Donnerstag, 26. Februar 2015

Selma OV



Facts:

Genre: Drama, Biografie, Historie
Regie: Ava DuVernay
Cast: David Oyelowo, Tom Wilkinson, Carmen Ejogo 
Laufzeit: 128 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: StudioCanal Deutschland




(c) StudioCanal Deutschland

Inhalt: 

Der Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. (David Oyelowo) hat gerade den Friedensnobelpreis 1964 erhalten. Doch sein Einsatz für die Gleichberechtigung der Schwarzen geht weiter. Er spricht bei US-Präsident Lyndon B. Johnson (Tom Wilkinson) vor, um eine Reform des Wahlrechts zu erreichen, denn immer noch sind viele Schwarze faktisch von den Wahlen ausgeschlossen. Johnson bittet um Geduld, da es höhere Prioritäten auf seiner Agenda gebe. Und George Wallace (Tim Roth), Gouverneur von Alabama, will gar alle Bemühungen von King und seinen Anhängern sabotieren. Diese beschließen ihre Aktionen auf ebendiesen Bundesstaat zu konzentrieren. Als in der Stadt Selma am 17. Februar 1965 ein Schwarzer von der Polizei niedergeschossen wird und anschließend seinen Verletzungen erliegt, explodiert der Unmut. King organisiert einen Protestmarsch von Selma in die Hauptstadt Montgomery. Aber die friedlich Demonstrierenden kommen nur bis zur Stadtgrenze: Am Ende einer Brücke wartet ein riesiges Polizeiaufgebot mit Knüppeln und Tränengas auf sie...

Bewertung:

„Selma“ wurde für zwei Oscars 2014 nominiert: einmal für den kämpferischen Song „Glory“, der während des Abspanns zu hören ist, und dann noch für den wichtigsten Preis überhaupt, die Auszeichnung als Bester Film des Jahres. Diese Ehrung wurde indes in vielen US-Medien nicht gefeiert, sondern kritisiert. Der Tenor: Ava DuVernays Politdrama über Martin Luther Kings Kampf für das Wahlrecht der Schwarzen hätte noch viel mehr Nominierungen erhalten müssen. Besonders der Umstand, dass es die Filmemacherin selber (sie wäre die erste schwarze Frau überhaupt im Rennen um den Regie-Oscar gewesen) und Hauptdarsteller David Oyelowo nicht in die Endauswahl geschafft haben, wurde als Indiz für einen latenten Rassismus in Hollywood gesehen. Wer dem entgegenhielt, dass die Oscar-Academy doch erst im vergangenen Jahr Steve McQueens Sklaverei-Drama „12 Years a Slave“ mit dem Hauptpreis bedacht habe, bekam womöglich etwas vom „weißen schlechten Gewissen“ zu hören, das für jene Wahl ausschlaggebend gewesen sei. Wie so oft in solchen Fällen hat sich die Diskussion bald verselbständigt, die schon vor Weihnachten mit einer Kontroverse um die historische Rolle von Präsident Johnson begann, und „Selma“ selbst geriet ein bisschen aus dem Fokus. Er ist nüchtern betrachtet kein Meisterwerk, aber ein sehenswerter Film über ein wichtiges Kapitel der amerikanischen Zeitgeschichte ist er allemal – nicht mehr und nicht weniger. 

Fazit:

Oft sehr bewegender, aber unfokussierter Blick hinter die Kulissen der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King. Von uns gibts dafür 7,5 von 10 Punkte. (mk)

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