Samstag, 7. November 2015

The Last Witch Hunter OV



Facts:
Genre: Fantasy, Action, Horror
Regie: Breck Eisner
Cast: Vin Diesel, Rose Leslie, Elijah Wood
Laufzeit: 107 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Concorde Filmverleih GmbH


(c) Concorde Filmverleih GmbH


Inhalt: 
Einer der letzten überlebenden Hexenjäger der heutigen Welt, Kaulder (Vin Diesel), zieht durch die Straßen von New York, um die Erde vor einer zerstörerischen Kraft zu schützen – ausgestattet mit hilfreichen Tipps von Father Dolan (Michael Caine) und dessen Schüler (Elijah Wood), im Kampf unterstützt durch die Hexe Chloe (Rose Leslie). Der 700-jährige Kaulder und seine magisch begabte Begleiterin versuchen, den zahllosen bösen Hexen und Zauberern, die in New York unter dem Kommando einer niederträchtigen Königin (Julie Engelbrecht) ihr Unwesen treiben, das Handwerk zu legen. Denn die Unholde vermehren sich bedrohlich, nachdem sie bereits einen Großteil der anderen Hexenjäger getötet haben. Bald liegt es allein an dem ungleichen Duo Kaulder und Chloe, die wachsende Gegnerschar endgültig zu stoppen – und deren Anführerin... 

Bewertung:
Auf dem Papier vereint der Part des unsterblichen Hexenjägers Kaulder, den Diesel nun in Breck Eisners übernatürlichem Fantasy-Film „The Last Witch Hunter“ verkörpert, die Stärken des Schauspielers in einer Mischung aus Action und Emotion. Doch was sich in der Theorie durchaus vielversprechend anhört, führt am Ende bekanntlich längst nicht immer zu guten Ergebnissen: Regisseur Eisner („Sahara“, „The Crazies“) verliert sich immer wieder in effektelastigem Fantasy-Brimborium und auch Vin Diesel vermag dem teils hanebüchenen Hexen-Hokuspokus kaum etwas entgegenzusetzen. Als Startschuss zu einem angedachten neuen Franchise ist „The Last Witch Hunter“ zu unausgegoren und sein Protagonist zu blass, aber mit vielen mal amüsanten, mal beeindruckenden Einzelheiten und einigen wahrhaft spektakulären Sequenzen bietet die 90-Millionen-Dollar-Produktion trotzdem akzeptable Unterhaltung für Genre-Fans.

Der „Dungeons & Dragons“-Fan Vin Diesel ist auch als Co-Produzent an „The Last Witch Hunter“ beteiligt und es lässt sich gut erkennen, was den Star an dem Projekt gereizt hat – neben dem schnittigen Aston Martin natürlich, mit dem der Autofreak hier durch Manhattan beziehungsweise durch das New-York-Double Pittsburgh kurvt: mittelalterliche Flüche, flammende Schwerter, furchteinflößende Kreaturen (imposant ist vor allem der Wächter der Königin, ein Monster aus Knochen), magische Fähigkeiten und knifflige Aufgaben. Was die Drehbuchautoren hier angerührt haben, erinnert bis in die eigenwillige Dramaturgie hinein an ein Rollenspiel - immer wieder werden unvermittelt neue Elemente eingeführt, als hätte jemand eine Aktionskarte vom Stapel gezogen oder eine Anweisung vom Spielleiter bekommen. Das hat manchmal durchaus Charme wie bei der Einführung des Traumwandelns gerade im rechten Moment. Die etwas sprunghafte Erzählweise geht aber vor allem zu Lasten der Figuren: Die Hexen und ihre Handlanger sind nur durch Look und Design interessant, den einfachen Menschen bleibt lediglich die bemühte Miene zum oberflächlichen Spiel: Bei Michael Caine blitzt großväterliche Würde auf, bei Elijah Wood verhuschtes Außenseitertum und bei „Game Of Thrones“-Star Rose Leslie immerhin ein wenig kantige Eigenwilligkeit. Und der Protagonist besitzt kaum mehr Profil als die Nebenfiguren.

Im langgezogenen und sehr unübersichtlichen mittelalterlichen Action-Prolog trägt Vin Diesel eine wilde Haar- und Barttracht, die er mit dem Sprung in die Gegenwart gegen das gewohnte kahlköpfige und glattrasierte Erscheinungsbild eintauscht: Kaulder sitzt in einem Flugzeug, wo ein Hexen-Teenager mit Wetterrunen für Turbulenzen sorgt. Nach dieser spaßigen Sequenz, in der Diesel spürbar in seinem selbstironischen Element ist, geht der Hauptfigur und mit ihr dem ganzen Film die Leichtigkeit jedoch schnell verloren, ohne dass der nun weitgehend düstere Tonfall mit einer tatsächlichen Ernsthaftigkeit einhergehen würde. So wird der Leidensdruck des einzigen ewig Lebenden unter all den Sterblichen kaum vermittelt – es muss reichen, dass Kaulder gerne an alten Uhren rumbastelt. Diesel entledigt sich seiner Aufgabe dabei geradezu unauffällig, so spielt auch er letztlich nur die zweite Geige gegenüber den Fantasy-Elementen. Die Effekte sind dann auch mehr als solide, die Spezialisten haben eine Menge zu tun: Mitreißend sind besonders ein Insektensturm über Manhattan und die handfeste Action-Demontage einer Hexen-Bar, während der apokalyptische Showdown epische Ausmaße hat. Doch zu dem Zeitpunkt sind Regisseur Breck Eisner, die erzählerischen Zügel längst entglitten.

Fazit: 
Durchschnittliches, teilweise öde wirkendes Fantasy-Spektakel mit einem blassen Vin Diesel. Dafür sind leider nicht mehr als 5 von 10 trostlose Punkte drin. (mk)

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