Freitag, 12. Juni 2015

Spy - Susan Cooper undercover



Facts:

Genre: Action, Komödie
Regie: Paul Feig
Cast: Melissa McCarthy, Jason Statham, Jude Law


Laufzeit: 120 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Fox Deutschland


(c) Fox Deutschland

Inhalt: 

Susan Cooper (Melissa McCarthy) ist eine bescheidene CIA-Analystin, die ausschließlich am Schreibtisch arbeitet. Auch wenn sie damit für die eigentliche Planung der gefährlichen Missionen des Geheimdienstes verantwortlich ist, sind es die Agenten im Feldeinsatz, die anschließend die Lorbeeren für einen erfolgreich abgeschlossenen Job ernten und Susan bleibt weitgehend unbeachtet. Doch als ihr Partner Bradley Fine (Jude Law) den Machenschaften der schönen Raina Boyanov (Rose Byrne) und ihren Strippenziehern im Hintergrund zum Opfer fällt, meldet sich Susan kurzerhand freiwillig für einen heiklen Undercover-Einsatz. Bei diesem soll sie die Organisation eines gefährlichen Waffenhändlers infiltrieren und gleichzeitig wird ihr so die Möglichkeit geboten, Vergeltung für ihren Partner zu üben. In zum Teil unglamourösen Tarnungen, etwa als Katzenliebhaberin aus Iowa, erlebt Susan das Abenteuer ihres Lebens, bei dem sie zur Heldin der gefährlichsten Mission des CIA wird. 

Bewertung:

Wer Melissa McCarthy 2011 in ihrer oscarnominierten Rolle als schmerzbefreit-resolute Brautjungfer in „Brautalarm“ gesehen hat, dem muss sofort klargewesen sein: Die herzensgute Köchin aus „Gilmore Girls“ ist auf ihrem Weg zum Comedy-Superstar nicht mehr aufzuhalten! Aber auch wenn sich ihre Folgeprojekte „Voll abgezockt“, „Taffe Mädels“ und „Tammy“ an den Kinokassen allesamt als Hits erwiesen, waren wir kurz davor, die Geduld mit McCarthy zu verlieren – denn sonderlich lustig fanden wir keinen der Filme. Da kommt „Spy – Susan Cooper undercover“ gerade zum rechten Moment, denn die Agenten-Komödie von „Brautalarm“-Regisseur und „Ghostbusters“-Reboot-Maestro Paul Feig ist der Film, den wir uns schon nach ihrer Naturgewalt-Performance vor vier Jahren von McCarthy erhofft haben. In „Spy“ ist sie nicht nur liebenswürdig, schlagfertig, schwarzhumorig und saulustig, wir können ihr auch ruhigen Gewissens das denkbar größte Kompliment machen: Sie lässt sich nämlich selbst von Jude Law, Jason Statham und Rose Byrne nie an die Wand spielen – und die drei verkörpern hier immerhin drei der lustigsten Nebenfiguren der jüngeren Kinogeschichte.  

Paul Feig tut übrigens auch gut daran, Susan Cooper nicht als Schreibtischtäterin einzuführen, die völlig hilflos in das Agenten-Abenteuer taumelt. Stattdessen präsentiert er recht früh eine Rückblende, in der sie während ihrer Ausbildung bei einem Nahkampftraining völlig ausrastet und selbst ihren Anleiter problemlos aufs Kreuz legt. So legt der Regisseur den Grundstein für Action-Szenen, die zwar mit einem Augenzwinkern präsentiert werden, aber darüber hinaus auch einen echten Punch entwickeln. Gerade bei einer Küchenschlägerei inklusive durchstochener Hand macht Feig keine falschen Gefangenen - das R-Rating ist dem Film schon wegen McCarthys Fluch-Tiraden sicher, warum also in Sachen Gewalt noch Abstriche zugunsten einer Jugendfreigabe machen? So ätzt nun einem Mann in „Spy“ in Nahaufnahme der Kehlkopf weg und ein anderer wird brutal aufgespießt – solche Gore-Einlagen gäbe es in einem der PG-13-Bond-Filme jedenfalls definitiv nicht zu sehen.

Auch wenn es bis hierhin ein wenig so klingt, ist „Spy“ keinesfalls eine McCarthy-One-Woman-Show: Jude Law („Sherlock Holmes“) liefert eine grandios-schmierige 007-Parodie, während Szenendieb Jason Statham („Fast and Furious 7“) sein eigenes Dampframmen-Image mit einer Chuzpe durch den Kakao zieht, die wir ihm gar nicht zugetraut hätten. Dazu brilliert Rose Byrne („Bad Neighbors“) als superarrogante, von allem megaangeödete Blaublüterin, die mit ihren trocken-herablassenden Kommentaren selbst McCarthy in ihrem patentierten Beleidigungs-Dauerfeuer-Modus Paroli bieten kann. Dass Miranda Hart („Miranda“) als Susans Kollegin, Morena Baccarin („Homeland“) als elegante Agentin und Bobby Cannavale („Blue Jasmine“) als Waffenschieber hingegen ziemlich blass bleiben, fällt bei so einer geballten Comedy-Power zum Glück kaum weiter auf.

Fazit: 

„Spy – Susan Cooper undercover“ ist keine doppelbödige 007-Meta-Spielerei wie zuletzt „Kingsman: The Secret Service“, sondern eine kerzengerade Action-Komödie – allerdings eine verdammt Lustige! Selten haben wir so viel gelacht und vergeben gut gelaunte 9 von 10 Punkte. (mk)

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