Samstag, 31. Dezember 2016

Rogue One - A Star Wars Story 3D



Facts:
Genre: SciFi, Action, Abenteuer
Regie: Gareth Edwards
Cast: Felicity Jones, Diego Luna, Ben Mendelsohn
Laufzeit: 134 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Walt Disney


(c) Walt Disney

Inhalt: 
Jyn Erso (Felicity Jones) wird von den Rebellen um Mon Mothma (Genevieve O'Reilly) aus dem imperialen Knast befreit und angeheuert. Jyns Vater Galen Erso (Mads Mikkelsen) war als Wissenschaftler maßgeblich daran beteiligt, die neue Superwaffe des Imperiums zu bauen, weswegen sein Insiderwissen und Jyns Verbindung zu ihm wertvoll sind. Die junge Frau, die sich seit ihrem 15. Lebensjahr allein durchschlägt, ist also genau die Richtige für ein Team, das Galen finden und eine Himmelfahrtsmission ausführen soll: Das Imperium will den Todesstern testen und die Rebellen wollen wissen, wie man ihn zerstört. Mit dem Agenten Captain Cassian Andor (Diego Luna) und dem umprogrammierten Ex-Imperiumsdroiden K-2SO (Alan Tudyk) zieht Jyn los. Der imperiale Militärdirektor Krennic (Ben Mendelsohn) will den Todesstern unterdessen so schnell es geht einsatzbereit bekommen... 

Bewertung:
Als die Kinogemeinde von den ausführlichen Nachdrehs zu „Rogue One“ erfuhr, sorgte das in der „Star Wars“-Gemeinde den ganzen Sommer über für Spekulationen. Zwar ist es bei Produktionen dieser Größenordnung absolut nichts Besonderes, dass noch einmal zweite Hand angelegt wird, und Disney gab sich auch allergrößte Mühe, die Sache herunterzuspielen, aber das Ausmaß der Nachbesserungsarbeiten (Bohdi-Rook-Darsteller Riz Ahmed: „Es gab tonnenweise Nachdrehs“) war schon eher ungewöhnlich. Nun lässt sich von außen unmöglich beurteilen, wie sich das letztlich ausgewirkt hat. Aber eins kann man anhand des fertigen Films völlig wertfrei feststellen: „Rogue One“ ist der krasse Gegenentwurf zu „Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht“. Edwards hat etwas komplett Neues geschaffen, das sich von den bisherigen Filmen der Saga konsequent absetzt – dass zugleich auch versucht wird, die (vermeintlichen) Erwartungen der „Star Wars“-Fans zu bedienen, führt allerdings dazu, dass hier am Ende nicht alles ganz überzeugend zusammenpasst.

Ganz klar auf der positiven Seite ist das visuelle Gespür von Regisseur Gareth Edwards zu verbuchen: Schon wie er inszenatorisch in die Vollen geht, macht „Rogue One“ sehenswert! Mit dem atmosphärischen Prolog, in dem er die Vorgeschichte von Galen und Jyn Erso erzählt, einem in Dauerregen ertränkten Angriff der Rebellentruppe auf eine felszerklüftete Imperiumsfestung und nicht zuletzt der pompösen finalen Strandschlacht unter Palmen, wo Edwards auf dem Planeten Scarif in grandiosem Setting Sternenkreuzer und AT-ATC-Walkers (eine Abwandlung des legendären Modells AT-AT) auf die Rebellen hetzt, gibt es drei wirklich grandios-großkalibrige Sequenzen, die „Rogue One“ allein zum mitreißenden Kinoerlebnis machen. Der „schmutzige“ Look und die martialische Action lassen die FSK-12-Freigabe gerade noch angemessen erscheinen: Zwar gibt es Horden von Getöteten, aber es wird nie explizit blutig und das Sterben hat oft eher etwas Comichaftes an sich. Was dem Werk in seiner ungewohnten Kriegsästhetik allerdings weitgehend abgeht, ist dieses ganz spezielle „Star Wars“-Feeling. Und auch die Erweiterung des Personal läuft hier weit weniger glücklich ab als in „Episode VII“: In „Rogue One“ gibt es nur zwei Figuren, die nachhaltig für Belebung sorgen. Ben Mendelsohn („The Dark Knight Rises“) verbreitet als Bösewicht Orson Krennic finsteres Charisma und der neue Droide K-2SO erweist sich als zuverlässiger Oneliner-Lieferant, der jede Menge trockenen Humor beisteuert. Allerdings wollen seine Bonmots und Pointen nicht so recht zum ansonsten düster-ernsten Erzählton des Films passen.

Während Hauptdarstellerin Felicity Jones („Die Entdeckung der Unendlichkeit“) als potenzielle Anführerin Jyn immerhin ansatzweise überzeugt und als ungewöhnlich störrische Identifikationsfigur durchaus auch als reizvoller Neuzugang gelten kann, bleibt ihr Kampfpartner Diego Luna als Schmalspur-Han-Solo so blass wie der Rest des austauschbaren dreckigen Dutzends. Es wirkt fast so, als habe bei der Zusammenstellung des Ensembles die weltweite Vermarktbarkeit die oberste Priorität besessen und nicht die erzählerische Logik. Donnie Yen („Ip Man“) kann als weiser, blinder Samurai einen Meister Yoda nicht ersetzen und von seinem chinesischen Landsmann Wen Jiang („The Lost Bladesman“) als Krieger Baze Malbus bleibt lediglich seine überproportionierte Laserwumme im Gedächtnis. Aber vielleicht ist es auch nur der ausdrückliche Wunsch nach Diversität, der hier nicht wie gewünscht aufgeht.  

Die mächtigen Jedi-Ritter fehlen „Rogue One“ trotz immerwährender Machtzitate („Trust The Force“) mehr als der Rolltitel und Kult-Komponist John Williams, der durch Michael Giacchino („Star Trek“) adäquat ersetzt wird. Gerade weil die Spin-off-Helden schwächeln, erweisen sich aber zumindest die alten Recken der Saga als willkommene Bereicherung: Jahrhundertbösewicht Darth Vader (Stimme im Original: James Earl Jones) spielt zwar als Chef von Director Krennic keine große Rolle, aber allein seine kurze Präsenz ist ein besonderer Höhepunkt. Ein echter Hingucker ist auch die digitale Auferstehung des 1994 verstorbenen Peter Cushing als Gouverneur Tarkin. Mit Genevieve O’Reilly als Rebellensenatorin Mon Motham (aus „Episode III“) und Jimmy Smits als Bail Organa (aus „Episode II“ und „III“) sind noch weitere alte Bekannte in kleinen Rollen wieder dabei – genauso wie ein großer Überraschungsgast. Und zu all dem sorgt die Dauerpräsenz der Stormtrooper für ein vertrautes Bild. Klar ist aber auch: Ohne das Wissen um das „Star Wars“-Universum ergibt „Rogue One“ wenig Sinn, weil die ganzen Anspielungen verpuffen. Denn erzählerisch ist der Science-Fiction-Actioner nicht unproblematisch, die Spannung bezieht der Film direkt aus den Schlachten und nicht aus der grob zusammengezimmerten Handlung. Und eins steht unabhängig davon fest: Eine Fortsetzung ist praktisch unmöglich, denn das Spin-off schließt zeitlich unmittelbar vor „Episode IV“ ab - mit allen Konsequenzen, die das mit sich bringt.

Fazit: 
Das erste „Star Wars“-Spin-off unter Disney-Herrschaft ist ein ambivalentes Erlebnis mit Licht und Schatten: Gareth Edwards liefert einen vor allem visuell beeindruckenden Kriegsfilm ab, dem das große emotionale Herz des Vorgängers „Das Erwachen der Macht“ allerdings fehlt. Etwas enttäsuscht verließen wir das Kino und vergeben daher nur 6,5 von 10 Punkte. (mk)

Sonntag, 25. Dezember 2016

SING 3D



Facts:
Genre: Animation
Regie: Garth Jennings
Cast/Stimmen: Daniel Hartwich, Alexandra Maria Lara, Klaas Heufer-Umlauf
Laufzeit: 108 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
Verleih: Universal Pictures


(c) Universal Pictures

Inhalt: 
Koala Buster Moon (Daniel Hartwich) leitet ein Theater, um das es nicht sonderlich gut bestellt ist. Als er merkt, dass er ohne Anstrengungen nicht aus den roten Zahlen kommt, ruft Buster kurzerhand zu einem Gesangswettbewerb auf. Gemeinsam mit seinem treuen Freund, dem Schaf Eddie (Olli Schulz), das am liebsten an der Konsole zockt und am Pool rumhängt, lädt er zum Vorsingen. Unter den Teilnehmern des Wettbewerbs sind der rappende Jung-Gorilla Johnny (Patrick Baehr), die alleinerziehende Schweine-Mama Rosita (Alexandra Maria Lara), die betrügerische Jazz-Maus Mike (Klaas Heufer-Umlauf), die unter Lampenfieber leidende Elefanten-Teenagerin Meena (Maximiliane Häcke) und Stachelschwein-Weibchen Ash (Stefanie Kloß), das seinen arroganten Freund loswerden und nun auf Solopfaden wandeln will. Jedes der stimmgewaltigen Tiere träumt von der großen Karriere… 

Bewertung:
Selbst wenn Filme des aktuellen Disney/Pixar-Konkurrenten Nr. 1 an den Kinokassen regelmäßig einschlagen wie eine Bombe, mangelte es „Minions“ und „Pets“ zuletzt trotzdem ein wenig an der Kreativität und vor allem der Warmherzigkeit, die den Illumination-Erstling „Ich - Einfach unverbesserlich“ noch zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. Aber mit ihrem neuesten Streich zeigen Studiogründer Christopher Meledandri und seine Animationskünstler, dass sie es immer noch draufhaben: Das Konzept von Garth Jennings‘ „Sing“ mutet zwar im ersten Moment an wie eine animierte Ausgabe von „Deutschland sucht den Superstar“ mit schrägen Tieren statt schrägen Sängern, entpuppt sich stattdessen aber als wunderbar schwungvoll-herziges Außenseiter-Musical, bei dessen finaler Bühnenshow das Publikum gar nicht anders kann, als 30 Minuten am Stück glücklich durchzugrinsen.
 
Es gibt ja eine beträchtliche Zahl von Zuschauern, die vor allem bei den ersten Folgen von „DSDS“ einschalten, weil sie sehen wollen, wie sich schlechte Sänger oder skurrile Spinner vor den TV-Kameras blamieren. So leicht hätte man es sich bei „Sing“ auch machen können – ein Haufen kurioser Tiere, die auf amüsante Art Popsongs nachträllern, dazu ein paar zeitgeistige Anspielungen und Reality-TV-Seitenhiebe, und fertig ist der sichere (wenn auch arg uninspirierte) Megahit! Und so gibt es in „Sing“ auch keine schlechten, nur ein paar schrullige (grandios: die Panda-J-Pop-Gruppe Q-Teez) und vor allem viele sehr gute Sänger, die einem zudem nicht nur wegen ihrer starken Stimmen, sondern auch ganz einfach so als starke Figuren ans Herz wachsen.

Rosita hat ihre 25 (!) Ferkel perfekt im Griff – und selbst als kurzfristig der Babysitter absagt, weiß sie sich mit einer selbstkonstruierten Hausarbeitsmaschine zu helfen, die selbst den Frühstücksautomaten aus Tim Burtons „Pee-wees irre Abenteuer“ alt aussehen lässt. Und wenn sie dann nach all dem Stress wie als Befreiung „Firework“ von Katy Perry rausschmettert, muss man einfach applaudieren (animiertes Schwein hin oder her). Aber nicht nur die platten Popkulturpointen und ausgelutschten Animationsgags (leider mit Ausnahme eines dauerfurzenden Bisons) bleiben in „Sing“ außen vor, auch die Wettbewerbsdramaturgie fällt nach der Hälfte der Spielzeit hinten runter, wenn Buster Moons visuell berauschende Bühnenshow mit verschiedenfarben leuchtenden Quallen plötzlich in sich zusammenkracht. Doch: The Show Must Go On - und so entwickelt sich das Finale von „Sing“ abseits aller aufgepeitschter Castingshow-Künstlichkeit zu einem mutmachenden Feel-Good-Musical, bei dem einem jede Nummer mindestens ein ganz breites Lächeln ins Gesicht zaubert (wenn man nicht gleich anfängt, vor lauter Glücksgefühlen loszuheulen).

Fazit: 
Poppiges Animationsabenteuer mit Gute-Laune-Garantie mit vielen tollen Songs, welche zum mitsingen einladen. Viele der Figuren wachsen schnell ans Herz und so vergeben wir herzensgute 8 von 10 Punkte. (mk)

Donnerstag, 22. Dezember 2016

VAIANA OV 3D



Facts:
Genre: Animation
Regie: John Musker
Cast/ Stimmen: The Rock, Alan Tudyk, Rachel House, Aili´i Cravalho
Laufzeit: 107 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
Verleih:Walt Disney


(c) Walt Disney

Inhalt: 
Sportlich, flink, temperamentvoll, unfassbar clever und stets dem Motto „geht nicht, gibt’s nicht“ verpflichtet – das ist die 16-jährige Vaiana, Tochter des Motunui-Häuplings Tui. Seit ihrer Geburt hat Vaiana eine ganz besondere Verbindung zum Ozean, weshalb es sie ziemlich stört, dass sich ihre Stammesgenossen mit ihren Booten nie über das nahe Riff hinaustrauen, das die Insel umschließt. Doch als ihre Familie schließlich Hilfe braucht, setzt Vaiana die Segel und reist los. Unterwegs trifft sie auf die Halbgott-Legende Maui (Dwayne Johnson), um den sich unzählige Mythen ranken und der ganze Inseln aus dem Meer hieven kann. Begleitet von dem dämlichen Hahn Heihei (Alan Tudyk) und dem niedlichen Hausschwein Pua wandeln die Häuplingstochter und Maui auf den Spuren von Vaianas Vorfahren und treffen auf furchterregende Kreaturen... 

Bewertung:
Das typische Disney Prinzessinin-Thema bekommt hier einen modernen emanzipatorischen Dreh, wenn die selbstbewusste Vaiana ihr Schicksal schließlich selbst in die Hand nimmt. Zusätzlich hat der Teenager nicht nur gesündere Körpermaße als die meisten seiner megaschlanken Vorgängerinnen, sondern kommt sogar ohne Liebesgeschichte aus. Diese willensstarke junge Frau trifft hier auf den Hallodri-Halbgott Maui, der sich unheimlich toll vorkommt und gern seine eigenen Heldentaten besingt (das augenzwinkernde „You're Welcome“), aber ohne seinen magischen Fischhaken ziemlich kleinlaut wird. Eine hübsche Idee ist es da, dass die ansonsten recht eindimensionale Figur immer wieder Zwiesprache mit ihren lebendigen Tätowierungen hält. Übergewichtig wirkt der trickfilmtypisch stilisierte Maui übrigens nicht, sein Körperbau erinnert dagegen etwas an seinen muskelbepackten Sprecher Dwayne Johnson, der nebenbei bemerkt selbst hawaiianische Wurzeln hat.

Das Geplänkel zwischen Vaiana und Maui ist oft recht amüsant, aber dreht sich auf die Dauer auch etwas im Kreis. So ist die Abwechslung willkommen, für die der Hahn Heihei mit seiner unglaublichen Dummheit sorgt. Die recht gut dosierten Auftritte von Vaianas gefiedertem Begleiter bringen eine heitere Note in den ansonsten vorwiegend dramatischen Film, aber die wenigen popkulturellen Gags und Insider-Anspielungen zünden in diesem Umfeld nicht immer. Besser funktioniert wiederum die Musik von Mark Mancina („Tarzan“, „Bärenbrüder“), Opetaia Foa’i und Broadway-Sensation Lin-Manuel Miranda („Hamilton“), die das Abenteuer mit ihrer Dynamik nach vorne treibt und den Konflikten Widerhall gibt. Ein echter Ohrwurm ist vor allem Vaianas Song „How Far I'll Go“, auch wenn er nicht ganz an den vergleichbaren „Let It Go“ aus „Die Eiskönigin“ herankommt.

Die allergrößte Stärke des Films ist indes seine visuelle Ausdruckskraft: Die oft bezaubernd schönen, gelegentlich aber auch melancholischen oder düster-unheimlichen Bilder hauchen „Vaiana“ Herz und Seele ein. An der Farbenpracht des Wassers (die Palette von Blau-, Grün- und Türkistönen scheint geradezu unendlich zu sein), an den glitzernd-sprühenden Wellen und den traumhaften Insellandschaften kann man sich kaum satt sehen, die entfesselte Kamera findet immer wieder neue Perspektiven - die Filmemacher ziehen uns mitten hinein in das Abenteuer. So vertraut einem die Geschichte über Selbstfindung und zu überwindende Hindernisse vorkommen mag, so überraschend sind zuweilen die immer wieder wechselnden Stimmungen. Besondere Höhepunkte sind die „zweidimensionalen“ Zeichnungen zu Mauis Vorgeschichte, eine Unterwassersequenz, in der die Protagonisten es mit allerlei unheimlichem Meeresgetier zu tun bekommen und die für kleine Kinder etwas zu düstere finale Konfrontation mit einem Feuermonster. Wie diese mitreißende Actionsequenz schließlich aufgelöst wird, ist reine Poesie und bringt eines der zentralen Themen – die besondere Beziehung zwischen Mensch und Natur – berührend auf den Punkt.

Fazit: 
Ein visuell berauschendes Animationsabenteuer, in dem Disney-Traditionen auf zeitgemäße Weise fortgeführt werden. Der Mix aus tollen Animationen, stimmiger Musik und vielen Gags beschert Disney nochmal ein Kinohighlight zum Jahresende. Wir vergeben gut gelaunte 9 von 10 Punkte. (mk)

Samstag, 19. November 2016

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind 3D



Facts:
Genre: Fantasy, Abenteuer
Regie: David Yates
Cast: Eddie Redmayne, Katherine Waterston, Dan Fogler
Laufzeit: 133 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
Verleih: Warner Bros. GmbH


(c) Warner Bros. GmbH


Inhalt: 
In New York wird die magische Welt 1926 von einer unbekannten Macht bedroht, die die Gemeinschaft der Zauberer an fanatische No-Majs (Amerikanisch für Muggels) verraten will. Von all diesen Spannungen ahnt der exzentrische und hochbegabte britische Zauberer Newt Scamander (Eddie Redmayne) noch nichts, denn der hat gerade erst eine weltweite Forschungsreise abgeschlossen, mit der er die Vielfalt magischer Wesen erforschen will. Einige von ihnen trägt er sogar in seinem Koffer mit sich herum. Doch als der ahnungslose Jacob Kowalski (Dan Fogler) versehentlich einige der Geschöpfe freilässt, droht eine Katastrophe. Bei ihrem Versuch sie wieder einzufangen, treffen Newt und Jacob auf Tina Goldstein (Katherine Waterston), die ihnen unter die Arme greift. Doch ihre Unternehmungen werden durch Percival Graves (Colin Farrell) erschwert, dem Direktor für magische Sicherheit im MACUSA (Magischer Kongress der USA). Der hat es nämlich auf Newt und Tina abgesehen…

Bewertung:
Der 225 Millionen Dollar teure Blockbuster ist inspiriert von dem 61 Seiten dünnen fiktiven Sachbuch „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, in dem J.K. Rowling (als Newt Scamander) die magische Fauna ihres literarischen Universums beleuchtet. Und tatsächlich sind es vor allem die Rowlings Fantasie entsprungenen Kreaturen (vom kleinsten Bowtruckle bis zum größten Occamy), die den Schauspielern immer wieder die Show stehlen – für die lautesten Lacher im Kino sorgt dabei der münzstibitzende, maulwurfartige Niffler mit seiner lausbubenhaften Mimik und seiner unbedingten Leidenschaft für Wertsachen aller Art. Mit einigem Abstand an zweiter Stelle folgt das riesenhafte, nilpferdartige Erumpent, das sich nach einem Pheromonen-Missgeschick unbedingt mit dem armen (und der Sache ganz sicher nicht gewachsenen) Jacob paaren will. Solange es um die titelgebenden Tierwesen geht, macht der Film mächtig Laune – und überzeugt als charmantes CGI-Abenteuer mit trockenem Dialogwitz und tollen Slapstick-Momenten.

Davon abgesehen ist der Film aber wenig unterhaltend! Denn J.K. Rowling reichert die magischen Abenteuer - wie sie es auch schon vor allem in den späteren „Harry Potter“-Romanen getan hat – erneut mit reichlich zeitgeistigen politischen Bezügen an: Nachdem schon ganz Europa in Angst und Schrecken vor dem Magier-Terroristen Gellert Grindelwald lebt, breitet sich auch in den USA langsam Panik aus – es gehört nicht viel Fantasie dazu, um in „Phantastische Tierwesen“ eine Allegorie auf das Amerika nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zu erkennen (mit Magiern statt Arabern). Ganz stark ist auch eine verstörende Szene, in der offenbart wird, wie eine Todesstrafe bei Magiern abläuft: Der Verurteilte darf auf einem metallenen Stuhl sitzend in seinen schönsten Erinnerungen schwelgen, während er von einer schwarzen Masse verschlungen wird (die idyllische Verzauberung ist dabei ebenso vermeintlich „menschlich“ wie eine Betäubung vor der Todesspritze). „Phantastische Tierwesen“ steckt voll von solchen Momenten, doch sie fügen sich kaum zu einer großen erzählerischen Einheit. Denn Newts Tierwesen-Wiederbeschaffungsmission und der zweite Haupthandlungsstrang um die magischen Anschläge, den zwielichtigen Magier-Agenten Percival Graves (Colin Farrell) sowie die magierfeindliche „Second Salemers“-Sekte mit Mary Lou (Samantha Morton) und ihrem Ziehsohn Credence (Ezra Miller) laufen lange Zeit mit nur wenigen Berührungspunkten nebeneinander her, bevor sie erst im Finale halbwegs zusammenkommen.

„Phantastische Tierwesen“ ist mit seinen amüsanten, oft in Slapstick abdriftenden Actionszenen und seinen harschen politischen Untertönen ein filmischer Zwitter – und gerade deshalb ist Oscargewinner Eddie Redmayne („Die Entdeckung der Unendlichkeit“) die perfekte Besetzung als Newt Scamander, denn unter seiner verschmitzten, vielleicht sogar ein wenig naiven Abenteuerlust schimmern immer auch eine tiefe Verletzlichkeit und ein profundes Wissen um die Abgründe dieser Welt durch. Nicht ganz so komplex, aber trotzdem absolut bezaubernd präsentiert sich Shootingstar Katherine Waterston („Steve Jobs“) als in Ungnade gefallene, leicht verplante, aber unendlich liebenswürdige Auroren-Hexe. Dan Fogler („Balls Of Fury“) gibt als Sidekick Jacob unterdessen einen überzeugenden No Maj (so heißen Muggel in Amerika), gerade weil man schnell nicht mehr nur über seine Unglücke lacht, sondern ihn – wie Newt auch – als rundherum guten Kerl ins Herz schließt. Weitere prominente Stars wie Colin Farrell („The Lobster“), Samantha Morton („Minority Report“) oder Oscarpreisträger Jon Voight („Ali“) haben im Vergleich eher eindimensionale Rollen, wobei Ezra Miller (The Flash in „Justice League“) als gepeinigter Sektensohn noch am ehesten heraussticht.

Das Skript zu „Phantastische Tierwesen“ ist wie gesagt das erste Drehbuch von J.K. Rowling – und das hat Vor- wie Nachteile: Zunächst einmal ist der Film vom Tempo her sehr viel einheitlicher geraten als einige der „Harry Potter“-Verfilmungen, die sich ja häufig eher wie ein gehetztes Best-Of der Romanvorlagen anfühlen. Trotzdem spürte man bei „Harry Potter“ immer, dass alles seinen Sinn und Platz hat – selbst wenn sich das an einigen Stellen nur dem Romanleser erschließt. In „Tierwesen“ gibt es hingegen noch eine ganze Reihe von Elementen, die bisher merkwürdig in der Luft hängen – etwa die Rolle des Verlagspatriarchen Henry Shaw, Sr (Jon Voight). Ganz bestimmt sind das alles nur Vorarbeiten für die Sequels, aber im ersten Teil sorgen sie zwischendurch durchaus für die eine oder andere kleine Länge. Zudem merkt man dem Drehbuch an, dass Rowling eben wusste, dass sie sich hier nicht (nur) an ihre Romanleser richtet, sondern an das Publikum einer Hollywoodgroßproduktion – und so hat sie nun eben ein austauschbares Blockbuster-Finale erdacht, wie man es schon ETLICHE Male gesehen hat. Aus dem Jahr 2016 fällt einem da etwa sofort „Suicide Squad“ als (abschreckendes) Beispiel ein.

Fazit: 
So gespannt wir auf das neue Abenteuer aus dem HP Universum auch waren, so enttäuscht verließen wir heute den Kinosaal. Von der Harry Potter Filmmagie ist ausser ein paar Zaubersprüchen, Zauberstäben und toll animierte Wesen nicht viel geblieben. 

Der Hauptdarsteller ist ok, wirkt oft etwas unbeholfen und trottelig. Und die all zu düstere Darstellung der Scenarien paßt nicht zum Fantasy-Feeling.

Zusätzlich finden wir die Auftritte der Hollywoodgrößen wie Jon Voight, Colin Farrell und Johnny Deep überflüssig teuer besetzt und deplatziert. 

Dafür vergeben wir wenig zauberhafte und enttäuschte 5 von 10 Punkte (mk)