Samstag, 7. Februar 2015

Jupiter Ascending 3D OV

(c) Warner Bros GmbH
Facts:

Genre: Sci-Fi
Regie: Andy Wachowski, Lana Wachowski
Cast: Channing Tatum, Mila Kunis, Sean Bean

Laufzeit: 127 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Warner Bros. GmbH




Inhalt:

Die Bewohner der Erde ahnen nicht, dass das Leben auf ihrem und vielen anderen Planeten einst von außerirdischen Adelshäusern gepflanzt wurde. Sobald die kreierten Lebensformen einen bestimmten Entwicklungsgrad erreicht haben, werden sie "geerntet". Aus dem Ertrag wird ein Jugendserum gewonnen, das der außerirdischen Herrscherrasse ein ewiges Leben ermöglicht. Als die Regentin der mächtigsten jener Alien-Dynastien stirbt, entbrennt zwischen ihren Kindern Balem (Eddie Redmayne), Kalique (Tuppence Middleton) und Titus (Douglas Booth) ein Krieg um das Erbe. Doch völlig unverhofft tritt auf der Erde noch eine weitere mögliche Erbin auf den Plan: die junge Jupiter Jones (Mila Kunis), die nichts von ihrem Schicksal ahnt und sich mehr schlecht als recht als Putzfrau über Wasser hält. Als der genetisch veränderte Ex-Söldner Caine (Channing Tatum) sie aufspürt, soll sich alles ändern. Er verschafft der jungen Frau einen Einblick in ihre wahre Natur und zeigt ihr, dass sie das Gleichgewicht des gesamten Universums beeinflussen könnte. Jupiters Abstammung birgt allerdings auch große Gefahr, will der finstere Balem sie doch um jeden Preis tot sehen...

Bewertung:

Eine Weltraum-Oper! Sind die nicht längst out? Und es gibt einen sprechenden Waschbären mit Raketenwerfer! Wer soll das denn ernstnehmen? Keinem Marvel-Projekt wurde vorab mit so viel Skepsis begegnet wie „Guardians of the Galaxy“, zumindest bis die Comic-Verfilmung an den US-Kassen zum zweiterfolgreichsten Kinostart des Jahres 2014 avancierte. Die Frage, wie zum Teufel die Marvel-Masterminds das nur wieder geschafft haben, ist in diesem Fall übrigens leicht zu beantworten: mit haufenweise augenzwinkerndem Humor! Nun kommt die nächste Space-Extravaganz in die Kinos und es ist jetzt schon sicher, dass sie es an den Kassen deutlich schwerer haben wird: Denn im Gegensatz zum „Guardians“-Spaßvogel James Gunn nehmen die „Matrix“-Schöpfer Andy und Lana Wachowski das Genre bei ihrem 175 Millionen Dollar teuren Science-Fiction-Blockbuster „Jupiter Ascending“ sehr viel ernster. Das ist aller Ehren wert in einer Zeit, in der mutige großgedachte Konzepte oft nur noch mit „Ironie“ zur Abfederung präsentiert werden, aber leider gelingt es nur bedingt: Für Sci-Fi-Fans ist der Film allein schon aufgrund seiner unerschrockenen Ideen und bahnbrechenden Designs ein Muss, aber der Publikumsmehrheit wird es schwerfallen, die beiden blass bleibenden Helden ins Herz zu schließen.


Der Weltenentwurf ist beeindruckend und auch die meist genügend Übersicht bietenden Action-Sequenzen sind durchaus spektakulär: Neben imposanten Raumschiff-Gefechten spielen dabei vor allem Caines Anti-Schwerkraft-Schuhe eine Rolle, mit denen er wie mit Skates durch die Luft rast. Da gehen die Verfolgungsjagden plötzlich in alle Richtungen (wie in „Minority Report“, nur noch viel schneller) und auch das 3D bietet zur Abwechslung mal einen echten Mehrwert. Und neben den technischen Attraktionen gibt es auch einige sehr ordentliche schauspielerische Leistungen. Das Prunkstück liefern dabei die Darsteller der intriganten adligen Geschwister, die nach dem Tod ihrer Mutter nach der wirtschaftlichen Vorherrschaft im Universum gieren und Jupiter deshalb ihr rechtmäßiges Erbe abluchsen wollen: Tuppence Middleton gibt Kalique als verzogene Göre und eine Art intergalaktisches It-Girl, während Douglas Booth („Noah“) seinen Titus als abgründig-verschlagenen Verführer anlegt.

Aber das ist alles nichts gegen den Dritten im Bunde: Die Performance von Eddie Redmayne („Die Entdeckung der Unendlichkeit“) als Overacting zu bezeichnen, wäre die Untertreibung des Jahrhunderts! Seinem Balem scheint bei jedem schmerzvoll herausgepressten Wort die ganze Last des Universums auf den Schultern zu liegen – das ist derart grandios-überzogen, dass es schon wieder genial ist. Im Gegensatz dazu bleiben die beiden Hauptdarsteller jedoch ziemlich blass, was gar nicht unbedingt an den Stars selbst, sondern eher am Drehbuch der Wachowskis liegt: Spätestens wenn Jupiter ihre Erbschaft des halben Universums mit kaum mehr als einem Achselzucken hinnimmt, ist ihre Glaubwürdigkeit als Erdenmädchen in einem Cinderella-im-Weltall-Märchen endgültig dahin, und Channing Tatum als pflichtbewusst-steifen Soldaten ohne Lizenz für augenzwinkernde Oneliner zu besetzen, ist eine Vergeudung seines Talents als Leading Man – da helfen selbst seine supercoolen Skateschuhe nur bedingt.

Fazit:

Ernsthafte Weltraum-Oper mit opulent-epischen Designs, spektakulären Sci-Fi-Konzepten, turbulenter 3D-Action und leider zwei enttäuschenden Protagonisten. Daher gibts nur 5 von 10 Sterne.





(mk)

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