Facts:
Genre: Horror
Regie: Andy Muschietti
Cast: Bill Skarsgård, Jaeden Lieberher, Finn Wolfhard
Laufzeit: 135 Minuten
FSK: ab 16
Jahre
Verleih: Warner Bros GmbH
Inhalt:
Die Kinder Bill Denbrough (Jaeden Lieberher), Richie Tozier (Finn
Wolfhard), Eddie Kaspbrak (Jack Dylan Grazer), Beverly Marsh (Sophia
Lillis), Ben Hanscom (Jeremy Ray Taylor), Stanley Uris (Wyatt Oleff) und
Mike Hanlon (Chosen Jacobs) leben in einer Stadt namens Derry im
US-Bundesstaat Maine, in der immer wieder Menschen verschwinden – sowohl
Erwachsene, als auch vor allem Minderjährige. Im Laufe eines Sommers
erfahren die Kinder schließlich von einer monströsen Kreatur, die Jagd
auf Menschen macht und sich in die schlimmsten Alpträume ihrer Opfer
verwandeln kann. Meistens tritt das Biest jedoch in Form des
sadistischen Clowns Pennywise (Bill Skarsgård) auf. Die sieben Kinder
wachsen nach und nach zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammen,
dem „Club der Loser“, und schwören, die Kreatur zu vernichten, die Bills
Bruder Georgie (Jackson Robert Scott) auf dem Gewissen hat...
Bewertung:
Abgesehen von Pennywise ist das größte Alleinstellungsmerkmal sowohl des
Romans als auch des TV-Zweiteilers die parallele Erzählweise: Die
Handlung springt immer wieder zwischen den 1950ern und 1980ern hin und
her, während abwechselnd geschildert wird, wie Bill und seine Freunde
als Kinder und 27 Jahre später noch einmal als Erwachsene gegen Es
antreten. In der Kinoadaption fällt dieser Aspekt nun ersatzlos weg, die erwachsenen Ichs der Kinder werden maximal noch in der bereits angekündigten Fortsetzung auftauchen. Stattdessen will Regisseur Muschietti „das
Publikum in die Kindheit dieser Figuren eintauchen lassen, ohne die
Erfahrung durch zeitliche Sprünge oder Rückblenden zu vergiften“.
Nun waren auch wir im Vorfeld schon ein bisschen enttäuscht, dass
ausgerechnet diese faszinierende Seite des Stoffes ausgespart wird:
Glattbügeln für ein modernes Hollywoodpublikum und so… Aber im
Nachhinein müssen wir zurückrudern und zugeben: Die Entscheidung war
absolut richtig! „Es“ von 1990 mag ein dramaturgisch außergewöhnliches
TV-Projekt sein, nur überzeugt es eben leider nicht so recht (gerade die
Sachen mit den Erwachsenen enttäuschen). „Es“ von 2017 ist hingegen ein
im Vergleich gewöhnlicher erzählter Horrorfilm, der dafür aber
herausragend gut funktioniert.
Das liegt zunächst einmal an der hervorragenden Besetzung: Natürlich steht Tim Currys Pennywise als einer der ganz großen ikonischen Horrorfilm-Bösewichte fast schon auf einer Stufe neben Mike Myers und Jason Voorhees. Aber Bill Skarsgård findet mit seiner Hasenzahnprothese trotzdem einen spannenden eigenen Zugang zu der Figur – sehr viel weniger campy und ironisch, dafür aber geradeheraus grauenerregend. Noch wichtiger ist allerdings der jugendliche Cast, der hier ein eingeschworenes Cliquen-Gefühl heraufbeschwört, wie wir es glaubhafter seit der ebenfalls herausragenden Stephen-King-Verfilmung „Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers“ nicht mehr auf der Leinwand erlebt haben: Neben dem längst etablierten Jaeden Lieberher beeindruckt vor allem Sophia Lillis als langsam gegen ihren Vater aufbegehrende Beverly Marsh.
Der aus Argentinien stammende Regisseur Andrés Muschietti hat seinen ersten Hollywood-Job bekommen, weil die Traumfabrik-Produzenten das titelgebende Monster in seinem Kurzfilm „Mamá“ derart beeindruckend fanden, dass sie ihm direkt eine Langfilmversion desselben Stoffes finanziert haben. Dieses Händchen für aufregend andere Kreaturendesigns zeigt sich nun auch in „Es“. Während uns die Riesenspinne aus dem TV-„Es“ allenfalls noch aufgrund ihrer miserablen Animation Albträume bereitet, begeistert die Neuauflage mit etlichen abgefahrenen Effekt-Ideen – vor allem wenn es um die Visualisierung der Kinderängste geht: So bekommt es Stan Uris etwa mit einer Kreatur zu tun, die genauso aussieht wie das gruselige impressionistische Gemälde im Büro seines strengen Rabbiner-Vaters, während Ben Hanscom von einem kopflosen Mann gejagt wird, dessen Animationen absichtlich ein wenig „stottern“, um so auf die Stop-Motion-Effekte der 1990er-Version zurückzuverweisen.
Das liegt zunächst einmal an der hervorragenden Besetzung: Natürlich steht Tim Currys Pennywise als einer der ganz großen ikonischen Horrorfilm-Bösewichte fast schon auf einer Stufe neben Mike Myers und Jason Voorhees. Aber Bill Skarsgård findet mit seiner Hasenzahnprothese trotzdem einen spannenden eigenen Zugang zu der Figur – sehr viel weniger campy und ironisch, dafür aber geradeheraus grauenerregend. Noch wichtiger ist allerdings der jugendliche Cast, der hier ein eingeschworenes Cliquen-Gefühl heraufbeschwört, wie wir es glaubhafter seit der ebenfalls herausragenden Stephen-King-Verfilmung „Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers“ nicht mehr auf der Leinwand erlebt haben: Neben dem längst etablierten Jaeden Lieberher beeindruckt vor allem Sophia Lillis als langsam gegen ihren Vater aufbegehrende Beverly Marsh.
Der aus Argentinien stammende Regisseur Andrés Muschietti hat seinen ersten Hollywood-Job bekommen, weil die Traumfabrik-Produzenten das titelgebende Monster in seinem Kurzfilm „Mamá“ derart beeindruckend fanden, dass sie ihm direkt eine Langfilmversion desselben Stoffes finanziert haben. Dieses Händchen für aufregend andere Kreaturendesigns zeigt sich nun auch in „Es“. Während uns die Riesenspinne aus dem TV-„Es“ allenfalls noch aufgrund ihrer miserablen Animation Albträume bereitet, begeistert die Neuauflage mit etlichen abgefahrenen Effekt-Ideen – vor allem wenn es um die Visualisierung der Kinderängste geht: So bekommt es Stan Uris etwa mit einer Kreatur zu tun, die genauso aussieht wie das gruselige impressionistische Gemälde im Büro seines strengen Rabbiner-Vaters, während Ben Hanscom von einem kopflosen Mann gejagt wird, dessen Animationen absichtlich ein wenig „stottern“, um so auf die Stop-Motion-Effekte der 1990er-Version zurückzuverweisen.
Gleich in der Eröffnungsszene mit Georgie und seinem Papierschiffchen gibt es einen abgerissenen Arm – da fragt man sich schon kurzzeitig, ob die Neuauflage jetzt ausgerechnet auf eine Extraportion Gore setzt, um die Spannungssequenzen aufzupeppen. Aber zum Glück werden solche Gewaltspitzen auch anschließend nie zum bloßen Selbstzweck eingesetzt, was wiederum nicht heißt, dass Muschietti vor ihnen zurückschrecken würde (die fontänenartige Menstruations-Metapher im Badezimmer fällt dieses Mal sogar gleich ein paar Nummern größer aus und begeistert zugleich als eine der stärksten Szenen des Films). Letztlich darf man „Es“ in Sachen (Schock-)Handwerk - von der hochwertigen Ausstattung über das effektive Sounddesign bis hin zum kreativen Design der wahr werdenden Albträume - so ruhigen Gewissens auf einer Stufe mit den bisherigen beiden „Conjuring“-Filmen von James Wan ansiedeln.
Fazit:
Die Kino-Neuauflage von „Es“ ist nicht nur sehr viel besser als die
TV-Verfilmung von 1990, sondern eine der besten Stephen-King-Adaptionen
überhaupt. Jetzt sind wir extrem gespannt, ob Andrés Muschietti im
zweiten Teil dann auch noch das mit der parallelen Erzählung ähnlich
überzeugend hinbekommt. Dafür gibts erschreckende 8,5 von 10 Punkte. (fs)



