Facts:
Genre: Action, Abenteuer
Regie: Jonathan Liebesman
Genre: Action, Abenteuer
Regie: Jonathan Liebesman
Cast: Megan Fox, Will Arnett, William Fichtner
Laufzeit:
101 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Paramount Pictures Germany
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Paramount Pictures Germany
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| (c) Paramount Pictures Germany |
Inhalt:
Die TV-Reporterin April O'Neal ist in ihrem Job bei den
Kanal-6-Nachrichten unterfordert und darf mit ihrem Kameramann Vernon
Fenwick (Will Arnett) nur kleine Beiträge produzieren. Daher verfolgt
die furchtlose Journalistin in Eigenregie die Spur der mysteriösen Armee
der Fußsoldaten, die mit ihren kriminellen Machenschaften eine
Bedrohung für ganz New York darstellt. Eines Nachts wird sie dabei
Zeugin, wie ein vermummtes Wesen die Gangster auf eigene Faust aufmischt
– doch die Story will ihr beim Sender keiner glauben, selbst ihre
Chefin Bernadette Thompson (Whoopi Goldberg) nicht. Als April die Spur
weiter verfolgt, lernt sie die humanoiden Schildkröten Leonardo (Pete
Ploszek), Michelangelo (Noel Fisher), Raphael (Alan Ritchson) und
Donatello (Jeremy Howard) kennen. Sie wurden von ihrem Meister, der auf
zwei Beinen gehenden Ratte Splinter (Danny Woodburn; Stimme: Tony
Shalhoub), zu bewaffneten Ninjas ausgebildet. Außerdem haben die
witzigen Turtles eine ausgeprägte Vorliebe für Pizza...
Bewertung:
Die Turtles sind auch nur ganz normale Teenager, die alles, was mit
Popkultur zu tun hat, wie ein Schwamm aufsaugen – und so benahmen sie
sich Ende der 1980er eben wie superlässige Surfer Dudes. Im Reboot sind sie hingegen mit der New Yorker Hip-Hop-Kultur aufgewachsen und führen sich dementsprechend wie Möchtegern-Gangsta
auf. Leider ist dieses passende Update so ziemlich der einzige gute
Einfall, den die Drehbuchautoren Josh Appelbaum, André Nemec und Evan
Daugherty zu bieten haben: Darüber hinaus präsentieren sie nämlich
lediglich einen vollkommen austauschbaren Blockbuster-Plot, dessen
rudimentäre Logik nicht einmal ausreicht, um einigermaßen unfallfrei von
einer Action-Sequenz zur nächsten überzuleiten: Warum etwa zieht
Turtles-Erzfeind Shredder (Tohoru Masamune) in der Szene mit den
eingesperrten Schildkröten einfach von dannen, nachdem er Raphael
niedergeschlagen hat, aber April und Vernon noch lustig im selben Raum
herumturnen? Genau, weil der Film sonst schon nach einer Stunde zu Ende
gewesen wäre! Aber die unsinnige Handlung ist längst nicht das größte
Problem des Films.
Vielmehr haben die Autoren und ihr Regisseur den Geist der Turtles einfach nicht verstanden – und da spricht jetzt keinesfalls der Nostalgiker in uns, der seine Kindheitshelden heute genauso haben möchte wie vor einem Vierteljahrhundert. Doch wenn man einen Film über mannshohe mutierte Schildkröten dreht, die mit Nunchakus und Ninja-Schwertern herumwirbeln, während sie Pizza mit 99 Käsesorten in sich hineinschaufeln, dann sollte man den Figuren schon mit einem gewissen Augenzwinkern begegnen. Die Grundhaltung von „Teenage Mutant Ninja Tutles“ ist allerdings erschreckend humorlos – zwar gibt es zwischendurch immer wieder eingestreute Oneliner und Gags, aber die wirken inmitten der düsteren Action und der bierernst durchgezogenen Ganz-New-York-wird-vergiftet-Handlung fast schon wie Fremdkörper. Dabei hat ein anderer Blockbuster in diesem Kinosommer jenen augenzwinkernd-selbstreferenziellen Humor, den wir uns auch von einem „Turtles“-Reboot erhofft hätten, bereits zur Perfektion getrieben: James Gunns fantastischer „Guardians of the Galaxy“!
Aber trotz der erzählerischen Defizite und des unpassend ernsthaften Tonfalls ist nicht alles schlecht. Denn auch wenn wohl nur Michael Bay und seine Mitstreiter selbst wissen, was sie mit dem mehr als gewöhnungsdürftigen Neudesign und der unsympathischen Aufrüstung der Turtles im Sinn hatten, sind die Performance-Capture-Animationen der Titelhelden schlicht makellos – in dieser Hinsicht muss sich „Teenage Mutant Ninja Turtles“ nicht einmal vor dem bahnbrechenden „Planet der Affen: Revolution“ verstecken. Die mitunter unnötig wild geschnittenen Action-Szenen sind allesamt ansehnlich, wobei eine haarsträubende Verfolgungsjagd in der Mitte des Films deutlich herausragt: Die ausufernd-schlitternde Hatz einen schneebedeckten Abhang hinunter fühlt sich an wie ein 007-Setpiece auf Crack – von solchen hemmungslosen, einfach nur Spaß machenden Over-the-Top-Sequenzen hätten wir gerne sehr viel mehr gesehen.
Im Gegensatz zu ihren Auftritten in den ersten beiden „Transformers“-Filmen ist Megan Fox diesmal nicht nur dazu da, ihren trainierten Körper in Zeitlupe abfilmen zu lassen: Zwar muss sie einen für einen Familienfilm unpassenden Arsch-Witz über sich ergehen lassen, darf ansonsten aber tatsächlich schauspielern. Und auch wenn die Rolle der rasenden Reporterin ihr nicht viel abverlangt, macht sie trotzdem einen guten Job. Will Arnett hat es da als ihr Sidekick schon bedeutend schwerer – seine Gags sind schon auf dem Papier so unlustig, dass selbst ein Komödienprofi wie der „Arrested Development“-Star die Pointen nicht zum Zünden bringt. Dazu gibt William Fichtner („Lone Ranger“) als Industrie-Magnat Eric Sacks einen öden Bösewicht ab – inklusive der unmotiviertesten Ich-erkläre-euch-jetzt-meinen-teuflischen-Plan-Szene aller Zeiten. Darüber lässt sich indes durchaus noch hinwegsehen, aber dass selbst der Kultschurke Shredder trotz Schweizer-Taschenmesser-Kampfanzug völlig blass bleibt, ist für einen „Turtles“-Film natürlich nahezu unverzeihlich. Da können wir nur hoffen, dass die Macher in einer möglichen Fortsetzung mit den diesmal noch nicht auftretenden Rocksteady und Bebob mehr anzufangen wissen.
Vielmehr haben die Autoren und ihr Regisseur den Geist der Turtles einfach nicht verstanden – und da spricht jetzt keinesfalls der Nostalgiker in uns, der seine Kindheitshelden heute genauso haben möchte wie vor einem Vierteljahrhundert. Doch wenn man einen Film über mannshohe mutierte Schildkröten dreht, die mit Nunchakus und Ninja-Schwertern herumwirbeln, während sie Pizza mit 99 Käsesorten in sich hineinschaufeln, dann sollte man den Figuren schon mit einem gewissen Augenzwinkern begegnen. Die Grundhaltung von „Teenage Mutant Ninja Tutles“ ist allerdings erschreckend humorlos – zwar gibt es zwischendurch immer wieder eingestreute Oneliner und Gags, aber die wirken inmitten der düsteren Action und der bierernst durchgezogenen Ganz-New-York-wird-vergiftet-Handlung fast schon wie Fremdkörper. Dabei hat ein anderer Blockbuster in diesem Kinosommer jenen augenzwinkernd-selbstreferenziellen Humor, den wir uns auch von einem „Turtles“-Reboot erhofft hätten, bereits zur Perfektion getrieben: James Gunns fantastischer „Guardians of the Galaxy“!
Aber trotz der erzählerischen Defizite und des unpassend ernsthaften Tonfalls ist nicht alles schlecht. Denn auch wenn wohl nur Michael Bay und seine Mitstreiter selbst wissen, was sie mit dem mehr als gewöhnungsdürftigen Neudesign und der unsympathischen Aufrüstung der Turtles im Sinn hatten, sind die Performance-Capture-Animationen der Titelhelden schlicht makellos – in dieser Hinsicht muss sich „Teenage Mutant Ninja Turtles“ nicht einmal vor dem bahnbrechenden „Planet der Affen: Revolution“ verstecken. Die mitunter unnötig wild geschnittenen Action-Szenen sind allesamt ansehnlich, wobei eine haarsträubende Verfolgungsjagd in der Mitte des Films deutlich herausragt: Die ausufernd-schlitternde Hatz einen schneebedeckten Abhang hinunter fühlt sich an wie ein 007-Setpiece auf Crack – von solchen hemmungslosen, einfach nur Spaß machenden Over-the-Top-Sequenzen hätten wir gerne sehr viel mehr gesehen.
Im Gegensatz zu ihren Auftritten in den ersten beiden „Transformers“-Filmen ist Megan Fox diesmal nicht nur dazu da, ihren trainierten Körper in Zeitlupe abfilmen zu lassen: Zwar muss sie einen für einen Familienfilm unpassenden Arsch-Witz über sich ergehen lassen, darf ansonsten aber tatsächlich schauspielern. Und auch wenn die Rolle der rasenden Reporterin ihr nicht viel abverlangt, macht sie trotzdem einen guten Job. Will Arnett hat es da als ihr Sidekick schon bedeutend schwerer – seine Gags sind schon auf dem Papier so unlustig, dass selbst ein Komödienprofi wie der „Arrested Development“-Star die Pointen nicht zum Zünden bringt. Dazu gibt William Fichtner („Lone Ranger“) als Industrie-Magnat Eric Sacks einen öden Bösewicht ab – inklusive der unmotiviertesten Ich-erkläre-euch-jetzt-meinen-teuflischen-Plan-Szene aller Zeiten. Darüber lässt sich indes durchaus noch hinwegsehen, aber dass selbst der Kultschurke Shredder trotz Schweizer-Taschenmesser-Kampfanzug völlig blass bleibt, ist für einen „Turtles“-Film natürlich nahezu unverzeihlich. Da können wir nur hoffen, dass die Macher in einer möglichen Fortsetzung mit den diesmal noch nicht auftretenden Rocksteady und Bebob mehr anzufangen wissen.
Fazit:
Die herausragenden Effekte können nicht darüber hinwegtäuschen, dass dem
Reboot der Charme und der Witz eines anständigen „Turtles“-Films völlig
abgehen. SCHADE. Dafür gibts dann leider auch nur 4 von 10 tierischen Punkte. (mk)

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