Facts:
Genre: Action, Komödie
Regie: Matthew Vaughn
Cast: Taron Egerton, Mark Strong, Colin Firth
Laufzeit: 141 Minuten
FSK: ab 16
Jahre
Verleih: Fox Deutschland
Inhalt:
Nachwuchsspion Gary "Eggsy" Unwin (Taron Egerton) und sein Kollege
Merlin (Mark Strong) werden mit einer neuen Gefahr konfrontiert: Die
skrupellose Poppy (Julianne Moore) zerstört das Hauptquartier ihrer
Geheimorganisation Kingsman und hält die ganze Welt als Geisel. Doch
glücklicherweise machen sie die Entdeckung, dass es noch eine weitere
Spionageagentur wie die ihre gibt, die parallel in den USA gegründet
wurde. Also verbünden sie sich mit der von Agent Champagne (Jeff
Bridges) geleiteten Organisation Statesman, um Poppy das Handwerk zu
legen und einmal mehr die Welt zu retten. Dafür müssen die britischen
Spione mit ihren amerikanischen Kollegen Agent Tequila (Channing Tatum)
und Agent Whiskey (Pedro Pascal) zusammenarbeiten und ihr ganzes Können
aufbringen, aber zum Glück hat Eggsy ja schon jede Menge Erfahrung
darin, die Welt zu retten...
Bewertung:
„Kingsman: The Secret Service“ ist DER Meta-Spionagefilm schlechthin! „Kick-Ass“-Regisseur Matthew Vaughn stopfte seine Agentenfilm-Hommage bis zum Bersten voll mit
augenzwinkernden Referenzen und doppelbödigen Sprüchen, paarte trockenen
britischen Humor mit saftiger Brutalität und landete dazu den größten
Besetzungscoup der jüngsten Zeit: Er machte aus Colin Firth einen
überzeugenden Actionhelden - der Oscarpreisträger galt bisher förmlich als Inbegriff des stocksteifen Briten, der in „Bridget Jones“
legendär-unfähig als verkrampfter Bürohengst ausgerechnet gegen Hugh
Grant im Romanzen-Duell antrat. Aber nicht nur auf diesen
Überraschungseffekt muss Vaugh in seinem Sequel verzichten - vieles, was
„Kingsman: The Secret Service“ so frisch und vital gemacht hat,
verliert beim zweiten Mal etwas von seinem Schwung. Aber genug
geschimpft: Auch wenn bei „Kingsman: The Golden Circle“ die Neuerfindung
des Rades ausbleibt, gibt Vaughn seinem Publikum nach altbewährtem
Fortsetzungsprinzip mehr von (fast) allem. Mehr Action, mehr Tempo, mehr
Gaga-Figuren! Aber eben weniger Charme!
Das Problem der vermeintlich toten Hauptfigur bleibt über weite Strecken des Films absichtsvoll ungelöst. Colin Firth ist quasi als Geist mit gebremstem Schaum in neuer Gestalt unterwegs, während Taron Egerton als einstige Nummer zwei an vorderster Front die Kastanien aus dem Feuer holen muss. Auch äußerlich wird der neue Agent Galahad seinem Vorgänger immer ähnlicher. Obwohl die Fußstapfen schon gehörig groß sind, gibt Regisseur Vaughn die schnörkellose Flucht nach vorn als Devise aus, denn „Kingsman: The Golden Circle“ beginnt mit einer Taxiverfolgungssequenz, die sinnbildlich für den Film steht: Die Action ist atemlos knackig und wie im ersten „Kingsman“ überzogen und abgehoben, aber eben auch ein wenig zäh und zu lang - bis das innovative Ende der Taxihatz dann wieder voll überzeugt! Zumindest hier hat der Film wieder etwas Überraschendes, aus der Hüfte Geschossenes – von solcher Chuzpe kann sich selbst James Bond eine Scheibe abschneiden. Überhaupt tauchen in der Parallelwelt von Kingsman immer wieder 007-Referenzen auf - exemplarisch dafür steht das schräge Setting des Poppy-Hauptquartiers in Südamerika, das auch aus einem alten Bond-Film der 60er oder 70 Jahre hätte stammen können.
Die große Neuerung für die Fortsetzung ist die Ausweitung des (britischen) Agenten-Universums auf das US-amerikanische Pendant in Kentucky. Kingsman Goes America ist ein Culture Clash der allerfeinsten Sorte, denn die edelbezwirnten Gentlemen von der Insel müssen sich mit den hemdsärmeligen Cowboys aus Übersee zusammenraufen, was im Seite an Seite bestrittenen Weltenrettungskampf für etliche amüsante Momente sorgt - besonders befeuert von Pedro Pascal als Statesman-Agent Whiskey, der als schlagkräftiger, der 70er-Ikone Burt Reynolds verdammt ähnlich sehender neuer Partner von Eggsy für Furore sorgt. Den hintersinnigsten und gewagtesten Gag erlaubt sich Matthew Vaughn allerdings mit einem Superstar, den der Regisseur in bester „Einsame Entscheidung“-Manier genüsslich verheizt.
Macht aber nichts, auf einen Topstar in der zweiten Reihe mehr oder weniger kommt es nicht an, weil „Kingsman: The Golden Circle“ ohnehin eine halbe Busladung davon am Start hat (bis hin zu einem cool-selbstironischen Cameo von Elton John). Da ist zum Beispiel Oscarpreisträgerin Julianne Moore, die als sinistre Bösewichtin chargiert wie nie zuvor in ihrer glorreichen Karriere. Sie sitzt inmitten ihrer bonbonbunten, künstlichen 50er-Jahre-Welt im Dschungel und strebt skrupellos nach der Weltherrschaft (was sonst?!). Das ist in dieser oft makabren Überzeichnung pure Ironie. Da lässt sie einen unfähigen Lakaien am Anfang schnell mal von dessen Nachfolger wortwörtlich durch den Fleischwolf drehen und serviert dem so Beförderten anschließend einen saftigen Vorgänger-Burger als Willkommenshappen!
Bei den Schauwerten hat Matthew Vaughn noch einmal aufgesattelt, er hetzt sein Personal nach dem Start in London um die halbe Welt – über Schweden, Südamerika, die USA bis nach Italien, wo das spektakulärste Set Piece entstanden ist. In der verschneiten Winterlandschaft des Monte Bianco führt eine Seilbahn auf 3.500 Meter Höhe zu einer futuristisch erbauten (aber realen) Bergstation. Diese Szenen erinnern an das Spektakel von „James Bond 007 - Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ am Schweizer Schilthorn. Garniert wird der Seilbahn-Kampf mit einem Gaga-Moment einer irre rotierenden Gondel - in diesen mit Anlauf von jeglicher Realität losgelösten Passagen, von denen es so einige gibt, macht der Film am meisten Spaß.
Fazit:
Das Problem der vermeintlich toten Hauptfigur bleibt über weite Strecken des Films absichtsvoll ungelöst. Colin Firth ist quasi als Geist mit gebremstem Schaum in neuer Gestalt unterwegs, während Taron Egerton als einstige Nummer zwei an vorderster Front die Kastanien aus dem Feuer holen muss. Auch äußerlich wird der neue Agent Galahad seinem Vorgänger immer ähnlicher. Obwohl die Fußstapfen schon gehörig groß sind, gibt Regisseur Vaughn die schnörkellose Flucht nach vorn als Devise aus, denn „Kingsman: The Golden Circle“ beginnt mit einer Taxiverfolgungssequenz, die sinnbildlich für den Film steht: Die Action ist atemlos knackig und wie im ersten „Kingsman“ überzogen und abgehoben, aber eben auch ein wenig zäh und zu lang - bis das innovative Ende der Taxihatz dann wieder voll überzeugt! Zumindest hier hat der Film wieder etwas Überraschendes, aus der Hüfte Geschossenes – von solcher Chuzpe kann sich selbst James Bond eine Scheibe abschneiden. Überhaupt tauchen in der Parallelwelt von Kingsman immer wieder 007-Referenzen auf - exemplarisch dafür steht das schräge Setting des Poppy-Hauptquartiers in Südamerika, das auch aus einem alten Bond-Film der 60er oder 70 Jahre hätte stammen können.
Die große Neuerung für die Fortsetzung ist die Ausweitung des (britischen) Agenten-Universums auf das US-amerikanische Pendant in Kentucky. Kingsman Goes America ist ein Culture Clash der allerfeinsten Sorte, denn die edelbezwirnten Gentlemen von der Insel müssen sich mit den hemdsärmeligen Cowboys aus Übersee zusammenraufen, was im Seite an Seite bestrittenen Weltenrettungskampf für etliche amüsante Momente sorgt - besonders befeuert von Pedro Pascal als Statesman-Agent Whiskey, der als schlagkräftiger, der 70er-Ikone Burt Reynolds verdammt ähnlich sehender neuer Partner von Eggsy für Furore sorgt. Den hintersinnigsten und gewagtesten Gag erlaubt sich Matthew Vaughn allerdings mit einem Superstar, den der Regisseur in bester „Einsame Entscheidung“-Manier genüsslich verheizt.
Macht aber nichts, auf einen Topstar in der zweiten Reihe mehr oder weniger kommt es nicht an, weil „Kingsman: The Golden Circle“ ohnehin eine halbe Busladung davon am Start hat (bis hin zu einem cool-selbstironischen Cameo von Elton John). Da ist zum Beispiel Oscarpreisträgerin Julianne Moore, die als sinistre Bösewichtin chargiert wie nie zuvor in ihrer glorreichen Karriere. Sie sitzt inmitten ihrer bonbonbunten, künstlichen 50er-Jahre-Welt im Dschungel und strebt skrupellos nach der Weltherrschaft (was sonst?!). Das ist in dieser oft makabren Überzeichnung pure Ironie. Da lässt sie einen unfähigen Lakaien am Anfang schnell mal von dessen Nachfolger wortwörtlich durch den Fleischwolf drehen und serviert dem so Beförderten anschließend einen saftigen Vorgänger-Burger als Willkommenshappen!
Bei den Schauwerten hat Matthew Vaughn noch einmal aufgesattelt, er hetzt sein Personal nach dem Start in London um die halbe Welt – über Schweden, Südamerika, die USA bis nach Italien, wo das spektakulärste Set Piece entstanden ist. In der verschneiten Winterlandschaft des Monte Bianco führt eine Seilbahn auf 3.500 Meter Höhe zu einer futuristisch erbauten (aber realen) Bergstation. Diese Szenen erinnern an das Spektakel von „James Bond 007 - Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ am Schweizer Schilthorn. Garniert wird der Seilbahn-Kampf mit einem Gaga-Moment einer irre rotierenden Gondel - in diesen mit Anlauf von jeglicher Realität losgelösten Passagen, von denen es so einige gibt, macht der Film am meisten Spaß.
Fazit:
Während Matthew
Vaughn in „Kingsman: The Secret Service“ die gängigen Agenten-Archetypen
noch konsequent und mit höchster Lust pulverisiert hat, bleiben in der
Fortsetzung auch ein paar Klischees unangetastet. Ein satter
schwarzhumoriger Action-Kracher ist „Kingsman: The Golden Circle“ aber
trotzdem allemal, was uns explosionsartige 8 von 10 Punke wert ist. (mk)

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