Donnerstag, 22. Dezember 2016

VAIANA OV 3D



Facts:
Genre: Animation
Regie: John Musker
Cast/ Stimmen: The Rock, Alan Tudyk, Rachel House, Aili´i Cravalho
Laufzeit: 107 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
Verleih:Walt Disney


(c) Walt Disney

Inhalt: 
Sportlich, flink, temperamentvoll, unfassbar clever und stets dem Motto „geht nicht, gibt’s nicht“ verpflichtet – das ist die 16-jährige Vaiana, Tochter des Motunui-Häuplings Tui. Seit ihrer Geburt hat Vaiana eine ganz besondere Verbindung zum Ozean, weshalb es sie ziemlich stört, dass sich ihre Stammesgenossen mit ihren Booten nie über das nahe Riff hinaustrauen, das die Insel umschließt. Doch als ihre Familie schließlich Hilfe braucht, setzt Vaiana die Segel und reist los. Unterwegs trifft sie auf die Halbgott-Legende Maui (Dwayne Johnson), um den sich unzählige Mythen ranken und der ganze Inseln aus dem Meer hieven kann. Begleitet von dem dämlichen Hahn Heihei (Alan Tudyk) und dem niedlichen Hausschwein Pua wandeln die Häuplingstochter und Maui auf den Spuren von Vaianas Vorfahren und treffen auf furchterregende Kreaturen... 

Bewertung:
Das typische Disney Prinzessinin-Thema bekommt hier einen modernen emanzipatorischen Dreh, wenn die selbstbewusste Vaiana ihr Schicksal schließlich selbst in die Hand nimmt. Zusätzlich hat der Teenager nicht nur gesündere Körpermaße als die meisten seiner megaschlanken Vorgängerinnen, sondern kommt sogar ohne Liebesgeschichte aus. Diese willensstarke junge Frau trifft hier auf den Hallodri-Halbgott Maui, der sich unheimlich toll vorkommt und gern seine eigenen Heldentaten besingt (das augenzwinkernde „You're Welcome“), aber ohne seinen magischen Fischhaken ziemlich kleinlaut wird. Eine hübsche Idee ist es da, dass die ansonsten recht eindimensionale Figur immer wieder Zwiesprache mit ihren lebendigen Tätowierungen hält. Übergewichtig wirkt der trickfilmtypisch stilisierte Maui übrigens nicht, sein Körperbau erinnert dagegen etwas an seinen muskelbepackten Sprecher Dwayne Johnson, der nebenbei bemerkt selbst hawaiianische Wurzeln hat.

Das Geplänkel zwischen Vaiana und Maui ist oft recht amüsant, aber dreht sich auf die Dauer auch etwas im Kreis. So ist die Abwechslung willkommen, für die der Hahn Heihei mit seiner unglaublichen Dummheit sorgt. Die recht gut dosierten Auftritte von Vaianas gefiedertem Begleiter bringen eine heitere Note in den ansonsten vorwiegend dramatischen Film, aber die wenigen popkulturellen Gags und Insider-Anspielungen zünden in diesem Umfeld nicht immer. Besser funktioniert wiederum die Musik von Mark Mancina („Tarzan“, „Bärenbrüder“), Opetaia Foa’i und Broadway-Sensation Lin-Manuel Miranda („Hamilton“), die das Abenteuer mit ihrer Dynamik nach vorne treibt und den Konflikten Widerhall gibt. Ein echter Ohrwurm ist vor allem Vaianas Song „How Far I'll Go“, auch wenn er nicht ganz an den vergleichbaren „Let It Go“ aus „Die Eiskönigin“ herankommt.

Die allergrößte Stärke des Films ist indes seine visuelle Ausdruckskraft: Die oft bezaubernd schönen, gelegentlich aber auch melancholischen oder düster-unheimlichen Bilder hauchen „Vaiana“ Herz und Seele ein. An der Farbenpracht des Wassers (die Palette von Blau-, Grün- und Türkistönen scheint geradezu unendlich zu sein), an den glitzernd-sprühenden Wellen und den traumhaften Insellandschaften kann man sich kaum satt sehen, die entfesselte Kamera findet immer wieder neue Perspektiven - die Filmemacher ziehen uns mitten hinein in das Abenteuer. So vertraut einem die Geschichte über Selbstfindung und zu überwindende Hindernisse vorkommen mag, so überraschend sind zuweilen die immer wieder wechselnden Stimmungen. Besondere Höhepunkte sind die „zweidimensionalen“ Zeichnungen zu Mauis Vorgeschichte, eine Unterwassersequenz, in der die Protagonisten es mit allerlei unheimlichem Meeresgetier zu tun bekommen und die für kleine Kinder etwas zu düstere finale Konfrontation mit einem Feuermonster. Wie diese mitreißende Actionsequenz schließlich aufgelöst wird, ist reine Poesie und bringt eines der zentralen Themen – die besondere Beziehung zwischen Mensch und Natur – berührend auf den Punkt.

Fazit: 
Ein visuell berauschendes Animationsabenteuer, in dem Disney-Traditionen auf zeitgemäße Weise fortgeführt werden. Der Mix aus tollen Animationen, stimmiger Musik und vielen Gags beschert Disney nochmal ein Kinohighlight zum Jahresende. Wir vergeben gut gelaunte 9 von 10 Punkte. (mk)

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