Facts:
Genre: Action, Sci-Fi
Regie: Wes Ball
Genre: Action, Sci-Fi
Regie: Wes Ball
Cast: Dylan O'Brien, Aml Ameen, Will Poulter
Laufzeit:
113 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Fox Deutschland
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Fox Deutschland
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| (C) Fox Deutschland |
Inhalt:
Der Teenager Thomas (Dylan O’Brien, „Teen Wolf“) erwacht in einem
heraufsausenden Aufzug und kann sich an nichts mehr erinnern, nicht
einmal an seinen eigenen Namen. Oben angekommen, wird er von einer
Gruppe etwa gleichaltriger Jungen in Empfang genommen, die dieses
Schauspiel offenbar schon gewohnt sind. Denn wie Thomas bald erfährt,
kommt einmal im Monat ein Neuankömmling samt frischen Vorräten mit dem
Fahrstuhl zu ihnen auf die Lichtung. Der allererste Junge war
Alby (Aml Ameen, „Der Butler“), der einen ganzen Monat alleine überleben
musste und nun als Anführer der Gruppe fungiert. Eine noch wichtigere
Funktion haben allerdings die sogenannten Läufer, die jeden Tag aufs Neue das die Lichtung
umgebende Labyrinth mit seinen sich immer wieder verschiebenden Wänden
erkunden, um vielleicht doch noch einen Ausweg zu finden. Aber der Job
bringt nicht nur großes Prestige mit sich, er ist auch extrem
gefährlich. Denn jeden Abend schließen sich die gewaltigen Tore zu dem
Beton-Irrgarten und es ist noch niemandem gelungen, eine Nacht in dem
Labyrinth lebend zu überstehen…
Bewertung:
„Maze Runner“ wurde wiederholt als Mix aus „Die Tribute von Panem“ (=
Young-Adult-Action) und „Herr der Fliegen“ (Jugendliche müssen ihre
eigene Gesellschaft errichten) beschrieben. Aber auch wenn man mit
dieser Einordnung insgesamt nicht völlig daneben liegt, gibt es doch
einen großen Unterschied zu William Goldings Klassiker: Denn während die
Kinder-Zivilisation in „Herr der Fliegen“ bekanntlich grandios
scheitert, schlagen sich die Teenager in „Maze Runner“ erstaunlich gut
und man schaut ihnen bei ihrem XXL-Zeltlager-Abenteuer gerne über die
Schultern. Es hätten sogar ruhig noch ein paar Beschreibungen des Lichtung-Alltags
mehr sein dürfen, aber nach der vergleichsweise ruhigen ersten halben
Stunde schiebt sich eben doch immer mehr die Action in den Vordergrund –
und für die hat das Studio 20th Century Fox das passende Personal
verpflichtet: Nachdem ursprünglich Catherine Hardwicke („Twilight
– Biss zum Morgengrauen“) die Inszenierung übernehmen sollte, konnte
sich nämlich schließlich doch Wes Ball mit seinem vielbeachteten, vor
allem visuell und atmosphärisch beeindruckenden Animationskurzfilm „Ruin“ für den Regieposten empfehlen.
Der 30-Millionen-Blockbuster hält was der komplett selbstproduzierte
Kurzfilm verspricht: Nicht nur erinnert das Labyrinth aus „Maze Runner“
mit seinen überwucherten Wänden optisch an die postapokalyptischen
Betonfassaden aus „Ruin“ (eine Langfilm-Version dazu ist bereits in
Arbeit), auch sind die Actionsequenzen in Balls Hollywood-Debüt – selbst
ohne Motorrad – wieder extrem intensiv geraten. Neben dem Labyrinth
selbst mit seinen zuschnellenden Metallplatten und verschiebbaren Wänden
(es wird sich oft in letzter Sekunde irgendwo durchgequetscht) gibt es
dabei zwar nur eine einzige Art Widersacher, nämlich die sogenannten Griewer,
aber wenn ein Irrgarten schon nur einen Typ von „Monster“ bereithält,
dann sind diese spinnenartigen Roboter-Viecher ganz sicher nicht die
schlechteste Wahl! Zudem haben die Griewer noch den netten
Nebeneffekt, dass der unerklärliche Mix aus biologischen und
technologischen Komponenten, aus dem sie bestehen, alle möglichen
Theorien über die Lichtung nur noch weiter befeuert.
Am Ende geht dann plötzlich alles ganz schnell, zumindest für den buchunkundigen Zuschauer sogar ein wenig zu schnell. Nicht dass man den Geschehnissen inhaltlich nicht folgen könnte, aber nachdem sich der Zuschauer mehr als eineinhalb Stunden den Kopf über Sinn und Unsinn des Labyrinths zerbrochen hat, würde man den finalen Aha-Moment gerne ein wenig länger und nachhaltiger auskosten, doch stattdessen wird noch schnell die Überleitung zur Fortsetzung abgehandelt. Da fällt dann leider auch der ein oder andere Todesfall am Ende weniger emotional aus, als es die Figuren eigentlich verdient hätten. Dafür ist die Auflösung an sich tatsächlich recht geschickt angelegt: Der finale Twist lüftet ebenso viele Mysterien wie er neue Fragen aufwirft. Gerade diese relative Offenheit ist immer Geschmackssache, aber das Ganze ist in sich soweit schlüssig, dass niemand fluchend aus dem Kinosaal stürmen muss. Vielmehr darf man sich durchaus darauf freuen, in den Fortsetzungen, an denen bereits fleißig gearbeitet wird, auch die offenbar ziemlich abgefuckte Welt außerhalb der Labyrinth-Mauern zu erforschen.
Am Ende geht dann plötzlich alles ganz schnell, zumindest für den buchunkundigen Zuschauer sogar ein wenig zu schnell. Nicht dass man den Geschehnissen inhaltlich nicht folgen könnte, aber nachdem sich der Zuschauer mehr als eineinhalb Stunden den Kopf über Sinn und Unsinn des Labyrinths zerbrochen hat, würde man den finalen Aha-Moment gerne ein wenig länger und nachhaltiger auskosten, doch stattdessen wird noch schnell die Überleitung zur Fortsetzung abgehandelt. Da fällt dann leider auch der ein oder andere Todesfall am Ende weniger emotional aus, als es die Figuren eigentlich verdient hätten. Dafür ist die Auflösung an sich tatsächlich recht geschickt angelegt: Der finale Twist lüftet ebenso viele Mysterien wie er neue Fragen aufwirft. Gerade diese relative Offenheit ist immer Geschmackssache, aber das Ganze ist in sich soweit schlüssig, dass niemand fluchend aus dem Kinosaal stürmen muss. Vielmehr darf man sich durchaus darauf freuen, in den Fortsetzungen, an denen bereits fleißig gearbeitet wird, auch die offenbar ziemlich abgefuckte Welt außerhalb der Labyrinth-Mauern zu erforschen.
Fazit:
Spannende, visuell beeindruckende Mystery-Action mit einem etwas überhasteten Finale - welches dennoch Spass nach Mehr macht. So vergeben wir 8 von 10 Punkte und warten auf die Teile 2 und 3. (mk)

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