz in „Avengers 4“ ist schließlich die finale Schlacht. Aber statt dort dann alles bisher im MCU Gesehene in den Schatten zu stellen, verursacht die Aufstellung der Kontrahenten (ein starkes Bild vor allem dank den feurigen Portalen von Dr. Strange und Wong) mehr Gänsehaut als das anschließende Superhelden-Gekloppe. Die eigentliche Schlacht ist nämlich auch nicht epischer als im Vorgänger und deshalb durchaus eine kleine Enttäuschung. Aber zu diesem Zeitpunkt ist man gedanklich eh schon halb bei den Abschlüssen, die die Russos für ihre mehr als 20 Superhelden bereithalten. Und auch wenn es auf den ersten Blick den Anschein haben mag, als leide „Avengers 4“ an einem ähnlichen Zu-viele-Enden-Problem wie etwa „Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs“, muss man zurückschauend doch sagen: Wenn jedes einzelne Ende solch einen emotionalen Punch entwickelt wie hier, dann dürfen die Russos davon gerne beliebig viele aneinanderreihen.

„Avengers 4“ hinterlässt das MCU trotz der hochkarätigen Abgänge von Robert Downey Jr. und Chris Evans (Scarlett Johansson ist ja zumindest noch in ihrem eigenen Solo-Prequel dabei) in einem phänomenalen Zustand für die ungewisse Zukunft nach dem offiziell noch zu Phase 3 zählenden „Spider-Man: Far From Home“. Aber der Film selbst bringt tatsächlich erstmal, wie im Vorfeld ja auch schon vollmundig angekündigt, alle bisherigen 22 MCU-Filme zu einem gemeinsamen, großartigen Abschluss. Das Gefühl des Films spiegeln deshalb auch die vorab erschienenen Story-Trailer gar nicht so gut wider. Viel näher dran ist da schon die Vorschau, in der erst einmal auf die vorherigen 21 Filme zurückgeschaut und ihre Bedeutung für das MCU als Ganzes unterstrichen wird. Bei den Einblendungen der Avengers im Abspann ist deshalb auch noch einmal minutenlange Gänsehaut angesagt – und selbst der Post-Credit-Moment ist für diesen Anlass einfach perfekt gewählt.

 
Fazit: 
Joe und Anthony Russo haben mit „Avengers 4: Endgame“ einen Film geschaffen, wie es ihn noch nie zuvor gegeben hat – sie bringen 22 Filme auf einmal zu einem Abschluss, sicher nicht frei von Schwächen, aber trotzdem höchstbefriedigend.



Text (c) by MK

Dienstag, 16. April 2019

Hellboy - Call of Darkness


(c) Universum Film GmbH



Inhalt:

Der Halbdämon Hellboy (David Harbour) hat im Kampf gegen das Böse diesmal einen ganz besonderen Auftrag: Mit frisch geschärftem Schwert, seinen blutroten Hörnern und der legendären steinernen Faust muss er der mächtigen Hexe Nimue (Milla Jovovich) und dem Monster Gruagach Einhalt gebieten. Gemeinsam mit anderen mythischen Wesen wollen die beiden Tod und Zerstörung über die Welt der Menschen bringen. Doch um das zu schaffen, brauchen sie noch jemanden: Nämlich keinen geringeren als Hellboy! Im Gegensatz zu seinem gegenwärtigen Ziel, das Böse zu vernichten, war seine einstige Bestimmung, den Weltuntergang herbeizuführen. Doch sein Ziehvater Professor Broom (Ian McShane) holte ihn auf die gute Seite und setzte ihn als Spezial-Agent auf die Monster dieser Welt ein. Hellboy wird von Broom für einen wichtigen Auftrag nach London geschickt. Zeitgleich hinterlässt Nimue eine Schneise der Verwüstung in ganz England. Hellboy und seine Mitstreiter Anna (Sasha Lane) und Ben (Daniel Dae Kim) sehen sich plötzlich nicht nur mit einer völlig neuen Armee der Finsternis konfrontiert, sondern auch mit ihren eigenen Dämonen, die tief in ihnen schlummern...


Bewertung:

Bewunderer der vorherigen Verfilmungen werden im Reboot nicht allzu viel finden, was sie jenseits der Titelfigur und einiger Handlungsfragmente noch an die Annäherung von del Toro an die „Hellboy“-Saga erinnert. Wer sich schon damals mehr Nähe zur eher düster-brutalen Comic-Vorlage und somit mehr Horror als Fantasy gewünscht hat, kommt da schon viel eher auf seine Kosten. Mignolas Drehbuchidee zur Weiterführung der ersten beiden Teile wurde schließlich doch nicht verwendet. Man entschloss sich lieber, del Toros Vorarbeit komplett zu ignorieren und stattdessen mehr oder weniger von vorn zu beginnen. Der Erfinder der Story blieb der Produktion dennoch eng verbunden und las laut Presseheft jeden neuen Skriptentwurf, um den angeheuerten Autor Andrew Cosby ausführlich Feedback zu seiner Adaption von Elementen aus den „Hellboy“-Sammelbändern „Ruf der Finsternis“, „Die wilde Jagd“ und „Der Sturm“ zu geben. Der für seine offenen, auch schon mal kritischen Meinungsäußerungen bekannte Mignola lobte zudem ausdrücklich die Verpflichtung von Neil Marshall. Die macht auch tatsächlich Sinn, denn dank Kinoarbeiten wie „Dog Soldiers“ oder „Doomsday - Tag der Rache“ hat der Mann bereits ausgiebig Erfahrung mit apokalyptischen Horrorszenarien. Außerdem kennt er sich aufgrund von Einsätzen für TV-Serien wie „Game Of Thrones“ oder „Westworld“ mit ins Übernatürliche kippenden Dramen aus.

„Hellboy - Call Of Darkness“ hat dabei ein für vergleichbare Projekte fast schon mickriges Budget. Offizielle Zahlen gibt es nicht, aber das Forbes Magazine schätzt die Gesamtkosten des in Bulgarien und Südengland gedrehten Werks auf etwa 40 Millionen US-Dollar. Del Toro hatte die voraussichtlichen Kosten für seine Vision zu einem dritten Opus damals übrigens auf 120 Millionen taxiert – was dessen Chancen sicher nicht erhöhte. Das bescheidene Budget ist den insgesamt zumindest soliden Spezialeffekten zwar in einzelnen Szenen anzusehen, aber das Gros der Sequenzen findet ohnehin in eher dunklen Kulissen statt, in denen nicht immer alles haarklein detailliert sein muss. Zwei große Actionszenen (Hellboys Kampf mit einem Trio miesgelaunter Riesen in sonnendurchfluteter Landschaft und das große Finale in einer weißgetünchten Kirche) sind allerdings gut ausgeleuchtet und da sieht dann durchaus auch mal das eine oder andere Element wie aus einem Computerspiel aus.

Um es noch einmal klar zu sagen: Es handelt sich hier um einen Reboot, aber nicht um eine klassische Origin-Story. Als das Publikum den Höllenbengel trifft, ist er längst als Dämonen- und Monsterjäger etabliert. Es gibt zwar im weiteren Verlauf noch eine Rückblende zu seiner Ankunft auf der Erde – inklusive Nazis, Rasputin und allem Pipapo. Diese ist jedoch angenehm knapp und trägt geschickt zum besseren Verständnis der Ereignisse in der Gegenwart bei. Das Ganze wirkt insgesamt weit dreckiger, rauer und weniger verspielt als die Vorgänger, weil die Optik – zur Stimmung der Story passend – düsterer und erdiger gehalten ist. Auch gibt es kaum Ablenkungen in Form von augenzwinkernden Anspielungen auf andere Werke der Popkultur.

Abgesehen von einigen nicht zwingend nötigen Sub-Plots wie der mit einer weiteren Hexe oder die Auftritte von Monsterjäger-Kollege Lobster Johnson geht es im Reboot nun deutlich geradliniger zur Sache. Vor allem die Kämpfe und Showdowns mit den diversen Antagonisten muten längst nicht so übertrieben und ermüdend in die Länge gezogen an wie bei den meisten großen Comic-Verfilmungen. Gewalt und Gore kommen aufgrund explizit gezeigter Aktionen wie dem Wegreißen eines Unterkiefers, dem Abtrennen von Gliedmaßen oder der Häutung eines menschlichen Gesichtes sehr deftig daher. Die FSK-Bewertung ab 16 Jahren (statt ab 12 wie bei den Vorgängern) ist jedenfalls redlich verdient.

David Harbour überzeugt unterdessen vom ersten Auftritt an in der Titelrolle. Der Amerikaner legt den Part mit großer Autorität und erheblich wütender an als damals Perlman, dessen Hellboy immer einen eher resignierten, niedergeschlagenen Eindruck machte. Gemein ist ihnen hingegen der beißende Sarkasmus ihrer Oneliner. Wobei Harbour auch diese harscher rüberbringt als der Kollege. Umso größer ist dann der Effekt, wenn er zwischendurch auch mal seine sanftere Seite zeigt, allen voran in eigentlich allen Szenen, in denen Hellboy mit Alice interagiert.

Milla Jovovichs Spiel ist dagegen sehr eindimensional. Was auch damit zu tun hat, dass Nimue sich als eher langweilige Antagonistin entpuppt, die nur fies zu sein scheint, um, nun ja, fies zu sein. So bleibt dem „Resident Evil“-Star meist wenig anderes übrig, als aufreizend langsam zu sprechen und dabei sinister mit den Augen zu funkeln. Da wissen die Auftritte von Daniel Dae Kim („Lost“) und insbesondere der erfrischend emotional rüberkommenden Sasha Lane als Hellboys Helfer und Freunde schon besser zu gefallen. Dürfen sie doch – trotz jeweils begrenzter Screentime – Figuren mit mehr Tiefe und Ambivalenz verkörpern als Jovovich. Ian McShane schließlich ist auf seine übliche, trockene Art klasse wie immer. Als Professor Broom hat er ein paar berührende Momente mit seinem Ziehsohn, abseits davon aber leider auch nicht allzu viel zu tun.

Im Ganzen ist „Hellboy - Call Of Darkness“ unterhaltsam, wegen diverser Klischees und Plattitüden, speziell in den oft eher einfach gehaltenen Dialogen, aber längst auch nicht rundherum gelungen. Das liegt auch an den tiefschwarzen Humor-Einlagen. Viele Gags zünden zwar, wirken gelegentlich aber trotzdem deplatziert, weil sie den Zuschauer aus der Atmosphäre herauszerren. So hätte man sich letztlich eine noch ernsthaftere Interpretation des Stoffs gewünscht, die sich zu 100 Prozent dem gelungen-finster visualisierten Ambiente angleicht. Zum Finale der größtenteils flott vergehenden 121 Minuten wird dann noch ganz offen ein Sequel angeteasert. Dort wären dann noch mehr Konsequenz und Mut in Sachen Düsterkeit und Direktheit erstrebenswert.

 
Fazit: 
Der deutlich brutalere Reboot unterhält, ohne dabei restlos zu überzeugen. Sicherlich keine Enttäuschung, in einem angeteaserten Sequel wäre aber dennoch noch einige Luft nach oben.



Text (c) by MK

Freitag, 5. April 2019

Shazam!


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Inhalt:

Der 14-jährige Billy Batson (Asher Angel) ist ein Waisenjunge und lebt bei einer Pflegefamilie. Doch als er eines Tages auf einen jahrhundertealten Magier (Djimon Hounsou) trifft, verleiht ihm dieser eine mysteriöse Macht. Fortan kann sich Billy, wenn er das Wort SHAZAM! ruft, in den erwachsenen Superhelden Shazam (Zachary Levi) verwandeln. Plötzlich steckt er nicht nur in dem Körper eines durchtrainierten Hünen, sondern hat nahezu gottgleiche Superkräfte. Überschwänglich und etwas leichtsinnig geht Billy daran, gemeinsam mit seinem Freund Freddy (Jack Dylan Grazer) seine neugewonnenen Fähigkeiten als Shazam auszuprobieren, und tatsächlich ist es gar nicht so einfach, Superstärke, Fliegen und Blitze zu kontrollieren. Doch bald muss er seine Kräfte für mehr einsetzen als die Schule zu schwänzen. Denn in der Gestalt von Dr. Thaddeus Sivana (Mark Strong) naht eine tödliche Gefahr und nur Billy kann den Bösewicht stoppen...


Bewertung:

An einer Stelle des Films belauern sich die vor der Skyline Philadelphias in der Luft schwebenden Shazam und Silvana mit einigen Kilometern Abstand. Aber bevor die Kontrahenten aufeinander zurasen und sich gegenseitig durch Hochhäuser rammen, hält Silvana noch eine dieser typischen Bösewicht-Ansprachen – nur versteht Shazam aus der Entfernung natürlich kein Wort. Ein ebenso cleverer wie amüsanter Seitenhieb auf den Kollegen Superman, bei dem solche luftigen Stand-offs zwar andauernd vorkommen, aber merkwürdigerweise nie zu solchen Kommunikationsproblemen führen. Trotzdem ist „Shazam!“ – anders als „Deadpool“ – nicht in erster Linie eine mit Meta-Elementen vollgestopfte Genreparodie. Stattdessen verwendet Regisseur David F. Sandberg zunächst einmal angenehm viel Zeit darauf, seinen jugendlichen Protagonisten und dessen neue Ersatzfamilie vorzustellen.

Die Schauspieler haben vor und während der Dreharbeiten so viel Zeit miteinander verbracht, dass sie sich selbst schließlich sogar den Namen „Shazamily“ gegeben haben. Das hört sich im ersten Moment natürlich nach dem üblichen Marketinggelaber an – aber selbst wenn, die Chemie zwischen den Mitgliedern der Pflegefamilie ist nichtsdestotrotz herausragend. Vor allem „Es“-Shootingstar Jack Dylan Grazer stiehlt als Billys neuer Bruder Freddy Freeman mit seinen trockenen Kommentaren immer wieder die Show – dabei hat er nicht nur keine Superkräfte, er geht wegen einer Gehbehinderung sogar an einer Krücke. Nach den ersten gut 20 Minuten von „Shazam!“ ist es einem fast egal, ob sich der Film nun noch zu einem Superheldenfilm entwickelt oder nicht, man möchte einfach nur mehr Zeit mit dieser Familie verbringen. Und aus diesem stabilen emotionalen Fundament heraus entwickeln dann auch die plötzlichen Superkräfte einen ganz anderen Punch...

Wenn sich etwa Brie Larson am Ende von „Captain Marvel“ den ihre Fähigkeiten unter Kontrolle haltenden Chip aus dem Nacken reißt und so noch viel mehr Kraft zur Verfügung hat, dann haut einen das nun wirklich nicht mehr vom Hocker. Sowieso spielen die Superkräfte im MCU wie im DCEU inzwischen nur noch eine sehr untergeordnete Rolle. Bei „Shazam!“ ist das allerdings anders: Dank dem „Big“-Twist, dass hier ein Teenager nicht nur wie Spider-Man plötzlich über Kräfte verfügt, sondern in einem erwachsenen Superheldenkörper steckt, erlangen die Fähigkeiten plötzlich wieder eine ganz andere Bedeutung. Wobei die Gewichtung wiederum für allerlei amüsante Augenblicke sorgt: Für einen Teenager ist es eben auch schon ziemlich cool, Bier kaufen zu dürfen oder leere Handys in Sekundenschnelle aufladen zu können. Da sind eine kugelsichere Haut und übermenschliche Stärke nur noch nette Dreingaben...

Zachary Levi ist dabei der perfekte Mann für die Rolle als frischgebackenes Superhelden-Alter-Ego Shazam (der in den 1939 erstmals erschienen Comics übrigens noch Captain Marvel hieß, was inzwischen aus naheliegenden Gründen allerdings geändert wurde). Dass sich der eigentlich eher hagere „Chuck“-Star für den Part reichlich Muskeln antrainiert hat, ist dabei gar nicht mal in erster Linie für seine Glaubwürdigkeit als Superheld von Bedeutung – das hätte man allein mit Tricks beim Kostüm auch irgendwie hinbekommen. Aber man spürt einfach, dass Levi eigentlich nicht in diesen Bodybuilding-Körper hineingehört, auch er selbst sich erst einmal an die Muskelmassen gewöhnen muss. Damit geht es ihm genau wie Billy, der ja ebenfalls von einem Moment auf den nächsten mit einem völlig ungewohnten Körper klarkommen muss – und die die meist wunderbar trockenen Comedy-Elemente liegen dem schlagfertigen Schauspieler sowieso im Blut.

Die Actionsequenzen sind zwar trotz einem Budget von „nur“ 80 Millionen Dollar (halb so viel wie bei „Aquaman“) tricktechnisch auf der Höhe, aber meist dem Humor und der Charakterentwicklung untergeordnet. Mark Strong („Kick-Ass“) spielt einen typischen Comic-Bösewicht, den er vor allem mit seinem eigenen abgründigen Charisma auflädt, weil ihm das Drehbuch nicht viel mehr als Allmachtsfantasien zur Verfügung stellt. Wobei ein Gimmick dann doch sehr cool ist: Sivana verdankt seine Kraft den sieben Todsünden, die zuvor als versteinerte Gargoyles in Shazams Höhle herumstanden und die sich nun in seinem Körper eingenistet haben. Und sobald er die Dämonen aus sich herausschickt, um ihm beim Unheilanrichten zu helfen, ist der ausgewiesene Horror-Experte Sandberg merklich in seinem Element: Vor allem die Einstellung durch eine milchige Glasfassade bei einer blutig endenden Vorstandssitzung sticht als herrlich böse heraus.

Dass Billy im Körper von Shazam als Blitze verschießender Straßenkünstler auftritt, um die so verdienten Dollar anschließend in einem Stripclub zu verprassen, versprüht direkt einen gewissen „Lockere Geschäfte“-Vibe – und die Höhle des Zauberers erinnert sofort an die 80er-Fantasy-Ära von „Gremlins“ bis „Ghostbusters“. Auch wenn „Shazam!“ in der Gegenwart spielt, verkörpert er die Achtziger besser als „Captain Marvel“ die Neunziger, und dass, obwohl der Marvel-Konkurrent ja tatsächlich in diesem Jahrzehnt angesiedelt ist. Der Geist von Teen-Film-Guru John Hughes und Steven Spielbergs Amblin Entertainment ist in „Shazam!“ jederzeit präsent. Gut so.

Fazit: 
Schlagfertig. Berührend. Lustig. Ein Comic-Blockbuster für alle, die auch mal eine Auszeit vom stumpfen Aufrüstungswahn im Superhelden-Genre brauchen. 


Text (c) by MK