Facts:
Genre: Drama, Historie
Regie: Giulio Ricciarelli
Genre: Drama, Historie
Regie: Giulio Ricciarelli
Cast: Alexander Fehling, Gert Voss, Friederike Becht
Laufzeit: 123 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Universal Pictures Germany
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Universal Pictures Germany
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| (c) Universal Pictures Germany |
Inhalt:
Deutschland, Ende der 50er Jahre: Die Wirtschaft brummt, den Menschen
geht es wieder gut und die Geschehnisse, die keine zwanzig Jahre
zurückliegen, geraten langsam aber sicher in willkommene Vergessenheit.
Eines Tages sorgt jedoch der Journalist Thomas Gnielka (André Szymanski)
am Frankfurter Gericht für Aufruhr, als er einen ehemaligen
Auschwitz-Wärter anzeigen will, den ein Freund auf einem Schulhof
identifiziert hat und der jetzt als Lehrer offenbar unbehelligt durchs
Lebens gehen kann. Der Journalist stößt mit seiner Forderung jedoch auf
Ablehnung. Nur der junge Staatsanwalt Johann Radmann (Alexander Fehling)
schenkt ihm Gehör und will die Vorgänge aufklären. Rückendeckung erhält
er dabei vom Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (Gert Voss), der ihm die
Leitung der Ermittlungen überträgt. Radmann versinkt völlig in dem Fall
und vernachlässigt darüber sein Privatleben. Selbst Marlene (Friederike
Becht), die er gerade erst kennengelernt hat, vermag nicht auf ihn
einzuwirken. Immer weiter schottet sich der junge Anwalt von seiner
Umwelt ab um das Labyrinth aus Verleugnung und Verdrängung aufzuarbeiten
und ein Exempel zu statuieren.
Bewertung:
Die in „Im Labyrinth des Schweigens“ mit Hilfe der fiktiven Figur des
Johann Radmann dargestellte Entwicklung ist quasi der Wegbereiter für
die Auschwitz-Prozesse, die ab 1963 unter Fritz Bauer den Auftakt der
deutschen Aufarbeitung markierten. An einer Stelle des Films hört der
Staatsanwalt den Vorwurf, dass sich nach einer Bekanntmachung der
Nazi-Verbrechen alle Kinder fragen, ob ihre Väter Mörder sind – ein
Verweis auf die spätere 68er-Jugend, die zur Handlungszeit des Films
noch undenkbar war. In den 50er-Jahren erlebte Deutschland unter
Bundeskanzler Konrad Adenauer nämlich einen rasanten wirtschaftlichen
Aufstieg und fand zu neuem Selbstbewusstsein. Die Scham über das
Nazi-Regime wog schwerer als der Wunsch nach einer lückenlosen
Aufklärung der Ereignisse, die als Spukgeschichten durch die Lande
geisterten. Und so muss der Staatsanwalt im Film etwa die Frage
beantworten, ob es überhaupt eine konkrete Tat oder ein konkretes Opfer
gibt und muss sich anhören, dass der Aufenthaltsort des grausamen
Auschwitzer Lagerarztes Josef Mengele in Südamerika ja ziemlich weit weg
ist. Mit solchen Einschüben gelingt es Giulio Ricciarelli famos, genau
dieses Klima jener Zeit einzufangen und von der ersten Minute an
erlebbar zu machen.
Inszenatorisch orientiert sich Ricciarelli an der Ästhetik deutscher Großproduktionen, die sich mit dem Dritten Reich befassen, wie etwa „Sophie Scholl – Die letzten Tage“. Die gelungene Ausstattung und die akkuraten Kostüme erwecken die 50er-Jahre zum Leben, während die pathetische Filmmusik ihren Anteil daran hat, dass die Story emotional aufgeladen ist. Die farbentsättigten Bilder passen zum ernsthaften Grundton der Geschichte. Aus der sehr starken Besetzung ragt dazu Alexander Fehling heraus. Dass man sich über den von ihn gespielten, fiktiven Anwalt den Ereignissen nähert, ermöglicht dem Regisseur die Entwicklung eines Spannungsbogens, ohne die historischen Fakten rund um die Auschwitz-Prozesse über Bord zu werfen. Giulio Ricciarelli findet dazu immer wieder Bilder, mit denen es ihm gelingt, die Schrecken des KZ-Terrors in nonverbaler Weise spürbar machen. Drastische Bilder lässt er allerdings weg, auch dies ist ein kluger Schachzug. So überlässt er den genauen Ablauf der Vorstellung des Publikums, zwingt förmlich zur weiteren Auseinandersetzung. Das Ergebnis: „Im Labyrinth des Schweigens“ ist nicht nur ein spannend erzähltes, durchaus fesselndes Drama, sondern vor allem auch ein Film, der zum Nachdenken anregt.
Inszenatorisch orientiert sich Ricciarelli an der Ästhetik deutscher Großproduktionen, die sich mit dem Dritten Reich befassen, wie etwa „Sophie Scholl – Die letzten Tage“. Die gelungene Ausstattung und die akkuraten Kostüme erwecken die 50er-Jahre zum Leben, während die pathetische Filmmusik ihren Anteil daran hat, dass die Story emotional aufgeladen ist. Die farbentsättigten Bilder passen zum ernsthaften Grundton der Geschichte. Aus der sehr starken Besetzung ragt dazu Alexander Fehling heraus. Dass man sich über den von ihn gespielten, fiktiven Anwalt den Ereignissen nähert, ermöglicht dem Regisseur die Entwicklung eines Spannungsbogens, ohne die historischen Fakten rund um die Auschwitz-Prozesse über Bord zu werfen. Giulio Ricciarelli findet dazu immer wieder Bilder, mit denen es ihm gelingt, die Schrecken des KZ-Terrors in nonverbaler Weise spürbar machen. Drastische Bilder lässt er allerdings weg, auch dies ist ein kluger Schachzug. So überlässt er den genauen Ablauf der Vorstellung des Publikums, zwingt förmlich zur weiteren Auseinandersetzung. Das Ergebnis: „Im Labyrinth des Schweigens“ ist nicht nur ein spannend erzähltes, durchaus fesselndes Drama, sondern vor allem auch ein Film, der zum Nachdenken anregt.
Fazit:

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