Sonntag, 25. Dezember 2016

SING 3D



Facts:
Genre: Animation
Regie: Garth Jennings
Cast/Stimmen: Daniel Hartwich, Alexandra Maria Lara, Klaas Heufer-Umlauf
Laufzeit: 108 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
Verleih: Universal Pictures


(c) Universal Pictures

Inhalt: 
Koala Buster Moon (Daniel Hartwich) leitet ein Theater, um das es nicht sonderlich gut bestellt ist. Als er merkt, dass er ohne Anstrengungen nicht aus den roten Zahlen kommt, ruft Buster kurzerhand zu einem Gesangswettbewerb auf. Gemeinsam mit seinem treuen Freund, dem Schaf Eddie (Olli Schulz), das am liebsten an der Konsole zockt und am Pool rumhängt, lädt er zum Vorsingen. Unter den Teilnehmern des Wettbewerbs sind der rappende Jung-Gorilla Johnny (Patrick Baehr), die alleinerziehende Schweine-Mama Rosita (Alexandra Maria Lara), die betrügerische Jazz-Maus Mike (Klaas Heufer-Umlauf), die unter Lampenfieber leidende Elefanten-Teenagerin Meena (Maximiliane Häcke) und Stachelschwein-Weibchen Ash (Stefanie Kloß), das seinen arroganten Freund loswerden und nun auf Solopfaden wandeln will. Jedes der stimmgewaltigen Tiere träumt von der großen Karriere… 

Bewertung:
Selbst wenn Filme des aktuellen Disney/Pixar-Konkurrenten Nr. 1 an den Kinokassen regelmäßig einschlagen wie eine Bombe, mangelte es „Minions“ und „Pets“ zuletzt trotzdem ein wenig an der Kreativität und vor allem der Warmherzigkeit, die den Illumination-Erstling „Ich - Einfach unverbesserlich“ noch zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. Aber mit ihrem neuesten Streich zeigen Studiogründer Christopher Meledandri und seine Animationskünstler, dass sie es immer noch draufhaben: Das Konzept von Garth Jennings‘ „Sing“ mutet zwar im ersten Moment an wie eine animierte Ausgabe von „Deutschland sucht den Superstar“ mit schrägen Tieren statt schrägen Sängern, entpuppt sich stattdessen aber als wunderbar schwungvoll-herziges Außenseiter-Musical, bei dessen finaler Bühnenshow das Publikum gar nicht anders kann, als 30 Minuten am Stück glücklich durchzugrinsen.
 
Es gibt ja eine beträchtliche Zahl von Zuschauern, die vor allem bei den ersten Folgen von „DSDS“ einschalten, weil sie sehen wollen, wie sich schlechte Sänger oder skurrile Spinner vor den TV-Kameras blamieren. So leicht hätte man es sich bei „Sing“ auch machen können – ein Haufen kurioser Tiere, die auf amüsante Art Popsongs nachträllern, dazu ein paar zeitgeistige Anspielungen und Reality-TV-Seitenhiebe, und fertig ist der sichere (wenn auch arg uninspirierte) Megahit! Und so gibt es in „Sing“ auch keine schlechten, nur ein paar schrullige (grandios: die Panda-J-Pop-Gruppe Q-Teez) und vor allem viele sehr gute Sänger, die einem zudem nicht nur wegen ihrer starken Stimmen, sondern auch ganz einfach so als starke Figuren ans Herz wachsen.

Rosita hat ihre 25 (!) Ferkel perfekt im Griff – und selbst als kurzfristig der Babysitter absagt, weiß sie sich mit einer selbstkonstruierten Hausarbeitsmaschine zu helfen, die selbst den Frühstücksautomaten aus Tim Burtons „Pee-wees irre Abenteuer“ alt aussehen lässt. Und wenn sie dann nach all dem Stress wie als Befreiung „Firework“ von Katy Perry rausschmettert, muss man einfach applaudieren (animiertes Schwein hin oder her). Aber nicht nur die platten Popkulturpointen und ausgelutschten Animationsgags (leider mit Ausnahme eines dauerfurzenden Bisons) bleiben in „Sing“ außen vor, auch die Wettbewerbsdramaturgie fällt nach der Hälfte der Spielzeit hinten runter, wenn Buster Moons visuell berauschende Bühnenshow mit verschiedenfarben leuchtenden Quallen plötzlich in sich zusammenkracht. Doch: The Show Must Go On - und so entwickelt sich das Finale von „Sing“ abseits aller aufgepeitschter Castingshow-Künstlichkeit zu einem mutmachenden Feel-Good-Musical, bei dem einem jede Nummer mindestens ein ganz breites Lächeln ins Gesicht zaubert (wenn man nicht gleich anfängt, vor lauter Glücksgefühlen loszuheulen).

Fazit: 
Poppiges Animationsabenteuer mit Gute-Laune-Garantie mit vielen tollen Songs, welche zum mitsingen einladen. Viele der Figuren wachsen schnell ans Herz und so vergeben wir herzensgute 8 von 10 Punkte. (mk)

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