Facts:
Genre: Action, Fantasy
Regie: Scott Derrickson
Cast: Benedict Cumberbatch, Chiwetel Ejiofor, Tilda Swinton
Laufzeit: 115 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Walt Disney Germany
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| (c) Walt Disney Germany |
Inhalt:
Doctor Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) ist ein arroganter, aber
auch unglaublich talentierter Neurochirurg. Nach einem schweren
Autounfall kann er seiner Tätigkeit trotz mehrerer Operationen und
Therapien nicht mehr nachgehen. In seiner Verzweifelung wendet er sich
schließlich von der Schulmedizin ab und reist nach Tibet, wo er bei der
Einsiedlerin The Ancient One (Tilda Swinton) und ihrer
Glaubensgemeinschaft lernt, sein verletztes Ego hinten anzustellen und
in die Geheimnisse einer verborgenen mystischen Welt voller alternativer
Dimensionen eingeführt wird. So entwickelt sich Doctor Strange nach und
nach zu einem der mächtigsten Magier der Welt. Doch schon bald muss er
seine neugewonnenen mystischen Kräfte nutzen, um die Welt vor einer
Bedrohung aus einer anderen Dimension zu beschützen.
Bewertung:
Nach dem mit „Guardians Of The Galaxy“ der Weltraum und mit dem Ameisen-Mann der Mikrokosmos erschlossen bereits erschlossen wurde, erschließt sich das MCU mit „Doctor
Strange“ jetzt auch noch die Welt der Magie. Bei der visuellen
Umsetzung orientiert sich Scott Derrickson zwar offensichtlich an Szenen aus Christopher
Nolans Traum-Mindfuck „Inception“
- speziell an der Faltung von Paris und dem rotierenden Hotelflur -,
entwickelt die Konzepte aber konsequent weiter und kreiert so wahrhaft
atemberaubende Actionszenen, die völlig aus dem üblichen Marvel-Rahmen
fallen. Zwei Sequenzen ragen dabei besonders heraus: Einmal liefern sich
die Astralkörper zweier bewusstloser Magier eine Rangelei in einem New
Yorker Krankenhaus und im wahrhaft originellen Finale duellieren sich
die Parteien, während um sie herum die Zerstörung Hongkongs rückwärts
abläuft und damit rückgängig gemacht wird (statt einer weiteren
Destruktionsorgie sehen wir also gleichsam das genaue Gegenteil, nämlich
den „Wiederaufbau“ einer demolierten Metropole).
Brillant, überheblich, statusbewusst – Doctor Strange ist eine Mischung aus Dr. House und Tony Stark. Der staubtrockene, aus Arroganz und Herablassung entspringende Humor der Figur ist also nicht gerade neu, wird von Benedict Cumberbatch („Star Trek Into Darkness“) aber mit einer solchen Selbstverständlichkeit vorgetragen, dass trotzdem so gut wie jede Pointe ihr Ziel trifft. Wirklich überraschend ist das natürlich nicht, schließlich hat Cumberbatch in den vergangenen Jahren als titelgebender Meisterdetektiv in „Sherlock“ bereits eine der arrogantesten Figuren der TV-Geschichte absolut brillant verkörpert. Wenn jemand mit solch einem gewaltigen Ego in einem Film seinen Meister finden soll, muss man schon gewaltige Geschütze auffahren – und genau das hat Marvel mit der Besetzung von Oscarpreisträgerin Tilda Swinton („Michael Clayton“) als glatzköpfige The Ancient One auch getan: Wie sie Strange allein mit ihrer bloßen Ausstrahlung oder winzigen Gesten in seine Schranken weist, ist ganz große Schauspielkunst.
Brillant, überheblich, statusbewusst – Doctor Strange ist eine Mischung aus Dr. House und Tony Stark. Der staubtrockene, aus Arroganz und Herablassung entspringende Humor der Figur ist also nicht gerade neu, wird von Benedict Cumberbatch („Star Trek Into Darkness“) aber mit einer solchen Selbstverständlichkeit vorgetragen, dass trotzdem so gut wie jede Pointe ihr Ziel trifft. Wirklich überraschend ist das natürlich nicht, schließlich hat Cumberbatch in den vergangenen Jahren als titelgebender Meisterdetektiv in „Sherlock“ bereits eine der arrogantesten Figuren der TV-Geschichte absolut brillant verkörpert. Wenn jemand mit solch einem gewaltigen Ego in einem Film seinen Meister finden soll, muss man schon gewaltige Geschütze auffahren – und genau das hat Marvel mit der Besetzung von Oscarpreisträgerin Tilda Swinton („Michael Clayton“) als glatzköpfige The Ancient One auch getan: Wie sie Strange allein mit ihrer bloßen Ausstrahlung oder winzigen Gesten in seine Schranken weist, ist ganz große Schauspielkunst.
Neben Cumberbatch und Swinton wird die Luft dann aber auch schon
schnell sehr dünn: Chiwetel Ejiofor („12 Years A Slave“) als Magier
Mordo und Rachel McAdams („Sherlock Holmes“) als Stranges Ex-Freundin
Christine Palmer bleiben vollkommen blass und man kann nur hoffen, dass
ihre Figuren in der Fortsetzung mehr zu tun bekommen (zumindest deutet
die Post-Credit-Szene ganz stark in diese Richtung). Zwischen Strange
und dem abtrünnigen Kaecilius gibt es zwar einige nette Wortspiele, weil
der humorlose Magiemeister die ironischen Bemerkungen seines Gegenübers
immer falsch versteht (ähnlich wie Drax in „Guardians Of The Galaxy“),
aber davon abgesehen reiht sich nun auch Mads Mikkelsen („Die Jagd“) in
die lange Liste schön geschminkter, aber vergessenswerter
Marvel-Bösewichte ein. Tom Hiddleston braucht sich offenbar wirklich
keine Sorgen zu machen, dass an seinen Loki noch einmal irgendein
MCU-Bad-Guy heranreicht.
Sehr viel besser funktionieren die beiden Sidekicks des Films: Benedict Wong („Sunshine“) liefert als pflichtbewusster Bibliothekar Wong einen perfekten (weil absolut ahnungslosen) Sparringspartner für Stranges Popkultur-Pointen. Und als heimlicher Star des Films entpuppt sich Stranges eigenwilliger Umhang, der selten das tut, was sein Träger von ihm verlangt, und so an die lebendigen Gegenstände aus frühen Disney-Cartoons mit Mickey, Donald und Co. erinnert. Aber hier und da verursacht der Humor auch Probleme: So gibt es zum Beispiel eine wirklich sehr schöne kurze Sequenz, in der der Kragen des Umhangs vor dem Spiegel lustige Sperenzchen treibt - aber weil die Szene genau zwischen dem Tod einer wichtigen Figur und dem drohenden Weltuntergang platziert ist, wirkt sie trotzdem fehl am Platz und nimmt den dramatischeren Momenten ein wenig von ihrer Wirkung. Manches Mal wirkt „Doctor Strange“ so, als sollte auf Biegen und Brechen das erprobte augenzwinkernde Marvel-Konzept durchgezogen werden, obwohl ein mit mehr Konsequenz durchgehaltener düstererer Ton besser gepasst hätte.
Fazit:
Sehr viel besser funktionieren die beiden Sidekicks des Films: Benedict Wong („Sunshine“) liefert als pflichtbewusster Bibliothekar Wong einen perfekten (weil absolut ahnungslosen) Sparringspartner für Stranges Popkultur-Pointen. Und als heimlicher Star des Films entpuppt sich Stranges eigenwilliger Umhang, der selten das tut, was sein Träger von ihm verlangt, und so an die lebendigen Gegenstände aus frühen Disney-Cartoons mit Mickey, Donald und Co. erinnert. Aber hier und da verursacht der Humor auch Probleme: So gibt es zum Beispiel eine wirklich sehr schöne kurze Sequenz, in der der Kragen des Umhangs vor dem Spiegel lustige Sperenzchen treibt - aber weil die Szene genau zwischen dem Tod einer wichtigen Figur und dem drohenden Weltuntergang platziert ist, wirkt sie trotzdem fehl am Platz und nimmt den dramatischeren Momenten ein wenig von ihrer Wirkung. Manches Mal wirkt „Doctor Strange“ so, als sollte auf Biegen und Brechen das erprobte augenzwinkernde Marvel-Konzept durchgezogen werden, obwohl ein mit mehr Konsequenz durchgehaltener düstererer Ton besser gepasst hätte.
Fazit:
Benedict Cumberbatch, Tilda Swinton, der
Humor und die visuelle Gestaltung der Actionszenen sind top. Aber mit der Story, dem seichten Bösewicht und belanglosen Nebenfiguren ist noch eine Menge Luft nach
oben.Dafür vergeben wir 8 von 10 Punkte. (mk)

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