Facts:
Genre: Animation
Regie: Simon J. Smith, Eric Darnell
Genre: Animation
Regie: Simon J. Smith, Eric Darnell
Cast: Tom McGrath, Chris Miller (LX), Christopher Knights
Laufzeit: 93 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
Verleih: Fox Deutschland
FSK: ab 6 Jahre
Verleih: Fox Deutschland
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| (c) Fox Deutschland |
Inhalt:
Die vier aus den "Madagascar"-Filmen bekannten Pinguine sind eine
militärisch organisierte Gruppe, die immer eine neue gefährliche Mission
im Blick hat. Anführer Skipper (Tom McGrath) übt die Befehlsgewalt aus
und schmiedet die Einsatzpläne, die er im Vorfeld mit Taktiker Kowalski
(Chris Miller) austüftelt. Für die Ausrüstung und fürs Grobe ist der
durchgeknallte Rico (John DiMaggio) zuständig. Durch seine besondere
Fähigkeit, x-beliebige Gegenstände hochzuwürgen, hat er der Gruppe aber
schon ein ums andere Mal aus der Patsche geholfen. Gemeinsam mit Private
(Christopher Knights), dem sensiblen "Nesthäkchen" der Bande, sind die
vier Pinguine ein unschlagbares Team. Nun sind ihre Fähigkeiten aber in
einem besonderen Fall gefragt: Ein hochrangiger Tieragent (Benedict
Cumberbatch) der Geheimorganisation Nordwind ist dem mysteriösen
Bösewicht Dr. Octavius Brine (John Malkovich) dicht auf den Fersen und
die Pinguine geraten mitten rein. Da wollen sie natürlich dem Team von
Nordwind zeigen, dass auch sie echte Agenten sind.
Bewertung:
„Die Pinguine aus Madagascar“ beginnt mit einem richtig gelungenen
Prolog „vor einigen Jahren“. Es wird gezeigt, dass Skipper, Kowalski und
Rico das Pinguin-Leben bereits als Kleinkinder kritisch sehen und sich
fragen, was das endlose Marschieren in einer Reihe soll. Als plötzlich
ein Ei durch die Eislandschaft kullert und dies keinen der älteren
Pinguine kümmert, sind sie mittendrin in ihrem ersten Abenteuer und wir
als Zuschauer in einem lustigen Vorspann, in dem vor allem die durch „Die Reise der Pinguine“
losgetretene Tier-Doku-Welle aufs Korn genommen wird. Mit für einen
Kinderfilm teils ziemlich bissigen Kommentaren wird das Knuddel-Image
der Seevögel aufs Korn genommen, bis auf die vier Helden sind alle
anderen Pinguine ziemlich dumme Herdentiere, die alles nur machen, weil
es schon immer so war. Die Krönung ist der Auftritt eines
Dokumentarfilmers (im Original gesprochen von Regielegende Werner
Herzog!), der gerne ein wenig nachhilft, um spannende Bilder zu
bekommen. Mit ähnlich hoher Schlagzahl und Trefferzahl geht es erst
einmal weiter und so wird beim Einbruch in Fort Knox zum Beispiel ein
Zebrastreifen (!) zur Tarnung genutzt: ein clever in Szene gesetzter
Einfall, bei dem eine Lachsalve im Kinosaal garantiert ist.
Doch je stärker in „Die Pinguine aus Madagascar“ die Jagd auf den Bösewicht in den Vordergrund rückt, desto eintöniger gerät das Geschehen. Während der Schurke an sich noch recht originell ist – so sorgt sein stetiger Wechsel zwischen seinem wahren Ich als Tintenfisch und seiner Tarnung als menschlicher Forscher im weißen Kittel für ein paar Schmunzler -, sind alle anderen Figuren so eindimensional, dass bald nur noch die immer gleichen Witze wiederholt werden: Skipper gibt Befehle, Kowalski analysiert die Lage, Rico frisst alles und Private wird ignoriert, weil er für die anderen nur das kleine Maskottchen ist. Er darf dann als einziger eine Entwicklung durchmachen und zeigen, was er kann, doch das kommt genauso erwartet wie der ganze Rest des Finaldrittels. Dieses erzählerische Problem wird dadurch noch vergrößert, dass es mit Nordwind gleich noch ein zweites vierköpfiges Team mit ähnlicher Binnendynamik gibt. Dort ist Schneeeule Eva (Anne Mahendru/Conchita Wurst) darauf beschränkt, Kowalski schöne Augen zu machen, und der etwas einfältige Polarbär Corporal (Peter Stormare) darf immer nur wiederholen, wie knuffig er die Pinguine findet. So hat jede Figur ihren Running Gag, der bis zur absoluten Ermüdung wiederholt wird.
Auch mit den vielen überbordenden Action-Szenen gelingt es den Machern zu selten, das Geschehen wirklich aufzupeppen. „Die Pinguine aus Madagascar“ sieht ohne Frage richtig gut aus – kein Vergleich zur eher hölzern animierten TV-Serie mit den vier Figuren. Unmotivierte Schauplatzwechsel in Sekundenschnelle wie der von Fort Knox im US-Bundestaat Kentucky nach Venedig ergeben zwar keinen Sinn (offensichtlich hatte jemand eine Idee für eine Actionszene mit Gondolieri – also musste man schnell in die Lagunenstadt), sorgen aber für Abwechslung. Es geht dann auch noch nach Shanghai und New York, so können sich die Regisseure zumindest in sehenswerten Kulissen austoben und lokale Gegebenheiten nutzen, was aber wenig hilft, wenn ein Großteil der Gags immer gleich bleibt. Die besten Momente gibt es noch, wenn eine Spur Selbstironie mitschwingt. So nehmen die Macher einmal sogar selbst ihre übertrieben plötzlichen Schauplatzwechsel aufs Korn. Dazu gibt es immer wieder ein paar herausragende visuelle Elemente und Ideen (vor allem wenn Dave zur Umsetzung seines Plans schreitet), so dass „Die Pinguine aus Madagascar“ zwar gegen Ende etwas ermüdend ist, aber bis zum Schluss auch immer wieder unterhaltsame Sequenzen bietet.
Doch je stärker in „Die Pinguine aus Madagascar“ die Jagd auf den Bösewicht in den Vordergrund rückt, desto eintöniger gerät das Geschehen. Während der Schurke an sich noch recht originell ist – so sorgt sein stetiger Wechsel zwischen seinem wahren Ich als Tintenfisch und seiner Tarnung als menschlicher Forscher im weißen Kittel für ein paar Schmunzler -, sind alle anderen Figuren so eindimensional, dass bald nur noch die immer gleichen Witze wiederholt werden: Skipper gibt Befehle, Kowalski analysiert die Lage, Rico frisst alles und Private wird ignoriert, weil er für die anderen nur das kleine Maskottchen ist. Er darf dann als einziger eine Entwicklung durchmachen und zeigen, was er kann, doch das kommt genauso erwartet wie der ganze Rest des Finaldrittels. Dieses erzählerische Problem wird dadurch noch vergrößert, dass es mit Nordwind gleich noch ein zweites vierköpfiges Team mit ähnlicher Binnendynamik gibt. Dort ist Schneeeule Eva (Anne Mahendru/Conchita Wurst) darauf beschränkt, Kowalski schöne Augen zu machen, und der etwas einfältige Polarbär Corporal (Peter Stormare) darf immer nur wiederholen, wie knuffig er die Pinguine findet. So hat jede Figur ihren Running Gag, der bis zur absoluten Ermüdung wiederholt wird.
Auch mit den vielen überbordenden Action-Szenen gelingt es den Machern zu selten, das Geschehen wirklich aufzupeppen. „Die Pinguine aus Madagascar“ sieht ohne Frage richtig gut aus – kein Vergleich zur eher hölzern animierten TV-Serie mit den vier Figuren. Unmotivierte Schauplatzwechsel in Sekundenschnelle wie der von Fort Knox im US-Bundestaat Kentucky nach Venedig ergeben zwar keinen Sinn (offensichtlich hatte jemand eine Idee für eine Actionszene mit Gondolieri – also musste man schnell in die Lagunenstadt), sorgen aber für Abwechslung. Es geht dann auch noch nach Shanghai und New York, so können sich die Regisseure zumindest in sehenswerten Kulissen austoben und lokale Gegebenheiten nutzen, was aber wenig hilft, wenn ein Großteil der Gags immer gleich bleibt. Die besten Momente gibt es noch, wenn eine Spur Selbstironie mitschwingt. So nehmen die Macher einmal sogar selbst ihre übertrieben plötzlichen Schauplatzwechsel aufs Korn. Dazu gibt es immer wieder ein paar herausragende visuelle Elemente und Ideen (vor allem wenn Dave zur Umsetzung seines Plans schreitet), so dass „Die Pinguine aus Madagascar“ zwar gegen Ende etwas ermüdend ist, aber bis zum Schluss auch immer wieder unterhaltsame Sequenzen bietet.
Fazit:
„Die Pinguine aus Madagascar“ hat einen starken Anfang, bietet danach
aber nur noch durchschnittliche Unterhaltung und zeigt, dass lustige
Nebenfiguren nicht automatisch als Protagonisten für einen ganzen Film
geeignet sind. Etwas enttäuscht vergeben wir 5 von 10 Punkte. (mk)



