Samstag, 30. Mai 2015

San Andreas OV



Facts:

Genre: Action
Regie: Brad Peyton
Cast: Dwayne Johnson, Carla Gugino, Alexandra Daddario


Laufzeit: 116 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Warner Bros GmbH


(c) Warner Bros GmbH

Inhalt: 

In Kalifornien ist die berühmt-berüchtigte San-Andreas-Verwerfung eine tickende Zeitbombe: Experten sagen schon lange voraus, dass es irgendwann mal zu einem verheerenden Erdbeben kommen muss, wenn sie sich verschiebt. Die Mega-Metropole Los Angeles wäre davon unmittelbar betroffen. Und wie es das Schicksal nun so will, bricht eines Tages tatsächlich jenes Horror-Szenario über die Stadt herein, in dessen Verlauf ein Beben der Stärke 9 alles in Schutt und Asche legt. Mitten in diesem Chaos versucht sich der Hubschrauber-Rettungspilot Ray (Dwayne Johnson) gemeinsam mit seiner Noch-Ehefrau Emma (Carla Gugino) von LA nach San Francisco durchzuschlagen. Denn dort sitzt ihre gemeinsame Tochter Blake (Alexandra Daddario) fest und wartet verzweifelt auf Hilfe. Doch gerade, als sich die Lage zu beruhigen scheint, geht die gewaltige Natur-Katastrophe erst richtig los... 

Bewertung:

In einem Kinozeitalter, in dem schon in Superheldenfilmen wie „The Avengers“ (New York) oder „Man of Steel“ (New York doubelt Metropolis) gefühlt halbe Städte dem Erdboden gleichgemacht werden, haben es ausgewiesene Katastrophenfilme natürlich immer schwerer, das allgemeine Blockbuster-Zerstörungsniveau noch zu toppen. Aber in dieser Hinsicht muss sich bei „San Andreas“ wirklich niemand Sorgen machen: Wenn Brad Peyton die CGI-Destruktionsmaschinerie erst einmal anschmeißt, dann bleibt an der halben Westküste praktisch kein Stein mehr auf dem anderen (und der Rest wird einfach von einem Tsunami weggeschwemmt). Die Animationskünstler haben dabei zwar überzeugende Arbeit geleistet, aber die intensiveren Sequenzen sind am Ende doch jene, in denen die Macher erkennbar auf handgemachte Effekte und reale Sets setzen (etwa die Unterwasserrettung im zigsten Stockwerk eines Hochhauses). Nur bleibt einem das Schicksal der Figuren, mit denen wir uns durch das Trümmerfeld San Francisco schlagen, leider ziemlich schnuppe: Die Konstellation Vater (Dwayne Johnson), Tochter (Alexandra Daddario), Bald-Ex-Frau (Carla Gugino) und neuer Lover (Ioan Gruffudd) ist nicht nur direkt aus „2012“ übernommen, sie verpufft auch ähnlich wirkungslos: Nicht nur glaubt man keine Sekunde, dass hier tatsächlich zwei Eltern um das Leben ihrer Tochter kämpfen, Johnson strahlt außer in der gelungenen Eröffnungssequenz auch kaum einmal seinen berühmten B-Movie-Charme aus.

Natürlich sind Katastrophen-Blockbuster in erster Linie Popcornkino, aber „San Andreas“ lässt sich sogar ruhigen Gewissens als Wohlfühl-Erdbebenfilm beschreiben: Während der Geschehnisse sterben realistisch gesehen Millionen von Menschen – aber Regisseur Brad Peyton scheint seinem Publikum unbedingt vermitteln zu wollen, dass das ja alles nur halb so schlimm sei. So handeln zum Beispiel die Nachrichtenberichte im Hintergrund meist von Hunderten Geretteten und niemals von Tausenden Toten, von denen insgesamt kaum etwas zu sehen ist. Spannung kommt so nur selten auf. Als Reaktion auf das verheerende Erdbeben in Nepal wurde die bereits angelaufene Marketingkampagne zu „San Andreas“ nachträglich angepasst. Besser hätten die Macher aber gleich auch noch einige besonders dummdreiste Szenen ganz herausgeschnitten. So steht da nun Dwayne Johnson pathetisch in die Ferne starrend vor einer riesigen wehenden US-Flagge und beantwortet die Frage „Und was jetzt?“ wie ein wahrhaft pragmatischer Patriot: „Jetzt bauen wir wieder auf.“ Zynischer geht’s eigentlich nicht, selbst wenn es nach dem ermüdenden CGI-Overkill so am Ende zumindest noch mal was zum Lachen gibt.

Fazit: 

Orgiastisches Zerstörungsspektakel, bei dem aber nur selten Spannung aufkommt. Da bleiben nur enttäuschende 4 von 10 Punkte übrig. (mk)

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