Facts:
Genre: Thriller, Krimi, Action
Regie: Ron Howard
Cast: Tom Hanks, Ben Foster, Felicity Jones
Laufzeit: 124 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Sony Pictures Germany
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| (c) Sony Pictures Germany |
Inhalt:
Der Schweizer Milliardär und Wissenschaftler Bertrand Zobrist (Ben
Foster) meint, die Erde sei so überbevölkert, dass es schon bald keine
Hoffnung mehr gibt, die katastrophalen Folgen dieser Fehlentwicklung
noch einmal umzukehren. Er hat deshalb eine Seuche entwickelt, die für
eine nachhaltige Dezimierung der Menschheit sorgen soll. Der
Meister-Kryptologe und Symbologie-Professor Robert Langdon (Tom Hanks)
erkennt schnell, dass es nur einen Weg gibt, Zobrists Plan noch zu
stoppen: Er muss „Inferno“ entschlüsseln, den ersten Teil von Dante
Alighieris „Göttlicher Komödie“. „Inferno“ handelt von der Reise des
italienischen Dichters durch die Hölle und steckt voller nicht
geknackter Codes und Symbole. Aber gerade jetzt verliert Langdon Teile
seines Gedächtnisses. Als er ohne Erinnerung an die vergangenen Tage in
einem Krankenhaus in Florenz aufwacht, tut er sich mit der Ärztin Sienna
Brooks (Felicity Jones) zusammen. Sie soll ihm dabei helfen, sein
lückenhaftes Gedächtnis wieder auf Vordermann zu bringen…
Bewertung:
Mit „Inferno“ verfilmt Ron Howard den vierten Robert-Langdon-Roman von
Beststeller-Autor Dan Brown, der mit „Origin“ für 2017 bereits einen
weiteren Teil angekündigt hat. Das dritte Buch „Das verlorene Symbol“
wurde übersprungen, weil der Drehort Washington den Produzenten nicht so
ansprechend erschien wie nun Florenz, Venedig und Istanbul. Auf den
ersten Blick eignen sich Browns ungeheuer detailreich, physisch und
kurzweilig geschriebenen Unterhaltungsreißer hervorragend für
hochglänzende Hollywood-Adaptionen: ein charismatischer Protagonist,
malerische Schauplätze, ein hohes Tempo und knifflige Rätsel. Aber in
dieser Melange steckt eine Zutat, mit der sich schon die beiden
vorherigen Filme schwertaten: Beim Lösen der Puzzles bleibt das Publikum
in der Regel außen vor – und das ist nun auch bei „Inferno“ nicht
anders. Dieses Mal dreht sich alles um den ersten Teil von Dante
Alighieris „Göttliche Komödie“, deren versteckten Bezüge Langdon
entschlüsseln muss, um seinen persönlichen Ritt durch die Hölle heil zu
überstehen und nebenbei auch noch die Hälfte der Weltbevölkerung zu
retten. Langdon und seine zufällige Gefährtin Dr. Sienna Brooks erzählen
sich gegenseitig die Rätsel - und irgendwann lösen sie sie dann, um zur
nächsten Station ihrer Schnitzeljagd zu hetzen, an der auch diverse
weitere Parteien (WHO, Geheimdienste, Gangsterschergen) allergrößtes
Interesse haben.
Ron Howard setzt den Akzent im dritten Teil stärker auf Action. Das beginnt schon während der hyperaktiven Einführung im Handkamera-Stil à la Paul Greengrass („Bourne“-Reihe), wenn sein Hauskameramann Salvatore Totino („Spider-Man: Homecoming“) vollkommen zügellos herumfuchtelt, um Langdons totale Desorientierung zu dokumentieren - konzeptionell verständlich, aber fürs Publikum ziemlich anstrengend. Wie der seiner Erinnerungen beraubte Langdon stürzt sich auch „Inferno“ kopfüber ins Geschehen. Diesen nervösen Inszenierungsstil behält Howard konsequent bei, wenn die Protagonisten ihre historischen Puzzles vor malerischen Kulturgut-Kulissen im Vecchio-Palast in Florenz oder im Markusdom in Venedig knacken – und dabei werden auch mal kurz 100 Seiten aus der Romanvorlage einfach übersprungen, um bloß das Erzähltempo hoch zu halten.
Es ist der souverän wirkende Tom Hanks, der „Inferno“ mit seiner unerschütterlichen Präsenz letztendlich trotz allzu sprunghafter Erzählung zusammenhält. Mit dem so arg wie noch nie gebeutelten Langdon fiebert man vor allem wegen der Leistung des zweifachen Oscarsiegers mit. Felicity Jones tritt die Nachfolge von Audrey Tautou (in „The Da Vinci Code -Sakrileg“) und Ayelet Zurer (in „Illuminati“) an, die als weibliche Anhängsel in Robert Langdons Schlepptau durch die Szenerie geschleift werden. Auch Omar Sy als undurchsichtiger Kopf eines Hescher-Teams entwickelt kaum ein eigenes Profil. Als Antagonist spielt dafür die erprobte Rampensau Ben Foster in gewohnt extrovertierter Manier auf. Irrfan Khan erweist sich indes als echter Szenendieb, der erst spät in die Hatz einsteigt, aber dann zumindest noch auf der Zielgeraden für einige erfrischende Ambivalenz und ordentlich Chuzpe sorgt.
Fazit:
Ron Howard setzt den Akzent im dritten Teil stärker auf Action. Das beginnt schon während der hyperaktiven Einführung im Handkamera-Stil à la Paul Greengrass („Bourne“-Reihe), wenn sein Hauskameramann Salvatore Totino („Spider-Man: Homecoming“) vollkommen zügellos herumfuchtelt, um Langdons totale Desorientierung zu dokumentieren - konzeptionell verständlich, aber fürs Publikum ziemlich anstrengend. Wie der seiner Erinnerungen beraubte Langdon stürzt sich auch „Inferno“ kopfüber ins Geschehen. Diesen nervösen Inszenierungsstil behält Howard konsequent bei, wenn die Protagonisten ihre historischen Puzzles vor malerischen Kulturgut-Kulissen im Vecchio-Palast in Florenz oder im Markusdom in Venedig knacken – und dabei werden auch mal kurz 100 Seiten aus der Romanvorlage einfach übersprungen, um bloß das Erzähltempo hoch zu halten.
Es ist der souverän wirkende Tom Hanks, der „Inferno“ mit seiner unerschütterlichen Präsenz letztendlich trotz allzu sprunghafter Erzählung zusammenhält. Mit dem so arg wie noch nie gebeutelten Langdon fiebert man vor allem wegen der Leistung des zweifachen Oscarsiegers mit. Felicity Jones tritt die Nachfolge von Audrey Tautou (in „The Da Vinci Code -Sakrileg“) und Ayelet Zurer (in „Illuminati“) an, die als weibliche Anhängsel in Robert Langdons Schlepptau durch die Szenerie geschleift werden. Auch Omar Sy als undurchsichtiger Kopf eines Hescher-Teams entwickelt kaum ein eigenes Profil. Als Antagonist spielt dafür die erprobte Rampensau Ben Foster in gewohnt extrovertierter Manier auf. Irrfan Khan erweist sich indes als echter Szenendieb, der erst spät in die Hatz einsteigt, aber dann zumindest noch auf der Zielgeraden für einige erfrischende Ambivalenz und ordentlich Chuzpe sorgt.
Fazit:
Ron Howards Mystery-Thriller „Inferno“ ist noch deutlich hektischer als
die zwei vorherigen Robert-Langdon-Blockbuster – hochtouriges Starkino
vor prächtigen Kulissen mit teils arg wirrer Story. Dafür können wir leider nur enttäuschende 5 von 10 Punkte vergeben. (mk)

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