Mittwoch, 12. Februar 2014

RoboCop


Facts

Genre: Action, Sci-Fi
Regie:  José Padilha
Cast: Joel Kinnaman, Gary Oldman, Michael Keaton
Laufzeit: 117 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: StudioCanal Deutschland

(c) StudioCanal Deutschland


Inhalt

Der multinationale Megakonzern OmniCorp besitzt im Jahr 2028 die globale Vormachtstellung auf dem Markt für Robotertechnologie. Mit dem Verkauf seiner weltweit eingesetzten Drohnen erwirtschaftet der Konzern gigantische Gewinne. Zur gleichen Zeit versucht der idealistische Polizist Alex Murphy (Joel Kinnaman), die ausufernde Kriminalität in seiner Heimatstadt Detroit zu bekämpfen. Bei einem Anschlag wird er so schwer verletzt, dass seine Überlebenschancen gegen Null tendieren. Raymond Sellars (Michael Keaton) von OmniCorp nutzt die Gelegenheit, um an Murphy die nächste Stufe seiner Robotertechnologie auszuprobieren.

Der Wissenschaftler Dr. Dennett Norton (Gary Oldman) soll aus Alex den Prototyp eines neuen Überpolizisten machen - halb Mensch, halb Roboter. Nahezu unverwundbar und aus der Ferne kontrollierbar wird "RoboCop" auf die Straßen geschickt. Alex' Frau Ellen (Abbie Cornish) weiß nicht, wie sie mit der neuen Situation umgehen soll, denn wieviel von ihrem Ehemann steckt tatsächlich noch in RoboCop?

Bewertung

„Jetzt hast du die richtige Farbe“, mit diesen Worten kommentiert der schwarze Kollege des Roboter-Polizisten Alex Murphy in José Padilhas „RoboCop“ dessen veränderte Montur. Damit spielen die Macher dieser Neuinterpretation von Paul Verhoevens Science-Fiction-Klassiker aus dem Jahr 1987 auf eine der im Vorfeld meistdiskutierten Fragen an, denn das Design und die Farbe des neuen RoboCop-Anzugs sind unter Fans hochumstritten. Dabei geht es letztlich um weit mehr als um die Alternative Grau-Silber oder Schwarz, nämlich um die Erwartungen an das Remake eines vielgeliebten Originals: Die Anhänger des ultraharten und kompromisslosen Ur-„RoboCop“, der in Deutschland jahrelang auf dem Index stand, was seinen Kultstatus nur noch beförderte, befürchteten einen weichgewaschenen und von Marketing-Strategen verwässerten Allerwelts-Aufguss.

Doch der Brasilianer Padilha, der dem Original mit einigen kleinen Schlenkern (so ist etwa die kultige alte Titelmusik zu hören) Reverenz erweist, setzt bei seinem Hollywood-Debüt eigene Akzente und legt einen unterhaltsamen, anregenden und vor allem eigenständigen Science-Fiction-Film vor, bei dem auch der relativ reduzierte Härtegrad der Gewalt- und Actionszenen keineswegs ein künstlerisch kompromittierendes Zugeständnis an die Freigabeinstanzen ist.

Die Aktualisierung des Stoffes mag inhaltlich und erzählerisch nicht in vollem Maße überzeugen, aber der neue Look sowie die technische Umsetzung sind tadellos. Das edle Schwarz des RoboCop-Anzugs passt sehr gut zu seinem funktionalen, fast schon eleganten Design (nur das mechanische Surren bei jeder Bewegung fällt da heraus und dient zugleich als ständige Erinnerung an das Maschinenhafte des neuen Alex) und die klinischen Dekors von Labor und Firmenzentrale stehen in wirkungsvollem Kontrast zum buchstäblich unaufgeräumten Polizeirevier. Die Effekte wiederum werden meist sehr organisch eingesetzt (etwa bei einer Traumsequenz mit einer Frank-Sinatra-Projektion) und bei den Actionszenen schreibt Padilha dem RoboCop kühle Effizienz zu, was bei einem ausgedehnten Schusswechsel durchaus sinnfällig in die Optik eines Ego-Shooters übersetzt wird (einschließlich eines Zählers für die erledigten Gegner oben in der Ecke).

Joel Kinnaman („Safe House“) wiederum meistert die schwierige Rolle des Cyborgs, dessen Gesicht zu großen Teilen verdeckt ist, sehr ordentlich und zeigt seine Gefühle eben in der Unterlippe. Was rein schauspielerisch in einem solchen Genrefilm alles möglich ist, demonstriert aber einmal mehr Gary Oldman („Dame, König, As, Spion“), der als zwischen professionellem Ehrgeiz und Mitgefühl hin- und hergerissener Wissenschaftler eine weitere kleine Meisterleistung abliefert.

Fazit

Der Brasilianer José Padilha lässt sich vom langen Schatten des Original-„RoboCop“ nicht schrecken und legt eine facettenreiche und unterhaltsame Neuinterpretation des Stoffes vor, für welche wir 7 von 10 Punkte vergeben. (mk)

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