Facts:
Genre: SciFi, Action, Abenteuer
Regie: Gareth Edwards
Cast: Felicity Jones, Diego Luna, Ben Mendelsohn
Laufzeit: 134 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Walt Disney
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| (c) Walt Disney |
Inhalt:
Jyn Erso (Felicity Jones) wird von den Rebellen um Mon Mothma (Genevieve
O'Reilly) aus dem imperialen Knast befreit und angeheuert. Jyns Vater
Galen Erso (Mads Mikkelsen) war als Wissenschaftler maßgeblich daran
beteiligt, die neue Superwaffe des Imperiums zu bauen, weswegen sein
Insiderwissen und Jyns Verbindung zu ihm wertvoll sind. Die junge Frau,
die sich seit ihrem 15. Lebensjahr allein durchschlägt, ist also genau
die Richtige für ein Team, das Galen finden und eine Himmelfahrtsmission
ausführen soll: Das Imperium will den Todesstern testen und die
Rebellen wollen wissen, wie man ihn zerstört. Mit dem Agenten Captain
Cassian Andor (Diego Luna) und dem umprogrammierten Ex-Imperiumsdroiden
K-2SO (Alan Tudyk) zieht Jyn los. Der imperiale Militärdirektor Krennic
(Ben Mendelsohn) will den Todesstern unterdessen so schnell es geht
einsatzbereit bekommen...
Bewertung:
Als die Kinogemeinde von den ausführlichen Nachdrehs zu „Rogue One“ erfuhr,
sorgte das in der „Star Wars“-Gemeinde den ganzen Sommer über für
Spekulationen. Zwar ist es bei Produktionen dieser Größenordnung absolut
nichts Besonderes, dass noch einmal zweite Hand angelegt wird, und
Disney gab sich auch allergrößte Mühe, die Sache herunterzuspielen, aber
das Ausmaß der Nachbesserungsarbeiten (Bohdi-Rook-Darsteller Riz Ahmed:
„Es gab tonnenweise Nachdrehs“) war schon eher ungewöhnlich. Nun lässt
sich von außen unmöglich beurteilen, wie sich das letztlich ausgewirkt
hat. Aber eins kann man anhand des fertigen Films völlig wertfrei
feststellen: „Rogue One“ ist der krasse Gegenentwurf zu „Star Wars:
Episode VII - Das Erwachen der Macht“. Edwards hat etwas komplett Neues
geschaffen, das sich von den bisherigen Filmen der Saga konsequent
absetzt – dass zugleich auch versucht wird, die (vermeintlichen)
Erwartungen der „Star Wars“-Fans zu bedienen, führt allerdings dazu,
dass hier am Ende nicht alles ganz überzeugend zusammenpasst.
Ganz klar auf der positiven Seite ist das visuelle Gespür von Regisseur Gareth Edwards zu verbuchen: Schon wie er inszenatorisch in die Vollen geht, macht „Rogue One“ sehenswert! Mit dem atmosphärischen Prolog, in dem er die Vorgeschichte von Galen und Jyn Erso erzählt, einem in Dauerregen ertränkten Angriff der Rebellentruppe auf eine felszerklüftete Imperiumsfestung und nicht zuletzt der pompösen finalen Strandschlacht unter Palmen, wo Edwards auf dem Planeten Scarif in grandiosem Setting Sternenkreuzer und AT-ATC-Walkers (eine Abwandlung des legendären Modells AT-AT) auf die Rebellen hetzt, gibt es drei wirklich grandios-großkalibrige Sequenzen, die „Rogue One“ allein zum mitreißenden Kinoerlebnis machen. Der „schmutzige“ Look und die martialische Action lassen die FSK-12-Freigabe gerade noch angemessen erscheinen: Zwar gibt es Horden von Getöteten, aber es wird nie explizit blutig und das Sterben hat oft eher etwas Comichaftes an sich. Was dem Werk in seiner ungewohnten Kriegsästhetik allerdings weitgehend abgeht, ist dieses ganz spezielle „Star Wars“-Feeling. Und auch die Erweiterung des Personal läuft hier weit weniger glücklich ab als in „Episode VII“: In „Rogue One“ gibt es nur zwei Figuren, die nachhaltig für Belebung sorgen. Ben Mendelsohn („The Dark Knight Rises“) verbreitet als Bösewicht Orson Krennic finsteres Charisma und der neue Droide K-2SO erweist sich als zuverlässiger Oneliner-Lieferant, der jede Menge trockenen Humor beisteuert. Allerdings wollen seine Bonmots und Pointen nicht so recht zum ansonsten düster-ernsten Erzählton des Films passen.
Während Hauptdarstellerin Felicity Jones („Die Entdeckung der Unendlichkeit“) als potenzielle Anführerin Jyn immerhin ansatzweise überzeugt und als ungewöhnlich störrische Identifikationsfigur durchaus auch als reizvoller Neuzugang gelten kann, bleibt ihr Kampfpartner Diego Luna als Schmalspur-Han-Solo so blass wie der Rest des austauschbaren dreckigen Dutzends. Es wirkt fast so, als habe bei der Zusammenstellung des Ensembles die weltweite Vermarktbarkeit die oberste Priorität besessen und nicht die erzählerische Logik. Donnie Yen („Ip Man“) kann als weiser, blinder Samurai einen Meister Yoda nicht ersetzen und von seinem chinesischen Landsmann Wen Jiang („The Lost Bladesman“) als Krieger Baze Malbus bleibt lediglich seine überproportionierte Laserwumme im Gedächtnis. Aber vielleicht ist es auch nur der ausdrückliche Wunsch nach Diversität, der hier nicht wie gewünscht aufgeht.
Die mächtigen Jedi-Ritter fehlen „Rogue One“ trotz immerwährender Machtzitate („Trust The Force“) mehr als der Rolltitel und Kult-Komponist John Williams, der durch Michael Giacchino („Star Trek“) adäquat ersetzt wird. Gerade weil die Spin-off-Helden schwächeln, erweisen sich aber zumindest die alten Recken der Saga als willkommene Bereicherung: Jahrhundertbösewicht Darth Vader (Stimme im Original: James Earl Jones) spielt zwar als Chef von Director Krennic keine große Rolle, aber allein seine kurze Präsenz ist ein besonderer Höhepunkt. Ein echter Hingucker ist auch die digitale Auferstehung des 1994 verstorbenen Peter Cushing als Gouverneur Tarkin. Mit Genevieve O’Reilly als Rebellensenatorin Mon Motham (aus „Episode III“) und Jimmy Smits als Bail Organa (aus „Episode II“ und „III“) sind noch weitere alte Bekannte in kleinen Rollen wieder dabei – genauso wie ein großer Überraschungsgast. Und zu all dem sorgt die Dauerpräsenz der Stormtrooper für ein vertrautes Bild. Klar ist aber auch: Ohne das Wissen um das „Star Wars“-Universum ergibt „Rogue One“ wenig Sinn, weil die ganzen Anspielungen verpuffen. Denn erzählerisch ist der Science-Fiction-Actioner nicht unproblematisch, die Spannung bezieht der Film direkt aus den Schlachten und nicht aus der grob zusammengezimmerten Handlung. Und eins steht unabhängig davon fest: Eine Fortsetzung ist praktisch unmöglich, denn das Spin-off schließt zeitlich unmittelbar vor „Episode IV“ ab - mit allen Konsequenzen, die das mit sich bringt.
Fazit:
Ganz klar auf der positiven Seite ist das visuelle Gespür von Regisseur Gareth Edwards zu verbuchen: Schon wie er inszenatorisch in die Vollen geht, macht „Rogue One“ sehenswert! Mit dem atmosphärischen Prolog, in dem er die Vorgeschichte von Galen und Jyn Erso erzählt, einem in Dauerregen ertränkten Angriff der Rebellentruppe auf eine felszerklüftete Imperiumsfestung und nicht zuletzt der pompösen finalen Strandschlacht unter Palmen, wo Edwards auf dem Planeten Scarif in grandiosem Setting Sternenkreuzer und AT-ATC-Walkers (eine Abwandlung des legendären Modells AT-AT) auf die Rebellen hetzt, gibt es drei wirklich grandios-großkalibrige Sequenzen, die „Rogue One“ allein zum mitreißenden Kinoerlebnis machen. Der „schmutzige“ Look und die martialische Action lassen die FSK-12-Freigabe gerade noch angemessen erscheinen: Zwar gibt es Horden von Getöteten, aber es wird nie explizit blutig und das Sterben hat oft eher etwas Comichaftes an sich. Was dem Werk in seiner ungewohnten Kriegsästhetik allerdings weitgehend abgeht, ist dieses ganz spezielle „Star Wars“-Feeling. Und auch die Erweiterung des Personal läuft hier weit weniger glücklich ab als in „Episode VII“: In „Rogue One“ gibt es nur zwei Figuren, die nachhaltig für Belebung sorgen. Ben Mendelsohn („The Dark Knight Rises“) verbreitet als Bösewicht Orson Krennic finsteres Charisma und der neue Droide K-2SO erweist sich als zuverlässiger Oneliner-Lieferant, der jede Menge trockenen Humor beisteuert. Allerdings wollen seine Bonmots und Pointen nicht so recht zum ansonsten düster-ernsten Erzählton des Films passen.
Während Hauptdarstellerin Felicity Jones („Die Entdeckung der Unendlichkeit“) als potenzielle Anführerin Jyn immerhin ansatzweise überzeugt und als ungewöhnlich störrische Identifikationsfigur durchaus auch als reizvoller Neuzugang gelten kann, bleibt ihr Kampfpartner Diego Luna als Schmalspur-Han-Solo so blass wie der Rest des austauschbaren dreckigen Dutzends. Es wirkt fast so, als habe bei der Zusammenstellung des Ensembles die weltweite Vermarktbarkeit die oberste Priorität besessen und nicht die erzählerische Logik. Donnie Yen („Ip Man“) kann als weiser, blinder Samurai einen Meister Yoda nicht ersetzen und von seinem chinesischen Landsmann Wen Jiang („The Lost Bladesman“) als Krieger Baze Malbus bleibt lediglich seine überproportionierte Laserwumme im Gedächtnis. Aber vielleicht ist es auch nur der ausdrückliche Wunsch nach Diversität, der hier nicht wie gewünscht aufgeht.
Die mächtigen Jedi-Ritter fehlen „Rogue One“ trotz immerwährender Machtzitate („Trust The Force“) mehr als der Rolltitel und Kult-Komponist John Williams, der durch Michael Giacchino („Star Trek“) adäquat ersetzt wird. Gerade weil die Spin-off-Helden schwächeln, erweisen sich aber zumindest die alten Recken der Saga als willkommene Bereicherung: Jahrhundertbösewicht Darth Vader (Stimme im Original: James Earl Jones) spielt zwar als Chef von Director Krennic keine große Rolle, aber allein seine kurze Präsenz ist ein besonderer Höhepunkt. Ein echter Hingucker ist auch die digitale Auferstehung des 1994 verstorbenen Peter Cushing als Gouverneur Tarkin. Mit Genevieve O’Reilly als Rebellensenatorin Mon Motham (aus „Episode III“) und Jimmy Smits als Bail Organa (aus „Episode II“ und „III“) sind noch weitere alte Bekannte in kleinen Rollen wieder dabei – genauso wie ein großer Überraschungsgast. Und zu all dem sorgt die Dauerpräsenz der Stormtrooper für ein vertrautes Bild. Klar ist aber auch: Ohne das Wissen um das „Star Wars“-Universum ergibt „Rogue One“ wenig Sinn, weil die ganzen Anspielungen verpuffen. Denn erzählerisch ist der Science-Fiction-Actioner nicht unproblematisch, die Spannung bezieht der Film direkt aus den Schlachten und nicht aus der grob zusammengezimmerten Handlung. Und eins steht unabhängig davon fest: Eine Fortsetzung ist praktisch unmöglich, denn das Spin-off schließt zeitlich unmittelbar vor „Episode IV“ ab - mit allen Konsequenzen, die das mit sich bringt.
Fazit:
Das erste
„Star Wars“-Spin-off unter Disney-Herrschaft ist ein ambivalentes
Erlebnis mit Licht und Schatten: Gareth Edwards liefert einen vor allem
visuell beeindruckenden Kriegsfilm ab, dem das große emotionale Herz des
Vorgängers „Das Erwachen der Macht“ allerdings fehlt. Etwas enttäsuscht verließen wir das Kino und vergeben daher nur 6,5 von 10 Punkte. (mk)


