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| pic (c) Walt Disney Germany |
Inhalt:
Mittlerweile ist Andy aus dem Alter raus, in dem er noch mit seinen Spielzeugen spielt. Also hat er den Cowboy Woody (Originalstimme: Tom Hanks) und den Space-Ranger Buzz Lightyear (Tim Allen) an seine kleine Freundin Bonnie (Madeleine McGraw) weitergereicht, damit sie fortan ihre Fantasie mit ihnen ausleben kann. Dann aber bastelt sie in der Vorschule aus einer Gabel ein neues Spielzeug und die harmonische Idylle im Kinderzimmer ist dahin. Denn Forky (Tony Hale), so der Name des Gefährten, ist alles andere als glücklich mit seinem Leben als Spielzeug-Gabel. Er ist sich sicher, dass er kein Spielzeug ist, sondern Müll! Als die ganze Familie einen Ausflug macht, springt er kurz entschlossen aus dem Auto. Woody kann und will Forky nicht seinem Schicksal überlassen und eilt ihm hinterher. Der Cowboy will der Gabel aus seiner Identitätskrise helfen und macht sich mit ihm auf den Weg in ein aufregendes Abenteuer, bei dem sie auch auf die alte Bekannte, Bo Peep (Annie Potts) treffen. Doch Buzz will nicht auf seinen Freund Woody verzichten und begibt sich währenddessen selber auf eine Reise, um das ungewöhnliche Duo aufzuspüren...
Bewertung:
„A Toy Story“ beginnt mit einem Blick neun Jahre zurück in die Vergangenheit: In einer stürmischen Nacht muss Woody mit ansehen, wie die Schäferin Bo Peep (die in „Toy Story 3“ gar nicht vorgekommen ist, aber jetzt wieder eine ganz zentrale Rolle spielt) in einem Umzugskarton abtransportiert wird. Allerdings legt diese Rückblende nicht nur den emotionalen Grundstein für das neue Abenteuer, sie lässt auch direkt zum Auftakt keinerlei Zweifel daran, dass Pixar in animationstechnischer Hinsicht auch diesmal wieder mit der Konkurrenz den Boden aufwischt. Wenn sich hier ein ferngesteuertes Auto mit aller Kraft dagegen wehrt, vom Schlamm und Laub davongeschwemmt zu werden, dann ist das zwar schon ziemlich dramatisch – aber der Mund steht einem nicht wegen der waghalsigen Rettungsaktion offen, sondern wegen der puren visuellen Brillanz. Immer wenn man glaubt, dass Ende der Fahnenstange sei aber langsam mal erreicht, kommt Pixar daher und macht noch einmal einen riesigen Sprung nach vorne.
Aber gut, alles andere wäre speziell der für ihre tricktechnischen Quantensprünge berüchtigten „Toy Story“-Reihe auch einfach nicht würdig gewesen. Die viel drängendere Frage war dann im Vorfeld auch, ob die Macher nach dem Abschluss der Andy-Trilogie tatsächlich noch etwas Neues zu erzählen haben – zumal es in „A Toy Story“ um einen Roadtrip geht und Roadtrips ja auch gerne mal als dramaturgisches Allheilmittel verwendet werden, wenn einem sonst nichts mehr einfällt. Aber keine Sorge, „A Toy Story“ ist bis obenhin vollgestopft mit weisen, cleveren, inspirierenden und zu Herzen gehenden Themen und Subplots, die auch locker für eine ganze Handvoll Filme gereicht hätten – von Forkys existenzieller Sinnkrise über Bo Peeps selbstbestimmte Lebensweise bis hin zu einem tragischen Bösewicht, dem man am Ende tatsächlich beide Daumen drückt.
Sowieso erweisen sich speziell die neuen Figuren als absolute Knaller: Die Pläne von Bunny (Jordan Peele) und Ducky (Keegan-Michael Key), mit denen sie eine greise Antiquitätenkrämerin überwältigen wollen, sind etwa dermaßen genial-gaga, dass man den leicht psychotischen, an den Händen zusammengenähten Jahrmarktstofftieren einfach nicht böse sein kann. Der andauernd posende kanadische Stuntman Duke Caboom (großartig: Keanu Reeves) ist ein ebenso zuverlässiger Gaglieferant wie Forky, nur dass die Pointen mit der lebensmüden Plastikgabel naturgemäß eine ganze Ecke trockener ausfallen. Nachdem die Reihe speziell in „Toy Story 2“ ja schon auf allerlei Western- und Science-Fiction-Einflüsse gesetzt hat, lassen die aus den 1950ern stammende Gabby Gabby (Christina Hendricks) und ihre Bauchrednerpuppen-Armee „A Toy Story“ zudem immer mal wieder in Richtung eines betont altmodischen Horrorkinos kippen. Das Ergebnis sind einige vor allem auch visuell herausragende Sequenzen (der torkelnde Gang der Bauchrednerpuppen ist göttlich).
Trotz der zahlreichen neuen Figuren erzählt „A Toy Story“ – noch viel mehr als die Vorgänger – aber in erster Linie die Geschichte von Woody. Bisher wusste der geborene Anführer immer, was zu tun ist – nämlich alles, um Andy beziehungsweise Bonnie glücklich zu machen und vor Unheil zu bewahren. Wie es eben die Aufgabe eines Spielzeugs ist. Aber was kommt danach? Auch in dieser Hinsicht erweist sich „A Toy Story“ als erstaunlich weise, angenehm tiefe Erzählung – und so kullern einem dann in den finalen 20 Minuten, nachdem sich der Film im Mittelteil vor allem als temporeicher Spaß erwiesen hat, doch noch die von der Reihe gewohnten Tränen über die Wange. Da lässt es sich dann auch gleich viel leichter verkraften, dass dafür einige der alten Stars (allen voran natürlich Buzz Lightyear, der sich diesmal mit einem Running Gag über seine innere Stimme zufriedengeben muss) ins zweite Glied zurücktreten müssen.
Fazit:
Das vierte Meisterwerk in Folge. Das hat auf diesem immens hohen Niveau wohl noch keine andere Filmreihe zuvor geschafft. (mk)

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