Sonntag, 8. April 2018

Ready Player One 2D


Facts:
Genre:  Action, SciFi
Regie:  Steven Spielberg
Cast:  Tye Sheridan, Olivia Cooke, Ben Mendelsohn
Laufzeit:  140 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Warner Bros GmbH




(c) Warner Bros GmbH



Inhalt:
Im Jahr 2045 spielt sich das Leben vieler Menschen auf der heruntergekommenen Erde zum größten Teil nur noch in der OASIS ab. Das ist eine vom ebenso genialen wie exzentrischen Programmierer und Web-Designer James Halliday (Mark Rylance) erfundene virtuelle Welt, die mehr als die düstere Realität zu bieten hat. Die meiste Zeit seines jungen Lebens verbringt auch der 18-jährige Wade Watts (Tye Sheridan) damit, mit seinem Avatar Parzival in diese Welt einzutauchen und zu versuchen, die Aufgaben zu lösen, die Halliday vor seinem Tod in der OASIS hinterlassen hat. Demjenigen, der als erster alle Herausforderungen meistert, winkt nämlich unermesslicher Reichtum und die Kontrolle über die OASIS. Bislang sind Wade und seine Freunde, darunter Ar3emis (Olivia Cooke) und Aech (Lena Waithe), zwar stets schon an der ersten Aufgabe gescheitert, doch sie geben nicht auf – ebenso wenig wie der skrupellose Konzernchef Nolan Sorrento (Ben Mendelsohn), der sich OASIS unbedingt unter den Nagel reißen will…


Bewertung:
„Ready Player One“ beginnt mit einem Off-Kommentar des Protagonisten, der erklärt, dass es im Jahr 2045 genauso mies um die Welt bestellt ist, wie das aus heutiger Sicht zu befürchten ist. Dazu zeigt uns Steven Spielberg die Mischung aus Schrottplatz und Slum, in der Wade wohnt: Die Trailer stehen hier nicht nur dicht an dicht, sondern sind bis in luftige Höhe übereinandergestapelt. Da scheint es nur zu verständlich, dass die Bewohner fast alle eine VR-Brille aufgesetzt haben und sich mit ihren Gedanken und Sinnen ganz woanders befinden. Dann loggt sich auch Wade in die OASIS ein und Spielberg nimmt uns mit auf einen wilden Ritt in die digitale Wunderwelt. Wie schon in Filmen wie „A.I.“, „Minority Report“ und „Die Abenteuer von Tim und Struppi“ nutzt er dabei den neuesten Stand der Filmtechnik, um visuell ein neues Level zu erreichen. Die immersiven Verlockungen der VR-Welten mit ihren ganz eigenen Regeln bringt er schon bei diesem Einstieg so überzeugend auf die Leinwand wie niemand vor ihm.

Wenig später folgt ein Autorennen, mit dem Spielberg einmal mehr seinen Rang als einer der besten Actionregisseure überhaupt unterstreicht. Fast als säßen wir selbst an der haptischen Steuerung rasen wir mit Parzivals DeLorean und Dutzenden anderen Autos über Straßen, auf denen nicht nur lauter unerwartete Hindernisse auftauchen (von Blitzen bis zu diversen berühmten Tieren und Monstern), sondern die plötzlich selbst verschwinden, sich verbiegen oder verwandeln. Und wie die atemberaubend-virtuose Sequenz endet, das ist ebenso überraschend wie amüsant und wird nur noch von der Pointe übertroffen, mit der die scheinbar unüberwindliche Herausforderung schließlich doch gemeistert wird.

Oft wird bei packenden Actionszenen vom Gefühl einer Achterbahnfahrt gesprochen, in „Ready Player One“ ist es ein virtuelles Vergnügen: Passend zum VR-Thema ist die Illusion eigentlich immer als solche erkennbar, aber wir geben uns ihr nur zu gerne hin, ob nun bei einer großen Schlacht von Hunderten Avataren oder bei einer schwerelosen Tanzeinlage. So wirkt es ein wenig halbherzig und pflichtschuldig, wenn es am Ende des Films heißt, das Beste sei immer noch die (echte) Realität, denn die sei schließlich real. Die Schattenseiten des Virtuellen, die Fragen nach dem Echten und Unverfälschten kommen hier nämlich ein wenig kurz. Wenn sich Parzival in Art3mis verliebt, obwohl er sie nie in der realen Welt getroffen hat und somit nicht ihr wahres Ich und Aussehen kennt, dann ist das in dieser Geschichte kein großes Problem.

Die Figuren sind eher cool als echt, aber immerhin auf manchmal unerwartete Weise. Außerdem bereitet es großes Vergnügen, wie Ben Mendelsohn den aalglatten Vorzeigebösewicht spielt, der sich von seinen Lakaien das Popkulturwissen vorsagen lassen muss und sein Passwort ganz altmodisch auf einen Zettel geschrieben hat, das kritische Porträt seines totalitären Megakonzerns Innovative Online Industries (IOI) bleibt allerdings im Ansatz stecken – genau wie der positive Gegenentwurf des idealistischen Gurus Hallydays. Mark Rylance nutzt die diversen Inkarnationen des OASIS-Gründers dennoch für ein erstaunlich vielschichtiges Porträt zwischen verlorener Seele, sendungsbewusstem Visionär und unglücklichem Genie.

Die künstliche Perfektion (man achte auf Parzivals Haar) und der Hyper-Realismus der OASIS sind dagegen perfekt getroffen und es passt zum Entwurf der eskapistischen Traumwelt, dass der Overkill nie fern ist. Das liegt vor allem am schier endlosen Strom von Zitaten, Hommagen, Anleihen und Anspielungen: Alte Videospiele, Filme, Musik, Comics, Rollenspiele, Mode und Technik, bevorzugt aus den 1980er Jahren, sind hier ebenso wie in der Buchvorlage allgegenwärtig. Um alle Bezüge zu entdecken, reicht eine einzige Sichtung nicht aus, und schon das pure audiovisuelle Namedropping lässt das Geekherz höherschlagen und wer sich mit den 80ern oder mit Videospielen nicht so auskennt, der kann die Schatzjagd trotzdem noch genießen, denn sehr viele der Anspielungen sind absolut mainstreamtauglich – von Batman und Duran Duran über Monty Python und „Minecraft“ bis „Street Fighter“ und „Overwatch“, um nur ein paar willkürlich herausgepickte Beispiele zu nennen.

Aber noch viel besser ist es, wenn die Zitate für die Handlung relevant sind: Wie etwa das Atari-Spiel „Adventure“, der Gigant aus dem All oder der schon erwähnte DeLorean aus „Zurück in die Zukunft“ in den Film integriert sind, geht über reines Zitatkino weit hinaus. Robert Zemeckis und seine Zeitreisekomödie kommen hier gleich mehrfach zu Ehren und auch die Filmmusik erinnert nicht zufällig zuweilen an den jubilierenden Schwung des „Back To The Future“-Soundtracks, denn Spielberg hat dessen Komponisten Alan Silvestri für seinen Film engagiert, nachdem feststand, dass sein Stammpartner John Williams für „Ready Player One“ nicht zur Verfügung stehen würde. Ein weiterer Klassiker sorgt schließlich für einen absoluten Höhepunkt, wenn die Figuren in einer ausgedehnten Sequenz den verblüffend detailliert rekonstruierten Schauplatz eines berühmten Horrorfilms betreten und dort bei der Schatzjagd blutige Überraschungen erleben – ehe die Szene in etwas ganz anderes mündet.

Fazit
Steven Spielbergs „Ready Player One“ ist mitreißendes Blockbusterkino mit kleinen erzählerischen Schwächen. Dennoch vergeben wir futuristische 8,5 von 10 Punkte. (mk)

Montag, 2. April 2018

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer


Facts:
Genre: Familie, Komödie, Abenteuer
Regie: Dennis Gansel
Cast: Solomon Gordon, Henning Baum, Annette Frier
Laufzeit: 110 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
Verleih: Warner Bros GmbH

(c) Warner Bros GmbH
 


Inhalt:
Irgendwo im weiten Meer liegt die Insel Lummerland, auf der genau vier Menschen wohnen: König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte (Uwe Ochsenknecht) und seine drei Untertanen: Lokomotivführer Lukas (Henning Baum), Ladenbesitzerin Frau Waas (Annette Frier) und Herr Ärmel (Christoph Maria Herbst). Als der Postbote (Volker Zack Michalowski) dann eines Tages ein falsch adressiertes Paket abliefert, ist die kleine Insel um einen Bewohner reicher – um ein kleines Kind namens Jim Knopf. Einige Jahre später ist Jim (jetzt: Solomon Gordon) zu einem aktiven Jungen herangewachsen, der bei Lukas in die Lokomotivführer-Lehre gegangen ist. Doch weil sich König Alfons Sorgen über eine mögliche Überbevölkerung von Lummerland macht und Lukas‘ Lokomotive Emma stilllegen will, brechen Lukas und Jim gemeinsam mit Emma in ein Abenteuer auf, bei dem sie auf Piraten, Drachen und den Kaiser von Mandala treffen…


Bewertung:
Ein immer wiederkehrendes Motiv in „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ ist, dass sich erste Eindrücke bei genauerer Betrachtung als Trugbild herausstellen – etwa beim vermeintlichen Riesen Tur Tur (Milan Peschel), der in Wahrheit recht klein ist. Der erste Eindruck, den Dennis Gansels Inszenierung hinterlässt, bleibt allerdings. Und das ist gut so. Sofort schlägt einen der faszinierende Look des Films in den Bann: Das in satte, bunte Farben getauchte Lummerland wirkt wie der Fantasie eines (sehr begabten) Kindes entsprungen, die Kulissen haben etwas Spielzeughaftes. Unweigerlich fühlt man sich an die Augsburger Puppenkiste erinnert, von der „Jim Knopf“ immerhin mehrfach populär verarbeitet wurde.

So zollt Gansel zum einen der umfangreichen Historie seines Stoffes Tribut. Gleichzeitig ist er weit davon entfernt, in Nostalgie zu versinken und setzt auf moderne Effekte. Die Helden sehen sich mit einer riesigen Flutwelle konfrontiert, rasen durch ein einstürzendes Gebirge, das zuvor fast wie die Mauer von Westeros in „Game Of Thrones“ aufragte, und wandeln durch die detailverliebt verzierten Straßen Pings, der Hauptstadt des ans alte China angelehnten Reiches Mandala. Die Schwelle zum Bombast überschreitet Gansel dabei nie, weil er das spielerische Element nicht vergisst – das putzige Detail schlägt im Zweifelsfall die protzige Angeberei.

Erzählerisch wirkt der Film dagegen weniger ausgewogen. Eine große Stärke und paradoxerweise gleichzeitig die Krux ist hier die Nähe zur Vorlage. Die Drehbuchautoren, darunter „Das Parfum“-Co-Schreiber Andrew Birkin, schicken Jim, Lukas und Emma durch die Bürokratie Mandalas, den Kohleberg des Halbdrachen Nepomuk (Michael „Bully“ Herbig), die Mathehölle Frau Mahlzahns und sämtliche weitere ikonische Szenen des Buches. Das führt allerdings zu einer etwas atemlosen Dramaturgie des stetigen Auf und Ab. Ein Hindernis folgt auf das andere, jede der auch noch jeweils ziemlich gleich langen Miniepisoden endet mit einem abenteuerlichen Höhepunkt.

Während man das Buch oder eine Serie kapitelweise goutieren kann, führt diese Struktur beim Spielfilm zu einer gewissen Gleichförmigkeit – da ist dann auch das Aufeinandertreffen mit Frau Mahlzahn (für viele Fans das eigentliche Highlight des Buches) letztlich nur eine Etappe von vielen, während anderes wie etwa Jims Eintauchen in einen Eisenbahnkessel nicht sonderlich wirksam dramatisch aufgebauscht wird. So fehlt dem Film ein natürlich wirkender Erzählfluss, aber für Abwechslung ist immer gesorgt, denn die zahlreichen Stationen der Reise bieten allerlei Möglichkeiten, ein beeindruckendes Starensemble in Szene zu setzen.

Rick Kavanian absolviert einen Gastauftritt als die gesamte Wilde 13, Uwe Ochsenknecht und Michael „Bully“ Herbig sorgen als grammatikalisch verwirrter König Alfons und Nilpferddrache Nepomuk für einige schnelle Lacher, Milan Peschel überzeugt in der emotionalen Schlüsselrolle als Scheinriese Tur Tur. Unbezahlbar ist es, wenn Henning Baum , dessen Lukas ohnehin wie eine Kreuzung aus Bud Spencer und Kapitän Langstrumpf wirkt, im Bonzensaal Mandalas in bester Plattfuß-Manier die Fäuste auspackt und Dennis Gansel die fröhliche Prügelei einfallsreich mit visuellen Pointen versieht.

In einem weiteren wichtigen Punkt bleiben die Filmemacher dem Vorlagenautor Michael Ende treu. Sie folgen seiner Methode, moralische Botschaften subtil einzuflechten, statt mit erhobenem Zeigefinger Lektionen zu erteilen. Im Vordergrund steht der Spaß – für Kinder, die zum ersten Mal mit Jim Knopf in Berührung kommen ebenso wie für Eltern, die früher selbst am Esstisch die Sätze des winzigen Küchengehilfen Ping Pong zitierten: „Käse? Ist das nicht verschimmelte Milch?“. Und über winzige Durststrecken hilft den ungeduldigen Kleinen sowie den nostalgischen Erwachsenen die ebenso omnipräsente wie unverwüstliche Melodie von „Eine Insel mit zwei Bergen“ hinweg.

Fazit: 
Die erste Realverfilmung von Michael Endes Kinderbuch beeindruckt vor allem mit ihrem fantasievollen Look und ihrem spielfreudigen Starensemble. Wir vergeben dafür kinderfreundliche und erwachsenentaugliche 8 von 10 Punkte. (mk)

Mittwoch, 28. März 2018

Pacific Rim Uprising OV 3D IMAX


Facts:
Genre: Action, SciFi
Regie: Steven DeKnight
Cast: John Boyega, Scott Eastwood, Cailee Spaeny
Laufzeit: 111 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Universal Pictures Germany

 
(c) Universal Pictures Germany


Inhalt: 

Es sah danach aus, als würde Jake Pentecost (John Boyega) eine glorreiche Zukunft als Jaeger-Pilot haben und die Menschheit so im gigantischen Roboter vor den riesigen Wassermonstern Kaiju beschützen. Damit hätte er in die Fußstapfen seines Vaters Stacker treten können, der sich im Widerstand gegen die Kreaturen aus einer anderen Welt opferte. Aber weil Stacker in Jakes Schwester Mako Mori (Rinko Kikuchi) mehr Hoffnungen legte und der junge Mann die Erwartungen des Vaters nie zu erfüllen vermochte, schmiss er das Pilotentraining und landete in der Unterwelt, wo er Dieb und Schwarzmarkthändler wurde. Doch die Menschheit braucht ihn im Angesicht einer nie zuvor gesehenen Bedrohung. Mako führt ein neues Team junger Jaeger-Piloten an, zu dem auch Jake stoßen soll. Gemeinsam mit seinem Rivalen Lambert (Scott Eastwood), der Hackerin Amara (Cailee Spaeny) und der ebenso mutigen wie konfliktbeladenen Jules Reyes (Adria Arjona) wird Jake Teil der wichtigen Verteidigungstruppe…


Bewertung: 

Wenn man dem ersten Teil etwas ankreiden kann, dann die Tatsache, dass das Ganze hin und wieder ein wenig zu ernst rüberkommt. Das scheinen auch die Macher des Sequels so empfunden zu haben, und so herrscht in „Uprising“ von der ersten Minute an ein deutlich leichtfüßigerer, bisweilen gar alberner Tonfall. Die Geschichte beginnt mit einem betont lässigen Voice-Over der späteren Hauptfigur Jake Pentecost – dem typischen Abziehbild eines jungen Mannes, der kurz davorsteht, vom rechten Pfad abzukommen. Wenn seine Figur den Tag damit verbringt, sich auf illegale Weise Geld zu beschaffen, indem er die Technik alter Jaeger-Roboter ausschlachtet und dabei regelmäßig seine Kunden und Interessenten übers Ohr haut, inszeniert DeKnight das betont spritzig. Er packt einen coolen Spruch nach dem anderen in seinen Film, sodass man sich zuweilen an jüngere Fantasyactioner der Marke „Power Rangers“ mit ihrem hohen Humoranteil erinnert fühlt. Die Gagoffensive setzen die Autoren bis zum Ende fort und dabei überspannen sie den Bogen gelegentlich: Wirkte der erste Film manchmal etwas gewollt düster, so kommt der zweite Teil oft etwas albern und pseudocool daher.

In „Pacific Rim: Uprising“ steht eine sehr viel jüngere Generation an Jaeger-Piloten im Mittelpunkt als zuvor. So jung, dass Scott Eastwood  mit gerade einmal Mitte 20 hier jene Rolle übernimmt, die im ersten Teil noch der deutlich mehr Respekt einflößende Enddreißiger Idris Elba verkörperte. Und auch diesmal leisten sich zwei Hauptfiguren eine ganz persönliche Fehde: John Boyegas  Jake und Eastwoods Lambert waren zu Ausbildungszeiten große Rivalen, bis sich Jake nach dem Tod seines Vaters dazu entschloss, einen anderen Weg einzuschlagen als die Militärkarriere. Der Kabbelei zwischen den beiden Männern, die im Ernst der Lage natürlich schon bald wieder an einem Strang ziehen, fehlt es zwar an emotionaler Unterfütterung (beide bleiben bis zuletzt vor allem auf ihre körperlichen Fähigkeiten als Jaeger-Rekruten reduziert), doch über weite Strecken ist der schematische und mit gelegentlichen Onelinern garnierte Hahnenkampf immerhin kurzweilig. Einen willkommenen Kontrapunkt dazu setzt die von Newcomerin Amara Namani verkörperte Cailee, die als toughes Hacker-Girl ein gutes Leinwanddebüt abliefert.

Während die um einen machthungrigen Technikkonzern erweiterte Prämisse eher funktional als tiefschürfend ausgebaut wird, sind die für solch einen Film so wichtigen Trickeffekte eine zwiespältige Angelegenheit. Wie schon im Vorgänger steckt auch „Uprising“ voller visueller Spielereien und die CGI-Animation der Riesenmonster ist nicht bloß detailverliebt, sondern entfaltet auf der Leinwand auch die notwendige Wucht. Allerdings fehlt den klobigen Jaegern hier die Schwerfälligkeit, die sie im Franchise-Auftakt noch so echt wirken ließ. Wenn hier gute gegen böse Roboter kämpfen (ja, in „Pacific Rim: Uprising“ kämpfen nicht immer nur Jaeger gegen Kaijus!), haben die riesigen Blechbüchsen bisweilen die immense Beweglichkeit von Transformers, wenn sie an Häuserwänden hochklettern, oder sich rollend vorwärtsbewegen, und auch die Technik innerhalb der Jaeger wurde modernisiert. Was fehlt, ist der Charme des Handgemachten und Unperfekten, der „Pacific Rim“ noch eine angenehme Bodenständigkeit verliehen hatte.

Die Fans der Kaijus müssen sich hier übrigens mehr als eine Filmstunde gedulden (von 111 Minuten), bis sich endlich drei Riesenmonster ihren Weg an die Erdoberfläche bahnen. Davor gibt es abgesehen von einem kurzen Flashback nur auf die Dauer etwas ermüdende Kämpfe Jaeger gegen Jaeger. Erst im Schlussspurt ziehen die Macher noch einmal alle Register und feiern eine einmal mehr sehr übersichtlich gefilmte  Zerstörungsorgie, in denen die monströsen Meeresungetüme eine ganze Metropole in Schutt und Asche legen – natürlich nicht, bevor die Einwohner in unterirdischen Bunkern Schutz gefunden haben. Hier erinnert der Film im besten Sinne an den Ideenreichtum des ersten Teils. Und wie es den Kämpfern des Heldenteams zum Teil ergeht, ist zwar konsequent, aber für einen Blockbuster dieses Kalibers nicht selbstverständlich. Genauso wenig wie eine unerwartete Entwicklung, die die beiden Publikumslieblinge Dr. Newton Geiszler (Charlie Day) und Dr. Hermann Gottlieb (Burn Gorman) hier durchmachen müssen. Nur so viel: Spätestens im dritten Teil wollen wir wissen, was sich hinter „Plan B“ verbirgt.

Fazit: 
An den detailverliebten Vorgänger kommt Steven DeKnights „Pacific Rim: Uprising“ zwar nicht annähernd heran. Immerhin bietet aber auch das manchmal etwas alberne Sequel einige technische Finessen und durchaus unerwartete Wendungen. Leider kommen dabei ausgerechnet die Kaijus selbst zu kurz. Dennoch waren wir sehr gut unterhalten in der 3D IMAX Versionund vergeben daher 7 von 10 monsterhafte Punkte (mk)