Facts:
Genre: Action, Fantasy
Regie: Paul Anderson
Genre: Action, Fantasy
Regie: Paul Anderson
Cast: Kit Harington, Emily Browning, Kiefer Sutherland, Jared Harris, Adewale Akinnuoye-Agbaje
Laufzeit:
105 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Constantin Filmverleih
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Constantin Filmverleih
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| (c) Constantin Filmverleih |
Inhalt:
Wir schreiben das Jahr 79 n. Chr.: Das römische Reich wird von Intrigen zerfressen, während Brot und Spiele die Bevölkerung bei Laune halten. Der Alltag des Sklaven Milo (Kit Harington) ist ein permanenter Überlebenskampf, ausgetragen in staubigen, blutgetränkten Arenen. Sein einziger Lichtblick: die wunderschöne und reiche Cassia (Emily Browning). Doch die Liebesbeziehung mit der jungen Frau ist zum Scheitern verurteilt. Der mächtige und abgebrühte Senator Corvus (Kiefer Sutherland) will Cassia ebenfalls zur Frau. Er hat die Mittel, seinen Willen durchzusetzen und die Liebe zwischen Sklave und Bürgerstochter zu zerstören. Zumal noch von ganz anderer Richtung Zerstörung droht: Der Vesuv regt sich – seine Eruption würde nicht nur die Stadt Pompeij vernichten, sondern mit ihr auch Cassias und Milos Liebe…
Bewertung:
„Pompeii 3D“ bietet einige nette historische Details und Anspielungen
(nicht zuletzt im schönen Schlussbild, das eine teilweise hanebüchene
Erzählung zu einem versöhnlichen Ende bringt), aber Handlungszeit und
–ort sind hier wie bei so vielen Monumentalfilmen in erster Linie
willkommene Kulisse für die Präsentation von Schauwerten und Spektakel.
Der Plot ist weniger komplex als eine durchschnittliche Folge von
TV-Serien wie „Spartacus: Gods Of The Arena“ oder „Rome“
und die Figuren haben nicht die geringste Tiefe. Da verkörpert Kiefer
Sutherland („24“) als verkommener Senator ohne jeden Widerhaken den
Inbegriff der römischen Dekadenz, während „Game Of Thrones“-Star Kit
Harrington in der Hauptrolle zwar immer ins rechte Licht gerückt wird,
aber nur in den Action-Szenen Charakter und sonst nur seine immerhin
beeindruckenden Muskeln zeigen darf. Emily Browning („Sucker Punch“)
wiederum lässt manchmal ihre nackten Beine hervorblitzen und müht sich
mehr schlecht als recht durch einige der unglücklichsten Dialogzeilen
(etwa über Muskeln und Güte), aber dennoch ist ihre Kaufmannstochter
eine für dieses Genre überdurchschnittlich selbstbewusste Frauenfigur
(wenn auch weit entfernt von Milla Jovovichs Kick-Ass-Amazone aus den
„Resident Evil“-Filmen) und sorgt mit einer kleinen Handbewegung für
einen der Höhepunkte des Films.
So wie Cassias Fingerzeig beredter ist als drei Seiten Dialog, so stecken auch in den Kampfszenen und in der Asche-Apokalypse des Schlusses mehr Substanz als in den kaum mehr als skizzierten moralischen und politischen Konflikten. Von der Stadt Pompeii, von den Machtverhältnissen dort und vom Status seiner Bürger im Vergleich zu Rom erfährt man so gut wie nichts. Bei Anderson steckt die Erzählung in den Bildern und in der Action - und so ist sie wieder einmal eher emblematisch als detailgenau. Im besten Fall gehen Form und Inhalt dabei Hand in Hand, etwa wenn Milo und Atticus (auch „Lost“-Star Adewale Akinnuoye-Agbaje stehen die wortlosen Szenen besser zu Gesicht, dort strahlt er Würde und Stolz aus) bei einem großen Gladiatorenkampf einer Übermacht von römischen Legionären gegenüberstehen. In dieser ausgedehnten, sehr spannenden und virtuos inszenierten Sequenz wird die Dialektik von Unterdrückung und Rebellion in eine existenzielle, geradezu mythologische Auseinandersetzung überführt: Von der Tribüne kommentiert wie in einer griechischen Tragödie ein Maskenchor das Geschehen und an ihrem Ende steht eine ebenso pathetische wie aufregende Geste des Widerstands. Hier bekommt auch die Metzelei des Prologs mit ihren beklemmenden Einstellungen von regelrechten Leichenbergen und von einem Baum, an dessen dürren Ästen die aufgeknüpften Opfer hängen, ein Echo.
Die Freiheits-Thematik spielt auch bei der unmöglichen Romanze zwischen dem Sklaven und der Händlerstochter eine Rolle, aber Anderson schafft es auch mit Harringtons wiederholtem Einsatz als „Pferdeflüsterer“ nicht, die herbeikonstruierte Liebelei mit Emotionen zu versehen - bis er ein ebenso unerwartetes wie überzeugendes Ende aus dem Hut zaubert. Auf dem Weg dahin wird einem das Mitfiebern durch den rein schematischen Gang der Dinge nicht unbedingt leicht gemacht und darunter leidet auch die Wirkung der ausgedehnten finalen Vulkanausbruchs-Szenen. Dennoch ist Anderson hier spürbar in seinem Element, er zeigt sein ganzes Können und dabei gelingen ihm einige denkwürdige Momente: das wellengepeitschte Meer mit den Schiffen, die dem Inferno nicht mehr entkommen können; die Totale auf die in Panik davonrennende Menschenmasse, während Milo als einziger gegen den Strom in die entgegengesetzte Richtung läuft; die Aschewolke, aus der der verlorengeglaubte Milo wie ein Phoenix hervorspringt; das Schiff, das mitsamt riesiger Wassermassen auf die Straße und in die Stadt hinein gespült wird. Der 3D-Einsatz ist dabei weniger offensichtlich als bei den beiden bisher letzten „Resident Evil“-Filmen (außer bei einigen fliegenden Waffen), aber er gibt gerade dem Untergangsszenario durch den allgegenwärtigen Ascheregen eine unglaublich plastische Wirkung.
Fazit:
So wie Cassias Fingerzeig beredter ist als drei Seiten Dialog, so stecken auch in den Kampfszenen und in der Asche-Apokalypse des Schlusses mehr Substanz als in den kaum mehr als skizzierten moralischen und politischen Konflikten. Von der Stadt Pompeii, von den Machtverhältnissen dort und vom Status seiner Bürger im Vergleich zu Rom erfährt man so gut wie nichts. Bei Anderson steckt die Erzählung in den Bildern und in der Action - und so ist sie wieder einmal eher emblematisch als detailgenau. Im besten Fall gehen Form und Inhalt dabei Hand in Hand, etwa wenn Milo und Atticus (auch „Lost“-Star Adewale Akinnuoye-Agbaje stehen die wortlosen Szenen besser zu Gesicht, dort strahlt er Würde und Stolz aus) bei einem großen Gladiatorenkampf einer Übermacht von römischen Legionären gegenüberstehen. In dieser ausgedehnten, sehr spannenden und virtuos inszenierten Sequenz wird die Dialektik von Unterdrückung und Rebellion in eine existenzielle, geradezu mythologische Auseinandersetzung überführt: Von der Tribüne kommentiert wie in einer griechischen Tragödie ein Maskenchor das Geschehen und an ihrem Ende steht eine ebenso pathetische wie aufregende Geste des Widerstands. Hier bekommt auch die Metzelei des Prologs mit ihren beklemmenden Einstellungen von regelrechten Leichenbergen und von einem Baum, an dessen dürren Ästen die aufgeknüpften Opfer hängen, ein Echo.
Die Freiheits-Thematik spielt auch bei der unmöglichen Romanze zwischen dem Sklaven und der Händlerstochter eine Rolle, aber Anderson schafft es auch mit Harringtons wiederholtem Einsatz als „Pferdeflüsterer“ nicht, die herbeikonstruierte Liebelei mit Emotionen zu versehen - bis er ein ebenso unerwartetes wie überzeugendes Ende aus dem Hut zaubert. Auf dem Weg dahin wird einem das Mitfiebern durch den rein schematischen Gang der Dinge nicht unbedingt leicht gemacht und darunter leidet auch die Wirkung der ausgedehnten finalen Vulkanausbruchs-Szenen. Dennoch ist Anderson hier spürbar in seinem Element, er zeigt sein ganzes Können und dabei gelingen ihm einige denkwürdige Momente: das wellengepeitschte Meer mit den Schiffen, die dem Inferno nicht mehr entkommen können; die Totale auf die in Panik davonrennende Menschenmasse, während Milo als einziger gegen den Strom in die entgegengesetzte Richtung läuft; die Aschewolke, aus der der verlorengeglaubte Milo wie ein Phoenix hervorspringt; das Schiff, das mitsamt riesiger Wassermassen auf die Straße und in die Stadt hinein gespült wird. Der 3D-Einsatz ist dabei weniger offensichtlich als bei den beiden bisher letzten „Resident Evil“-Filmen (außer bei einigen fliegenden Waffen), aber er gibt gerade dem Untergangsszenario durch den allgegenwärtigen Ascheregen eine unglaublich plastische Wirkung.
Fazit:
„Pompeii 3D“ ist ein
visuell über weite Strecken beeindruckendes Spektakel mit einigen echten
(Action-)Höhepunkten und überaus dürftiger Handlung. Das Ende weiß zu überzeugen und daher gibts 7,5 von 10 Punkte. (mk)

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