Facts:
Genre: Kinderfilm, Animation
Regie: Steven Spielberg
Cast: Mark Rylance, Ruby Barnhill, Penelope Wilton
Laufzeit: 117 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
Verleih: Constantin Filmverleih
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| (c) Constantin Filmverleih |
Inhalt:
Die Geisterstunde beginnt nicht um 0 Uhr nachts, so wie alle denken, sie
beginnt um 3 Uhr morgens! Waisenkind Sophie (Ruby Barnhill) weiß das,
denn sie kann in ihrem Kinderheim nicht schlafen und geht deswegen
nachts auf Streifzug. Dabei beobachtet sie eines Morgens, wie eine über
sieben Meter große Gestalt eine umgefallene Mülltonne wieder aufstellt –
und wird von dem fremden, gigantisch großen Mann alsbald ins Reich der
Riesen verschleppt. Zum Glück für Sophie ist sie in Obhut des Big
Friendly Giant geraten, der ihr nichts Böses will, sondern sie
stattdessen lieber auf Traumjagd mitnimmt. Doch es gibt noch andere
Riesen, die sind größer als der BFG und die fressen Menschen. Sophie und
ihr neuer Freund schmieden also einen Plan – der hat mit dem Buckingham
Palace und der Königin von England (Penelope Wilton) zu tun…
Bewertung:
Die CGI-Effekte der Riesen, allgemein die Kameraarbeit von Janusz Kaminski – „BFG“ ist visuell schlichtweg atemberaubend. Noch
beeindruckender als die pure technische Brillanz ist die scheinbar
unerschöpfliche Kreativität, mit der Spielberg sein riesenhaftes
Abenteuer in Szene setzt: Das geht schon los mit dem ersten Auftritt des
BFG, wenn der Riese mit Hilfe allerlei geschickter Schattenspielereien
unbemerkt durchs nächtliche London schleicht – da verschwinden plötzlich
ganze Seitenstraßen oder auf der anderen Seite der Allee steht mit
einmal ein Baum mehr. Apropos Schatten: In einer der berührendsten
Szenen des Films pusten Sophie und der BFG einem kleinen Jungen einen
Traum durchs Fenster – und während der schlafende Junge im Vordergrund
zu lächeln beginnt, sehen wir als Schattenspiel auf der Zimmerwand, wie
der US-Präsident den verblüfften Vater anruft und ihm erzählt, dass er
unbedingt und ganz dringend mit seinem Sohn sprechen müsse, denn nur der
könne die Situation jetzt noch retten.
Spielberg spielt – jedenfalls was die inszenatorische Finesse angeht - einmal mehr in seiner ganz eigenen Liga: Wie er innerhalb einzelner Kamerafahrten immer wieder zwischen den Größenmaßen der Menschen und der Riesen hin und her wechselt, ist nicht weniger als ganz, ganz große Kinokunst. Das ist mal ein bewusst auffälliger Effekt, etwa wenn die Brille von Sophie in Nahaufnahme gezeigt wird, während der klein weit im Hintergrund stehende BFG sie aufhebt – und plötzlich seine gigantischen Finger von oben ins Bild ragen. Noch öfter sind diese Perspektivverschiebungen aber auch ganz subtil und natürlich in den Filmfluss eingewoben. Spätestens bei der Traumjagd und dem folgenden Traumbrauen wird mancher Spielberg-Verächter wieder laut „Kitsch!!!“ schreien – aber auch hier ist der Einfallsreichtum verblüffend: Braucht der Traum noch ein wenig mehr „Armee“, dann gibt man einfach noch etwas aus der grünen Flasche dazu, aus der dann Mini-Soldaten-Träume mit Fallschirmen in den Traummixer gleiten.
Mitunter droht die zentrale Freundschaft und damit der eigentliche Kern des Außenseiter-Märchens ein wenig hinter dem visuellen Rausch zurückzustehen – aber letztendlich wird das durch die schiere Präsenz der beiden überragenden Hauptdarsteller verhindert: Der zwölfjährigen Ruby Barnhill steht definitiv eine große Karriere als Kinderstar ins Haus – abseits der klassischen Hollywood-Vorstellungen von „süß“ agiert sie mit keckem Selbstbewusstsein und großer emotionaler Intelligenz. Hätte Spielberg „BFG“ wie einst geplant bereits vor 15 Jahren verfilmt, hätte Robin Williams die Titelrolle spielen sollen. Aber so sehr wir den 2014 verstorbenen Komiker auch schätzen, mit Mark Rylance ist der Film nicht nur ein ganz anderer, sondern sehr wahrscheinlich auch ein besserer geworden: Der frischgebackene Oscarpreisträger verleiht dem BFG mit seiner gewohnt subtilen Performance eine tiefe Tragik und kraftvolle Ernsthaftigkeit. Trotzdem ist er in den explosiven Pupsszenen und mit seiner Interpretation der Dahl’schen Fantasiesprache Gobblefunk immer wieder auch urkomisch.
Fazit:
Spielberg spielt – jedenfalls was die inszenatorische Finesse angeht - einmal mehr in seiner ganz eigenen Liga: Wie er innerhalb einzelner Kamerafahrten immer wieder zwischen den Größenmaßen der Menschen und der Riesen hin und her wechselt, ist nicht weniger als ganz, ganz große Kinokunst. Das ist mal ein bewusst auffälliger Effekt, etwa wenn die Brille von Sophie in Nahaufnahme gezeigt wird, während der klein weit im Hintergrund stehende BFG sie aufhebt – und plötzlich seine gigantischen Finger von oben ins Bild ragen. Noch öfter sind diese Perspektivverschiebungen aber auch ganz subtil und natürlich in den Filmfluss eingewoben. Spätestens bei der Traumjagd und dem folgenden Traumbrauen wird mancher Spielberg-Verächter wieder laut „Kitsch!!!“ schreien – aber auch hier ist der Einfallsreichtum verblüffend: Braucht der Traum noch ein wenig mehr „Armee“, dann gibt man einfach noch etwas aus der grünen Flasche dazu, aus der dann Mini-Soldaten-Träume mit Fallschirmen in den Traummixer gleiten.
Mitunter droht die zentrale Freundschaft und damit der eigentliche Kern des Außenseiter-Märchens ein wenig hinter dem visuellen Rausch zurückzustehen – aber letztendlich wird das durch die schiere Präsenz der beiden überragenden Hauptdarsteller verhindert: Der zwölfjährigen Ruby Barnhill steht definitiv eine große Karriere als Kinderstar ins Haus – abseits der klassischen Hollywood-Vorstellungen von „süß“ agiert sie mit keckem Selbstbewusstsein und großer emotionaler Intelligenz. Hätte Spielberg „BFG“ wie einst geplant bereits vor 15 Jahren verfilmt, hätte Robin Williams die Titelrolle spielen sollen. Aber so sehr wir den 2014 verstorbenen Komiker auch schätzen, mit Mark Rylance ist der Film nicht nur ein ganz anderer, sondern sehr wahrscheinlich auch ein besserer geworden: Der frischgebackene Oscarpreisträger verleiht dem BFG mit seiner gewohnt subtilen Performance eine tiefe Tragik und kraftvolle Ernsthaftigkeit. Trotzdem ist er in den explosiven Pupsszenen und mit seiner Interpretation der Dahl’schen Fantasiesprache Gobblefunk immer wieder auch urkomisch.
Fazit:
Ein vor allem visuell bahnbrechendes Kinomärchen. Dennoch halte ich die Freigabe ab 0 Jahren für falsch, was gerade den Teil der Story um die Queen und die Armee Invasion ins Riesenland anbelangt. Damit kann keiner unter 10 Jahren etwas anfangen. Daher vergebe ich märchenhafte 7 von 10 Punkte.

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