Facts:
Genre: Action, Drama
Genre: Action, Drama
Regie: Francis Lawrence
Cast: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth
Laufzeit:
123 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: StudioCanal Deutschland
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: StudioCanal Deutschland
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| (c) StudioCanal Deutschland |
Inhalt:
Nachdem Katniss (Jennifer Lawrence) erfahren musste, dass ihr
Heimat-Distrikt 12 vollständig zerstört wurde, begibt sie sich dorthin,
um die Ausmaße selbst in Augenschein zu nehmen. Bis auf die Unterkünfte
für die Sieger der Spiele wurde der gesamte Bezirk von der Regierung in
Schutt und Asche gelegt, allein der Familienkater Butterblume hat
überlebt. Katniss bringt das Tier in ihr neues Zuhause: Distrikt 13.
Dessen Bewohner leben im Untergrund, besitzen Kernwaffen und stehen der
Regierung feindlich gegenüber. Katniss ist noch immer das Gesicht der
Revolution, der auch ihr Freund Gale Hawthorne (Liam Hemsworth)
angehört. Sie weigert sich aber anfänglich, an Propaganda-Aktionen für
den Aufstand teilzunehmen, da sie um das Leben von Peeta (Josh
Hutcherson) fürchtet. Der wird von der Regierung als Lockvogel
eingesetzt und warnt in einer Sondersendung die Revolutionäre vor einem
Militärschlag seitens der Regierung, sollten diese sich nicht ergeben.
Auf das Versprechen hin, dass Peeta im Falle eines Sieges nicht bestraft
wird und sie den Präsidenten des Kapitols selbst töten darf, willigt
Katniss schließlich doch ein, den Revolutionären zu helfen.
Bewertung:
In „Tödliche Spiele“ hat sie sich für ihre jüngere Schwester geopfert und sich in „Catching Fire“
gegen die Hungerspiele aufgelehnt. Und in „Mockingjay“? Da ist Katniss
erst ein psychisches Wrack und dann ein von Plutarch Heavensbee
fremdgesteuertes Propaganda-Werkzeug. Aber nicht nur die Protagonistin
ist nicht mehr dieselbe, das ganze Franchise hat sich verändert: Die
„Panem“-Reihe war schon immer düster, aber es schwang bei den
Hungerspielen auch immer dieses aufregend-abenteuerliche Gefühl eines
(wenn auch lebensgefährlichen) Pfadfinder-Camps mit. Dieses ist
inzwischen allerdings der puren Verzweiflung gewichen: „Mockingjay“ ist
ein (zumindest in Teil 1) heldenloser Anti-Kriegsfilm, in dem allenfalls
die sich gegen das Kapitol erhebenden und von dessen Soldaten
niedergemähten namenlosen Massen tatsächlich einen heroischen Akt
vollführen (sieht man einmal von der etwas zu absurden Szene ab, in der
Katniss mit einem einzigen Pfeil gleich zwei Jets vom Himmel holt). Und
weil Teil 1 eben nur die erste Hälfte der Geschichte erzählt, braucht
hier auch niemand auf Erlösung zu hoffen: Die blutunterlaufenen Augen
der erneut grandiosen Jennifer Lawrence - und das hätte man nach den
ersten fünf Minuten kaum für möglich gehalten - drücken in der letzten
Szene sogar eine noch tiefere Verzweiflung aus als in der ersten!
Während in „Mockingjay Teil 2“ (Starttermin in Deutschland: 19. November 2015) der tatsächliche Krieg im Zentrum stehen wird, geht es in Teil 1 hauptsächlich um den über die Medien ausgetragenen Propaganda-Wettstreit. So diskutiert Präsident Snow einmal mit seiner Beraterin über die Frage, wie man die Aufständischen denn nun am besten offiziell nennen solle, das Wort „Rebellen“ impliziere schließlich eine gewisse politische Legitimation – anders als etwa „Kriminelle“ oder „Terroristen“. Und das bewegende Video mit Katniss vor dem zerbombten Krankenhaus erinnert auffällig an ein amerikanisches Propagandavideo, mit dem 1990 die US-Invasion in Kuwait gerechtfertigt wurde.
Während in „Mockingjay Teil 2“ (Starttermin in Deutschland: 19. November 2015) der tatsächliche Krieg im Zentrum stehen wird, geht es in Teil 1 hauptsächlich um den über die Medien ausgetragenen Propaganda-Wettstreit. So diskutiert Präsident Snow einmal mit seiner Beraterin über die Frage, wie man die Aufständischen denn nun am besten offiziell nennen solle, das Wort „Rebellen“ impliziere schließlich eine gewisse politische Legitimation – anders als etwa „Kriminelle“ oder „Terroristen“. Und das bewegende Video mit Katniss vor dem zerbombten Krankenhaus erinnert auffällig an ein amerikanisches Propagandavideo, mit dem 1990 die US-Invasion in Kuwait gerechtfertigt wurde.
Während
man bei der Grundidee der Reihe, die im TV übertragenen Hungerspiele
seien wie Opium fürs Volk und würden so den Frieden in Panem sichern,
schon noch ein wenig Unglauben zur Seite schieben musste, bleibt
„Mockingjay Teil 1“ in Sachen Propaganda-Taktiken für einen
Fantasy-Blockbuster geradezu schmerzhaft nah an der Realität. Und so
kommt der Film übrigens auch fast ganz ohne Action aus: Es ist den
Machern hoch anzurechnen, dass sie voll auf ihre Geschichte und ihre
starke Protagonistin vertrauen, anstatt sich zusätzliches Spektakel
einfach aus den Fingern zu saugen. In Teil 2 wird ohnehin noch genug in
die Luft fliegen.
Anders als in den ersten zwei Filmen ist Jennifer Lawrence in „Mockingjay Teil 1“ der alleinige Star. Während sie praktisch in jeder Sequenz zu sehen ist, absolviert neben ihr kaum ein Darsteller mehr als eine Handvoll Szenen (selbst jemand wie Jena Malone als Johanna Mason ist aufgrund der Zweiteilung nur für einen Sekundenbruchteil zu erhaschen). Trotzdem gibt es eine Reihe erwähnenswerter Auftritte: Josh Hutcherson als Peeta Mellark ist diesmal zwar fast ausschließlich in Fernsehansprachen zu sehen, in denen er die Aufrührer im Auftrag der Propaganda-Maschinerie des Kapitols zum Niederlegen ihrer Waffen aufruft. Aber es ist beeindruckend, wie er von einem TV-Auftritt zum nächsten psychisch und physisch immer mehr verfällt.
Anders als in den ersten zwei Filmen ist Jennifer Lawrence in „Mockingjay Teil 1“ der alleinige Star. Während sie praktisch in jeder Sequenz zu sehen ist, absolviert neben ihr kaum ein Darsteller mehr als eine Handvoll Szenen (selbst jemand wie Jena Malone als Johanna Mason ist aufgrund der Zweiteilung nur für einen Sekundenbruchteil zu erhaschen). Trotzdem gibt es eine Reihe erwähnenswerter Auftritte: Josh Hutcherson als Peeta Mellark ist diesmal zwar fast ausschließlich in Fernsehansprachen zu sehen, in denen er die Aufrührer im Auftrag der Propaganda-Maschinerie des Kapitols zum Niederlegen ihrer Waffen aufruft. Aber es ist beeindruckend, wie er von einem TV-Auftritt zum nächsten psychisch und physisch immer mehr verfällt.
Eine noch subtilere Wandlung macht Julianne Moore als
Rebellen-Anführerin Alma Coin durch: Sind die ersten Ansprachen an ihre
Leute noch durch und durch sachlich, scheint
sie im Verlauf des Films Gefallen an der Macht zu finden, die ihr die
Propaganda-Spots einbringen: Bei ihren letzten Auftritten lässt sich
schließlich vom Stil her kaum noch ein Unterschied zu den pathetischen
Reden von Präsident Snow ausmachen. Und dann gibt es da natürlich noch
den verstorbenen Oscar-Preisträger Philipp Seymour Hoffman, der als
Chef-Propagandist der Rebellen zwar mit seinen Vorschlägen die Story
vorantreibt, aber ehrlicherweise ein wenig blass bleibt: Plutarchs
Kommentare zu Katniss‘ katastrophal scheiternden Schauspielversuchen
hätten ruhig noch ein wenig trocken-sarkastischer ausfallen dürfen.
Fazit:
Mit „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1“ soll die mit den ersten
beiden Filmen kreierte Spannung bis zum großen Finale hochgehalten
werden. Aber zum Glück für das noch ein weiteres Jahr auf die Folter
gespannte Publikums meistert Regisseur Francis Lawrence diese
Herausforderung auf ganz Hollywood-untypische Weise: Mit wenig Krawall
und viel Intelligenz legt er den bisher besten Teil der Reihe vor. Erwartungsvoll auf den letzten Teil wartend vergeben wir 9,5 von 10 Punkte. (mk)

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