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| (c) Warner Bros GmbH |
Inhalt:
Fünf Jahre nach dem ersten Auftauchen von Godzilla und den „Muto“ getauften Titanen lebt die Welt in ständiger Angst vor weiteren Urzeit-Monstern. Die Wissenschaftsorganisation Monarch, die sich bislang autark um sämtliche Vorkommnisse rund um die Titanen kümmerte, wird von der Regierung vor die Wahl gestellt: Entweder sie begibt sich unter staatliche Aufsicht, oder Godzilla und alle weiteren bekannten Titanen werden getötet, um weitere Katastrophen zu vermeiden. Dr. Emma Russell (Vera Farmiga) hat derweil ein Bio-Sonar-System namens Orca entwickelt, mit dessen Hilfe sie mit den Urzeit-Riesen kommunizieren und ihnen sogar Anweisungen geben kann. Dafür benötigt sie jedoch die jeweils passende Frequenz der Titanen. Das Gerät fällt schließlich in die Hände des Öko-Terroristen Alan Jonah (Charles Dance), der Emma und ihre Tochter Madison (Millie Bobby Brown) entführt und sämtliche auf der Erde schlummernden Titanen aufwecken will. Als schließlich Godzillas Erzfeind, der dreiköpfige Drache King Ghidorah aus seinem Schlaf erwacht, bricht die Hölle los…
Bewertung:
Schon im Vorspann hört man das Stapfen von Godzilla, der mit seiner gewaltigen Masse selbst die Logos von Warner Bros. und Legendary Pictures erzittern lässt. Damit geben die Macher selbstbewusst ein Versprechen ab, das sie im weiteren Verlauf tatsächlich einhalten. Eine erste Arktis-Konfrontation zwischen der Riesenechse und dem zweiten Alpha-Predator Monster Zero (ein dreiköpfiger, Blitze speiender Drache, den wahre Fans natürlich sofort als Godzilla-Erzfeind König Ghidorah identifizieren) erweist sich zwar noch als nicht mehr als ein erster Appetithappen. Aber spätestens, wenn sich Rodan aus einem Vulkan in Mexiko erhebt, nimmt die Monster-Action gewaltig an Fahrt auf: Während der Aschevogel mit seinen brennenden Flügeln in allen bisherigen Verfilmungen noch ziemlich lächerlich anmutete, sieht es in „King Of The Monsters“ einfach nur verdammt cool aus, wenn er die Kampfjets aus der Luft pflückt wie ein Adler hilflose Spatzen.
Mit der Zerstörung einzelner Gebäude wird sich dabei gar nicht groß aufgehalten, hier werden meist ganze Städte in einem Rutsch platt gemacht – und immer mal wieder streut Michael Dougherty („Krampus“) gigantische Totalen ein, die aus der Ferne eines der Monster als Silhouette inmitten einer völlig zerstörten Skyline zeigen. Das ist ebenso episch wie ikonisch – und zu diesem Zeitpunkt hat der Film mit dem noch immer unter einem Wasserfall verpuppten Mothra sogar noch einen extra Trumpf in der Hand, den er sich bis zum ausufernden Endkampf aufspart. Apropos Finale: Wie in „Godzilla 2“ mit dem alten Klischee des totgeglaubten Bösewichts, der sich plötzlich doch noch einmal erhebt, gespielt wird, ist schlichtweg genial – schon jetzt eine der kultigsten Einstellungen der „Godzilla“-Historie!
Dazu kommen jede Menge Anspielungen direkt für Fans, die angenehm subtil eingebaut sind. So können sich Kenner freuen, dass sie die Zitate mitbekommen haben, obwohl sie ihnen nicht allzu dick aufs Brot geschmiert wurden, während sich durchschnittliche Kinogänger gar nicht groß ärgern werden, weil sie gar nicht erst mitbekommen, dass es da überhaupt was zu verstehen gab. So kriegt man etwa die Anspielung auf die vor allem aus den japanischen „Mothra“-Filmen bekannten Cosmos-Zwillinge nur mit, wenn einem in einer bestimmten Szene auffällt, dass Ziyi Zhang („The Cloverfield Paradox“) plötzlich etwas längere Haare trägt.
Das klingt jetzt alles erst mal super. Aber über weite Strecken ist „Godzilla 2“ dennoch auch eine frustrierende Erfahrung. Denn wenn Öko-Bösewicht Jonah Alan die Titanen loslässt, um der „Infektion Mensch“ Herr zu werden, hätte man locker die Hälfte der menschlichen Figuren aus dem Drehbuch streichen dürfen. Das zentrale Mutter-Vater-Tochter-Gespann ist zwar okay, aber das liegt vor allem an den starken Schauspielern Vera Farmiga („Conjuring“), Kyle Chandler („Manchester By The Sea“) und Millie Bobby Brown („Stranger Things“). Für ihre Familienkonflikte interessiert man sich trotzdem nie wirklich: Selbst wenn sich relativ zu Beginn in einer Szene überraschend die Allianzen verschieben, zaubert eine der Figuren plötzlich eine an Spendenaufrufvideos erinnernde PowerPoint-Präsentation aus dem Hut, womit der eigentlich spannende Moment sofort wieder kaputtgemacht wird.
Darüber hinaus gibt es eine regelrechte Armada an Nebenfiguren, die zwar oft von bekannten Darstellern verkörpert werden, aber trotzdem keinen bleibenden Eindruck hinterlassen (und zwar selbst dann nicht, wenn sie sich zum pathetisch anschwellenden Score von Bear McCreary zum Wohle der Menschheit opfern). Die einzige Aufgabe des Plots ist es dabei, mehrere Monster an einem Ort zusammenzubringen. Das klingt simpel, aber geschieht hier – auch wegen der vielen Figuren – meist auf derart umständliche Weise, dass am Ende einer Sequenz oft ein Charakter aus der dritten Reihe das gerade Gesagte für die ganz Doofen kurz zusammenfasst. Das ist unnötig kompliziert – und dabei nicht etwa komplex, sondern einfach nur langatmig.
Ein weiteres Problem ist der oft unpassende (und dann noch nicht mal sonderlich lustige) Humor. Vor allem die von „Get Out“-Star Bradley Whitford verkörperte Figur des Wissenschaftlers Dr. Stanton fällt dabei immer wieder negativ auf: Mit seinen trocken-zynischen Bemerkungen macht er ständig die gerade aufgebaute Spannung oder Atmosphäre zunichte. Etwa als Godzilla auf die riesige Scheibe einer Unterwasserstation zuschwimmt, während er mit seinen atomar aufgeladenen Rückenstacheln immer wieder kurz den ansonsten pechschwarzen Ozean erhellt. Eine echt coole Szene, bis Stanton den Mund aufmacht und ´ne gelangweilte Pointe rauspresst. Es gibt Momente, da sollte man auch einfach mal die Klappe halten können.
Fazit:
Die Monster sind top, die Menschen ein Flop.
Text (c) by MK

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