Samstag, 9. August 2014

22 Jump Street



Facts:

Genre: Komödie
Regie: Phil Lord, Chris Miller
Cast: Channing Tatum, Jonah Hill, Ice Cube
Laufzeit: 112 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Sony Pictures Germany

(c) Sony Pictures Germany

Inhalt:

Nachdem die Neu-Polizisten Schmidt (Jonah Hill) und Jenko (Channing Tatum) ihren ersten Fall erfolgreich lösen konnten, sollen sie erneut als verdeckte Ermittler arbeiten. Dieses Mal wird keine Highschool infiltriert, sondern ein örtliches College. Es kommt, wie es kommen muss: Schnell sind Schmidt (Jonah Hill) und Jenko (Channing Tatum) von ihrer eigentlichen Arbeit abgelenkt und verlieren sich in den Verlockungen des Studentenlebens. Jenko findet Anschluss im Football-Team, während Schmidt sich in Kreisen der gehobenen Kunst zu bewegen beginnt. Diese Einflüsse lassen die beiden Cops allerdings auch an ihrer Partnerschaft zweifeln. Gelingt es den beiden dennoch, sich zusammenzuraufen, ihren Fall zu lösen und endlich erwachsen zu werden? Oder bleibt ihre Freundschaft zwischen den Partys und Schießereien auf der Strecke?

Bewertung:

21 Jump Street gehörte 2012 zu den Reboots, die milde belächelt wurden. Die 80er-Kultserie mit Johnny Depp schien unmöglich in die Gegenwart übertragbar zu sein, vor allem nicht ins Kino. Doch die Komödie überraschte die Kritiker, besonders durch das wunderbar unpassende Zusammenspiel von Channing Tatum und Jonah Hill, die irgendwie gar nicht zusammenzupassen scheinen und doch so toll harmonieren. Der Erfolg stellte sich prompt ein und wie es in Hollywood typisch ist, musste schnell eine Fortsetzung her, überraschenderweise genannt 22 Jump Street. Da wird der erfahrene Kinogänger natürlich hellhörig, denn Fortsetzung bedeutet oft vor allem eines: Mit der gleichen aufgewärmten Story wieder zu versuchen, Zuschauer in die Kinos zu locken. Dessen sind sich auch die Macher des Films bewusst und nehmen diese Masche aufs Korn.

So ist von der ersten Minute an klar, dass sich der Film nicht ernstnimmt und regelrecht mit der Fortsetzungsidee spielt. Verpackt als Wiederholung des einstigen Undercover-Einsatzes wird hier gleichzeitig charmant Kritik am System Hollywood geübt und mit diesen ganzen Anspielungen, die mal sich mal subtil, mal weniger subtil verstecken, vergehen vor allem die ersten 30-40 Minuten des Films wie im Flug. Doch dann verliert 22 Jump Street etwas von seinem Tempo, wird vor allem durch die Beziehungsthematik ein wenig zäh und so mancher infantile Gag hält Einzug, der einfach nur überflüssig ist und einige Momente zerstört. Erst zum Ende hin, wenn alle Puzzleteile zusammenpassen und das Jenko-Schmidt-Gespann die bösen Jungs jagt, findet der Film wieder zu sich. Verwöhnt wird der Zuschauer dann mit einem Abspann, der es in sich hat und mit zu den amüsantesten Beiträgen der letzten Jahre in diesem Bereich zählt.

Insgesamt ist 22 Jump Street trotz seines stellenweise zähen Mittelteils eine gelungene Fortsetzung geworden, die im Großen und Ganzen qualitativ an den Vorgänger anknüpfen kann. Die Gags sind an vielen Stellen gelungen, wobei sich auch viele darunter tummeln, die gerade vom jüngeren Publikum nicht erfasst werden können und sich eher an die Semester 30+ richten. Ob diese aber zwingend zur Zielgruppe gehören, sei einmal dahingestellt, doch so mancher Gag dürfte aus Ermangelung an Lebenserfahrung so manchem Anfang- bis Mittzwanziger entgehen.

Fazit: 

„22 Jump Street“ ist ein Sequel, in dem sich vornehmlich darüber lustig gemacht wird, dass Fortsetzungen sowieso Mist sind, und das auf diese Weise seinen Vorgänger übertrifft - das erfreulichste Paradoxon des Kinojahres! Für die sinnfreie Kinozeit gibts 7 von 10 Punkte (mk)

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