Facts:
Genre: Animation
Regie: Mike Mitchell
Cast/ Stimmen: Lena Meyer-Landrut, Mark Forster, Gwen Stefani
Laufzeit: 93 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
Verleih: Fox Deutschland
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| (c) Fox Deutschland |
Inhalt:
20 Jahre schon leben die immer gutgelaunten Trolle in Frieden, seit ihr
Anführer König Peppy (Stimme im Original: Jeffrey Tambor) sie aus der
Gefangenschaft der fiesen Bergen befreit hat, für die es nichts Besseres
gibt, als die kleinen Geschöpfe mit den langen Haaren zu verspeisen.
Für die Trolle gilt es deswegen nur noch jeden Tag eine große Party nach
der anderen zu schmeißen. Angeführt werden sie dabei von Peppys Tochter
Poppy (Anna Kendrick / deutsche Stimme: Lena Meyer-Landrut), dem
fröhlichsten aller Trolle. Doch die ständige Feierei ruft die Bergen
wieder auf den Plan, die eines Tages fast die gesamte Troll-Bevölkerung
entführen. In ihrer Verzweiflung wendet sich Poppy an den einzigen
schlecht gelaunten, vorsichtigen und niemals singenden Troll den es
gibt: Branch (Justin Timberlake / Mark Forster). Gemeinsam begibt sich
das ungleiche Paar, das sich nicht ausstehen kann, auf eine gefährliche
Reise.
Bewertung:
„Trolls“ ist quasi das Gegenstück zum bisher größten DreamWorks-Erfolg „Shrek – Der tollkühne Held“:
Wo sich das Anti-Märchen um einen übellaunigen Oger noch genüsslich
über familientaugliche Disneyfilme, den allgemeinen Merchandise-Wahn und
das ständige Gesinge in Animationsfilmen lustig gemacht hat, ist
„Trolls“ nun genau das, was in „Shrek“ noch so genüsslich durch den
Kakao gezogen wurde: ein auf einer Spielzeugserie basierendes, mit
gutgelaunten Songs vollgestopftes Musical über Geselligkeit und
Frohsinn. Wo sich „Shrek“ noch als Film mit technischen Makeln und
einigen abstoßenden Designs erwies, der all das aber mit seinem hohen
Spaßfaktor und etlichen doppelbödigen Pointen wieder wettmachte, ist
„Trolls“ nun unfassbar hübsch und technisch perfekt, nur die Story könnte etwas mehr Schwung vertragen.
Obwohl bei der Mission nicht weniger auf dem Spiel steht als das Überleben aller Trolls, gelingt es dem Autoren-Trio Jonathan Aibel, Glenn Berger und Erica Rivinoja nicht, auch nur den kleinsten Funken Spannung zu kreieren. Das liegt vor allem daran, dass sie und Regisseur Mike Mitchell selbst im finsteren Reich der Bergens davor zurückschrecken, dramatische Momente für sich wirken zu lassen. Stattdessen wird die Szenerie, sobald sich andeutet, dass ein Troll gefressen werden könnte, sofort mit allerlei kleinen Scherzen und lockeren Sprüchen aufgelockert. Als Branch sich schließlich öffnet und von einem tragischen Kindheitserlebnis berichtet, blödeln Nebenfiguren direkt davor und danach so ungehemmt herum, dass jeder Anflug von Emotionalität im Ansatz erstickt wird. Dass die meisten Trolls zudem keinerlei individuellen Persönlichkeitsmerkmale haben, sondern sich als austauschbare Masse erweisen, macht es ebenfalls nicht gerade leichter, mit den Helden mitzufiebern.
Natürlich erwartet niemand ernsthaft, dass ein Familienfilm mit der Auslöschung einer ganzen Rasse freundlicher kleiner Lebewesen endet. Trotzdem braucht es zumindest die Illusion, dass den Figuren tatsächlich etwas Schlimmes widerfahren könnte, denn wer mit den Filmhelden bangt, der jubelt dann auch umso lauter, wenn die Gefahr vorübergezogen ist. Da „Für immer Shrek“-Regisseur Mike Mitchell das Stimmungsbarometer aber nur zwischen ungetrübter Partylaune und gedämpftem Optimismus pendeln lässt, bleiben die Feten der Trolls belanglos. Dafür zündet ab und zu ein gewisser Dialogwitz, vor allem wenn sich die Berufsoptimistin Poppy und der sarkastische Branch gegenseitig auf den Arm nehmen – die eingeworfenen Oneliner der Nebenfiguren verpuffen ob ihres trägen Timings hingegen regelmäßig. Besser gelungen sind die vereinzelt eingestreuten visuellen Gags: Wiederholt verwandeln sich vermeintlich normale Dinge plötzlich in skurril-flauschige Ungetüme – und verleihen der eh schon unkonventionell gestalteten Welt so noch einen zusätzlichen Überraschungsfaktor.
Überhaupt darf sich „Trolls“ auf optischer Ebene zur DreamWorks-Speerspitze zählen: Die ganze Welt sieht aus, als wäre sie aus herkömmlichen Bastelmaterialien designt worden – alles wirkt so wollig, flauschig, filzig, als wäre es aus Knetmasse, Bastelpapier und Glitzerstaub gefertigt. Zudem lassen die Macher bei einigen der Musikeinlagen ihrer Kreativität freien Lauf und entwerfen in ihrem kuscheligen Kosmos surreale Bilderreigen – schade, dass sie sich bei anderen Songs dafür umso ärger am Riemen reißen. Der aus schmissigen Songklassikern und extra für den Film geschriebenen Liedern zusammengestellte Soundtrack lädt aber auch schon für sich zum Mitwippen ein – zumindest im englischsprachigen Original. Die deutsche Synchonfassung besteht hingegen aus einer chaotischen Mischung aus durchaus gelungenen freien Übersetzungen (etwa zu „True Colors“), aus dem Takt geratenen Lokalisierungen (Lionel Richies Schmachtstück „Hello“ ist in der Synchro erschreckend sperrig) und Nummern, die englischsprachig belassen wurden. So springt der musikalische Gute-Laune-Funken in der deutschen Fassung nur streckenweise über.
Fazit:
Obwohl bei der Mission nicht weniger auf dem Spiel steht als das Überleben aller Trolls, gelingt es dem Autoren-Trio Jonathan Aibel, Glenn Berger und Erica Rivinoja nicht, auch nur den kleinsten Funken Spannung zu kreieren. Das liegt vor allem daran, dass sie und Regisseur Mike Mitchell selbst im finsteren Reich der Bergens davor zurückschrecken, dramatische Momente für sich wirken zu lassen. Stattdessen wird die Szenerie, sobald sich andeutet, dass ein Troll gefressen werden könnte, sofort mit allerlei kleinen Scherzen und lockeren Sprüchen aufgelockert. Als Branch sich schließlich öffnet und von einem tragischen Kindheitserlebnis berichtet, blödeln Nebenfiguren direkt davor und danach so ungehemmt herum, dass jeder Anflug von Emotionalität im Ansatz erstickt wird. Dass die meisten Trolls zudem keinerlei individuellen Persönlichkeitsmerkmale haben, sondern sich als austauschbare Masse erweisen, macht es ebenfalls nicht gerade leichter, mit den Helden mitzufiebern.
Natürlich erwartet niemand ernsthaft, dass ein Familienfilm mit der Auslöschung einer ganzen Rasse freundlicher kleiner Lebewesen endet. Trotzdem braucht es zumindest die Illusion, dass den Figuren tatsächlich etwas Schlimmes widerfahren könnte, denn wer mit den Filmhelden bangt, der jubelt dann auch umso lauter, wenn die Gefahr vorübergezogen ist. Da „Für immer Shrek“-Regisseur Mike Mitchell das Stimmungsbarometer aber nur zwischen ungetrübter Partylaune und gedämpftem Optimismus pendeln lässt, bleiben die Feten der Trolls belanglos. Dafür zündet ab und zu ein gewisser Dialogwitz, vor allem wenn sich die Berufsoptimistin Poppy und der sarkastische Branch gegenseitig auf den Arm nehmen – die eingeworfenen Oneliner der Nebenfiguren verpuffen ob ihres trägen Timings hingegen regelmäßig. Besser gelungen sind die vereinzelt eingestreuten visuellen Gags: Wiederholt verwandeln sich vermeintlich normale Dinge plötzlich in skurril-flauschige Ungetüme – und verleihen der eh schon unkonventionell gestalteten Welt so noch einen zusätzlichen Überraschungsfaktor.
Überhaupt darf sich „Trolls“ auf optischer Ebene zur DreamWorks-Speerspitze zählen: Die ganze Welt sieht aus, als wäre sie aus herkömmlichen Bastelmaterialien designt worden – alles wirkt so wollig, flauschig, filzig, als wäre es aus Knetmasse, Bastelpapier und Glitzerstaub gefertigt. Zudem lassen die Macher bei einigen der Musikeinlagen ihrer Kreativität freien Lauf und entwerfen in ihrem kuscheligen Kosmos surreale Bilderreigen – schade, dass sie sich bei anderen Songs dafür umso ärger am Riemen reißen. Der aus schmissigen Songklassikern und extra für den Film geschriebenen Liedern zusammengestellte Soundtrack lädt aber auch schon für sich zum Mitwippen ein – zumindest im englischsprachigen Original. Die deutsche Synchonfassung besteht hingegen aus einer chaotischen Mischung aus durchaus gelungenen freien Übersetzungen (etwa zu „True Colors“), aus dem Takt geratenen Lokalisierungen (Lionel Richies Schmachtstück „Hello“ ist in der Synchro erschreckend sperrig) und Nummern, die englischsprachig belassen wurden. So springt der musikalische Gute-Laune-Funken in der deutschen Fassung nur streckenweise über.
Fazit:
„Trolls“ bietet einen einzigartigen Look und einen fetzigen Soundtrack, der zum mitwippen im Kino einlädt. Dafür läßt es sich über die schwache Story hinweg blicken. Wir vergeben spassige 8 von 10 Punkte. (mk)

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