Facts:
Genre: Animation
Regie: Andrew Stanton
Cass/ Stimmen: Anke Engelke, Christian Tramitz, Idris Elba
Laufzeit: 97 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
Verleih: Walt Disney Germany
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| (c) Walt Disney Germany |
Inhalt:
Ein Jahr ist vergangen, seit Clownfisch-Vater Marlin seinen
verschollenen Sohn Nemo quer durch den ganzen Ozean
gesucht hat und dabei tatkräftig von der vergesslichen Doktorfisch-Dame
Dorie unterstützt wurde. Die
Aufregungen des Abenteuers liegen mittlerweile lange zurück und die Drei
sind wie eine kleine Familie. Doch als Dorie eines Tages eine scheinbar
unbedeutende Beobachtung macht, schießt es ihr plötzlich durch den
Kopf: Wo sind denn eigentlich ihre Eltern abgeblieben? Kleine
Bruchstücke ihrer Vergangenheit kommen auf einmal zurück und lassen sie
nicht in Ruhe. Für Dorie ist klar: Dieses Mal muss sie sich auf die
Suche begeben. Gemeinsam mit Marlin und Nemo macht sie sich auf eine
Reise voller Gefahren, die sie bis ins Meeresbiologische Institut in
Kalifornien führt. Doch wird sie dort endlich mit ihrer Familie
wiedervereint?
Bewertung:
Die allerwichtigste Zutat eines Filmvergnügens für die ganze Familie hat Regisseur Andrew Stanton, der zwischenzeitlich für „WALL-E“ seinen zweiten Oscar gewann und 2012 mit „John Carter“
ein aufsehenerregendes Realfilmdebüt absolvierte, auch in den langen
Jahren nach „Findet Nemo“ nicht vergessen: viel Herz! Das zeigt sich
schon im Prolog mit Baby-Dorie und ihren Eltern. Der kleine Doktorfisch
leidet bereits unter dem prägnanten Kurzzeitgedächtnisverlust im
„Memento“-Stil und wird in dieser durchaus traurigen Sequenz praktisch
zum Waisenkind. Das Publikum kann emotional sofort „andocken“, zugleich
werden auf überaus einfache und effektive Weise die Grundsteine für die
Handlung bis zum Finale gelegt. Die Stimmung wird dabei nur ganz kurz
eingetrübt, denn Dorie ist eine dauerhaft fröhliche Person, die einfach
jeder mögen muss. Und schon allein dadurch dass die beliebte „Findet
Nemo“-Nebenfigur hier zur Protagonistin aufsteigt, während der damalige
Titelheld und sein Vater Marlin weniger Leinwandzeit erhalten, bekommt
„Findet Dorie“ etwas erzählerische Frische.
Nachdem sich die Dreier-Combo Dorie, Marlin und Nemo auf ihre Reise begeben hat, kommen bei flottem Erzähltempo immer mehr neue Figuren hinzu. Und die sind Volltreffer. Besonders der siebenarmige Oktopus Hank ist eine echte Bereicherung, seine sensationellen Chamäleon-Tarnfähigkeiten bescheren dem Film seinen besten Running Gag: Wenn Gefahr oder Entdeckung droht, dann wächst Hank auf aberwitzige Weise mit seiner Umgebung zusammen. Das bringt immer wieder Lacher. Auch Belugawal Bailey (Ty Burrell), dessen Navigationsecho gestört ist, und der kurzsichtige Walhai Destiny (Kaitlin Olsen), sind als Sidekicks gut gewählt – auch sie sind liebenswert und sorgen für amüsante Situationen. Die Drehbuchautoren Stanton und Victoria Strouse lassen sich aber nicht nur bei der Figurenzeichnung einiges an verrückten Details einfallen: Wenn plötzlich die Stimme von „Alien“-Ikone Sigourney Weaver („Avatar“) als Intercom-Sprecherin des Meeresparks ertönt, um Hinweise für die Besucher durchzusagen, dann wird dieser (selbst-)ironische akustische Auftritt zu einem komischen Dauerbrenner und die Tiere nehmen immer wieder Bezug auf Weaver, die zu einer Art göttlicher Stimme des Parks avanciert.
Für einen echten Bösewicht gibt es in dieser Geschichte keinen Platz, dafür geraten die Wassertiere gelegentlich in brenzlige Situationen außerhalb ihres Elements, was für ein wenig nicht allzu bedrohliche Spannung sorgt. Langweilig wird es trotzdem nie, vor allem fürs Auge gibt es jede Menge Staunenswertes zu entdecken, denn die makellosen, farbenprächtigen 3D-Animationen sprühen vor Detailreichtum. Generell befinden sich Bildgestaltung, Design, Ton, Schnitt und die Musik von Thomas Newman bei „Findet Dorie“ auf allerhöchstem Niveau, wie wir es von Pixar gewohnt sind. Etwas irritierend ist auf den ersten Blick nur der Titel des Films selbst, denn nach Dorie wird hier ja gar nicht gesucht. Vielmehr geht es in erster Linie darum, ihre Eltern zu finden – es müsste also eher „Findet Dories Eltern“ heißen, aber das klingt zugegebenermaßen sehr umständlich und die Analogie zu „Findet Nemo“ ist natürlich verführerisch. So muss man sich für „Finding Dory“ schon eine schwer übersetzbare Bedeutung im übertragenen Sinne zurechtlegen, aber wer sagt, dass der Film eben auch von der (Selbst-)Findung Dories und ihres wahren Ichs handelt, der liegt sicher nicht falsch,
Fazit:
Nachdem sich die Dreier-Combo Dorie, Marlin und Nemo auf ihre Reise begeben hat, kommen bei flottem Erzähltempo immer mehr neue Figuren hinzu. Und die sind Volltreffer. Besonders der siebenarmige Oktopus Hank ist eine echte Bereicherung, seine sensationellen Chamäleon-Tarnfähigkeiten bescheren dem Film seinen besten Running Gag: Wenn Gefahr oder Entdeckung droht, dann wächst Hank auf aberwitzige Weise mit seiner Umgebung zusammen. Das bringt immer wieder Lacher. Auch Belugawal Bailey (Ty Burrell), dessen Navigationsecho gestört ist, und der kurzsichtige Walhai Destiny (Kaitlin Olsen), sind als Sidekicks gut gewählt – auch sie sind liebenswert und sorgen für amüsante Situationen. Die Drehbuchautoren Stanton und Victoria Strouse lassen sich aber nicht nur bei der Figurenzeichnung einiges an verrückten Details einfallen: Wenn plötzlich die Stimme von „Alien“-Ikone Sigourney Weaver („Avatar“) als Intercom-Sprecherin des Meeresparks ertönt, um Hinweise für die Besucher durchzusagen, dann wird dieser (selbst-)ironische akustische Auftritt zu einem komischen Dauerbrenner und die Tiere nehmen immer wieder Bezug auf Weaver, die zu einer Art göttlicher Stimme des Parks avanciert.
Für einen echten Bösewicht gibt es in dieser Geschichte keinen Platz, dafür geraten die Wassertiere gelegentlich in brenzlige Situationen außerhalb ihres Elements, was für ein wenig nicht allzu bedrohliche Spannung sorgt. Langweilig wird es trotzdem nie, vor allem fürs Auge gibt es jede Menge Staunenswertes zu entdecken, denn die makellosen, farbenprächtigen 3D-Animationen sprühen vor Detailreichtum. Generell befinden sich Bildgestaltung, Design, Ton, Schnitt und die Musik von Thomas Newman bei „Findet Dorie“ auf allerhöchstem Niveau, wie wir es von Pixar gewohnt sind. Etwas irritierend ist auf den ersten Blick nur der Titel des Films selbst, denn nach Dorie wird hier ja gar nicht gesucht. Vielmehr geht es in erster Linie darum, ihre Eltern zu finden – es müsste also eher „Findet Dories Eltern“ heißen, aber das klingt zugegebenermaßen sehr umständlich und die Analogie zu „Findet Nemo“ ist natürlich verführerisch. So muss man sich für „Finding Dory“ schon eine schwer übersetzbare Bedeutung im übertragenen Sinne zurechtlegen, aber wer sagt, dass der Film eben auch von der (Selbst-)Findung Dories und ihres wahren Ichs handelt, der liegt sicher nicht falsch,
Fazit:
Andrew Stantons „Findet Dorie“ ist
ein rührender Animationsfilm für die ganze Familie – Herz, Humor und
eine perfekte technische Umsetzung verbinden sich zu einem tollen
Filmerlebnis. wir vergeben für dieses Unterwasserabenteuer fischige 8,5 von 10 Punkte. (mk)

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