Donnerstag, 21. Mai 2015

Mad Max: Fury Road OV



Facts:

Genre: Action, Sci-Fi, Fantasy
Regie: George Miller
Cast: Tom Hardy, Charlize Theron, Zoë Kravitz


Laufzeit: 120 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
Verleih: Warner Bros Germany


(c) Warner Bros Germany

Inhalt: 

In einer trüben Wüstenlandschaft, wo die Menschheit verkommen und fast jeder bereit ist, für das Überlebensnotwendige bis an die Grenzen zu gehen, leben zwei Außenseiter: Max (Tom Hardy), ein Mann der Tat und weniger Worte, der nach dem Verlust seiner Frau und seines Kindes Seelenfrieden sucht – und die elitäre Furiosa (Charlize Theron), eine Frau der Tat, die glaubt, dass sie ihr Überleben sichern kann, wenn sie es aus der Wüste bis in ihre Heimat schafft. Als Max gerade beschlossen hat, dass er alleine besser dran ist, trifft er auf eine Gruppe in einem Kampfwagen, hinter dessen Steuer Furiosa sitzt. Die Flüchtlinge, darunter Splendid (Rosie Huntington-Whiteley) und andere Ex-Sklavinnen (Riley Keough, Zoë Kravitz, Abbey Lee, Courtney Eaton), sind dem Warlord Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) entkommen, der ihnen nun nachstellt – denn Frauen sind zur Ware geworden, wertvoll wie Wasser und Benzin. Die Konfrontation zwischen Immortan Joes Banden und den Flüchtlingen führt zum temporeichen, staubigen Straßenkrieg… 

Bewertung:

George Miller schlägt gekonnt den Bogen von den mittlerweile 30 Jahre alten Originalfilmen zum Genrekino der heutigen Zeit und wird beiden Seiten nicht nur inszenatorisch gerecht: „Who Killed the World?“ – diese Worte sind an einer Gefängnismauer zu lesen und zwischen den Bildern steckt durchaus auch eine kämpferische Anklage gegen eine verkommene, korrupte, ungerechte und zerstörerische Gesellschaft. Zu dem Hauch Öko-Botschaft und Polit-Rebellion gesellt sich dann auch noch eine ordentliche Portion Verrücktheit: Wenn die zombiehaften Schergen Immortan Joes einen wahnsinnigen E-Gitarrenspieler auf eines ihrer Kampfungetüme spannen, ist das einfach skurril. Außerdem sprühen die Bösen sich Silberspray in den Mund, um sich zur Ekstase hochzupushen - hier werden alle Grenzen gesprengt. Und wenn Miller die fünf bildhübschen, unschuldigen Nymphen in Weiß, die die Mütter einer kommenden Generation werden sollen, erstmals im krassen Kontrast zur kargen Umgebung mit ihren ekligen Kreaturen zeigt, dann ist das auch eine kleine Verbeugung vor der rohen Energie des Exploitationfilms. Am Wegesrand des Wahnsinns lassen sich in diesem Film jede Menge Entdeckungen machen.

Angesichts des äußerst dünnen Handlungsfadens (eine kleine Gruppe Guter fährt von A nach B und wird von einer Horde Böser verfolgt) und der extrem stilisierten Inszenierung müssen die Schauspieler in erster Linie Präsenz zeigen. Tom Hardy und Charlize Theron („Monster“, „Prometheus“) sind für diesen Zweck optimal besetzt, denn sie besitzen echte Starqualitäten. Dem kantigen Briten Hardy steht Mad Max‘ legendäre Lederjacke tatsächlich genauso gut wie seinem Vorgänger Mel Gibson („Braveheart“), der 2006 das damals schlingernde Fortsetzungsschiff verließ und nicht mehr wiederkehren wollte, ehe er später nicht zurückkommen durfte. Während Therons passend getaufte Furiosa mit wilder Entschlossenheit für Freiheit und Zukunft kämpft, versprüht Hugh Keays-Byrne (der schon im ersten „Mad Max“ dabei war) als hinter einer grotesken Maskerade verborgener finsterer Fiesling reine Bedrohlichkeit und wird zu einer Art Wüsten-Darth-Vader. „Fury Road“ fügt sich als unkonventioneller Zwitter aus Sequel und Reboot (auch Reihenneulinge können problemlos einsteigen) organisch in das „Mad Max“-Universum ein, aber ob es wirklich zu den angedachten weiteren Fortsetzungen und damit zur Vollendung einer zweiten Trilogie kommt, hängt davon ab, ob dieser herausragende Film auch den verdienten kommerziellen Erfolg haben wird.

Fazit: 

Der Road Warrior Max Rockatansky ist nach fast 30 Jahren zurück – und wie: George Millers „Mad Max: Fury Road“ ist ein furioser und kühner 3D-Action-Exzess für Adrenalin-Junkies! Immer noch an unseren Sitz gefesselt vergeben wir 8,5 von 10 Punkte. (mk)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen