Facts:
Genre: Abenteuer, Fantasy
Regie: John Favreau
Cast: Neel Sethi, Joachim Krol, Armin Rohde, Heike Makatsch
Laufzeit: 106 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
Verleih: Walt Disney Germany
![]() |
| (c) Walt Disney Germany |
Inhalt:
Der junge Mogli (Neel Sethi) ist nach einem Zwischenfall von seiner
Familie getrennt und von nun an alleine im indischen Dschungel
unterwegs. Er findet schon bald Zuflucht bei der Wolfsmutter Rakcha
(Stimme: Lupita Nyong'o), die ihn als eines ihrer Kinder aufzieht.
Allerdings hat es Schir Khan (Idris Elba) auf Mogli abgesehen. Der Tiger
will alle menschliche Bedrohung vernichten, um die Gesetze des
Dschungels zu wahren. Also verlässt Mogli die Wölfe und beginnt ein
Abenteuer voller Gefahren, bei dem er dem fröhlichen Bären Balu (Bill
Murray) und dem strengen Panther Baghira (Ben Kingsley) begegnet. Auf
dem Weg durch den Dschungel bekommen es die neuen Freunde mit allerhand
Gefahren zu tun, so auch mit der hinterhältigen Schlange Kaa (Scarlett
Johansson) und dem verschlagenen Affenkönig Louie (Christopher Walken) –
doch allen voran Schir Khan, der immer noch hinter dem Menschenjungen
her ist...
Bewertung:
Mit dem Film „The Jungle Book“ verpasst Disney dem klassischen Stoff ein
zeitgemäßes Gewand. Hier gibt es keine niedlich gezeichneten Animationen mehr, sondern es wird die volle Bandbreite der
technischen Möglichkeiten des Jahres 2016 vorgeführt. Gleichzeitig ist
Jon Favreaus generalüberholtes Neu-„Dschungelbuch“ deutlich düsterer und
ernster als die fröhlich-sympathische 1967er Version. Anders als diese
beiden beliebten Klassiker ist „The Jungle Book“ für jüngere Kinder
nicht geeignet – dafür ist er durchweg zu unheimlich. Man verlässt die
Pfade des harmlos-gutmütigen Familienkinos allerdings auch nicht
konsequent, vielmehr wird zuweilen ziemlich abrupt und wenig plausibel
die Stimmung gewechselt. Der Beginn ist finster und bereits
actiongeladen, aber mit der Ankunft von Bär Balu, der hier (zunächst)
wesentlich verschlagener und selbstsüchtiger agiert als bei Wolfgang
Reitherman, kommt auch in Favreaus Film zumindest ein Anflug der alten
Fröhlichkeit auf – bis sie später in der bedrohlichen Episode mit
Affenkönig Louie wieder
wie weggeblasen ist.
Trotz des uneinheitlichen Erzähltons kommt keine Langeweile auf, denn Favreau hält das Tempo hoch: Angriffe, Verfolgungsjagden – Mogli gerät von einer bedrohlichen Situation in die andere. Obwohl die schauspielerische Präsenz des zum Zeitpunkt des Drehs elf Jahre alten Newcomers Neel Sethi sich in Grenzen hält, lässt sich recht gut mit dem mutigen Jungen, der sich seinen Platz in der Dschungelwelt erobern muss, mitfiebern. Wichtiger als alle erzählerischen Feinheiten scheint den Filmemachern allerdings die visuelle Brillanz zu sein: Der Mensch Mogli und die fotorealistisch animierten Tiere fügen sich nahtlos ein in die berauschend schöne, aus dem Computer stammende Dschungelwelt. Die Bewegungen der Tier-Figuren sind besonders überzeugend gelungen (vor allem Baghira beeindruckt mit geschmeidiger Anmut), trotzdem haben diese Schöpfungen nicht selten etwas Steriles und Künstliches an sich: Dass die wilden Tiere sprechen können, wirkt ohne die klare Stilisierung ins Menschliche, an die wir uns beim traditionellen Animationsfilm so sehr gewöhnt haben, tatsächlich etwas ungewohnt und irritierend – durch den äußeren Realismus wird letztlich auch das Ausdrucksspektrum der Figuren reduziert.
In Look und Stimmung ist „The Jungle Book“ sehr eigenständig und kaum mit den anderen bisherigen Filmversionen zu vergleichen – auch nicht mit Disneys eigenem zum Vorbild erkorenen Zeichentrickklassiker. Eine unverkennbare Hommage an dieses von Generationen geliebte „Dschungelbuch“ gibt es dennoch: Komponist John Debney („Die Passion Christi“) variiert einige markante Themen und Lieder aus dem 1967er Film. So trägt Bill Murray als kumpeliger Balu, der sich neben dem fürsorglichen Baghira auch hier als der größte Sympathieträger erweist, das legendäre „The Bare Necessities“ („Probier’s mal mit Gemütlichkeit“) vor, auch der Affensong „I wanna be like you“ feiert ein Comeback. Trotz dieser Einlagen ist „The Jungle Book“ allerdings keineswegs ein Musical, sondern ein rassig-kurzweiliges Action-Abenteuer über das Erwachsenwerden unter schwierigen Umständen. Regisseur Favreau findet das rechte Gleichgewicht zwischen technischer Innovation und erzählerischer Sorgfalt, zwischen Altem und Neuem zwar nicht, seine eigentümliche Mischung ist trotzdem durchaus reizvoll.
Fazit:
Trotz des uneinheitlichen Erzähltons kommt keine Langeweile auf, denn Favreau hält das Tempo hoch: Angriffe, Verfolgungsjagden – Mogli gerät von einer bedrohlichen Situation in die andere. Obwohl die schauspielerische Präsenz des zum Zeitpunkt des Drehs elf Jahre alten Newcomers Neel Sethi sich in Grenzen hält, lässt sich recht gut mit dem mutigen Jungen, der sich seinen Platz in der Dschungelwelt erobern muss, mitfiebern. Wichtiger als alle erzählerischen Feinheiten scheint den Filmemachern allerdings die visuelle Brillanz zu sein: Der Mensch Mogli und die fotorealistisch animierten Tiere fügen sich nahtlos ein in die berauschend schöne, aus dem Computer stammende Dschungelwelt. Die Bewegungen der Tier-Figuren sind besonders überzeugend gelungen (vor allem Baghira beeindruckt mit geschmeidiger Anmut), trotzdem haben diese Schöpfungen nicht selten etwas Steriles und Künstliches an sich: Dass die wilden Tiere sprechen können, wirkt ohne die klare Stilisierung ins Menschliche, an die wir uns beim traditionellen Animationsfilm so sehr gewöhnt haben, tatsächlich etwas ungewohnt und irritierend – durch den äußeren Realismus wird letztlich auch das Ausdrucksspektrum der Figuren reduziert.
In Look und Stimmung ist „The Jungle Book“ sehr eigenständig und kaum mit den anderen bisherigen Filmversionen zu vergleichen – auch nicht mit Disneys eigenem zum Vorbild erkorenen Zeichentrickklassiker. Eine unverkennbare Hommage an dieses von Generationen geliebte „Dschungelbuch“ gibt es dennoch: Komponist John Debney („Die Passion Christi“) variiert einige markante Themen und Lieder aus dem 1967er Film. So trägt Bill Murray als kumpeliger Balu, der sich neben dem fürsorglichen Baghira auch hier als der größte Sympathieträger erweist, das legendäre „The Bare Necessities“ („Probier’s mal mit Gemütlichkeit“) vor, auch der Affensong „I wanna be like you“ feiert ein Comeback. Trotz dieser Einlagen ist „The Jungle Book“ allerdings keineswegs ein Musical, sondern ein rassig-kurzweiliges Action-Abenteuer über das Erwachsenwerden unter schwierigen Umständen. Regisseur Favreau findet das rechte Gleichgewicht zwischen technischer Innovation und erzählerischer Sorgfalt, zwischen Altem und Neuem zwar nicht, seine eigentümliche Mischung ist trotzdem durchaus reizvoll.
Fazit:
Jon Favreau schreibt den Disney-Mythos „Dschungelbuch“ fort und schafft
mit seinem Fantasy-Action-Abenteuer „The Jungle Book“ eine technisch
brillante und durchaus eigenständige, aber weit von dem Charme des
Zeichentrick-Klassikers entfernte Neuinterpretation. Besonders die Animationen und Effekte wissen zu überzeugen. Dafür vergeben wir nicht kinderfreie 7 von 10 Punkte. (mk)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen