Donnerstag, 9. Juli 2020

HARRIET - DER WEG IN DIE FREIHEIT


HARRIET - DER WEG IN DIE FREIHEIT


Genre: Biographie, Drama, Historie
Regie: Kasi Lemmons
Cast:
Cynthia Erivo, Leslie Odom Jr., Joe Alwyn

Laufzeit: 121 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: 
Universal Pictures Germany GmbH

 

Poster zum Harriet - Der Weg in die Freiheit - Bild 41 auf 43 -  FILMSTARTS.de
(c) Universal Pictures Germany GmbH

 


Inhalt:

Mitte des 19. Jahrhunderts lebt und arbeitet die Sklavin Minty (Cynthia Erivo) auf einer Plantage von Edward Brodess (Mike Marunde) in Maryland und träumt von einem besseren Leben für sich und ihre Familie in Freiheit. Mit dem Tod ihres Besitzers steht der Leibeigenen ein hartes Schicksal bevor, denn sie soll von ihrer Familie getrennt und an einen neuen Besitzer im Süden des Landes verkauft werden. Bevor es soweit kommen kann, ergreift sie die Flucht. Sie schafft es bis zur Anti-Slavery Society nach Pennsylvania, wo sie William Still (Leslie Odom Jr.) kennenlernt und sich fortan Harriet Tubmann nennt. Um unabhängig zu werden, hilft ihr die Unternehmerin Marie Buchanon (Janelle Monáe) dabei, sich eine eigene Existenz aufzubauen. Ihr neues Leben kann Harriet nicht genießen, denn noch immer gibt es Menschen, die das gleiche Schicksal wie sie teilen und als Sklaven arbeiten. Kurzerhand fasst sie den Plan, ihren Mann John Tubmann (Zackary Momoh) zu retten, der ist zwar ein freier Mann, aber als Afroamerikaner in Maryland Freiwild. Sie reist in ihre alte Heimat zurück und macht sich als „Moses“ der „Underground Railroad“-Organisation einen Namen als Flüchtlingshelferin...



Bewertung:

Es ist schon erstaunlich, dass es so lange gedauert hat, bis das erste Biopic über die Anti-Sklaverei-Aktivistin und Bürgerkriegs-Heldin Harriet Tubman in die Kinos kommt. Wobei: So überraschend ist das vielleicht gar nicht. Schließlich wurde selbst vor 20 Jahren noch mit der Idee gespielt, Julia Roberts in der Rolle zu besetzten – ein Studioverantwortlicher meinte damals, dass das Publikum doch bestimmt nicht wisse, dass Tubman schwarz gewesen sei, das sei schließlich alles schon so lange her. 2016 gab es hingegen fortgeschrittene Überlegungen des US-Finanzministeriums, Tubmans Konterfei zukünftig auf den 20-Dollar-Schein – auf dem aktuell noch der Ex-Präsident und Sklavenhalter Andrew Jackson prangt – zu drucken. Aber dieser Plan wurde nach der Wahl von Donald Trump wenig überraschend wieder zu den Akten gelegt.

Dass es mit dem Tubman-Biopic bis ins Jahr 2020 gedauert hat, ist auch deshalb schade, weil Regisseurin Kasi Lemmons mit „Harriet – Der Weg in die Freiheit“ nun einen Film vorlegt, der in den Neunzigern noch das Zeug zum Oscarfavoriten gehabt hätte – aber inzwischen ist das Genre einfach ein ganzes Stück weiter und Lebensstationen abklappernde Biopics sind (zum Glück) eher aus der Mode gekommen. So wirkt der allzu klassische Aufbau des Drehbuchs von Lemmons und Gregory Allen Howard („Gegen jede Regel“) arg altbacken. Dass der Film trotz des generischen Skripts über weite Strecken mitreißt, liegt an der absolut grandiosen Cynthia Erivo in der Titelrolle und zeigt, wie unbedingt erzählenswert die Geschichte von Harriet Tubman wirklich ist.


Nach der entlarvenden Idiotie, Julia Roberts in der Titelrolle besetzen zu wollen, war vor einigen Jahren auch noch Oscargewinnerin Viola Davis („Fences“) für den Part im Gespräch. Das hätte sicher auch gepasst, aber die aus London stammende Musical-Sängerin Cynthia Erivo („Bad Times At The El Royale“) ist als Harriet schlichtweg eine Offenbarung: Erivos Wandlung von der eingeschüchterten Sklavin Minty, in der trotzdem immer sichtbar der unbedingte Wille nach Freiheit lodert, hin zu der Abolitionismus-Aktivistin und Bürgerkriegs-Heldin Harriet, einer aufrecht gehenden, glühenden Anführerin, ist ebenso inspirierend wie mitreißend. Im Umfeld des US-Kinostarts kam der Hashtag #NotMyHarriet auf, weil sich einige Twitter-Nutzer lieber eine afroamerikanische und keine britische Schauspielerin in der Rolle gewünscht hätten – und während man über diese Frage der Repräsentation sicherlich trefflich streiten kann, ist Erivos Performance über jeden Zweifel erhaben.


Bei der Inszenierung und vor allem dem Drehbuch fällt das Lob hingegen nicht so uneingeschränkt positiv aus. Zwar merkt man „Harriet – Der Weg in die Freiheit“ zu keinem Zeitpunkt an, dass er mit nur 17 Millionen Dollar für ein Historien-Biopic dieser Größenordnung erstaunlich schmal budgetiert war. Da hat Kasi Lemmons („Luke Cage“) wirklich aus jedem einzelnen Dollar das Maximum herausgeholt. Aber durch die sprunghafte Dramaturgie des Skripts bekommt kaum eine der Stationen im Leben der Titelfigur den Raum, den sie verdient: Vor allem die entbehrungsreichen und brandgefährlichen Befreiungs-Missionen in den Süden wirken im Film täuschend simpel – weil kaum mehr gezeigt wird, als wie Harriet Tubman losgeht und wie sie ankommt, wird das wahre Ausmaß ihrer historischen Leistungen im Film kaum spürbar.

Möglichkeiten, inszenatorisch auch mal von den ausgetretenen Biopic-Pfaden abzuweichen, wären dabei durchaus vorhanden gewesen – zum Beispiel bei den „Visionen von Gott“, die die historische Harriet tatsächlich regelmäßig hatte und die womöglich auf eine schwere Kopfverletzung durch die Hand ihres Sklavenhalters zurückzuführen sind. Dem französischen Regisseur Bruno Dumont ist das etwa zuletzt bei seinem Jeanne-d'Arc-Doppel „Jeannette“ und „Jeanne d'Arc“ ganz hervorragend gelungen. Aber Lemmons, die mit „Black Nativity“ auch schon ein christliches Gospel-Erbauungs-Musical verfilmt hat, nimmt die Visionen einfach so als gegeben hin. Am Ende hält Harriet eine Rede vor mächtigen Politikern in New York, bevor ihre weiteren Taten vor allem während des folgenden Bürgerkriegs kurz zusammengefasst werden – und diese biographische Aufreihung der Errungenschaften von Harriet Tubman ist fast noch inspirierender als die ganzen zwei Stunden zuvor. Dem Biopic „Harriet – Der Weg zur Freiheit“ fehlt letztendlich genau jener Mut, den seine Hauptfigur im Überfluss besessen hat.

Fazit:

Ein rundherum solides Old-School-Biopic – aber die inspirierende Geschichte von Harriet Tubman und die in der Titelrolle brillierende Cynthia Erivo hätten mehr verdient. Etwas enttäuscht vergeben wir dennoch 7,5 von 10 Punkte für eine gute Inszinierung. (mk)

 

Donnerstag, 2. Juli 2020

SUICIDE TOURIST - ES GIBT KEIN ENTKOMMEN

 SUICIDE TOURIST - ES GIBT KEIN ENTKOMMEN

 

Facts:
Genre: Drama, Mystery, Thriller
Regie: 
Jonas Alexander Arnby

Cast: Nikolaj Coster-Waldau, Tuva Novotny, Robert Aramayo 

Laufzeit: 87 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: 
DCM (Vertrieb LEONINE)

Poster zum Suicide Tourist - Es gibt kein Entkommen - Bild 6 auf 12 -  FILMSTARTS.de
(c) DCM (Vertrieb LEONINE)

 



Inhalt:

Der Schock ist groß bei Max (Nikolaj Coster-Waldau), als er die Diagnose des Arztes hört: Hirntumor. Eine Heilung ist nicht möglich, ihm steht ein sicherer Tod bevor. Mehr noch, seine Persönlichkeit wird sich im Laufe der Krankheit verändern, wenn er zunehmend die Kontrolle über sich und seine Wahrnehmung verliert. Obwohl er eigentlich glücklich mit Lærke (Tuva Novotny) liiert ist, versucht er deshalb mehrere Male sich sein Leben zu nehmen, um dem Schlimmsten zu entkommen – jedoch erfolglos. Da stößt der Versicherungsmakler auf ein in den Bergen gelegenes Luxus-Hotel, das seinen Gästen einen Tod nach Wunsch ermöglicht. Doch was sich nach der Lösung für all sein Probleme anhört, stellt sich als Albtraum heraus …

Bewertung:

Darf ein Mensch sich selbst das Leben nehmen? Und darf man diesem dabei helfen, wenn er es selbst nicht schafft? Das sind keine leichten Fragen, von angenehm ganz zu schweigen. Denn wer will schon entscheiden, ob eine Selbstentfaltung auch eine Selbstzerstörung beinhaltet, ob das Recht auf Leben auch eine Pflicht zum Leben bedeutet. In Deutschland ist Sterbehilfe nach wie vor ein Tabu, weshalb Todkranke, die nicht einfach ihr unwürdiges Ende abwarten wollen, ins Ausland fahren und den Dienst spezieller Einrichtungen in Anspruch nehmen. Das wurde auch schon mehrfach in hiesigen Filmen thematisiert, Und morgen Mittag bin ich tot und Hin und weg handelten jeweils von einer solchen letzten Reise.

Zunächst scheint es, dass Suicide Tourist – Es gibt kein Entkommen in eine ganz ähnliche Richtung denkt. Auch hier gibt es einen todkranken Menschen, auch hier gibt es eine Einrichtung, welche beim Selbstmord hilft. Damit einher gehen die üblichen Fragen zur Legitimität und Moral, zur Verantwortung auch. Schließlich lässt man durch seinen Tod praktisch immer jemandem zurück. Das ist sicher der große Knackpunkt für Max, der zwischen beidem abwägen muss: die Liebe zu seiner Frau und der Wunsch, dem eigenen Leid aus dem Weg zu gehen. Vieles von dem, was in dem Film geschieht, ist durch diesen Konflikt geprägt, von den Gewissensbissen auch, dass Max sich nicht von Lærke verabschieden konnte.

Anders jedoch als die obigen deutschen Beispiele, wurde das Selbstmorddrama mit einem Mystery-Thriller verknüpft. Auf Realismus wird verzichtet, von Anfang an herrscht hier eine ganz eigenartige Stimmung. Zunächst ist die eher komisch-makaber, wenn die ersten Minuten von fehlgeschlagenen Selbstmordversuchen geprägt sind. Später verwischen die Grenzen jedoch zunehmend, wenn die Bedrohung durch den Ort und die Bedrohung durch einen selbst ineinander übergehen. Der deutsche Untertitel „Es gibt kein Entkommen“ verrät bereits etwas reißerisch vorweg, dass die Sache mit dem freiwilligen Selbstmord nicht ganz so freiwillig ist. Oder um es mit den Eagles zu sagen: „You can check out any time you like, but you can never leave.“

Dabei schlägt sich Suicide Tourist nie vollständig auf die Genreseite. Zwar nimmt der Film bekannte Versatzstücke wie etwa die wundervoll unheimliche Musik, die düsteren Bilder und versteckte Orte, an denen ganz bestimmt etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Doch diese bleiben weiterhin mit der tragischen Geschichte verknüpft. Das ist nicht ganz überraschen: Regisseur Jonas Alexander Arnby und Drehbuchautor Rasmus Birch hatten vor Jahren in When Animals Dream bereits Drama mit Genre verbunden. Wurde dort jedoch der Horror genommen, um den Schrecken des Erwachsenwerdens zu verdeutlichen, findet die Entfremdung hier zum Ende des Lebens statt, eingehüllt in einen Mystery-Thriller, der die Unsicherheit von Max mit Surrealem verdeutlicht.

Wer einen reinen Thriller erwartet, für den wird das eher zu wenig sein. Suicide Tourist – Es gibt kein Entkommen baut eher selten tatsächlich brisante Szenen ein. Der Film ist insgesamt ziemlich ruhig. Und natürlich sind einige der Einfälle hier nicht sonderlich originell, mehr das Standardprogramm eines Mystery-Thrillers, was durch die recht nichtssagende Hauptfigur noch deutlicher wird. In der Summe ist das aber durchaus sehenswert, nicht zuletzt wegen der audiovisuellen Ausgestaltung, die das Luxuriöse mit dem Skurrilen verbindet, die Schönheit mit dem Abgrund. Eine wirkliche Antwort auf die vielen Fragen, die das Thema provoziert, findet man hier nicht, dafür aber einiges, was noch nachhallt, lange nachdem die Credits über die Leinwand gelaufen sind.



Fazit:

Ein todkranker Mann checkt in ein spezielles Hotel ein, das maßgeschneiderte Selbstmorde anbietet. „Suicide Tourist – Es gibt kein Entkommen“ beginnt kurios, wandelt sich später in einen Mystery-Thriller, ist dabei jedoch in erster Linie ein Drama, das viele Fragen stellt. Die werden nicht alle beantwortet, einiges ist auch recht konventionell. Dafür überzeugt der teils surreale Genremix atmosphärisch und audiovisuell. Dafür vergeben wir belastende 7 von 10 Punkte. (mk)

Donnerstag, 25. Juni 2020

DETEKTIV CONAN - 23. FILM: DIE STAHLBLAUE FAUST



Facts:
Genre: Animation
Regie: Tomoka Nagaoka
Cast: Minami Takayama, Wakana Yamazaki, Rikiya Koyama
Laufzeit: 110 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: KAZÉ Anime (AV Visionen)

 

Poster zum Detektiv Conan - 23. Film: Die stahlblaue Faust - Bild 1 auf 13  - FILMSTARTS.de
(c) KAZÉ Anime (AV Visionen)

 

Inhalt:

In Singapur untersucht Detektiv Conan (Stimme im Original: Minami Takayama) den Mord an der Rechtsanwältin Sherilyn Tan (Yu Asakawa) in einem berühmten Luxushotel. Am Tatort findet die Spürnase die Visitenkarte von Kaitô Kid (Kappa Yamaguchi), der ihn zuvor ins Land geschmuggelt hat. Und dann scheint der Fall auch noch irgendwie mit dem parallel stattfindenden Karateturnier zu tun zu haben, an dem Kaitôs Erzrivale Makoto Kyôgoku (Nobuyuki Hiyama) teilnimmt und bei dem der Blue Sapphire, ein im 19. Jahrhundert verschwundenes Juwel, als Preis für die Teilnehmer winkt...

 

Bewertung:

Zu gerne wäre Conan ja mit den anderen nach Singapur geflogen, um dort bei einem großen Karate-Turnier zuzusehen. Das ist nur etwas schwierig, wenn man keine gültigen Papiere hat, es dich offiziell gar nicht gibt. Umso größer ist seine Überraschung, als er nur wenig später tatsächlich auf dem Inselstaat wieder zu sich kommt, mit einem leicht veränderten Aussehen. Eine Erklärung für diesen mysteriösen Vorgang ist schnell gefunden: Meisterdieb Kaitô Kid hat ihn in einem speziellen Koffer ins Land geschmuggelt. Doch dafür gibt es eine Reihe weiterer offene Fragen, die den Detektiv beschäftigen – umso mehr, als eine Rechtsanwältin unter mysteriösen Umständen ermordet wird und Kid irgendwie in der Sache drinhängt …


Der ganz junge Hüpfer ist Conan eigentlich nicht mehr. Seit 1994 schon ist der aufgrund eines Giftes zu einem Kind geschrumpfte Detektiv bereits unterwegs und löst die unmöglichsten Fälle. Von denen gibt es inzwischen massig, fast 100 Bände umfasst die Manga-Reihe von Gosho Aoyama, die Animeserie kommt auf bald 1000 Folgen, bei den Filmen ist man bei immerhin 24 Stück. Mit Die stahlblaue Faust kommt der 23. davon nun zu uns nach Deutschland. Und wer einen der vielen anderen Auftritte des genialen Knirps gesehen hat, der weiß schon sehr genau, was ihn hier erwartet. Die Geschichte wurde zwar nach und nach um immer mehr Figuren erweitert, das Grundkonzept ist aber gleich geblieben, Conan selbst seither um keinen Tag gealtert.

Gesehen haben muss man die vielen anderen Werke nicht unbedingt, zum Auftakt gibt es die obligatorische Zusammenfassung, damit man die Figuren wenigstens grob einordnen kann. Auffallend ist, dass Conan, der eigentlich immer das alleinige Aushängeschild der Reihe war, nun mehr oder weniger gleichberechtigt mit Kaitô Kid unterwegs ist. Crossover zwischen den beiden eigentlich unabhängigen Figuren Aoyamas – der Manga um den Dieb startete bereits 1987 – gab es zuvor immer wieder. Inzwischen wurde Kid aber vollständig integriert und zu einem regelmäßigen Bestandteil gemacht. Das tut Die stahlblaue Faust ganz gut. Waren die früheren Abenteuer von Conan zuweilen etwas eintönig, weil er alle anderen komplett überragte und zu letztendlich bedeutungslosen Randfiguren degradierte, kommt so deutlich mehr Dynamik rein.

Der Humor ist dafür relativ sparsam. Anders als etwa Lupin III vs. Detektiv Conan: The Movie, einem weiteren Crossover mit einem Meisterdieb, das aus dem Aufeinanderprallen der Figuren komische Szenen generierte, ist das hier schon deutlich harmonischer. Harmlos ist der Film deswegen aber nicht. Gleich zu Beginn sehen wir eine blutgetränkte Leiche, später werden noch sehr viel mehr Leben auf dem Spiel stehen. Schließlich flirtete Detektiv Conan auch immer etwas mit dem Thriller-Genre, anstatt „nur“ die Mörder zu suchen. Vor allem gegen Ende hin geht Die stahlblaue Faust richtig in die Vollen, auch weil aus der anfangs überschaubaren Geschichte ein Kampf zwischen verschiedenen Parteien mit unterschiedlichen Interessen wird.

Das wird dann natürlich ziemlich over the top, wer Realismus erwartet, ist hier falsch. Im Gegensatz zu früheren Filmen hat man sich zwar ein wenig zurückgenommen, gerade bei den Actionszenen. Dafür interessierte man sich an anderen Stellen wenig dafür, was plausibel oder nachvollziehbar ist. Ob es nun fragwürdige Motivationen sind, Kids ständige Verkleidungen oder andere Merkwürdigkeiten – dass Conan von niemandem erkannt wird, nur weil seine Hautfarbe anders ist, muss man so hinnehmen –, man sollte den Film nicht zu ernst nehmen. Einiges davon ist auch von vornherein als komisch angelegt, anderes wohl eher unfreiwillig komisch.

Bei der Optik geht es ebenfalls ein bisschen gemischt zu. Die charakteristischen Designs von Aoyama stehen dabei wie gewohnt im Vordergrund, bei den Hintergründen gibt es hingegen nur wenig Nennenswertes. Zwar wird in Singapur viel mit Lichtspielen gearbeitet, ohne aber zu begeistern. Das Traditionsstudio Tokyo Movie Shinsha bewegt sich bei den Filmen leider selten wirklich vom Serienniveau weg, trotz vereinzelter Höhepunkte wie einem Kneipenkampf ist das schon Massenware. Fans wird das aber nicht stören. Die bekommen hier sogar einen der besseren Teile, weil durch die verschiedenen Parallelhandlungen tatsächlich mal Geschichten erzählt werden und man gut was zu grübeln bekommt.

 

Fazit:

Business as usual heißt es bei „Detektiv Conan – 23. Film: Die stahlblaue Faust“. Der neueste Fall des Meisterdetektivs gehört aber zu den besseren, da die Dynamik mit dem ebenfalls ermittelnden Kaitô Kid und die diversen Parallelhandlungen für Abwechslung sorgen, auch wenn die Optik teilweise schon wenig hermacht. Dafür vergeben wir rasante 7 von 10 Punkte. (mk)

Donnerstag, 5. März 2020

DIE KÄNGURU-CHRONIKEN

DIE KÄNGURU-CHRONIKEN

Facts:

Genre: Komödie

Regie: Dani Levy

Cast: Dimitrij Schaad, Rosalie Thomass, Adnan Maral

Laufzeit: 92 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Verleih: X-Verleih

Poster zum Die Känguru-Chroniken - Bild 14 auf 16 - FILMSTARTS.de
(c) X-Verleih




Inhalt:
Der unterambitionierte Berliner Kleinkünstler Marc-Uwe (Dimitrj Schaad) und das vorlaute Känguru (gesprochen von Marc-Uwe Kling) nehmen es mit dem rechtspopulistischen Immobilienhai Dwigs (Henry Hübchen) auf, der den malerischen Nachbarschaftskiez verschandeln will. Doch davor müssen die beiden sich erst mal kennenlernen. Und das geschieht, als das sprechende Beuteltier bei Marc-Uwe an der Tür klingelt und wenig später ungefragt sein Mitbewohner wird. Fortan häufen sich die abstrusen Erlebnisse des ungleichen Teams. Denn wo das antikapitalistische Känguru ist, da ist auch das Chaos nicht weit. Das Tier unterwandert jede gesellschaftliche Regel mit Links. Die eigene Faulheit zum Beispiel stellt es wortgewandt als Akt der Rebellion gegen den Kapitalismus hin. WG-Regeln sind in den Augen des Kängurus nur eine mildere Form der Unterdrückung.


Bewertung:

Erst auf der Bühne, dann als Podcast, schließlich als Buchreihe (nicht nur gedruckt, sondern vor allem auch in Audioform): Mit seinen „Känguru“-Geschichten schuf Marc-Uwe Kling eine Erfolgsmarke – da ist der Schritt auf die Leinwand als nächste Stufe nur logisch. Also kommt nun „Die Känguru-Chroniken“ von Regisseur Dani Levy („Alles auf Zucker!“) ins Kino. Dass Kling dabei als Drehbuchautor selbst intensiv mitgewirkt hat, merkt man der Komödie immer wieder an. Doch die rund um seine launigen und pointierten Känguru-Erzählungen gestrickte Geschichte kann mit der Brillanz der Vorlagen ebenso wenig mithalten wie der eher platte Zitate-Zug einmal quer durch die Filmgeschichte.

Bevor es mit dem Film so richtig losgeht, müssen Marc-Uwe Kling (spricht sich als Erzähler selbst) und das Känguru (spielt sich selbst, klingt wie von Marc-Uwe Kling gesprochen) erst einmal im Off klären, wie sie ihre gemeinsame Geschichte eigentlich erzählen wollen – und vor allem von welchem Zeitpunkt an. Nach einigen Diskussionen beginnt dann alles damit, dass das Känguru vor der Tür des meist im Schlafanzug in den Tag hineinlebenden Marc-Uwe (gespielt von Dimitrij Schaad) steht – und ehe der es sich versieht, hat der Künstler in seiner Kreuzberger Wohnung einen neuen Beuteltier-Mitbewohner. Da das Känguru nicht nur überzeugter Kommunist ist, sondern auch sonst allerlei merkwürdige Spleens hat, gestaltet sich das Zusammenleben nicht immer einfach. Doch als man sich nach einer Weile in der ungewöhnlichen WG endlich irgendwie arrangiert hat, droht auch schon neuer Ärger – und zwar in Form des rechtspopulistischen Immobilienhais Jörg Dwigs (Henry Hübchen), der den ganzen Kiez plattmachen und mitten in den Görlitzer Park seinen eigenen Trump äh… Dwigs Tower setzen will…


Wer es bisher geschafft hat, in den vergangenen Jahren am grassierenden Känguru-Phänomen vorbeizukommen und sich nun trotzdem ins Kino wagt, wird schon nach wenigen Minuten feststellen, ob er etwas mit Klings Humor anfangen kann oder nicht: Wer beim Kennenlernen des Autors und des Kängurus nicht mindestens einmal lachen muss, kann eigentlich gleich wieder gehen. Alle anderen genießen das direkt aus der Buchvorlage übernommene, wunderbar skurrile Zusammentreffen, das damit beginnt, dass das Känguru Eierkuchen machen will, aber keine Eier hat – und eine ganze Reihe weiterer Utensilien fehlen ihm auch noch…

Känguru-Fans werden diese Szene feiern und auch später im Film immer wieder viel Spaß haben – nicht nur bei den vielen Anspielungen auf die Bücher (siehe auch die Abspannszene), sondern allgemein immer dann, wenn Klings Wortwitz aus den Vorlagen präsent ist – ob es die Diskussion um den Singular von Graffiti ist (Graffito natürlich) oder die Frage, wie weit man welche Hunderasse treten kann (für Tierschützer natürlich problematisch, wenn ein Känguru einen Nazi-Hund tritt, kann man da aber vielleicht auch einfach mal drüber hinwegsehen). Die legendären Sprüche, die wie „Ein Idiot in Uniform ist immer noch ein Idiot“ oder „Gesunder Patriotismus klingt für mich wie gutartiger Tumor“ längst viel zitierter Teil der Popkultur sind, bleiben natürlich im Film immer noch so gut wie in den Vorlagen.

Zudem erweist sich Hauptdarsteller Dimitrij Schaad („Tatort: Vielleicht“) gerade in diesen Momenten als perfekte Besetzung des genervt-trägen „Kleinkünstlers“. Da muss man einfach dem Känguru danken, dass es dem echten Marc-Uwe erklärt hat, dass er ein schlechter Schauspieler sei und sich daher nicht selbst spielen könne. Ein weiteres schauspielerisches Highlight ist daneben Rosalie Thomass („Beste Zeit“), die mit ihrer Ausstrahlung einmal mehr zeigt, warum sie in den vergangenen Jahren zu Recht fast alle bekannten deutschen Schauspielpreise abräumen konnte. Und selbst wenn sie teilweise nur kurze Auftritte haben, sind auch die aus den Vorlagen bekannten Kultfiguren wie die türkischstämmigen Späti-Besitzer Friedrich-Wilhelm und Otto von sowie Eckkneipen-Wirtin Herta (Wir sagen nur: „Du glaubst vielleicht, du bist hart, aber ich bin Herta!“) auch dank ihrer Darsteller gut getroffen.

In Klings erstem Buch fehlt noch eine richtige Geschichte, stattdessen gibt es nur lose zusammenhängende Erzählungen. Die für den Film drumherum gestrickte Story um den Kampf gegen einen rechten Immobilienspekulanten passt zum antikapitalistischen Kampf des Beuteltiers und bietet witzige Momente wie den Running Gag um die immer wieder zerstörten Porsche-Luxuskarossen des Antagonisten oder die entwaffnenden „Gespräche“ des Kängurus mit trotteligen Nazi-Schlägern. Doch insgesamt bleibt der Plot spürbar ein bloßes Mittel zum Zweck. Henry Hübchen gibt dem Affen zwar ordentlich Zucker, doch am Ende ist sein AzD-Politiker (Alternative zur Demokratie) dann doch nur platte Trump-Kopie (in einigen Szenen sogar mit blondem Haar und orangener Haut), die sich zudem noch ihren persönlichen Penis-Ersatz (mit Eiern!) mitten in Berlin erbauen will.

Auch der Ritt durch die Kinogeschichte ist nicht gelungen. Zu oft beschränkt sich der Witz der Zitate darauf, „Fight Club“, „Forrest Gump“ und Co. einfach nur zu wiederholen oder zu erwähnen. Und eine Parodie auf die berühmte Uhrenszene von „Pulp Fiction“ wird auch nicht dadurch komisch, dass der goldene Zeitanzeiger Platz für eine Hasenpfote macht, die zwei Mal zwei Jahre im Arsch verschiedener Männer verbracht hat – da kann Gaststar Markus Hering („Whisky mit Wodka“) noch so sehr einen auf Christopher Walken machen. Deutlich amüsanter sind dagegen der Überraschungs-Cameo eines Kult-Komikers als Fitnesstrainer sowie eines in den „Känguru-Chroniken“-Vorlagen immer wieder verehrten Haudrauf-Duos (gelungener Double-Einsatz!) – auch weil diese Szenen nicht nur reine Insider-Gags für Buchkenner bleiben.

Abschließen würden wir die Kritik ja gerne noch mit einem ausführlichen Lob dafür, wie erstklassig (mit Hilfe des Motion-Capture-Verfahrens und des Schauspielers Volker Zack) das Känguru animiert wurde, wie hervorragend es sich in die Hintergründe einfügt und vor allem wie detailreich es gestaltet ist. Das können wir aber nicht. Denn wie uns ausdrücklich versichert wurde, stammt der antikapitalistische Frontkämpfer nicht aus dem Rechner, sondern hat sich gegen eine geheim bleibende Anzahl an Schnapspralinen dazu überreden lassen, sich selbst zu spielen. Also müssen wir das Lob anders formulieren: Das Känguru selbst sieht natürlich spitze aus und ist ohnehin so großartig, dass es die im Skript nicht gerade rar gesäten Flachwitze zumindest merklich aufwertet.

Fazit: 

„Die Känguru-Chroniken“ macht immer dann am meisten Spaß, wenn sich Klings Wortwitz auch im Kino zeigt. Aber das ist viel zu selten der Fall – stattdessen gibt es einen wenig witzigen Filmplot, der dem Känguru letztlich nur den Raum zum Glänzen nimmt. Wir vergeben wortgewante 6,5 von 10 Punkte. (mk)

 

Dienstag, 29. Oktober 2019

Die Addams Family

pic (c) Universal Pictures Germany



Inhalt:

Die Addams-Familie ist morbide, mysteriös und ziemlich verrückt. Dementsprechend fällt es Familienoberhaupt Gomez (Originalstimme: Oscar Isaac) und seiner Frau Morticia (Charlize Theron) nicht gerade leicht, gemeinsam mit ihrem Anhang eine neue Bleibe zu finden, die auch wirklich zu ihnen passt. Mit ihren Schützlingen Wednesday (Chloë Grace Moretz) und Pugsley (Finn Wolfhard) sowie Onkel Fester (Nick Kroll) und dem eiskalten Händchen werden sie in einer düsteren Nacht schließlich doch fündig. Doch die finstere Bude, in der sich der Addams-Klan auf Anhieb pudelwohl fühlt, steht ausgerechnet inmitten einer knallbunten Nachbarschaft, in der es vor schrägen Vögeln nur so wimmelt. Und die wollen vor allem eines: die malerische Vorstadtidylle wahren und die Neulinge so schnell wie möglich wieder loswerden!

Bewerbung:

Erzählt wird die Geschichte der Addams hier erstmals von Anfang an, beginnend mit der Hochzeit von Morticia (Charlize Theron) und Gomez (Oscar Isaac). Die Zeremonie findet, ganz ihrem morbiden Stil entsprechend, auf dem Friedhof statt, wo ein zwielichtiger Prediger die beiden Turtelkrähen in die „gähnende Leere der Ehe“ führt. Kurz darauf erscheint ein tobender Mob besorgter Bürger, der die armen Addams (mal wieder) mit Fackeln und Mistgabeln verjagt. Morticia reicht's. Sie will weg von den Menschen, dahin, „wohin es keinen, der bei normalem Verstand ist, jemals verschlagen würde“ – die logische Wahl fällt auf New Jersey. Dort lassen sich die Frischvermählten häuslich nieder, in einer (fast) verlassenen Irrenanstalt, deren einzigen verbleibenden Insassen Lurch (Regisseur Conrad Vernon) sie praktischerweise gleich als Butler einspannen.

So beginnt die neu erzählte Geschichte der Addams Family und holt damit auch die Zuschauer ab, die mit der makabren Sippe und ihren seltsamen Gepflogenheiten bislang noch nicht vertraut waren. Fans könnten allerdings mit dem neuen Look der Addams so ihre Probleme haben: Gomez ist hier zum Beispiel nicht mehr der schneidige Gentleman, den man aus der ursprünglichen TV-Serie (1964-1966) und den Kinofilmen kennt, sondern klein und ziemlich rundlich. Auch die Gestaltung von Outsider-Ikone Wednesday weicht stark ab von dem kultigen Erscheinungsbild, das Fans mit dem markanten Gesicht von Christina Ricci verbinden, die das mordlustige Mädchen in den zwei bisherigen Addams-Kinofilmen spielte.

Deshalb grummelnden Traditionsverfechtern sei allerdings direkt gesagt, dass sich der „neue“ Look in Wahrheit sehr viel enger an den von Zeichner Charles „Chas“ Addams für den New Yorker entwickelten Original-Cartoons orientiert, die erstmals 1938 erschienen sind. Jener Addams stammte übrigens auch aus New Jersey – nur eine von zahlreichen liebevollen Anspielungen auf den Schöpfer der legendären Schauerfamilie, die Nerds und Kenner der Ur-Addams hier entdecken können. Aber auch für Liebhaber der Original-Fernsehserie und der Kinofilme aus den 90ern gibt es viele kleine Anspielungen und Details, die für einige Wiedersehensfreude sorgen dürften.

Gewöhnungsbedürftig ist neben dem neuen Look womöglich auch der Umstand, die Addams erstmals in einem Setting zu erleben, das auch so unromantische Dinge wie Handys und Social Media beherbergt. Aber da es den bekennend altmodischen Zivilisationsverweigerern in Schwarz da nicht anders geht, liegt in der unfreiwilligen Kollision mit der modernen Welt natürlich eine Goldgrube für Gags, die man allerdings auch noch ergiebiger hätte ausbeuten können. Dennoch gibt es für Jung und Alt genug zu lachen…

… wobei sich die Macher auch eine kleine politische Spitze erlauben. Die trotz ihrer makabren Interessen und Vorlieben ja doch sehr netten Sonderlinge werden hier mit einem echten amerikanischen Alptraum konfrontiert, der, nicht nur der toupierten Frisur nach zu urteilen, offensichtlich ein reales Vorbild hat: In ihrem rücksichtslosen Größenwahn und mit der Verbreitung von fiesen Fake News über die unerwünschten „Andersartigen“ erinnert die quotengeile TV-Moderatorin Margeaux Needler nicht nur ganz entfernt an einen gewissen amerikanischen Präsidenten. In dem von ihr entworfenen Plastik-Habitat mit dem vielsagenden Namen „Assimilation“ haben Außenseiter mit fremdartigen Gebräuchen keinen Platz.


Aber so leicht lässt sich die Addams-Family natürlich nicht einfach vertreiben! Aucn nicht aus dem Kino! Schließlich stand schon nach dem Startwochenende in den USA (mit sehr überzeugenden 35 Millionen Dollar Einspiel) fest, dass es mit einem Animations-Sequel weitergehen soll. Bereits 2021 kommt deshalb „Die Addams Family 2“ in die Kinos und vielleicht trauen sich die Macher ja dann, noch ein bisschen fieser und schwarzhumoriger an die Sache heranzugehen. Aber als (Wieder-)Einstieg ist der kurzweilige „Die Addams Family“ jedenfalls schon mal gelungen.

Fazit: 
Die Addams im neuen Gewand! Nicht ganz so schräg und makaber, wie von Fans vielleicht erhofft, aber dank vieler schöner Gags und (pop-)kultureller Zitate doch ein kurzweiliger Spaß für die ganze Familie, der als solcher durchaus das Potenzial hat, eine neue Generation von Addams-Fans heranzuzüchten. (mk)

Samstag, 26. Oktober 2019

Terminator 6: Dark Fate

pic (c) Fox Deutschland



Inhalt:

Vor wenigen Tagen war das Leben von Dani Ramos (Natalia Reyes) noch in bester Ordnung – und dann änderte sich alles: Denn plötzlich befindet sich die junge Frau in einem Kampf um Leben und Tod, inmitten eines unerbittlichen Krieges zwischen den Menschen und den Maschinen. Glücklicherweise ist sie dabei allerdings nicht auf sich allein gestellt. Unterstützung bekommt sie nicht nur von der kampferprobten Sarah Connor (Linda Hamilton), sondern auch von der kybernetisch weiterentwickelten Grace (Mackenzie Davis). Und die kann sie auch gut gebrauchen, denn ein weiterentwickelter Terminator des Modells Rev-9 (Gabriel Luna) hat es auf die junge Frau abgesehen. Zwischen den Fronten steht ein alter Bekannter (Arnold Schwarzenegger) von Sarah, der ihr Leben einst für immer veränderte...


Bewertung: 

Schon die mit einer altbekannten Filmszene in VHS-Optik verwobenen Logos der Produktionsfirmen machen deutlich, wie sehr sich Tim Miller mit „Terminator: Dark Fate“ auf die ersten beiden Teile von James Cameron bezieht. Der folgende, im Jahr 1998 spielende Einstieg knüpft dann auch an das Finale von „Tag der Abrechnung“ an. Und die eigentliche Handlung im Jahr 2020 verweist wiederum direkt auf „Terminator“ von 1984: Ein Mensch und eine Maschine werden aus der Zukunft zurückgeschickt, um eine junge Frau zu beschützen bzw. zu töten. Dass die von fünf Autoren entwickelte Story im Kern fast eins-zu-eins dem allerersten Film entspricht, mag auf den Blick einfallslos wirken, es hat aber nach den teils verquer-komplizierten Ideen der vorherigen Teile (ja, wir meinen dich, „Terminator: Genisys“) auch etwas Erfrischendes.

Vor allem gerät der im Zentrum stehende, simpel zugespitzte Kampf einer übermächtigen Maschine gegen völlig unterlegene Sympathieträger auch 35 Jahre nach dem ersten Teil noch mitreißend. So ist „Terminator: Dark Fate“ eine größtenteils spannend in Szene gesetzte, atemberaubende Hatz, bei der – wie in den beiden übergroßen Vorbildern - auch einige tiefergehende Fragen aufgeworfen werden. Regisseur Miller und sein Team sind zugleich aber auch so sehr auf ihre Geradlinigkeit bedacht, dass sie eine Menge möglicher Mysterien allzu leicht herschenken. Warum hat Grace übermenschliche Kräfte? Warum kommen trotz der Zerstörung von Skynet wieder Killermaschinen aus der Zukunft? Woher weiß Sarah von Danis Notlage und taucht plötzlich aus dem Nichts auf? All diese Fragen werden recht schnell, nachdem sie sich stellen, auch schon breit beantwortet. Da hätte man viel mehr Spannung rausholen können.

Nicht nur den Plot hat Miller von „Terminator“ übernommen, auch sonst zitiert er Camerons Originalfilme immer wieder mehr oder weniger deutlich. Einige Anspielungen sind natürlich fast schon Pflicht, aber Miller findet oft nicht das rechte Maß. Nicht nur die Zeitlupen, die Cameron einst so wohlüberlegt nutzte, um Momente unglaublich effektiv zu unterstreichen, streut der „Deadpool“-Regisseur nun etwas zu beliebig in seinen Film. Auch das berühmte „I’ll Be Back!“ wirkt diesmal einfach nur erzwungen. Immerhin verkneifen sich die Macher gen Ende ein „Hasta La Vista, Baby“, obwohl es so überdeutlich vorbereitet wird, dass man es schon fast hört, selbst wenn es nie ausgesprochen wird. Zum Glück: Denn es hätte einen emotionalen Moment nur unpassend-komisch gemacht. Viele andere Referenzen funktionieren aber auch – allen voran die Rückkehr des ikonischsten Schauspielers der Reihe.

Endlich wurde ein inhaltlich interessanter Kniff gefunden, um Arnold Schwarzenegger trotz grauer Haare (und massivem Vollbart) in einer prägenden Rolle zurück zur „Terminator“-Reihe zu bringen. Wir wollen aus Spoiler-Gründen an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber so viel können wir sagen: Schwarzeneggers Beteiligung ist umfangreich (nicht nur ein Mini-Cameo), großartig gespielt und saulustig. Ja! Saulustig! Das meinen wir ernst. Denn der Humor passt als konsequente Weiterentwicklung seiner trockenen Oneliner in „Tag der Abrechnung“ perfekt. Vor allem setzt es Schwarzenegger aber auch mit dem nötigen Ernst und Charisma um, weshalb seine Figur zu keinem Zeitpunkt ins Alberne abgleitet.


Neben der weiteren Rückkehrerin Linda Hamilton als getriebene, vom Leben gezeichnete Einzelkämpferin steht zudem ein neues Darstellertrio im Vordergrund, das überzeugen kann – auch wenn Shootingstar Natalia Reyes („Birds Of Passage“) ein wenig darunter zu leiden hat, dass das Drehbuch etwas zu nervig mit dem „Jungfrau in Nöten“-Rollenklischee spielt und eine Vorblende ihr unglaublich platte Dialoge beschert. Die stark auftrumpfende Mackenzie Davis („Blade Runner 2049“) ist eine überzeugende Action-Amazone – auch wenn einer der vielen Kleinigkeiten, die immer wieder verhindern, dass „Terminator: Dark Fate“ nicht nur ein solider, sondern ein großartiger Film wird, ihre Rolle betrifft: Denn dass ihr die Technik-Verbesserungen in ihrem Körper nicht nur Superkräfte verleihen, sondern auch Nebenwirkungen haben, wird nur genutzt, um partiell die Spannung zu erhöhen, aber darüber hinaus nicht wirklich ergründet.

Gabriel Lunas Killermaschine erinnert mit der stoischen Geradlinigkeit und völligen Fokussierung auf sein Ziel zu Beginn an Robert Patricks T-1000 in „Tag der Abrechnung“ – verfügt aber gleich über zwei technische Weiterentwicklungen. Gelungen ist dabei vor allem jene, die vielen Zuschauern vielleicht gar nicht so auffällt, weil sie nur unterschwellig Thema ist und nie geradeheraus erklärt wird: Ein Terminator ist bekanntlich neben dem Töten perfekt dafür ausgebildet, die Umgebung zu infiltrieren. So konnte schon der T-1000 das Antlitz anderer Menschen annehmen und Stimmen imitieren kann sogar schon der T-800. Doch Lunas REV-9 geht weiter. Als er das allererste Mal einen anderen Menschen kopiert, agiert er noch unglaublich steif, findet nicht die richtigen Worte. Im späteren Verlauf macht er dann aber plötzlich lockeren Small-Talk und sogar Witzchen mit Kollegen des kopierten Menschen. Schön subtil.

Offensichtlicher, aber weniger gelungen eingesetzt ist die andere Weiterentwicklung: Der neue Terminator kann sich nämlich aufspalten, indem er seine menschlich-wirkende Hülle von seinem Roboter-Skelett trennt und sich so quasi im Doppelpack seinen Feinden gegenüberstellt. Das erhöht natürlich die Gefahr für Dani, Grace und Sarah, aber eben auch nicht mehr. Es ist ein reines Gimmick, um Action-Szenen beeindruckender zu machen und die Spannung zu erhöhen. Doch zu mehr wird es nicht genutzt. Ähnlich wie bei den erwähnten Kräften von Grace geht es immer nur um den einzelnen Effekt, interessante inhaltliche Ansatzpunkte darüber hinaus bleiben auf der Strecke. Ihr Superkörper und seine Zwillingsfähigkeit sind so am Ende reine Vehikel, um dem üblichen Sequel-Mantra zu folgen: Alles muss noch eine Spur größer sein!

Das trifft natürlich auf die gesamte Action zu: Dabei sind die Kämpfe (mit der Wiederholung einiger aus den Vorgängern bekannter Szenarien) erst einmal erfrischend geradlinig, kompromisslos und so angemessen blutig, wie es gerade für den jeweiligen Moment nötig ist. In der zweiten Hälfte schlägt dann aber doch der übertreibende Gigantismus zu. Eine ausufernde Sequenz rund um ein Militärflugzeug läuft gleich aus mehreren Gründen aus dem Ruder. Zum einen fehlt dieser Szene mit ihrem absoluten CGI-Overkill jegliches Herz. Zum anderen geht teilweise auch die Übersichtlichkeit flöten, so dass man sich als Zuschauer mehr als einmal wundert, woher diese Figur denn jetzt plötzlich gerade wieder herkommt. Und schließlich ist der Moment so langgezogen, dass er irgendwann langweilig wird.

Fazit: 
„Dark Fate“ hat sicherlich seine Schwächen. Aber die überzeugenden Darsteller und eine Rückbesinnung auf die Stärken der beiden Originalteile sorgen für einen immerhin soliden Actionfilm, der die Weichen für eine bessere „Terminator“-Zukunft stellt.   (mk)

Samstag, 19. Oktober 2019

Maleficent 2: Mächte der Finsternis

pic (c) Walt Disney Germany



Inhalt:

Prinzessin Aurora (Elle Fanning) ist kein kleines Mädchen mehr, sondern eine erwachsene Frau, die bald Prinz Philipp (Harris Dickinson) von Ulstead heiraten soll. Zusammen mit der Fee Maleficent (Angelina Jolie) pflegt und schützt sie die magischen Moore und kümmert sich um das Waldkönigreich, um es so zu erhalten, wie es immer war. Die Fee ist glücklich und hat mit ihrer schrecklichen Vergangenheit abgeschlossen. Als allerdings Königin Ingrith (Michelle Pfeiffer), Auroras zukünftige Schwiegermutter, ins Leben von Maleficent tritt, ist das friedliche Miteinander im Königreich in Gefahr. Denn obwohl durch die bevorstehende Hochzeit das Königreich Ulstead mit dem Reich der Moore zusammengeführt werden soll, besteht zwischen den Menschen und den Feen noch immer Konfliktpotenzial. Maleficent und Aurora steht ein großer Kampf bevor, der alles zerstören könnte, was sie sich aufgebaut haben ...

Bewertung: 

„Maleficent – Die dunkle Fee“ muss man zumindest dafür loben, dass sich die Macher an das Update eines Disney-Klassikers herangewagt haben, ohne den alten Film einfach Szene für Szene nachzudrehen. Immerhin gehört einiges an Mut dazu, ausgerechnet die böse Fee aus „Dornröschen“ zur Hauptfigur und Sympathieträgerin zu erheben. So handelte es sich bei dem ersten Film über die dunkle Zauberin aus dem Jahr 2014 eben nicht um eine simple Neuauflage von „Dornröschen und der Prinz“, stattdessen vollzieht das Projekt einen interessanten Perspektivwechsel. Das bekannte Märchen um die schlafende Schönheit wurde um eine ausführliche Hintergrundgeschichte erweitert, die die teuflische Maleficent plötzlich allzu menschlich erscheinen ließ. Und angesichts des weltweiten Erfolgs des Films (mehr als 750 Millionen Dollar Einnahmen) ist es wenig überraschend, dass die (vielleicht doch gar nicht so) böse Fee noch einmal auf die Leinwand zurückkehren darf.

Für „Maleficent 2: Mächte der Finsternis“ wurde nun statt Robert Stromberg der Regisseur Joachim Rønning angeheuert, der zuvor u. a. auch schon den fünften „Pirates Of The Caribbean“-Teil „Salazars Rache“ inszenieret hat. In dem augenzwinkernden Piraten-Abenteuer konnte er bereits ein durchaus gutes Händchen für bildgewaltige Action beweisen – und das wird nun auch in „Maleficent 2“ dringend benötigt, denn mit einem Märchen für Kinder hat diese Fortsetzung tatsächlich nur noch wenig zu tun. Wo der Vorgängerfilm in Deutschland noch für die Kinoauswertung um 56 Sekunden geschnitten wurde, um eine FSK ab 6 Jahren zu erreichen, hätte man im zweiten Teil wohl noch sehr viel mehr für eine niedrigere Altersfreigabe schneiden müssen – und so kommt der düstere Fantasy-Blockbuster mit krachendem Bombast-Finale nun ungekürzt mit einer gerade für einen Disney-Film durchaus überraschenden FSK-12-Freigabe in die Kinos.

Nachdem Aurora (Elle Fanning) zur Königin der Moore gekrönt wurde, scheint zunächst alles friedlich im Feenreich. Doch dann macht ihr ihr Jugendfreund Prinz Phillip (Harris Dickinson) einen Heiratsantrag, womit die böse Fee Maleficent (Angelina Jolie) wiederrum so gar nicht einverstanden ist. Um ihr Patenkind nicht zu enttäuschen und den Frieden mit dem benachbarten Königreich nicht zu gefährden, gibt sie der Beziehung dennoch eine Chance. Widerwillig begleitet sie Aurora aufs Königsschloss zum Festmahl, das die Feindschaft zwischen Menschen und Fabelwesen beenden soll. Doch Auroras künftige Schwiegermutter, die Königin Ingrith (Michelle Pfeiffer), verfolgt ganz eigene Pläne, um das Feenreich auszulöschen und die Macht an sich zu reißen. Es kommt zum Krieg…

Oft passiert es leider nicht mehr, dass man Angelina Jolie als Schauspielerin auf der großen Leinwand zu sehen bekommt. Für „Maleficent 2“ hat sie sich aber glücklicherweise ein weiteres Mal ins schwarze Gewand geworfen. Ihr Auftritt in dem Disney-Film ist (abgesehen von einem Ausflug ins Synchronstudio für „Kung Fu Panda 3“) tatsächlich ihre erste Leinwand-Rolle seit dem mäßig überzeugenden Ehedrama „By The Sea“ aus dem Jahr 2015. Nach dieser vierjährigen Schauspielpause darf sie es allerdings auch eher ruhig angehen lassen, denn die titelgebende dunkle Fee bekommt in diesem Sequel erstaunlich wenig zu tun. 

Selbst für Maleficents berühmtes diabolisches Lachen bleibt dieses Mal kaum Zeit, auch wenn Jolie in den Momenten, in denen sie dann groß aufspielen darf, wieder glänzt und begeistert. Wenn sie über ihrem Spiegelbild im Teich das Lächeln übt, um bei der neuen Verwandtschaft einen freundlichen Eindruck zu hinterlassen, oder wenn sie Aurora über die Fallstricke der Liebe aufklärt, dann gelingt es der Schauspielerin, ihrer Figur wieder eine ungeheure emotionale Tiefe und Ambivalenz zu verleihen. Und das, obwohl der Film zum Glück darauf verzichtet, noch einmal den ganzen inneren Konflikt der Figur vorzukauen. Teil 1 sollte man also vorher unbedingt gesehen haben!

In Gestalt der durchtriebenen Königin Ingrith bekommt Maleficent eine Gegenspielerin spendiert, die es in sich hat. Michelle Pfeiffer füllt die Rolle der bösen Intrigantin mit einer bemerkenswerten, eiskalten Präsenz. Welche Pläne sie für die Zukunft des Märchenreichs verfolgt, ist teilweise so düster und abgründig, dass recht schnell deutlich wird, warum „Maleficent 2“ für kleine Kinder keinesfalls geeignet ist. Wenn Ingrith ihren Feinden hinterlistige Fallen stellt, dann fühlt man sich besonders in einer großen Szene sogar fast etwas an „Game Of Thrones“ erinnert. Schade, dass die dunkle Fee und ihre Widersacherin so selten direkt miteinander konfrontiert werden, denn das erste frostige Zusammentreffen dieser beiden großartigen Schauspielerinnen gehört eindeutig zu den Höhepunkten des Films.

Mit dem Clinch der beiden Frauen verlässt „Maleficent 2“ endgültig die bekannten Märchengefilde. Joachim Rønning steht hier (anders als sein Vorgänger) nicht mehr vor der Herausforderung, auch noch einer berühmten Vorlage gerecht werden zu müssen. Er kann sich in dem etablierten Märchenland voll und ganz austoben und das tut er in dieser Fortsetzung verdammt gut. Soviel kann bereits festgehalten werden: „Maleficent 2“ ist spannender als der erste Teil! Das liegt in erster Linie auch daran, dass man dieses Mal nicht sofort das Gefühl hat, jede einzelne Entwicklung der Geschichte vorhersehen zu können. Zugleich gibt es hier so viele neue inhaltliche Versatzstücke, dass der Film selbst mitunter damit überfordert ist, sie alle stimmig unter einen Hut zu bekommen.

Der Trailer zum Film hat es zwar bereits vorweggenommen, aber um an dieser Stelle größere Spoiler zu umgehen, sei nur so viel gesagt: „Maleficent 2“ begibt sich noch einmal in eine ganz neue Welt mit neuen Figuren und Fabelwesen. Das erweitert das aus Teil 1 bekannte Universum um einen spannenden neuen Mythos, der sich jedoch durchweg wie ein Fremdkörper in der Geschichte anfühlt. Der Film springt immer wieder zwischen den Schauplätzen hin- und her und ist oft nur damit beschäftigt, die allernötigsten Erklärungen zu liefern, damit zum Schluss alles in einen Topf geworfen werden kann. Nachvollziehbar wirkt da vieles kaum noch und trotz des Übermaßes an neuen Informationen hat man im Mittelteil selten das Gefühl, dass wirklich etwas Wichtiges passiert, das die Handlung voranbringt.

Aus dem ersten Teil bekannte Figuren wie die drei tollpatschigen Feen Fittle, Thistlewit und Knotgrass verkommen zu Randerscheinungen, mit denen der Film nicht wirklich mehr etwas anzufangen weiß. Die große Ausdehnung dieser Welt ist schließlich Segen und Fluch zugleich. All die kleinen, spannenden Charaktermomente kommen zu kurz, da sie am Ende der etwas platten Ökobotschaft rund um Naturzerstörung und friedvoller Koexistenz der Arten zum Opfer fallen. Gut gemeint wirkt das alles, aber leider eben auch etwas bemüht und überambitioniert. Wenn Rønning diesem Kosmos mehr Raum zum Atmen gegeben hätte, würde man sogar gerne eine längere Laufzeit in Kauf nehmen. Interessant genug ist er nämlich auf jeden Fall!

Bei all den inhaltlichen Problemen, die dieses Sequel mit sich bringt: Optisch ist es eine Wucht! Am beeindruckendsten sind die Momente, in denen die Computereffekte auf ein Minimum reduziert werden. Vor allem die prunkvollen Kostüme sind schlichtweg preisverdächtig und eine Augenweide. Für alle Cosplay-Fans ist „Maleficent 2“ wieder eine wahre Fundgrube! Wie schon der Vorgängerfilm ist alles so detailverliebt in Szene gesetzt, dass die groß ausstaffierten Bilder und die ganze märchenhafte Atmosphäre über so manche erzählerische Schwäche hinwegtrösten können.

Das Feenreich ist mit all den Tieren, lebendigen Gewächsen und Fabelwesen dieses Mal noch aufwendiger animiert. Da schwirrt und flimmert so viel über die Leinwand, dass man teilweise kaum weiß, wo man zuerst hinschauen soll. Doch wo sich bereits die Handlung etwas zu viel vorgenommen hat, wäre auch bei der optischen Inszenierung manchmal weniger mehr gewesen! „Maleficent 2“ fährt in seinem fulminanten Action-Showdown die ganz großen Geschütze auf und wird zur wilden Materialschlacht. Doch bei diesem überladenen Effekt-Gewitter hat man irgendwann eher das Gefühl, ein konfuses Computerspiel zu beobachten.

Fazit: 
„Maleficent 2: Mächte der Finsternis“ ist groß gedachtes Fantasy-Spektakel, das sich mit spannenden neuen Ideen gekonnt von seiner Märchen-Vorlage trennt, auch wenn es sich – erzählerisch und visuell – manchmal einfach zu viel vornimmt. (mk)