Facts:
Genre: Abenteuer
Regie: Baltasar Kormákur
Genre: Abenteuer
Regie: Baltasar Kormákur
Cast: Jason Clarke, Jake Gyllenhaal, Josh Brolin
Laufzeit:
122 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Universal Pictures Germany
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Universal Pictures Germany
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| (c) Universal Pictures Germany |
Inhalt:
„Der Everest ist ohne Zweifel der gefährlichste Ort auf der Erde“, sagt
der erfahrene Bergsteiger Rob Hall (Jason Clarke) seiner Gruppe von
Amateuren, die bei seiner Firma für 65.000 Dollar eine Tour zum Gipfel
gebucht haben. Trotzdem wollen sie alle das Abenteuer auf sich nehmen
und unter der Führung von Hall und seinem Team von Kollegen und Sherpas
auf den höchsten Berg der Welt klettern. Zu den Kunden gehören unter
anderem der Mediziner Beck Weathers (Josh Brolin) aus Texas, der
Postangestellte Doug Hansen (John Hawkes), die japanische
Fed-Ex-Mitarbeiterin Yasuko Namba (Naoko Mori) und der Reporter Jon
Krakauer (Michael Kelly), der über die Expedition berichten will. Nach
eingehender Vorbereitung beginnt am 10. Mai 1996 der Aufstieg zum
Gipfel. Um Staus auf der Route zu vermeiden, tut sich Halls Gruppe mit
der des Kollegen Scott Fischer (Jake Gyllenhaal) zusammen. Doch ein
Schneesturm bringt die Bergsteiger in tödliche Gefahr.
Bewertung:
Der Mount Everest ist mit 8.848 Metern der höchste Berg im himalaya und übt
als solcher eine besondere Faszination auf die Menschen aus. Und so
sterben auf keinem anderen Achttausender mehr Bergsteiger als hier,
dabei ist der Himalaja-Gipfel nicht einmal der technisch schwierigste –
nur ist die schiere Anzahl der Profi- und Hobby-Kletterer, die dem
Mythos nicht widerstehen kann, so groß, dass insgesamt schon mehr als
200 Menschen bei diesem Extrem-Abenteuer ums Leben gekommen sind. Das
Phänomen des „Massentourismus“ am Rekord-Gipfel spielt in Baltasar
Kormákurs („Contraband“) elektrisierendem Bergsteiger-Drama „Everest“
allerdings ebenso wie die hinterher aufgekommenen Kontroversen um die
geschilderten Geschehnisse nur eine untergeordnete Rolle. Der
isländische Regisseur konzentriert sich bei seiner packenden Schilderung
eines der verheerendsten Aufstiege am Mount Everest, bei dem am 10. und
11. Mai 1996 acht Menschen ihr Leben ließen, auf den archetypischen
Zweikampf zwischen Mensch und Natur.
Das Ur-Problem eines solchen Films (These: Schauspieler können nicht klettern, Bergsteiger nicht schauspielern) hat der Regisseur durch effektive Schnitte gut gelöst: Die Aktionen der Hollywoodstars wirken natürlich, die Szenen am Berg (gedreht in den Alpen, auf Island und am Mount Everest) strahlen eine majestätische Urgewalt aus (das 3D kommt bis auf wenige Ausnahmen eindrucksvoll zur Geltung) und wirken zugleich intim, sodass die Schauspieler zur Geltung kommen können. So kann Kormákur die Dynamik des dramatischen Geschehens Ereignisse von Minute zu Minute entfalten – bis die Nerven des Publikums bis zum Zerreißen gespannt sind. Zum Unglückszeitpunkt befanden sich 34 Bergsteiger auf der Gipfelroute, dieser Figurenfülle kann Kormákur in zwei Stunden Spielfilm natürlich nicht gerecht werden. Er konzentriert sich auf wenige Protagonisten und integriert dafür zwei Ehefrauen der Teilnehmer (Keira Knightley spielt Rob Halls Frau, Robin Wright die von Beck Weathers), die nicht am Berg dabei sind, in die Handlung. Das erweist sich als emotional stimmige Ergänzung, ohne das zentrale Drama in der Wildnis in seiner unmittelbaren Wucht zu beeinträchtigen.
Die oft dick verpackten Schauspieler holen unter den harten Bedingungen das Beste heraus: Jason Clarke („Zero Dark Thirty“) legt die Hauptfigur Rob Hall als zuverlässigen, gutmütigen und fürsorglichen Bergführer an, der bei seinem fünften Aufstieg zum Everest-Gipfel alles daran setzt, seine Kunden zufriedenzustellen. Scott Fischer nennt den freundlichen Hall etwas spöttisch einen „Händchenhalter“: Der Gegenentwurf des Protagonisten ist in Jake Gyllenhaals („Nightcrawler“) Darstellung so etwas wie ein Rock N‘ Roller der Berge – der größte Star in der Besetzung zeigt in der Nebenrolle Präsenz und Rebellen-Charisma. Auch Josh Brolin („No Country For Old Men“) überzeugt als kletternder Arzt Beck Weathers, der zwischen Schwäche, Angst und großen Träumen pendelt, während der restliche Cast mit Hochkarätern wie Emily Watson („Punch-Drunk Love“), John Hawkes („Winter’s Bone“) und Sam Worthington („Avatar“) in jeweils nur wenigen Szenen gekonnt zu einem stimmigen Gesamtbild beiträgt.
Fazit:
Regisseur Baltasar Kormákur gelingt mit seinem packenden 3D-Bergsteiger-Drama „Everest“ die schwierige Gratwanderung zwischen der realistischen Nachstellung einer Tragödie und einem unterhaltsamen Abenteuerfilm. Besonders Jason Clarke kann überzeugen. 8 von 10 frostfreie Punkte. (mk)

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