Facts:
Genre: Fantasy, Action, Abenteuer
Regie: Duncon Jones
Cast: Travis Fimmel, Toby Kebbell, Paula Patton
Laufzeit: 124 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Universal Pictures Germany
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| (c) Universal Pictures Germany |
Inhalt:
Im Reich der Menschen namens Azeroth verbringen die Bewohner schon seit
vielen Jahren in friedliches Leben. Doch von einem Tag zum nächsten
bricht großes Unheil in Form einer furchteinflößenden Rasse über sie:
Kampferprobte Orcs haben ihre Heimat Draenor verlassen, weil diese dem
Untergang geweiht ist und nun sind sie auf der Suche nach einem neuen
Ort, um sich niederzulassen. Als die Orcs ein Portal öffnen, das beide
Welten miteinander verbindet, wird ein erbitterter und unbarmherziger
Krieg um Azeroth entfesselt, der jede Menge Opfer auf beiden Seiten
fordert. Um ihren Untergang abzuwenden, streben der Mensch Anduin Lothar
(Travis Fimmel) und der Orc Durotan (Toby Kebbell) ein gemeinsames
Bündnis für ihre Rassen an...
Bewertung:
Bei dem immensen Tempo, das Duncan Jones anschlägt, bleibt allerdings
auch gar keine Zeit, einen Konflikt mal richtig zu vertiefen. Nach der
kurzen Einführung bei den Orcs, die im Vergleich zum Folgenden fast
schon entschleunigt wirkt, geht es Schlag auf Schlag: Zahlreiche Figuren
und Schauplätze folgen einander in so rasantem Wechsel, dass nur
Hardcore-Fans alles sofort einordnen können, während unbefleckte
Neueinsteiger erst mal nur Bahnhof verstehen. Das Spektakel „Warcraft:
The Beginning“ erschließt sich dagegen jedem sofort, so werden Orte wie
die Wolkenstadt Dalaran oder das in vereisten Bergen gelegene
Eisenschmiede nur kurz aufgesucht, doch das reicht, um das Publikum nach
mehr gieren zu lassen. Immer wieder begeistern Duncan Jones und sein
Kameramann Simon Duggan mit eindrucksvollen
Panoramaschwenks über Städte und Landschaften oder mit virtuosen Fahrten
durch Orcmassen. Mit viel Liebe zum Detail, wie zum Beispiel bei den
unterschiedlichen Kampfinsignien und Schmuckstücken der Orckrieger,
sorgen sie dafür, dass vor den Augen des Zuschauers wirklich eine
fantastische Welt entsteht.
Die Orcs sind ohnehin ein Prunkstück des Films. Die größtenteils per Motion-Capture-Verfahren zum Leben erweckten Krieger wirken schlicht gigantisch, ihre riesigen Körper und ihre beeindruckenden Muskeln werden immer wieder wirkungsvoll ins Bild gerückt. Dabei spielen die Filmemacher mit den Größenverhältnissen und setzen die Orcs geschickt in Relation zu den im Vergleich geradezu schmächtigen Menschen. Das ergibt vor allem in den Schlachten eindrucksvolle Aufnahmen und wenn die mächtigen Orcwaffen auf die Schilder der Menschen krachen, meint man im Kinosessel zu spüren, wie der Boden bebt. Ansonsten verläuft das Kampfgetöse weitgehend in vertrauten Fantasy-Bahnen – ganz nach dem schlichten Motto „Mehr Kraft gegen mehr Cleverness“. An den epischen Sog einer „Herr der Ringe“-Trilogie kommt „Warcraft: The Beginning“ daher bei weitem (noch) nicht heran, dem steht auch entgegen, dass hier Figuren wiederholt innehalten, um mitten im Schlachtengetümmel „bedeutsame“ Dialoge auszutauschen, während die Widersacher in dieser Zeit freundlicherweise von ihnen ablassen. Das wirkt nicht episch, sondern bisweilen unfreiwillig komisch.
Mag „Warcraft: The Beginning“ erzählerisch vor allem Stückwerk sein, rein inszenatorisch spielt Duncan Jones in der obersten Blockbuster-Liga mit. Wie der Regisseur und sein Team etwa den Einsatz von Magie visualisieren - vor allem der mysteriöse Einsiedler Medivh tut sich da mit seinen Schutzzaubern hervor - das ist ebenso spektakulär wie sinnfällig: Statt ein oberflächliches Effektgewitter zu entfachen, integriert Jones die magischen Fähigkeiten organisch in seine Fantasy-Landschaften, aber auch in die Handlung: Da geht es dann nicht mehr nur darum, zu zeigen, was man kann, sondern auch ganz unmittelbar und dramatisch um die Folgen des Zaubers, etwa wenn sich einige Figuren plötzlich auf verschiedenen Seiten einer Schutzwand wiederfinden. Hier kommt dann auch eine echte Dramatik in den Film, die ihm sonst oft fehlt. In der Figur Garona etwa, die weder zu den Orcs noch zu den Menschen richtig gehört und die trotzdem auf beiden Seiten eine Heimat sucht, ist zwar ein zentraler Konflikt angelegt, aber der bleibt trotz der großartigen Paula Patton über zu weite Strecken reine Behauptung. Daneben stechen aus dem Cast Travis Fimmel als Krieger, der sichtbar schon einiges erlebt hat, und vor allem der wandelbare Ben Foster als Medivh heraus. Foster bringt die Zerrissenheit des Sonderlings glaubhaft rüber, auch wenn der weitere Weg der Figur schon bei seinem ersten Auftritt – übrigens eine der ganz seltenen humorvolleren Szenen – absehbar ist.
Fazit:
Die Orcs sind ohnehin ein Prunkstück des Films. Die größtenteils per Motion-Capture-Verfahren zum Leben erweckten Krieger wirken schlicht gigantisch, ihre riesigen Körper und ihre beeindruckenden Muskeln werden immer wieder wirkungsvoll ins Bild gerückt. Dabei spielen die Filmemacher mit den Größenverhältnissen und setzen die Orcs geschickt in Relation zu den im Vergleich geradezu schmächtigen Menschen. Das ergibt vor allem in den Schlachten eindrucksvolle Aufnahmen und wenn die mächtigen Orcwaffen auf die Schilder der Menschen krachen, meint man im Kinosessel zu spüren, wie der Boden bebt. Ansonsten verläuft das Kampfgetöse weitgehend in vertrauten Fantasy-Bahnen – ganz nach dem schlichten Motto „Mehr Kraft gegen mehr Cleverness“. An den epischen Sog einer „Herr der Ringe“-Trilogie kommt „Warcraft: The Beginning“ daher bei weitem (noch) nicht heran, dem steht auch entgegen, dass hier Figuren wiederholt innehalten, um mitten im Schlachtengetümmel „bedeutsame“ Dialoge auszutauschen, während die Widersacher in dieser Zeit freundlicherweise von ihnen ablassen. Das wirkt nicht episch, sondern bisweilen unfreiwillig komisch.
Mag „Warcraft: The Beginning“ erzählerisch vor allem Stückwerk sein, rein inszenatorisch spielt Duncan Jones in der obersten Blockbuster-Liga mit. Wie der Regisseur und sein Team etwa den Einsatz von Magie visualisieren - vor allem der mysteriöse Einsiedler Medivh tut sich da mit seinen Schutzzaubern hervor - das ist ebenso spektakulär wie sinnfällig: Statt ein oberflächliches Effektgewitter zu entfachen, integriert Jones die magischen Fähigkeiten organisch in seine Fantasy-Landschaften, aber auch in die Handlung: Da geht es dann nicht mehr nur darum, zu zeigen, was man kann, sondern auch ganz unmittelbar und dramatisch um die Folgen des Zaubers, etwa wenn sich einige Figuren plötzlich auf verschiedenen Seiten einer Schutzwand wiederfinden. Hier kommt dann auch eine echte Dramatik in den Film, die ihm sonst oft fehlt. In der Figur Garona etwa, die weder zu den Orcs noch zu den Menschen richtig gehört und die trotzdem auf beiden Seiten eine Heimat sucht, ist zwar ein zentraler Konflikt angelegt, aber der bleibt trotz der großartigen Paula Patton über zu weite Strecken reine Behauptung. Daneben stechen aus dem Cast Travis Fimmel als Krieger, der sichtbar schon einiges erlebt hat, und vor allem der wandelbare Ben Foster als Medivh heraus. Foster bringt die Zerrissenheit des Sonderlings glaubhaft rüber, auch wenn der weitere Weg der Figur schon bei seinem ersten Auftritt – übrigens eine der ganz seltenen humorvolleren Szenen – absehbar ist.
Fazit:
Leider ist es mal wieder eine typische Videospiele-Verfilmung. Gags zünden nicht bei jedem Kinobesucher, nicht nachvollziehbare Sprünge in der Handlung und die fehlende Tiefe der Charaktere zeichnen WARCRAFT aus. Allerdings sind die Bilder oft gewaltig und erstklassig dargestellt, was noch Hoffnung für die Fortsetzungen gibt… 6 von 10 Punkte (mk)

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