Freitag, 29. August 2014

Storm Hunters



Facts:

Genre: Action
Regie: Steven Quale
Cast: Richard Armitage, Sarah Wayne Callies, Matt Walsh
Laufzeit: 89 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Warner Bros. Germany

(c) Storm Hunters

Inhalt:

In kürzester Zeit jagt eine ganze Reihe von Tornados über die Kleinstadt Silverton hinweg und richtet erheblichen Schaden an. Allerdings erfährt die Gemeinde, dass das Schlimmste erst noch bevorsteht. Die Einwohner gehen sehr unterschiedlich mit dieser beunruhigenden Ankündigung um. Zwar suchen die meisten Schutz in Häusern und Kellern, doch eine kleine Gruppe professioneller Sturmjäger macht sich auf die Jagd nach dem Hurrikan, der die vielen Tornados ausgelöst hat. Der Dokumentarfilmer Pete Moore (Matt Walsh), die Meteorologin Allison Stone (Sarah Wayne Callies) sowie die Kameramänner Lucas (Lee Whittaker), Daryl (Arlen Escarpeta) und Jacob (Jeremy Sumpter) haben nur ein Ziel: die Naturgewalt für die nächste sensationelle Dokumentation zu filmen. Währenddessen sucht Trey (Nathan Kress) mit seinem alleinerziehenden Vater Gary Morris (Richard Armitage) seinen Bruder Donnie (Max Deacon), der mit seiner Freundin Kaitlyn (Alycia Debnam-Carey) spurlos verschwunden ist. Und das im Angesicht des drohenden Desasters…

Bewertung:

Als wir vor einigen Wochen unsere negative Kritik zu „Transformers 4“ veröffentlicht haben, wurde uns von Fans der Reihe vorgeworfen, wir könnten mit simpel gestrickten Spaß-Actionern generell nichts anfangen. Aber ganz so einfach ist das sicherlich nicht. Denn wenn ein Filmemacher handwerklich gut gemachte Action-Unterhaltung abliefert, anstatt das Publikum à la Michael Bay in „Ära des Untergangs“ einfach nur ohne Spannungsbogen oder Verschnaufpausen in voller Lautstärke zuzudröhnen, dann sind wir die letzten, die nach einem „Mehr“ an Plot verlangen. Ein gutes Beispiel dafür ist nun Steven Quales Tornado-Thriller „Storm Hunters“, der zwar auch nur ein Minimum an Handlung, aber über seine knappen 89 Minuten (und länger muss ein solcher Film auch nicht sein) hinweg immer kurzweilige Katastrophen-Action bietet. Und dass zudem die Effekte (trotz CGI-Tornados ist angenehm viel Handgemachtes dabei) sowie das Sound-Design (am besten nach einem Kino mit Dolby Atmos Ausschau halten) oberes Hollywood-Niveau erreichen, schadet natürlich auch nicht.

Nachdem Roland Emmerich drei Jahre vor dem titelgebenden Datum in „2012“ alle erdenklichen Naturdesaster zusammengeschmissen hatte, schien das Katastrophenfilm-Genre für die großen Hollywoodstudios vorläufig ausgereizt zu sein, denn steigern ließ sich das so leicht natürlich nicht mehr. Erst jetzt wagen sie sich mit frischen Ansätzen wieder an den klassischen Naturkatastrophenfilm heran und bevor es Dwayne Johnson 2015 in „San Andreas“ mit den Folgen eines verheerenden Erdbebens zu tun bekommt, macht nun „Final Destination 5“-Regisseur Quale den Anfang: In „Storm Hunters“ peppt er das herkömmliche Genrekonzept mit einem Found-Footage-Ansatz, einem spannungssteigernden Slasher-Kniff und begeisternden Effekten auf, wobei die schon im Trailer zelebrierte Flughafen-Verwüstung noch zu den schwächsten Szenen zählt. Diese ist hier nämlich eine der erfreulich wenigen Zerstörungs-Sequenzen, die ausschließlich am Computer entstanden, während ansonsten überraschend viel handgemacht ist – und das merkt man auch: Die sich am Horizont zusammenbrauenden Tornados mögen aus dem Rechner stammen, aber die vom Himmel fallenden Autos, die durch Haustüren krachenden Baumstämme und damit auch die Gefahr für die Protagonisten fühlen sich jederzeit echt an.

Weil es den Sturmjägern ebenso wie dem YouTube-Duo Donk (Kyle Davis) und Reevis (Jon Reep), das sich nach Art von „Jackass“ bei haarsträubenden Aktionen aufnimmt, gerade darum geht, Filmaufnahmen der Tornados zu machen, benötigt die Herkunft des Found-Footage-Materials erfreulich wenige Erklärungen - nur bei all dem Kameraeinsatz in der Familie Morris (Abschlussfeier, Zeitkapsel-Projekt und Uni-Bewerbungsvideo) musste sich Drehbuchautor John Swetnam spürbar ins Zeug legen. Dafür bringt Regisseur Quale das Beste aus zwei Welten zusammen: Wie es sich für Found Footage gehört, bekommt das Publikum Aufnahmen geboten, die es mitten in den Sturm hineinversetzen, aber weil dieses Material zum größten Teil innerhalb der Handlung mit professioneller Ausrüstung gedreht wird, müssen die Zuschauer trotzdem keine nervig-verwackelten, streifenreichen Handkamera-Bilder in Kauf nehmen. Und dann gibt es noch einen besonderen Kniff, den „Storm Hunters“ den meisten Katastrophen-Filmen voraushat: Gleich in der Eröffnungsszene wird eine Gruppe Teenager von einem Tornado überrascht und getötet – fast so wie bei dem obligatorischen Auftakt-Mord in einem Slasher-Film à la „Scream“. Und auch später wirken die unerwartet abwechslungsreichen Stürme (inklusive eines Feuer-Tornados) immer wie eigenständige mörderische (Horror-)Figuren, die jederzeit, aus dem Nichts und aus allen Richtungen vom Himmel herabstoßen können.

Fazit: 

Was die Leinwand-Zerstörungsorgien dieses Kinosommers angeht, ist „Storm Hunters“ so etwas wie der Anti-„Transformers“ - er ist nur knappe eineinhalb Stunden lang und bietet dem Publikum wohldosiert und ohne Umschweife alles, was es von einem Katastrophenfilm erwarten darf. Für den frischen Wind im Katastrophen-Genre vergeben wir 8 von 10 Punkte. (mk)

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