Facts:
Genre: Action, SciFi
Regie: Steven DeKnight
Cast: John Boyega, Scott Eastwood, Cailee Spaeny
Laufzeit: 111 Minuten
FSK: ab 12
Jahre
Verleih: Universal Pictures Germany
Inhalt:
Es sah danach aus, als würde Jake Pentecost (John Boyega) eine glorreiche Zukunft als Jaeger-Pilot haben und die Menschheit so im gigantischen Roboter vor den riesigen Wassermonstern Kaiju beschützen. Damit hätte er in die Fußstapfen seines Vaters Stacker treten können, der sich im Widerstand gegen die Kreaturen aus einer anderen Welt opferte. Aber weil Stacker in Jakes Schwester Mako Mori (Rinko Kikuchi) mehr Hoffnungen legte und der junge Mann die Erwartungen des Vaters nie zu erfüllen vermochte, schmiss er das Pilotentraining und landete in der Unterwelt, wo er Dieb und Schwarzmarkthändler wurde. Doch die Menschheit braucht ihn im Angesicht einer nie zuvor gesehenen Bedrohung. Mako führt ein neues Team junger Jaeger-Piloten an, zu dem auch Jake stoßen soll. Gemeinsam mit seinem Rivalen Lambert (Scott Eastwood), der Hackerin Amara (Cailee Spaeny) und der ebenso mutigen wie konfliktbeladenen Jules Reyes (Adria Arjona) wird Jake Teil der wichtigen Verteidigungstruppe…
Bewertung:
Wenn man dem ersten Teil etwas ankreiden kann, dann die Tatsache, dass das Ganze hin und wieder ein wenig zu ernst rüberkommt. Das scheinen auch die Macher des Sequels so empfunden zu haben, und so herrscht in „Uprising“ von der ersten Minute an ein deutlich leichtfüßigerer, bisweilen gar alberner Tonfall. Die Geschichte beginnt mit einem betont lässigen Voice-Over der späteren Hauptfigur Jake Pentecost – dem typischen Abziehbild eines jungen Mannes, der kurz davorsteht, vom rechten Pfad abzukommen. Wenn seine Figur den Tag damit verbringt, sich auf illegale Weise Geld zu beschaffen, indem er die Technik alter Jaeger-Roboter ausschlachtet und dabei regelmäßig seine Kunden und Interessenten übers Ohr haut, inszeniert DeKnight das betont spritzig. Er packt einen coolen Spruch nach dem anderen in seinen Film, sodass man sich zuweilen an jüngere Fantasyactioner der Marke „Power Rangers“ mit ihrem hohen Humoranteil erinnert fühlt. Die Gagoffensive setzen die Autoren bis zum Ende fort und dabei überspannen sie den Bogen gelegentlich: Wirkte der erste Film manchmal etwas gewollt düster, so kommt der zweite Teil oft etwas albern und pseudocool daher.
In „Pacific Rim: Uprising“ steht eine sehr viel jüngere Generation an Jaeger-Piloten im Mittelpunkt als zuvor. So jung, dass Scott Eastwood mit gerade einmal Mitte 20 hier jene Rolle übernimmt, die im ersten Teil noch der deutlich mehr Respekt einflößende Enddreißiger Idris Elba verkörperte. Und auch diesmal leisten sich zwei Hauptfiguren eine ganz persönliche Fehde: John Boyegas Jake und Eastwoods Lambert waren zu Ausbildungszeiten große Rivalen, bis sich Jake nach dem Tod seines Vaters dazu entschloss, einen anderen Weg einzuschlagen als die Militärkarriere. Der Kabbelei zwischen den beiden Männern, die im Ernst der Lage natürlich schon bald wieder an einem Strang ziehen, fehlt es zwar an emotionaler Unterfütterung (beide bleiben bis zuletzt vor allem auf ihre körperlichen Fähigkeiten als Jaeger-Rekruten reduziert), doch über weite Strecken ist der schematische und mit gelegentlichen Onelinern garnierte Hahnenkampf immerhin kurzweilig. Einen willkommenen Kontrapunkt dazu setzt die von Newcomerin Amara Namani verkörperte Cailee, die als toughes Hacker-Girl ein gutes Leinwanddebüt abliefert.
Während die um einen machthungrigen Technikkonzern erweiterte Prämisse eher funktional als tiefschürfend ausgebaut wird, sind die für solch einen Film so wichtigen Trickeffekte eine zwiespältige Angelegenheit. Wie schon im Vorgänger steckt auch „Uprising“ voller visueller Spielereien und die CGI-Animation der Riesenmonster ist nicht bloß detailverliebt, sondern entfaltet auf der Leinwand auch die notwendige Wucht. Allerdings fehlt den klobigen Jaegern hier die Schwerfälligkeit, die sie im Franchise-Auftakt noch so echt wirken ließ. Wenn hier gute gegen böse Roboter kämpfen (ja, in „Pacific Rim: Uprising“ kämpfen nicht immer nur Jaeger gegen Kaijus!), haben die riesigen Blechbüchsen bisweilen die immense Beweglichkeit von Transformers, wenn sie an Häuserwänden hochklettern, oder sich rollend vorwärtsbewegen, und auch die Technik innerhalb der Jaeger wurde modernisiert. Was fehlt, ist der Charme des Handgemachten und Unperfekten, der „Pacific Rim“ noch eine angenehme Bodenständigkeit verliehen hatte.
Die Fans der Kaijus müssen sich hier übrigens mehr als eine Filmstunde gedulden (von 111 Minuten), bis sich endlich drei Riesenmonster ihren Weg an die Erdoberfläche bahnen. Davor gibt es abgesehen von einem kurzen Flashback nur auf die Dauer etwas ermüdende Kämpfe Jaeger gegen Jaeger. Erst im Schlussspurt ziehen die Macher noch einmal alle Register und feiern eine einmal mehr sehr übersichtlich gefilmte Zerstörungsorgie, in denen die monströsen Meeresungetüme eine ganze Metropole in Schutt und Asche legen – natürlich nicht, bevor die Einwohner in unterirdischen Bunkern Schutz gefunden haben. Hier erinnert der Film im besten Sinne an den Ideenreichtum des ersten Teils. Und wie es den Kämpfern des Heldenteams zum Teil ergeht, ist zwar konsequent, aber für einen Blockbuster dieses Kalibers nicht selbstverständlich. Genauso wenig wie eine unerwartete Entwicklung, die die beiden Publikumslieblinge Dr. Newton Geiszler (Charlie Day) und Dr. Hermann Gottlieb (Burn Gorman) hier durchmachen müssen. Nur so viel: Spätestens im dritten Teil wollen wir wissen, was sich hinter „Plan B“ verbirgt.
Fazit:
An den detailverliebten Vorgänger kommt Steven DeKnights „Pacific Rim: Uprising“ zwar nicht annähernd heran. Immerhin bietet aber auch das manchmal etwas alberne Sequel einige technische Finessen und durchaus unerwartete Wendungen. Leider kommen dabei ausgerechnet die Kaijus selbst zu kurz. Dennoch waren wir sehr gut unterhalten in der 3D IMAX Versionund vergeben daher 7 von 10 monsterhafte Punkte (mk)

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