Facts:
Genre: SciFi, Action
Regie: James Gunn
Genre: SciFi, Action
Regie: James Gunn
Cast: Chris Pratt, Dave Bautista, Zoe Saldana, Bradley Cooper
Laufzeit:
122 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Walt Disney Germany
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Walt Disney Germany
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| (c) Walt Disney Germany |
Inhalt:
Peter Quill (Chris Pratt), der als Kind in den Achtzigerjahren von der
Erde entführt wurde, hält sich für den größten Outlaw der Galaxie und
nennt sich hochtrabend Star-Lord. Doch nachdem er eine geheimnisvolle
Kugel gestohlen hat, steckt er plötzlich so richtig im Schlamassel, wird
er das Opfer einer unerbittlichen Kopfgeldjagd. Ronan the Accuser (Lee
Pace) hat es auf das Artefakt abgesehen und nichts Gutes damit im Sinn –
die Ziele des mächtigen Bösewichts bedrohen die Sicherheit des
Universums! Um dem hartnäckigen Ronan und seinen Schergen zu entgehen,
ist Quill gezwungen, einen nicht gerade einfach einzuhaltenden
Waffenstillstand mit einem Quartett von ungleichen Außenseitern
einzugehen. Dazu gehören der waffenliebende Waschbär Rocket (gesprochen
von Bradley Cooper), der Baummensch Groot (Stimme: Vin Diesel), die
tödliche und rätselhafte Gamora (Zoe Saldana) und der rachsüchtige Drax
the Destroyer (Dave Bautista). Als Peter dann die wahre, gefährliche
Macht der Kugel kennenlernt, muss er sein Bestes geben, um die
zusammengewürfelten Rivalen für einen letzten, verzweifelten Widerstand
zu vereinen. Er muss eine Helden-Truppe aus ihnen machen, denn das
Schicksal der Galaxie steht auf dem Spiel.
Bewertung:
Man kann den Machern beim Comic-Giganten Marvel nicht vorwerfen, das Risiko zu scheuen. Als sie ihr großes Filmimperium mit „Iron Man“
so richtig in Gang bringen wollten, setzten sie auf einen Superhelden,
der bis dahin nur eingefleischten Comic-Fans bekannt war, dazu
engagierten sie mit Robert Downey Jr.
einen Hauptdarsteller, der sich zwar von diversen Affären erholt hatte,
aber als nicht mehr blockbustertauglich galt. Auch bei späteren
Produktionen war im Vorfeld zuweilen Skepsis angebracht: Bei „Captain America“ schien das Scheitern außerhalb des heimischen Marktes vorprogrammiert, bei „Thor“
unkten viele, dass die Einführung dieser neuen Fantasy-Welt das gesamte
erzählerische Marvel-Universum aus dem Gleichgewicht bringen würde.
Aber am Ende durften die Verantwortlichen doch immer wieder lachen: über
gute Kritiken, zufriedene Fans und vor allem über Milliardeneinnahmen.
Mit „Guardians Of The Galaxy“ gehen die mittlerweile zum Disney-Konzern
gehörenden Marvel-Macher jetzt noch weiter: mit noch abgefahreneren
Settings und Figuren (darunter ein kleiner Waschbär mit Vorliebe für
riesige Knarren) sowie mit einem Regisseur, der bei der berüchtigten
Trash-Schmiede Troma sein Handwerk gelernt hat, unter anderem eine
Internet-Porno-Parodie-Reihe („PG Porn“) in seiner Vita stehen hat und
dessen vorheriger (und insgesamt erst zweiter) Kinofilm „Super – Shut Up, Crime!“
so böse und brutal ist, dass ihn in den USA kaum ein Kino zeigen
wollte. Doch der Mut zum Risiko wurde wieder einmal belohnt: James Gunns
„Guardians Of The Galaxy“ ist näher an „Star Wars“ als an „The Avengers“ und vor allem ist es der bislang unterhaltsamste Marvel-Film.
James Gunn, der mit Newcomerin Nicole Perlman auch für das Drehbuch
verantwortlich ist, versteht es vorzüglich den Zuschauer sofort ins
Geschehen zu ziehen, ihn dabei aber nicht zu überfordern. Mit einem
kultigen 80er-Jahre-Auftakt, einem kurzen Überblick über die Bösewichte
und der Zusammenkunft der Helden liefert er fix alle wesentlichen Infos
und es beginnt ein wild-ausgelassener Spaß-Trip, der sich so anfühlt,
wie man es sich von George Lucas‘ „Star Wars“-Prequel-Trilogie erhofft
hat. Auch wenn „Guardians Of The Galaxy“ nämlich auf einem Marvel-Comic
basiert, hat er letztlich mehr mit dem „Krieg der Sterne“-Universum
gemein als mit „Iron Man“ und Co. Vor allem verfügt Gunns
Weltall-Abenteuer mit der Mischung aus augenzwinkerndem Humor,
detailfreudig-fantasievoller Ausstattung, mit viel Schwung inszenierter
Action und einer nostalgisch-märchenhaft angehauchten Prise echten
Heldentums über den Charme der ursprünglichen drei Sternenkrieger-Filme,
an deren Entstehungszeit hier zudem unter anderem der Soundtrack aus
70er- und 80er-Jahre-Oldies erinnert. Dabei werden alle Musikstücke über
eine Kassette angespielt, die Peter Quill als eine der letzten
Erinnerungen an seine Erdenjugend noch besitzt und wie seinen
kostbarsten Schatz hütet. Die mehr oder weniger direkten „Star
Wars“-Referenzen werden indes bei den Figuren fortgesetzt und so lässt
sich ohne Übertreibung sagen: Rocket und Groot sind die neuen Han Solo
und Chewbacca!
Der von Bradley Cooper in der Originalfassung mit viel Zynismus in der Stimme gesprochene Rocket galt im Vorfeld schon als klarer Fan-Favorit und bestätigt dies eindrucksvoll – er ist sagenhaft gut animiert und vor allem für einige der besten One-Liner zuständig. Doch sein Kumpel Groot, der wirklich nur eine einzige Zeile aufsagen kann, übertrifft den unglaublich witzigen Waschbär sogar noch. Als die Verpflichtung Vin Diesels bekannt wurde, lächelten viele über James Gunns Aussage, er habe nie gedacht, dass jemand den Satz „I am Groot“ auf so viele unterschiedliche Arten aussprechen könnte. Doch wer das Diesel-Engagement für einen Marketing-Gag hielt, sieht sich nun gewaltig getäuscht. Der „Fast & Furious“-Star bringt allein mit seiner Stimme eine solche Bandbreite von Gefühlsregungen zum Ausdruck, dass der scheinbar einfältige Riesenbaum zum emotionalen Zentrum des Films wird. Groot ist einfach nur herzensgut und würde alles für seine Freunde opfern: Von vor Freude strahlend bis vor Wut rasend, dem Zuschauer gehen die Gefühle des Baums unter die Haut (woran auch die fabelhaft lebensecht wirkende Arbeit der Tricktechniker einen großen Anteil hat) und das ist wichtig: Denn auch wenn „Guardians Of The Galaxy“ vor allem richtig spaßige Unterhaltung ist, sind es die bewegenden Momente, die aus einem sehr guten einen herausragenden Film machen.
Rocket und Groot stechen besonders heraus, aber auch die restliche Besetzung zeigt Beeindruckendes. Selbst Ex-Wrestler Dave Batista - in einem solchen Ensemble gestandener Schauspieler auf den ersten Blick das schwächste Glied - hat brillante Momente. Dass der Hüne in Actionszenen Eindruck schindet, war zu erwarten, aber wenn er als Drax jedes Sprichwort und jede Redewendung für bare Münze nimmt, sich wundert, was ein an der Kehle vorbeigezogener Zeigefinger bedeuten soll und auf einige Vorschläge mit entsprechend verdutzter Miene reagiert, dann sorgt er immer wieder auch für köstlich humorvolle Einschübe. Zoe Saldana („Avatar“) mag daneben als sexy Killer-Amazone auf den ersten Blick ein wenig unterfordert wirken, sie lässt aber in Nuancen das schwere Schicksal hinter der Maske der eiskalten Gamora spürbar werden. Lee Pace („Pushing Daisies“) wiederum gibt bei weitem nicht den besten Schurken der (Marvel-)Filmgeschichte, aber eine solide Leistung zeigt er als Verrückter, dem man alles zutraut, allemal. Zumal hier klar die „Helden“ im Mittelpunkt stehen und von denen ist Chris Pratt („Jurassic World“) die Rampensau. Als Mensch ist er die natürliche Identifikationsfigur für das Publikum und zudem für die locker-lustigen Sprüche zuständig. Schon der erste Auftritt des Charmebolzens mit dem Walkman, wenn er sich tanzend auf das Diebesgut zubewegt und nebenbei irgendwelche außerirdischen Echsenkreaturen zur Seite kickt, ist ein Genuss.
„Guardians Of The Galaxy“ hat nicht nur einige denkwürdige Hauptfiguren zu bieten, bis in kleinste Nebenrollen sind bekannte Gesichter zu sehen, etwa von Glenn Close als nach Frieden strebende Planetenführerin Nova Prime, von Benicio Del Toro als verschrobener Sammler The Collector (bereits bekannt aus dem „Thor 2“-Abspann) sowie von „Doctor Who“-Star Karen Gillan und Djimon Hounsou als Schergen von Thanos, um nur einige wenige zu nennen. Dazu geben sich Kumpel und Stammschauspieler von Regisseur James Gunn wie Michael Rooker, Nathan Fillion, Gregg Henry, sein Bruder Sean Gunn und sein Troma-Lehrmeister Lloyd Kaufman ein Cameo-Stelldichein. Aber selbst wer etwa Kaufman als wütenden Gefängnisinsassen auf der Balustrade nicht entdeckt, kann in einer solchen Szene genug andere lohnenswerte Dinge entdecken, denn dieser Film sieht nicht nur richtig gut aus (kein Wunder, dass Kameramann Ben Davis im Anschluss gleich von Joss Whedon für „The Avengers 2: Age Of Ultron“ angeheuert wurde), sondern steckt voller toller Einzelheiten und verrückter Ideen. Da tummeln sich originell designte Außerirdische auf ebenso abwechslungsreichen Schauplätzen (neben dem fliegenden Gefängnis gehört dazu beispielsweise ein Ort mit dem sehr passenden Namen Knowhere). Und obwohl es keine einzelne so herausragende Actionszene gibt, dass man über sie auch noch Wochen nach dem Film sprechen wird, gibt es eine ganze Reihe von erstklassigen Einlagen. Gefechte und Verfolgungsjagden im All in bester „Star Wars“-Manier wechseln sich dabei mit knackigen Nahkämpfen und wilden Schießereien ab – und mittendrin findet sich fast immer Platz für einen flotten Spruch.
Fazit:
Der von Bradley Cooper in der Originalfassung mit viel Zynismus in der Stimme gesprochene Rocket galt im Vorfeld schon als klarer Fan-Favorit und bestätigt dies eindrucksvoll – er ist sagenhaft gut animiert und vor allem für einige der besten One-Liner zuständig. Doch sein Kumpel Groot, der wirklich nur eine einzige Zeile aufsagen kann, übertrifft den unglaublich witzigen Waschbär sogar noch. Als die Verpflichtung Vin Diesels bekannt wurde, lächelten viele über James Gunns Aussage, er habe nie gedacht, dass jemand den Satz „I am Groot“ auf so viele unterschiedliche Arten aussprechen könnte. Doch wer das Diesel-Engagement für einen Marketing-Gag hielt, sieht sich nun gewaltig getäuscht. Der „Fast & Furious“-Star bringt allein mit seiner Stimme eine solche Bandbreite von Gefühlsregungen zum Ausdruck, dass der scheinbar einfältige Riesenbaum zum emotionalen Zentrum des Films wird. Groot ist einfach nur herzensgut und würde alles für seine Freunde opfern: Von vor Freude strahlend bis vor Wut rasend, dem Zuschauer gehen die Gefühle des Baums unter die Haut (woran auch die fabelhaft lebensecht wirkende Arbeit der Tricktechniker einen großen Anteil hat) und das ist wichtig: Denn auch wenn „Guardians Of The Galaxy“ vor allem richtig spaßige Unterhaltung ist, sind es die bewegenden Momente, die aus einem sehr guten einen herausragenden Film machen.
Rocket und Groot stechen besonders heraus, aber auch die restliche Besetzung zeigt Beeindruckendes. Selbst Ex-Wrestler Dave Batista - in einem solchen Ensemble gestandener Schauspieler auf den ersten Blick das schwächste Glied - hat brillante Momente. Dass der Hüne in Actionszenen Eindruck schindet, war zu erwarten, aber wenn er als Drax jedes Sprichwort und jede Redewendung für bare Münze nimmt, sich wundert, was ein an der Kehle vorbeigezogener Zeigefinger bedeuten soll und auf einige Vorschläge mit entsprechend verdutzter Miene reagiert, dann sorgt er immer wieder auch für köstlich humorvolle Einschübe. Zoe Saldana („Avatar“) mag daneben als sexy Killer-Amazone auf den ersten Blick ein wenig unterfordert wirken, sie lässt aber in Nuancen das schwere Schicksal hinter der Maske der eiskalten Gamora spürbar werden. Lee Pace („Pushing Daisies“) wiederum gibt bei weitem nicht den besten Schurken der (Marvel-)Filmgeschichte, aber eine solide Leistung zeigt er als Verrückter, dem man alles zutraut, allemal. Zumal hier klar die „Helden“ im Mittelpunkt stehen und von denen ist Chris Pratt („Jurassic World“) die Rampensau. Als Mensch ist er die natürliche Identifikationsfigur für das Publikum und zudem für die locker-lustigen Sprüche zuständig. Schon der erste Auftritt des Charmebolzens mit dem Walkman, wenn er sich tanzend auf das Diebesgut zubewegt und nebenbei irgendwelche außerirdischen Echsenkreaturen zur Seite kickt, ist ein Genuss.
„Guardians Of The Galaxy“ hat nicht nur einige denkwürdige Hauptfiguren zu bieten, bis in kleinste Nebenrollen sind bekannte Gesichter zu sehen, etwa von Glenn Close als nach Frieden strebende Planetenführerin Nova Prime, von Benicio Del Toro als verschrobener Sammler The Collector (bereits bekannt aus dem „Thor 2“-Abspann) sowie von „Doctor Who“-Star Karen Gillan und Djimon Hounsou als Schergen von Thanos, um nur einige wenige zu nennen. Dazu geben sich Kumpel und Stammschauspieler von Regisseur James Gunn wie Michael Rooker, Nathan Fillion, Gregg Henry, sein Bruder Sean Gunn und sein Troma-Lehrmeister Lloyd Kaufman ein Cameo-Stelldichein. Aber selbst wer etwa Kaufman als wütenden Gefängnisinsassen auf der Balustrade nicht entdeckt, kann in einer solchen Szene genug andere lohnenswerte Dinge entdecken, denn dieser Film sieht nicht nur richtig gut aus (kein Wunder, dass Kameramann Ben Davis im Anschluss gleich von Joss Whedon für „The Avengers 2: Age Of Ultron“ angeheuert wurde), sondern steckt voller toller Einzelheiten und verrückter Ideen. Da tummeln sich originell designte Außerirdische auf ebenso abwechslungsreichen Schauplätzen (neben dem fliegenden Gefängnis gehört dazu beispielsweise ein Ort mit dem sehr passenden Namen Knowhere). Und obwohl es keine einzelne so herausragende Actionszene gibt, dass man über sie auch noch Wochen nach dem Film sprechen wird, gibt es eine ganze Reihe von erstklassigen Einlagen. Gefechte und Verfolgungsjagden im All in bester „Star Wars“-Manier wechseln sich dabei mit knackigen Nahkämpfen und wilden Schießereien ab – und mittendrin findet sich fast immer Platz für einen flotten Spruch.
Fazit:
„Guardians Of The Galaxy“ ist Spaß pur – ein moderner Nostalgie-Trip,
so gespickt mit Retro-Zitaten, dass sogar der Arcade-Über-Klassiker
„Asteroids“ mit echten Raumschiffen nachgestellt wird. Ein Pflichttermin
nicht nur für alle Marvel-Fans! Die coole Musik gepaart mit witzigen Charakteren sind uns 8 von 10 Punkte wert. (mk)



