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| pic (c) Paramount Pictures Germany |
Inhalt:
Nachdem sie den größten Teil ihres Lebens damit verbrachte, mit ihrer Mutter Elena (Eva Longoria) und ihrem Vater Cole (Michael Peña) den Dschungel zu erkunden, konnte sich Dora (Isabela Moner) nicht auf das gefährlichste Abenteuer aller Zeiten vorbereiten - die High School. Eine Exkursion zum Naturkundemuseum scheint für die junge Entdeckerin eigentlich vertrautes Gebiet zu sein, allerdings nur so lange, bis sie, Diego (Jeffrey Wahlberg) und zwei ihrer Freunde von Dieben entführt werden. Dora soll den Gaunern dabei helfen, ihre Eltern ausfindig zu machen, da die gerade auf der Suche nach Parapata, einer alten untergegangenen Stadt sind. Die Stadt wäre ein bedeutender archäologischer Fund und die Banditen wollen sich daran bereichern. Also werden alle nach Peru gebracht. Kurz nach der Ankunft werden die Freunde von Alejandro Gutierrez (Eugenio Derbez), einem geheimnisvollen Bewohner des Dschungels, gerettet. Von nun an führen Dora und ihre Begleiter eine Wanderung ins Unbekannte, um ihre Eltern zu retten und das mysteriöse Geheimnis hinter der verschollenen Inka-Zivilisation zu lösen.
Bewertung:
Es ist nachvollziehbar, dass die Macher Dora ein wenig älter gemacht haben. Schließlich sind die meisten Fans von damals mittlerweile selbst im Teenageralter oder haben sogar selbst schon Kinder. Da kann die zunächst mit einer siebenjährigen Dora (Madelyn Miranda) beginnende, dann aber schnell vorwärtsspringende Story inhaltlich schon ein wenig anspruchsvoller daherkommen, um wirklich abend- oder zumindest nachmittagsfüllend zu sein. Auch die Entscheidung für einen Realfilm liegt auf der Hand, schließlich ist die Serie eben doch recht schlicht animiert. Der Stil ist zwar für das ganz kleine Publikum vor der Mattscheibe perfekt, auf der großen Leinwand wäre er allerdings gerade im Vergleich zur Konkurrenz von Pixar & Co. wahrscheinlich chancenlos.
Trotzdem wurde sich sichtlich Mühe gegeben, viele kleine Eigenheiten des Formats zu übernehmen – mal mehr ausgeprägt, mal klugerweise nur angedeutet. Die von Isabela Moner („Plötzlich Familie“) sympathisch und mit spürbarem Enthusiasmus verkörperte Dora etwa ist ausgesprochen intelligent, aber zugleich auch immer noch kindlich unbekümmert. Sie singt und tanzt in jeder Umgebung einfach drauflos, ohne sich einen Kopf darüber zu machen, was andere über sie denken könnten. Auch spricht sie weiterhin gelegentlich direkt mit dem Publikum. Sie bittet uns um gedankliche Mithilfe oder fragt augenzwinkernd, ob wir ausgewählte, besonders komplizierte Worte laut nachsprechen können. Dieser kurios anmutende, die vierte Wand durchbrechende Aspekt der Figur wird aber nicht überbeansprucht. Deshalb dürften selbst Zuschauer, die im Serien-Universum nicht so bewandert sind, dies nicht als nervigen, sondern als durchaus liebenswerten Spleen der Hauptfigur hinnehmen.
Der gerade bei vielen sehr jungen Fans so beliebte Affe Boots (im Original gesprochen von B-Film-Legende Danny Trejo) ist als Computeranimation ebenso prominent dabei wie Doras Rucksack. Die scheinbar bodenlose, hier allerdings stumme Wundertüte spuckt erneut alle möglichen, im Dschungel bitternötigen Werkzeuge und Utensilien aus – worüber sich Freund und Feind immer mal wieder kräftig wundern. Sogar der in diversen TV-Folgen als Doras Widersacher agierende Fuchs Swiper ist involviert. Swiper wird im Original von Benicio Del Toro („Sicario“) mit hörbarem Spaß an dessen gleichzeitiger Verschlagenheit und Dusseligkeit gesprochen. Kleinere Nebencharaktere wie das Eichhörnchen Tico, der Bulle Benny oder das Iguana Isa sind lediglich kurz in traditionell gezeichneter Form im Abspann zu sehen. Eine gute Entscheidung, denn sonst gäbe es wohl doch zu viel CGI-Gewusel auf der Leinwand.
Für kleine Kinofans, die vom Alter her immer noch der Zielgruppe der TV-Serie entsprechen, dürfte die visuell wie atmosphärisch als Mix aus „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ und „Alice im Wunderland“ auch ganz schön aufregend sein. So gibt es ein paar wirklich fiese Männer, die die Titelheldin und ihre Eltern glaubhaft bedrohen. Später folgt dann noch die verhältnismäßig spannende und verzwickte Hatz nach dem Inka-Gold. Speziell in diesem Segment tobt sich Bobin mit Reminiszenzen an Klassiker wie „Quatermain II - Auf der Suche nach der geheimnisvollen Stadt“, „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ oder natürlich die „Indiana Jones“-Reihe nach Herzenslust aus. Das macht dann auch den Erwachsenen im Saal eine Menge Spaß.
Den hatte ganz offenbar auch „Ant-Man“-Star Michael Peña, obwohl er speziell im Mittelteil nicht allzu viel zu tun bekommt. Aber gerade eine Sequenz zu Beginn, als Doras Vater seine Tochter vor Rave-Partys warnen will und deshalb minutenlang auf wirklich jämmerliche Weise die Manierismen eines Club-DJs zu imitieren versucht, zählt zu den lustigsten Momenten aus Peñas gesamter Karriere. Sein köstlich übertriebener, finaler Auftritt an der Seite von Ex-„Desperate Housewives“-Star Eva Longoria ist ebenfalls noch einmal zum Wiehern. Freunde des Meta-Humors werden hingegen speziell eine Passage mögen, in der Dora und ihre Freunde aufgrund von giftigem Blütenstaub zu halluzinieren beginnen. Denn die nächsten Minuten sind dann plötzlich komplett animiert. Und das dann doch wieder – zur Freude aller Puristen! – ziemlich nah am klassischen Stil der TV-Serie.
Fazit:
Als Teenie-Version von „Tomb Raider“ ist „Dora und die goldene Stadt“ sicher kein Meisterwerk des Genres – dafür sind die Spezialeffekte zu unspektakulär, die Kulissen nicht aufwändig genug, die Leistungen einiger Jungschauspieler zu unbeständig und der Ausgang zu absehbar. Dank witziger Einschübe und cleverer Überraschungen macht das temporeiche Dschungel-Abenteuer aber dennoch überraschend viel Laune. (mk)

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