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| (c) Warner Bros GmbH |
Inhalt:
Tim (Justice Smith) arbeitet als Versicherungsvertreter und erhält die Nachricht, dass sein Vater, ein seit jeher pflichtbewusster und hochdekorierter Polizist, verstorben sei. Tim muss sich nun darum kümmern, den Haushalt seines Vaters aufzulösen, und macht sich kurzerhand auf den Weg nach Ryme City, einer Metropole, in der Menschen und Pokémon in friedlicher Koexistenz zusammenleben. Als Tim in der Wohnung seines Vaters eintrifft, entdeckt er ein verstörtes Pikachu (Stimme im Original: Ryan Reynolds), mit dem er auch noch in der Lage ist, zu kommunizieren. Obwohl Pikachu sein Gedächtnis verloren hat, ist er der festen Überzeugung, ein Meisterdetektiv zu sein und glaubt außerdem, dass Tims Vater noch am Leben ist. Also tun sich Pikachu und Tim zusammen und machen sich in Ryme City auf Spurensuche. Dabei treffen sie auf die CNM-Nachwuchsreporterin Lucy Stevens (Kathryn Newton), die mit ihrem Pokémon Enton ebenfalls einer großen Sache auf der Spur ist. Gemeinsam decken die vier eine Verschwörung auf, die das friedliche Zusammenleben zwischen Menschen und Pokémon in Ryme City für immer zerstören könnte...
Bewertung:
Die Verpflichtung von Ryan Reynolds als Stimme von Pikachu erweist sich gleich in mehrfacher Hinsicht als absoluter Glücksgriff: Dank des Social-Media-affinen Kanadiers war etwa schon das Marketing zu „Pokémon Meisterdetektiv Pikachu“ überaus unterhaltsam. Und Reynolds‘ gleichermaßen schnoddrige wie liebenswerte Voice-Over-Performance bildet nicht nur einen herrlichen Kontrast zur gewohnten Pikachu-Sprecherin Ikue Ôtani, sondern sorgt auch dafür, dass man das knuffige, gelbe Pokémon sofort ins Herz schließt. Dies funktioniert übrigens nicht nur in der Originalversion: Reynolds‘ gewohnter Synchronsprecher Dennis Schmidt-Foß leistet in der deutschen Fassung nicht weniger gute Arbeit.
Dass Pikachu so eine überzeugende Hauptfigur ist, ist aber auch ein Verdienst der überragenden Animation, die das Pokémon jederzeit absolut lebensecht wirken lässt. Auch die Szenendiebe Enton und Pantimos sind hervorragend gelungen, allerdings sehen längst nicht alle Taschenmonster so gut aus. Das liegt einerseits wohl daran, dass sie nicht alle mit demselben Aufwand animiert wurden. Einige der Wesen haben aber auch eine so überdeutliche Comic-Optik, dass sie sich nicht ganz glaubwürdig in die Realfilmwelt um sie herum einfügen. Während man bei Detektiv Pikachu das Gefühl hat, auf die Leinwand fassen und durch das gelbe Fell streicheln zu können, wirkt der in einem Pokémon-Duell auftretende Glurak viel mehr wie ein Fremdkörper (übrigens eine von erfreulich wenigen Szenen, bei denen man merkt, dass es sich hierbei um eine Videospielverfilmung handelt).
Wie ein Fremdkörper wirkt auch Kathryn Newton („Big Little Lies“), die bei ihren ersten Szenen noch mit jeder Menge Overacting agiert und sich damit vor allem gegenüber dem sehr zurückgenommen spielenden Justice Smith („Margos Spuren“) abhebt. Der Kontrast erscheint zunächst bizarr, doch Newtons Femme-Fatale-Performance und die von Neonlicht erhellten Seitenstraßen von Ryme City sorgen dafür, dass sich „Pokémon Meisterdetektiv Pikachu“ kurzzeitig wie eine Noir-Story anfühlt. Schnell schwenken Letterman und seine Autoren allerdings auf deutlich konventionellere Bahnen. „Pokémon Meisterdetektiv Pikachu“ entwickelt sich dann zu einer größtenteils vorhersehbaren, familiengerechten Detektivgeschichte, bei der die finale Auflösung (die wir hier natürlich nicht verraten) nicht wirklich sauber erzählt wird und nachträglich noch ein großes Logikloch in die Handlung reißt.
Fazit:
Pokémon-Fans dürften an „Pokémon Meisterdetektiv Pikachu“ ihre helle Freude haben. Doch Ryan Reynolds‘ Pikachu-Performance und die größtenteils gelungene Verschmelzung von Realfilm und animierten Pokémon können nicht über die uninspiriert erzählte Story hinwegtäuschen.
Text (c) by MK

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