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| pic (c) StudioCanal Deutschland |
Inhalt:
Da tut sich was in Mossingham! Als eines Tages, wie aus dem Nichts, merkwürdige Lichter am Himmel auftauchen, wissen die Bewohner des verschlafenen Städtchens gar nicht, wie ihnen geschieht. Was ist das bloß dort oben? Shaun das Schaf hat dafür allerdings keinen Kopf, stattdessen muss der sich nämlich mit Bitzer herumschlagen, der all seine tollen Streiche vereitelt. Als Shaun jedoch auf ein außerirdisches Mädchen trifft, das hinter den merkwürdigen Ereignissen am Himmel steckt und mit ihrem Raumschiff nahe der Mossy Bottom Farm bruchlandete, sieht er seine große Chance gekommen: Gemeinsam mit seiner neuen Bekanntschaft aus einer weit entfernten Galaxis tun sich völlig neue Möglichkeiten auf, um den Bewohnern von Mossingham geniale Streiche zu spielen! Gemeinsam erleben die beiden jede Menge Abenteuer, auch wenn gleichzeitig klar ist, dass ihre Zufallsbegegnung nicht von Dauer ist. Oberstes Ziel der gestrandeten Alien-Dame ist es nämlich, wieder nach Hause zu kommen...
Bewertung:
In den ersten Szenen sieht es ganz so aus, als habe sich auf der Mossy Bottom Farm seit unserem letzten Besuch nicht viel getan. Während der Farmer die meiste Zeit teetrinkend vor dem TV-Gerät hockt, glaubt Schäferhund Bitzer weiterhin, der Chef zu sein und die Schafe von morgens bis abends herumkommandieren zu können. Was Shaun natürlich nicht daran hindert, erneut jede Menge Unfug zu treiben. Die mit viel Liebe zu den Figuren und erstaunlichem Tempo in Szene gesetzten Slapstick-Einlagen, in denen der Titelheld und der Köter zu Beginn immer wieder versuchen, sich gegenseitig auszutricksen, zählen zu den Highlights des Sequels. Der Einstieg erinnert noch mehr an „Tom & Jerry“ als der erste Teil (oder eben an die deutlich kürzeren Segmente der TV-Serie, auf der beide Kinofilme basieren). Dankenswerterweise sind die Kontrahenten hier aber weder so brutal noch so bösartig zueinander wie ihre Vorbilder von William Hanna und Joseph Barbera. Shaun und Bitzer sind nämlich nicht nur dann Verbündete, wenn es um die Abwendung außerhöfischer Gefahren geht. Selbst kleine Zuschauer werden an ihrem Verhalten schnell bemerken, dass sie im Grunde dicke Kumpels sind, die sich im Stall-Alltag allerdings schon mal gewaltig auf den Wecker gehen können.
Im Verlauf der Geschichte bekommen auch die restlichen Herdenmitglieder wie die Zwillinge, der exzentrische Nuts, Lämmchen Timmy oder die noch pummeliger gewordene Shirley immer wieder kleine, individuelle Glanzlichter, mit denen sie das Publikum zum Lachen bringen. Jeder dieser Momente wirkt organisch und nicht einfach nur reingezwängt, um wirklich alle beliebten Figuren irgendwie unterzubringen. Etwas weniger gelungen sind hingegen die zahlreichen Zitate an das Sci-Fi-Kino, so erinnert etwa die Geheimdienst-Truppe nicht von ungefähr an die „Men In Black“. Derlei Persiflagen hat es in den letzten Jahrzehnten aber wirklich schon zur Genüge gegeben. Da hätte man sich gern etwas Originelleres für die Antagonisten in dieser klar an Steven Spielbergs „E.T. - Der Außerirdische“ angelehnten Story einfallen lassen dürfen.
Auch die mal visuellen, mal musikalischen Anspielungen auf Sci-Fi-Klassiker wie Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“, „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ oder die Kult-Serie „Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI“ sind allzu offensichtlich untergebracht. Der etwas geschultere Zuschauer sieht jede von ihnen meilenweit kommen, während die Kids ja ohnehin nicht wissen, wo da gerade die Pointe steckt. So ist das Ergebnis im Höchstfall ein müdes Grinsen. Da machen eine köstlich-alberne Szene mit Shaun und Lu-La, die im Supermarkt reichlich Schabernack treiben, oder die Aktivitäten des Farmers, der auf dummdreiste Art versucht, aus dem schnell um sich greifenden UFO-Fieber so viel Kapital wie möglich zu schlagen, schon sehr viel mehr Spaß. Hier konzentriert sich Aardman auf seine eigentlichen Stärken, nämlich einen clever-trockenen, wunderbar britischen Humor. Sci-Fi-Parodien hingegen können eben auch viele andere (und das zum Teil sogar besser).
Dazu gibt es – speziell in der zweiten Hälfte – einige kleine Durchhänger. Dem Sequel gehen insgesamt die Frische und der kreative Enthusiasmus des Vorgängers ein wenig ab. Das soll aber nicht heißen, dass „Shaun das Schaf 2: UFO-Alarm“ eine glatte Enttäuschung wäre. Wer hier mit seinem Nachwuchs oder auch als erwachsener Animations-Fan ohne Anhang ins Kino geht, macht ganz sicher keinen Fehler. Dafür sorgen neben der brillanten technischen, herrlich detailverliebten und schön atmosphärischen Umsetzung schon der flotte, umwerfend witzige Start und das stimmige, für nah am Wasser gebaute Fans jeden Alters dazu noch schwer ans Herz gehende Finale. Die wunderbare, natürlich wieder wortlos funktionierende Chemie zwischen Shaun und der mit ein paar überraschenden Alien-Superkräften ausgestatteten, liebenswert naiven Lu-La, die sich erstaunlich schnell wie eine echte Freundschaft anfühlt, trägt ebenfalls viel zum hohen Sympathiefaktor des Films bei.
Fazit:
Das zweite Kino-Abenteuer des vorwitzigen Bauernhof-Helden fällt im Vergleich zum grandiosen Vorgänger zwar etwas holpriger aus, trotzdem werden junge wie ältere Shaun-Fans auch diesmal wieder eine Menge Spaß im Kino haben. Gegen einen dritten „Shaun“-Film hätten wir jedenfalls absolut nichts einzuwenden. (mk)

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