Sonntag, 22. Februar 2015

Fifty Shades Of Grey OV



Facts:

Genre: Erotik, Drama
Regie: Sam Taylor-Johnson
Cast: Jamie Dornan, Dakota Johnson, Jennifer Ehle


Laufzeit: 125 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
Verleih: Universal Pictures Germany


(c) Universal Pictures Germany

Inhalt

Als Literatur-Studentin Anastasia Steele (Dakota Johnson) den aufstrebenden Unternehmer Christian Grey (Jamie Dornan) für ihre Universitätszeitung interviewt, begegnet sie einem Mann, mit dessen arroganter und anzüglicher Art sie nicht recht umzugehen vermag. Doch den attraktiven Milliardär umhüllt eine anziehende Aura, der sich die junge Frau schon bald nicht mehr entziehen kann. Anastasia, ein unbeschriebenes Blatt in Sachen Liebe und Begehren, gibt sich der Faszination hin. Grey kostet es keine Anstrengung, die Studentin in seine Arme zu treiben. Seine einschüchternde Art löst bei Anastasia Angst und körperliche Zuneigung zugleich aus. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Affäre, wobei der junge Mann stets die Oberhand behält. Im Laufe ihrer Liaison begegnet Anastasia den dunklen Geheimnissen des vermögenden Mannes und entdeckt an sich ungeahnte Seiten der Lust, Fesseln und Peitsche eingeschlossen.

Bewertung:

Jamie Dornan („Once Upon a Time“) hat eine tief-sexy Stimme und sein Anzug steht ihm genauso gut wie gar keine Klamotten – damit ist er als Christian Grey echt okay. Ein absoluter Glückstreffer ist hingegen Dakota Johnson („Ben and Kate“), die Anastasia trotz ihres devoten Parts im Spielzimmer nie zum Opfer verkommen lässt, sondern ihrer Rolle trotz aller Verletzlichkeit ein erstaunliches Selbstbewusstsein und ein gesundes Maß an Chuzpe verleiht. Außerdem lässt die Newcomerin in besonders albernen Momenten immer auch ein gewisses Augenzwinkern aufblitzen, was sie und ihre Figur nur noch sympathischer macht. Damit liegt Johnson übrigens ganz auf der Linie ihrer Regisseurin, die ebenfalls immer wieder mit dem Kitsch der Vorlage kokettiert, ohne sich dabei je so sehr über die eigene Story lustig zu machen, dass diese nicht mehr funktioniert: Vom Vergleich eines passenden Klebebandes mit der Wahl des richtigen Weines bis hin zur Zeile „Fuck the paperwork!“ in der längst legendären Fahrstuhl-Kussszene - Sam Taylor-Johnson und ihre Autorin Kelly Marcel haben sich genau die richtigen absurden Zeilen aus der Vorlage gewählt, um diese nun als smart-trockene Gags rauszuhauen. So dürften etliche der Sprüche im Film eine gute Chance auf einen Platz in der Liste der besten Kinozitate des Jahres haben.

Am amüsantesten und anzüglichsten sind dabei übrigens die SM-Vertragsverhandlungen. Handschellen ja. Anales Fisting nein. Und was ist überhaupt ein Butt-Plug? Wenn’s dann später tatsächlich zur Sache geht, stellt man allerdings schnell fest, dass das Drüberreden irgendwie mehr Spaß gemacht hat. Ein Jahr nach Lars von Triers wirklich provozierendem „Nymphomaniac“ erweisen sich die erlesen gefilmten Hochglanz-Sexszenen in „Fifty Shades of Grey“ als handzahm, mit einer Ausnahme gehen die SM-Praktiken über einen Klaps auf den Po nicht hinaus (und potentiell Schockierendes wie die Tamponszene wurde gleich ganz gestrichen). Je härter der Sex wird, desto ernsthafter wird auch der Film – und das tut ihm nicht unbedingt gut. Wie sagt Christian über sich selbst so schön: „I’m fifty shades of fucked up!“ Nur ist leider jede dieser 50 Facetten ein küchenpsychologisches Klischee und ihr Durchkauen auf der Leinwand nicht sonderlich spannend. Trotz des schwächelnden Schlussdrittels endet der Film dann allerdings leicht anders als im Buch im exakt richtigen Moment mit der exakt richtigen Szene. Unsere Lust auf den für 2016 angekündigten zweiten Teil „Fifty Shades Darker“ ist so auf jeden Fall schon mal geweckt.

Fazit: 

Überraschend humorvolles Romantik-Märchen mit einem fesselnden Twist. Aber doch etwas zu weit vom Buch entfernt. Daher gibts nur 6 von 10 Punkte. (mk)

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