Facts:
Genre: Abenteuer, Action
Regie: Claudio Fäh
Genre: Abenteuer, Action
Regie: Claudio Fäh
Cast: Tom Hopper, Ryan Kwanten, Ken Duken
Laufzeit: 97 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
Verleih: Ascot Elite Filmverleih
FSK: ab 6 Jahre
Verleih: Ascot Elite Filmverleih
![]() |
| (c) Ascot Elite Filmverleih |
Inhalt:
873 nach Christus: Eine Gruppe furchtloser und kampferprobter Wikinger
um ihren Anführer Asbjörn (Tom Hopper) wird von ihrem König verbannt und
sucht ihr Heil in der Flucht über das Meer. Eigentlich wollen sie Kurs
auf Britannien nehmen, um dort ein Kloster zu plündern, doch die Horde
strandet nach einem verheerenden Sturm an der Küste Schottlands und
gerät gleich in einen wilden Kampf mit der Garde des dortigen Königs
Dunchaid (Danny Keogh). Asbjörn und seine Männer bringen in der Folge
Lady Inghean (Charlie Murphy) in ihre Gewalt – die sich als Tochter des
Königs herausstellt. Die Verbannten sind auf ein stattliches Lösegeld
aus, doch Dunchaid denkt gar nicht daran, zu bezahlen. Stattdessen
schickt er sein „Wolfsrudel“ aus – eine brutal-kompromisslose
Söldnereinheit um den skrupellosen Hjorr (Ed Skrein). Die Jäger heften
sich an die Fersen der Wikinger, die sich mit dem mysteriösen und
kampfeslustigen Mönch Conrall (Ryan Kwanten) verbünden - der hasst
nämlich nichts mehr als „seinen“ König Dunchaid...
Bewertung:
Bei seiner dritten Regiearbeit „Northmen – A
Viking Saga“ geht Fäh einen anderen Regie-Weg und erzielt ein
deutlich überzeugenderes Resultat: Der kompakte Abenteuer-Actioner
gefällt mit vielen harten, handgemacht-erdigen Kampfszenen und
Verfolgungsjagden. Fäh lässt sein Personal mit offenem Visier antreten,
anstatt es vor einer grünen Wand ins Leere spielen zu lassen wie einst.
Und so hat seine Wikinger-Saga zwar vor allem in der arg konventionellen
und überraschungsfreien Handlung ihre Schwächen, aber eben auch ein
echtes, blutpochendes Herz.
Die simple Ausgangslage ist zügig etabliert und die Fronten werden in Windeseile abgesteckt. Auf der einen Seite steht die rüpelige, aber eine Art Ehrenkodex befolgende Wikinger-Horde, die im Feindesland versucht, eine sichere Siedlung zu erreichen und eher wider Willen in eine tödliche Auseinandersetzung gezogen wird. Ihre Gegner sind dagegen von vornherein lediglich auf das Töten aus. Die Wikinger verhalten sich wahrlich nicht wie Kinder von Traurigkeit, aber das hetzende „Wolfsrudel“ ist eine gemeingefährliche Meute und macht keine Gefangenen. Damit sind die Rollen von Gut und Böse deutlich verteilt, ein kleiner Widerhaken wird nur durch einen zusätzlichen Dauerkonflikt innerhalb der Wikingergruppe gesetzt. Der Streit, in dessen Mittelpunkt der notorische Vokuhila-Querkopf Jorund (Leo Gregory) steht, trieft vor Klischees, sorgt aber immerhin für dynamische Reibung – der Rest ist Rennen, Kämpfen, Schädeleinhauen!
Die Schauwerte dieser deutsch-schweizerisch-südafrikanischen Co-Produktion können sich sehen lassen. Aus Kostengründen „doubelt“ Südafrika das für die Handlung relevante Schottland, ohne dass dieser Umstand dem Publikum störend auffallen sollte. Kameramann Lorenzo Senatore sorgt für Landschaftspanoramen, die manchmal sogar ein wenig an die epischen Bilder von Peter Jacksons „Der Herr der Ringe“-Trilogie erinnern. Und nachdem besonders zu Anfang bei einem Schiffsuntergang sowie ersten Kämpfen an der Küste Schottlands der Überblick für das Publikum durch den exzessiven Einsatz extremer Nahaufnahmen erschwert wird, finden die Filmemacher mit zunehmender Dauer eine bessere Balance zwischen dynamischen Bildern und erzählerischer Klarheit. Je mehr sich die Reihen auf beiden Seiten lichten, desto stärker darf mit der sympathischen Wikingertruppe mitgefiebert werden – dazu tut die typgerechte Besetzung ihr Übriges, die schauspielerisch indes nicht groß gefordert wird.
Mit Tom Hopper steht der rauffreudigen Kloppertruppe ein abgebrühter Held vor, der als harter Kerl und smarter Anführer zugleich eine gute Figur abgibt. Auch Ryan Kwanten besitzt als patenter Kampfmönch Charisma, während Ken Duken als getreuer Bogenschütze Thorald souverän die deutschen Farben im Cast vertritt. Die Widersacher der Wikinger bekommen dagegen kaum individuelle Charaktermerkmale attestiert. Die mordlustigen Rabauken aus dem Wolfsrudel sind allesamt nur abgrundtief böse und intrigant, deshalb kann sich auch keiner aus der Gruppe in den Vordergrund spielen. Auf psychologischen Feinschliff kommt es Regisseur Claudio Fäh auch gar nicht an, genauso wenig wie auf historische Akkuratesse. Die Wikingerzeit ist die Kulisse für einen weniger an realen Vorbildern als an Genreerfordernissen orientierten Abenteuerfilm.
Die simple Ausgangslage ist zügig etabliert und die Fronten werden in Windeseile abgesteckt. Auf der einen Seite steht die rüpelige, aber eine Art Ehrenkodex befolgende Wikinger-Horde, die im Feindesland versucht, eine sichere Siedlung zu erreichen und eher wider Willen in eine tödliche Auseinandersetzung gezogen wird. Ihre Gegner sind dagegen von vornherein lediglich auf das Töten aus. Die Wikinger verhalten sich wahrlich nicht wie Kinder von Traurigkeit, aber das hetzende „Wolfsrudel“ ist eine gemeingefährliche Meute und macht keine Gefangenen. Damit sind die Rollen von Gut und Böse deutlich verteilt, ein kleiner Widerhaken wird nur durch einen zusätzlichen Dauerkonflikt innerhalb der Wikingergruppe gesetzt. Der Streit, in dessen Mittelpunkt der notorische Vokuhila-Querkopf Jorund (Leo Gregory) steht, trieft vor Klischees, sorgt aber immerhin für dynamische Reibung – der Rest ist Rennen, Kämpfen, Schädeleinhauen!
Die Schauwerte dieser deutsch-schweizerisch-südafrikanischen Co-Produktion können sich sehen lassen. Aus Kostengründen „doubelt“ Südafrika das für die Handlung relevante Schottland, ohne dass dieser Umstand dem Publikum störend auffallen sollte. Kameramann Lorenzo Senatore sorgt für Landschaftspanoramen, die manchmal sogar ein wenig an die epischen Bilder von Peter Jacksons „Der Herr der Ringe“-Trilogie erinnern. Und nachdem besonders zu Anfang bei einem Schiffsuntergang sowie ersten Kämpfen an der Küste Schottlands der Überblick für das Publikum durch den exzessiven Einsatz extremer Nahaufnahmen erschwert wird, finden die Filmemacher mit zunehmender Dauer eine bessere Balance zwischen dynamischen Bildern und erzählerischer Klarheit. Je mehr sich die Reihen auf beiden Seiten lichten, desto stärker darf mit der sympathischen Wikingertruppe mitgefiebert werden – dazu tut die typgerechte Besetzung ihr Übriges, die schauspielerisch indes nicht groß gefordert wird.
Mit Tom Hopper steht der rauffreudigen Kloppertruppe ein abgebrühter Held vor, der als harter Kerl und smarter Anführer zugleich eine gute Figur abgibt. Auch Ryan Kwanten besitzt als patenter Kampfmönch Charisma, während Ken Duken als getreuer Bogenschütze Thorald souverän die deutschen Farben im Cast vertritt. Die Widersacher der Wikinger bekommen dagegen kaum individuelle Charaktermerkmale attestiert. Die mordlustigen Rabauken aus dem Wolfsrudel sind allesamt nur abgrundtief böse und intrigant, deshalb kann sich auch keiner aus der Gruppe in den Vordergrund spielen. Auf psychologischen Feinschliff kommt es Regisseur Claudio Fäh auch gar nicht an, genauso wenig wie auf historische Akkuratesse. Die Wikingerzeit ist die Kulisse für einen weniger an realen Vorbildern als an Genreerfordernissen orientierten Abenteuerfilm.
Fazit:
Auf ins Abenteuerland – Regisseur Claudio Fäh lässt die Wikinger in
Schottland stranden und kernig-krachend um ihr Leben kämpfen. Der
sympathische Charme der rustikalen Rauferei und ordentliche Schauwerte
überdecken die Schlichtheit und Überraschungsarmut der Geschichte. Am Ende bleiben daher 6 von 10 Punkte übrig. (mk)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen