Facts:
Genre: Sci-Fi
Regie: Ridley Scott
Cast: Matt Damon, Jessica Chastain, Kristen Wiig
Laufzeit: 144 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Fox Deutschland
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| (c) Fox Deutschland |
Inhalt:
Die NASA treibt mit der „Ares 3“-Mission die Erforschung des Mars voran.
Die Astronauten Mark Watney (Matt Damon), Commander Lewis (Jessica
Chastain), Rick Martinez (Michael Peña), Chris Beck (Sebastian Stan),
Alex Vogel (Aksel Hennie) und Beth Johanssen (Katie Mara) sind auf dem
roten Planeten gelandet, inklusive eines Fahrzeugs und eines Habitats,
in dem die Forscher leben und Nahrung herstellen können. Doch ein
Sandsturm droht die mitgebrachte Technik samt ihrer Einwohner
hinwegzufegen, so dass Commander Lewis den Befehl zum sofortigen
Aufbruch gibt. Weil ihn seine Crew für tot hält, bleibt der Botaniker
Mark Watney auf dem unwirtlichen fremden Planeten zurück. Vorerst ohne
Möglichkeit zur Kommunikation und mit beschädigter Ausrüstung versucht
er, die wenigen ihm zur Verfügung stehenden Mittel so einfallsreich wie
möglich zu nutzen. Und tatsächlich gelingt es Watney, der Erde zu
signalisieren, dass er noch lebt. Die NASA unter Direktor Sanders (Jeff
Daniels) beginnt, die Rettung des „Marsianers“ zu planen. Parallel dazu
startet Watneys Crew eine eigene, riskante Mission, ihn heimzuholen…
Bewertung:
Auch wenn Ridley Scott
einen ganz anderen, weniger Fantasy-lastigen Ansatz als z.B. Nolan´s INTERSOLAR verfolgt, sind die
Ähnlichkeiten der beiden Weltraum-Großprojekte nicht von der Hand zu
weisen, zumal mit Matt Damon („Bourne“-Reihe) und Jessica Chastain
(„Zero Dark Thirty“) gleich noch zwei Darsteller in beiden Filmen
auftreten. Trotz vieler Gemeinsamkeiten stechen aber vor allem die
Unterschiede ins Auge, was nicht nur an der Optik der Raumanzüge liegt,
denen die Ausstatter eine auffällige Orangenote verpasst haben.
Vor allem tonal grenzt sich Scott sehr stark ab. Geht es zunächst - dem Ernst der Lage angemessen – sehr seriös zu, ändert sich dies nach und nach, je mehr der gestrandete Mars-Kolonist Mark Watney als moderner Robinson Crusoe in den Mittelpunkt rückt. Denn dieser Botaniker ist ein echter Weltraum-MacGyver, der ganz schwer den Schalk im Nacken hat. Er ist ein Spaßvogel, der sich die Laune nur unwesentlich davon vermiesen lässt, dass er wahrscheinlich elendig auf dem Mars verrecken wird. Dieser Aspekt ist bereits in Andy Weirs Roman als zentraler Punkt angelegt, Scott behält ihn bei. Diese Leichtigkeit mag für das Genre des Raumfahrtfilms heutzutage ungewöhnlich sein, aber sie funktioniert, weil der Zuschauer direkt in Mark Watneys aussichtlos erscheinenden, aber abwechslungs- und einfallsreichen Überlebenskampf gesogen wird.
Mehr Raum als noch in der Vorlage bekommt die Parallelgeschichte auf der Erde, die zwar nach den üblichen Genremustern aufgebaut ist, mit den knackigen Dialogen von „The Cabin In The Woods“-Regisseur Drew Goddard dabei aber auf die wesentlichen Punkte konzentriert bleibt. Jeff Daniels spielt als skrupelloser NASA-Direktor souverän eine Art dezenten Bösewicht, der das Konto seiner Organisation über das Wohl eines einzelnen Menschen stellt, während Chiwetel Ejofor als unermüdlicher Kämpfer für seine Astronauten die Guten anführt, zu denen sich auch Sean Bean als Chefberater aufschwingt. Die sich auf der Rückreise befindliche Mars-Crew wird im weiteren Verlauf ebenfalls wieder bedeutend für die Handlung. Jessica Chastain führt diese Gruppe schauspielerisch an, Kate Mara erhält noch einige Szenen als Computerexpertin auf dem Schiff, aber generell verläuft hier das meiste in bekannten Genregrenzen – bis hin zum super-nerdigen Computer-Geek Donald Glover, der auf der Erde an den richtigen Schrauben dreht.
Weil bei „Der Marsianer“ sehr oft auf konventionelle Erzählmuster zurückgegriffen wird, kommt nie wirklich das Gefühl auf, dass etwas kolossal schiefgehen könnte. Trotzdem schafft es Ridley Scott durch seine dynamische Inszenierung, sein Publikum vor Spannung in die Kinositze zu drücken, so viele brenzlige Situationen zwischen Leben und Tod gibt es zu überstehen. Ohne Matt Damon wäre der ganze Film jedoch nutz- und wertlos. Der Schauspieler transportiert gut den (Galgen-)Humor, den Scott im Kern der Figur gefunden hat. Dazu hat der Regisseur die Anteile des Ein-Personen-Stücks im Vergleich zum Roman deutlich verkürzt und erspart dem Publikum seitenlange wissenschaftliche Kalkulationen und pedantische Abhandlungen über den Anbau von Kartoffeln. Ein Video-Tagebuch dient zudem als zusätzlicher Kniff, um das auf dem Papier trockene, in der Umsetzung aber sehr lebendige Ein-Personen-Szenario aufzubrechen. So bekommt Matt Damon die Möglichkeit, seine Monologe effektiv zu adressieren, ohne mit sich selbst reden zu müssen.
Ridley Scott setzt bei seiner Bebilderung auf schwelgerisch-atmosphärische Mars-Panoramen, die die gesamte Unwirtlichkeit des roten Planeten einfangen und die Isolation Mark Watneys glaubhaft werden lassen. Die Inszenierung ist sorgfältig-solide, ohne jedoch an dem visionären Gestus eines Christopher Nolan in „Interstellar“ zu kratzen. Stilistisch legt Ridley Scott sein Werk vielmehr wie einen kernigen Katastrophenfilm der 70er Jahre an, was auch seine Vorteile hat. Auch wenn „Der Marsianer“ die große Vision von „Interstellar“ fehlt, so fühlt sich das Szenario durch den geerdeten Ansatz unglaublich realistisch an. Herausragend ist das Set-Design auf dem Mars, angefangen von dem High-Tech-Habitat bis zu dem Mars-Rover und der Ausstattung des Raumschiffs Hermes. Die 3D Effekte gerade von Mars und Weltraum sind sehenswert und geben dem Film die grafische Note für einen unterhaltsamen Filmabend.
Fazit:
Vor allem tonal grenzt sich Scott sehr stark ab. Geht es zunächst - dem Ernst der Lage angemessen – sehr seriös zu, ändert sich dies nach und nach, je mehr der gestrandete Mars-Kolonist Mark Watney als moderner Robinson Crusoe in den Mittelpunkt rückt. Denn dieser Botaniker ist ein echter Weltraum-MacGyver, der ganz schwer den Schalk im Nacken hat. Er ist ein Spaßvogel, der sich die Laune nur unwesentlich davon vermiesen lässt, dass er wahrscheinlich elendig auf dem Mars verrecken wird. Dieser Aspekt ist bereits in Andy Weirs Roman als zentraler Punkt angelegt, Scott behält ihn bei. Diese Leichtigkeit mag für das Genre des Raumfahrtfilms heutzutage ungewöhnlich sein, aber sie funktioniert, weil der Zuschauer direkt in Mark Watneys aussichtlos erscheinenden, aber abwechslungs- und einfallsreichen Überlebenskampf gesogen wird.
Mehr Raum als noch in der Vorlage bekommt die Parallelgeschichte auf der Erde, die zwar nach den üblichen Genremustern aufgebaut ist, mit den knackigen Dialogen von „The Cabin In The Woods“-Regisseur Drew Goddard dabei aber auf die wesentlichen Punkte konzentriert bleibt. Jeff Daniels spielt als skrupelloser NASA-Direktor souverän eine Art dezenten Bösewicht, der das Konto seiner Organisation über das Wohl eines einzelnen Menschen stellt, während Chiwetel Ejofor als unermüdlicher Kämpfer für seine Astronauten die Guten anführt, zu denen sich auch Sean Bean als Chefberater aufschwingt. Die sich auf der Rückreise befindliche Mars-Crew wird im weiteren Verlauf ebenfalls wieder bedeutend für die Handlung. Jessica Chastain führt diese Gruppe schauspielerisch an, Kate Mara erhält noch einige Szenen als Computerexpertin auf dem Schiff, aber generell verläuft hier das meiste in bekannten Genregrenzen – bis hin zum super-nerdigen Computer-Geek Donald Glover, der auf der Erde an den richtigen Schrauben dreht.
Weil bei „Der Marsianer“ sehr oft auf konventionelle Erzählmuster zurückgegriffen wird, kommt nie wirklich das Gefühl auf, dass etwas kolossal schiefgehen könnte. Trotzdem schafft es Ridley Scott durch seine dynamische Inszenierung, sein Publikum vor Spannung in die Kinositze zu drücken, so viele brenzlige Situationen zwischen Leben und Tod gibt es zu überstehen. Ohne Matt Damon wäre der ganze Film jedoch nutz- und wertlos. Der Schauspieler transportiert gut den (Galgen-)Humor, den Scott im Kern der Figur gefunden hat. Dazu hat der Regisseur die Anteile des Ein-Personen-Stücks im Vergleich zum Roman deutlich verkürzt und erspart dem Publikum seitenlange wissenschaftliche Kalkulationen und pedantische Abhandlungen über den Anbau von Kartoffeln. Ein Video-Tagebuch dient zudem als zusätzlicher Kniff, um das auf dem Papier trockene, in der Umsetzung aber sehr lebendige Ein-Personen-Szenario aufzubrechen. So bekommt Matt Damon die Möglichkeit, seine Monologe effektiv zu adressieren, ohne mit sich selbst reden zu müssen.
Ridley Scott setzt bei seiner Bebilderung auf schwelgerisch-atmosphärische Mars-Panoramen, die die gesamte Unwirtlichkeit des roten Planeten einfangen und die Isolation Mark Watneys glaubhaft werden lassen. Die Inszenierung ist sorgfältig-solide, ohne jedoch an dem visionären Gestus eines Christopher Nolan in „Interstellar“ zu kratzen. Stilistisch legt Ridley Scott sein Werk vielmehr wie einen kernigen Katastrophenfilm der 70er Jahre an, was auch seine Vorteile hat. Auch wenn „Der Marsianer“ die große Vision von „Interstellar“ fehlt, so fühlt sich das Szenario durch den geerdeten Ansatz unglaublich realistisch an. Herausragend ist das Set-Design auf dem Mars, angefangen von dem High-Tech-Habitat bis zu dem Mars-Rover und der Ausstattung des Raumschiffs Hermes. Die 3D Effekte gerade von Mars und Weltraum sind sehenswert und geben dem Film die grafische Note für einen unterhaltsamen Filmabend.
Fazit:
Ridley Scott gelingt mit seinem spaßigen Weltraum-Survivaldrama „Der
Marsianer – Rettet Mark Watney“ ein höchst unterhaltsamer
Science-Fiction-Film, der zwar durch seine Feel-Good-Leichtigkeit
überrascht, aber trotzdem hochspannend ist. Allein die für uns fehlende emotionale Tiefe der Hauptfigur (im Vergleich zum Film MOON) verhindern eine bessere Wertung. Daher vergeben wir galaktische 7 von 10 Punkte. (mk)

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