Samstag, 29. September 2018

Ballon


Facts:
Genre: Thriller, Drama
Regie: Michael Bully Herbig
Cast: Friedrich Mücke, Karoline Schuch, Davor Kross
Laufzeit: 125 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: StudioCanal Deutschland


(c) StudioCanal Deutschland


Inhalt:
Die Familien Strelzyk und Wetzel leben in der DDR und wollen weg. Im Sommer 1979 ist es so weit: Nach zwei Jahren harter Arbeit starten Peter (Friedrich Mücke), seine Frau Doris (Karoline Schuch) und ihre beiden Kinder (Jonas Holdenrieder und Tilman Döbler) sowie das Ehepaar Günter (David Kross) und Petra (Alicia von Rittberg) mit seinen zwei Söhnen (Ben Teichmann und Christian Näthe) endlich ihren Fluchtversuch in einem selbstgebauten Heißluftballon. Doch die Flucht aus ihrer Heimat in Thüringen endet kurz vor der innerdeutschen Grenze, als der Ballon abstürzt. Die beiden Familien arbeiten fieberhaft an einem neuen Ballon, denn mittlerweile ist ihnen die Stasi auf die Schliche gekommen und beginnt mit den Ermittlungen. Noch kennt die DDR-Geheimpolizei den Absturzort nicht, doch die Schlinge zieht sich immer enger zu. Es beginnt ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit…


Bewertung:
Nachdem Michael „Bully“ Herbig 2009 mit „Wickie und die starken Männer“ einen weiteren Megahit gelandet hatte (4,9 Millionen Besucher in Deutschland), überließ er zwei Jahre später die kommerziell logische Fortsetzung „Wickie auf großer Fahrt“ (1,8 Millionen Besucher) lieber seinem Kollegen Christian Ditter („How To Be Single“) und drehte stattdessen als Hauptdarsteller für Leander Haußmann die historische Verwechslungskomödie „Hotel Lux“ und für Helmut Dietl die satirische „Kir Royal“-Kinofortsetzung „Zettl“. Doch die Zuschauer blieben bei diesen deutschen Produktionen ebenso weg wie bei Herbigs Hollywood-Ausflug als Zauberer in „Der unglaubliche Burt Wonderstone“ (an der Seite von Steve Carrell und Jim Carrey).

Doch schon seit Jahren schwelte in Herbig der Wunsch, etwas außerhalb der Comedy-Blase zu inszenieren. Die Geschichte der geflüchteten Familien Strelzyk und Wetzel, die 1979 weltberühmt wurden und in den Medien Schlagzeilen machten, ließ den Filmemacher nicht mehr los. Bis allerdings alle hochkomplizierten Rechteprobleme gelöst waren, vergingen Jahren. Die Familien hatten ihre Lebensgeschichte an Disney verkauft, weshalb der Stoff mit Schauspielern wie John Hurt, Jane Alexander und Beau Bridges bereits als „Mit dem Wind nach Westen“ verfilmt wurde. Allerdings lockte die Verfilmung 1982 nur schwache 233.000 Zuschauer in die deutschen Kinos.

Bullys „Ballon“ ist frei von komödiantischen Anflügen (außer in der letzten Szene, die tatsächlich einen knochentrockenen Witz enthält) oder sonstigen Bezügen ins Bully-Universum. Herbig macht ernst - und das glücklicherweise mit aller Konsequenz. Aus dem Schauspiel hält sich der Münchener auch komplett raus und überlässt den Jüngeren das Feld (obwohl David Kross als Günter Wetzel dem Bully-Look schon nahe kommt, aber vom Alter her wesentlich besser passt). Das DDR-Setting des Jahres 1979 ist authentisch nachgestellt und leinwandfüllende Kinobilder hat Herbig auch schon in seinen Comedy-Filmen immer wieder aufblitzen lassen. So ergibt sich ein stimmiger Mix aus emotional griffiger Geschichte, bei der man sofort mit den beiden Familien mitfiebert, und zeitgeschichtlichem Kino, das eine untergegangene Epoche der deutschen Historie filmisch wieder auferstehen lässt.

Dabei ist Herbig immer an einer straffen Dynamik gelegen, er hält das Erzähltempo hoch und steigt gleich mit einem ersten Fluchtversuch ein, ohne die akribische Vorbereitung zu zeigen – das holt er dann teilweise beim nächsten Ballon-Anlauf nach, während auf der zweiten Erzählebene die Hatz auf die Fahnenflüchtigen auf Hochtouren läuft. Während der von Ronald Kukulies („Weinberg“) ungehobelt-jovial gespielte Stasi-Nachbar Erik Baumann als ständige unterschwellige Bedrohung im Umfeld der Familien rumschnüffelt, ohne etwas zu ahnen, ist Thomas Kretschmann („King Kong“) als ermittelnder Oberstleutnant Seidel der dramaturgische Gegenpol. Er lässt nicht locker, bevor die Verdächtigen gefasst sind, weil der Staat es so verlangt. Aber Kretschmann spielt den Stasi-Kettenhund nicht als tumben, hasserfüllten Hetzer, sondern differenziert mit kleinen Brüchen, in denen der intelligente Jäger manchmal das System leise hinterfragt, ohne deshalb wirklich von seiner Aufgabe abzulassen. Diese Durchlässigkeit der Betonköpfe macht „Ballon“ erzählerisch noch stimmiger.

Die verschworene Heldengruppe um Friedrich Mücke („Friendship!“), Karoline Schuch („Ich bin dann mal weg), David Kross („Gefährten“) und Alicia von Rittberg („Herz aus Stahl“) sammelt die Sympathien mühelos ein. Warum die Flüchtigen aber dieses enorme Risiko eingehen und mit einem provisorischen Heißluftballon fast 2.000 Meter aufsteigen und dabei teils kleine Kinder an Bord haben, wird nicht substanziell hinterfragt. Herbig setzt stattdessen auf einen klassischen Spannungsbogen und zieht die Schlinge immer fester zu, wobei er es mit den dramatischen Zuspitzungen aber manchmal auch übertreibt. Dann verzettelt er sich in inszenatorischen Mätzchen. So schneidet er Szenen bewusst widersprüchlich zusammen, um eine mögliche Enttarnung der Verdächtigen in allerletzter Sekunde als falsche Fährte zu offenbaren. Das hat etwas von Jump Scares, die man normalerweise im Horrorgenre benutzt und die einen zwar erschrecken, aber im Grunde substanzlos sind. Hat man dieses manipulative Mittel durchschaut, fehlt beim nächsten Auftreten dieses Musters der Kick, weil der Bauerntrick längst aufgeflogen ist.

Fazit: 
Bully macht keine Anstalten, Bully zu sein! Michael Herbigs Debüt im Thrillerfach hebt sich konsequent von seinen bisherigen Comedy-Arbeiten ab. „Ballon“ ist eine – trotz bekannten Ausgangs – spannende Familiengeschichte vor der wohl außergewöhnlichsten Flucht aus der DDR. Daher vergeben wir gefesselte und nicht abgehobene 8 von 10 Punkte. (mk)

Donnerstag, 27. September 2018

Die Unglaublichen 2 3D


Facts:
Genre: Familie, Animation
Regie: Brad Bird
Cast/Stimmen: Markus Maria Profitlich, Emilia Schüle, Mechthild Grossmann
Laufzeit: 118 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
Verleih: Walt Disney Germany 


(c) Walt Disney Germany


Inhalt:
Nachdem sie mit vereinten Kräften den Superschurken Syndrome besiegt haben, kehrt bei der Superheldenfamilie Parr langsam wieder so etwas wie Normalität ein. Nach der Zerstörung ihres Hauses wohnen die Fünf in einem neuen Heim inklusive Höhle für das Equipment. Mama Helen alias Elastigirl alias Mrs. Incredible (Stimme im Original: Holly Hunter) setzt sich offiziell als Politikerin für die Rechte von Superhelden ein, wird aber zugleich undercover als Heldin aktiv, während Ehemann Bob aka Mr. Incredible (Craig T. Nelson) zu Hause bleibt und sich um die Kinder Violet (Sarah Vowell), Dash (Huck Milner) und Baby Jack-Jack kümmert. Nach wie vor hat die Familie keine Ahnung, welche besonderen Kräfte der Jüngste in der Familie besitzt. Dann taucht erneut ein finsterer Bösewicht auf und bedroht die Bürger von Metrovolle. Die Unglaublichen nehmen gemeinsam mit ihrem Freund Frozone (Samuel L. Jackson) den Kampf gegen den Schurken auf, der Screenslaver heißt...


Bewertung:
„Die Unglaublichen“ hat mit den modernen Superheldenentwicklungen im MCU und DCEU wenig am Hut – stattdessen sind die Filme vielmehr eine Hommage an die Goldene Ära der amerikanischen Comichefte, die etwa von den 1930ern bis Anfang der 1960er andauerte. Noch stärker als der erste Film, in dem dieser Bezug vor allem für ein wenig nostalgisches Zeitkolorit hier und da genutzt wurde, wird diese verklärte Zeit der weißen Gartenzäune in „Die Unglaublichen 2“ nun auch thematisch viel stärker beackert: Neben den offensichtlichen Parallelen zur McCarthy-Ära (mit Superhelden statt Kommunisten) spielt Brad Bird auch ganz zentral mit dem damaligen Familien-Rollenbild, wenn Elastigirl immer wieder den Tag rettet, während sich Mr. Incredible nach seinen Zeiten als starker Mann zurücksehnt. Im Kern ist „Die Unglaublichen 2“ eigentlich eine liebenswürdige Familienkomödie aus der Handlungszeit, in der man damals wohl am ehesten Doris Day und Rock Hudson in den Hauptrollen besetzt hätte.

Aber keine Angst: Brad Bird jagt nicht in erster Linie irgendeiner politischen Agenda hinterher, stattdessen liefern die charmanten Haushalts-Katastrophen von Mr. Incredible, der die Mathe-Hausaufgaben seines Sohnes Dashiell (Huck Milner), den Liebeskummer seiner Tochter Violet (Sarah Vowell) und die unkontrollierbaren Superkräfte seines Babys Jack-Jack (Eli Fucile) vollkommen übernächtigt unter einen Hut bringen muss, großartige Gags im Sekundentakt. Dabei erweist sich – wenig überraschend – vor alle Jack-Jack als zuverlässiger Szenendieb: Nachdem es bisher vor allem darum ging, wer jetzt auf ihn aufpassen muss (und deshalb nicht mit die Welt retten darf), hat sich Brad Bird dieses Mal ein solch absurdes Sammelsurium an Superkräften für Jack-Jack überlegt, dass quasi jede Szene mit ihm zum animierten Slapstick-Meisterstück gerät. Lachkrämpfe sind vorprogrammiert – und Jack-Jack ist eindeutig der größte Gewinn des zweiten Teils!

Eine kleine Enttäuschung ist hingegen der Bösewicht. Die Idee der Gedankenkontrolle über Bildschirme ist zwar nicht neu, passt aber hervorragend zum „Twilight Zone“- und „Dr. Mabuse“-Vibe des Films und sorgt zudem für einige ziemlich coole und abwechslungsreich choreographierte Superhelden-gegen-Superhelden-Actionsequenzen. Allerdings ist der (geheime) Bösewicht nicht nur sehr leicht zu durchschauen, auch die Idee, dass er betont gelangweilt wirkt, als würde er konsequent über den Dingen stehen, geht in diesem Fall eher nach hinten los. So verpufft etwa auch seine offensichtlich auf die Origin Story von Batman anspielende Motivation ohne emotionalen Punch.

Dass „Die Unglaublichen“ die meisten Comic-Blockbuster seiner Zeit in Sachen Action-Choreografien locker in die Tasche steckt, ließ sich damals natürlich noch damit erklären, dass im Animationskino bereits alles möglich war, aber im Live-Action-Film eben noch nicht. Inzwischen herrscht da dank des technischen Fortschritts allerdings weitgehend Waffengleichheit – und trotzdem zeigt Brad Bird seinen Blockbuster-Kollegen auch 2018 wieder, was eine Harke ist: Denn wenn man etwa die unendlich einfallsreich choreografierte Verfolgungsjagd von Elastigirl au f ihrem Elastibike der vergleichbaren Sequenz mit Batman auf seinem Bat Pod in „The Dark Knight Rises“ gegenüberstellt, dann gibt es da – rein inszenatorisch - einen ziemlich eindeutigen Punktsieger (und der hat keine spitzen Ohren). Dazu kommt ein mit Superhelden und ihren verschiedensten Kräften nur so vollgestopftes Finale, in dem sich inszenatorische Finesse und kreative Drehbucheinfälle ebenfalls perfekt ergänzen.

Fazit: 
Trotz eines schwächeren Bösewichts insgesamt sogar noch besser als der ohnehin schon starke erste Teil von 2004. Dafür vergeben wir heldenhafte und babygerechte 9 von 10 Punkte. (mk)

Sonntag, 16. September 2018

Predator - Upgrade


Facts:
Genre: Action, SciFi
Regie: Shane Black
Cast: Boyd Holbrook, Trevante Rhodes, Olivia Munn
Laufzeit: 107 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
Verleih: Fox Deutschland


(c) Fox Deutschland


Inhalt:
Die Predatoren sind genetisch und technologisch hochgezüchtete Jäger aus dem All, die von Planet zu Planet reisen, um sich auf diesem jeweils mit dem stärksten Einheimischen im Duell zu messen (im „Predator“-Original von 1987 war das der von Arnold Schwarzenegger verkörperte Major Dutch Schaefer). Dieses Mal bekommen es der Sniper Quinn McKenna (Boyd Holbrook) und sein Team ungeplant mit einem Predator zu tun, als dieser plötzlich ganz in der Nähe ihres Einsatzortes mit seinem Raumschiff abstürzt. Zwar gelingt es Quinn, das Alien unschädlich zu machen und zudem einige von dessen Ausrüstungsgegenständen an seinen Sohn Rory (Jacob Tremblay) zu verschicken, aber anschließend wird er in eine Einrichtung für psychisch auffällige Veteranen gesteckt. So soll er unschädlich gemacht werden, denn die Bevölkerung weiß schließlich immer noch nicht, dass immer mal wieder Predatoren auf unserem Planeten vorbeischauen.

Allerdings lässt sich ein Predator natürlich nicht so leicht ruhigstellen. Und so bricht der ultimative Jäger aus der militärischen Forschungsstation aus, wo er eigentlich von Wissenschaftlern wie der Biologin Casey Bracket (Olivia Munn) untersucht werden sollte. Weil die anwesenden Wachkräfte viel zu überrascht sind, um angemessen zu reagieren, liegt es anschließend an Quinn und seinen neuen Kameraden, den entlaufenden Predator wieder einzufangen. Allerdings leiden seine neuen Kumpels im Gegensatz zu Quinn allesamt tatsächlich an psychischen Störungen: So haut der nach einem Friendly-Fire-Vorfall traumatisierte Coyle (Keegan-Michael Key) einen schmutzigen Witz nach dem anderen raus, während sein am Tourette-Syndrom leidender bester Kumpel Baxley (Thomas Jane) die ganze Zeit mit Bemerkungen unter der Gürtellinie um sich schmeißt…


Bewertung:
Shane Black hat nicht nur am Skript für den 1987er-„Predator“ mitgearbeitet, sondern dazu auch noch selbst einen der Soldaten aus dem Team von Anführer Major Dutch Schaefer (Arnold Schwarzenegger) verkörpert. Eine der ganz großen Stärken des Originals findet sich nun auch in „Predator - Upgrade“ wieder: tatsächlich zündende Action-Oneliner. Wer erinnert sich nicht an Arnies legendäres „If it bleeds, we can kill it!”? Nachdem man sich in den vergangenen Jahren fast schon darüber freuen musste, wenn die generischen Sprüche in einem Action-Blockbuster nicht allzu peinlich ausfallen, ist das neueste „Predator“-Sequel nun randvoll mit zitierwürdigen Onelinern: „I can do reverse psychology, too: don’t fuck yourself!” ist da nur ein Beispiel – und der Spruch stammt im Film von einem Zehnjährigen. Dazu kommen amüsante Meta-Dialoge wie das Gespräch über die immer höhere Schlagzahl der Predator-Besuche auf der Erde, wobei die Jahreszahlen sicherlich nicht zufällig mit den Veröffentlichungsdaten der bisherigen „Predator“-Filme übereinstimmen.

Abgesehen davon erinnert das „Predator - Upgrade“-Drehbuch allerdings weniger an das Original, als vielmehr an Shane Blacks legendäre Buddy-Skripts zu Richard Donners „Lethal Weapon“ und Tony Scotts „The Last Boy Scout“. Das Herzstück ist hier definitiv die Gruppe an für verrückt erklärten – und sich auch dementsprechend danebenbenehmenden – PTSD-Patienten, zwischen denen einfach jeder Spruch sitzt und für die sich Black auch einige gleichermaßen politisch unkorrekte und doch auch auf verquere Art irgendwie süße Comedy-Szenarien überlegt hat. Etwa die Szene, in der die ganze Truppe um das Bett der bewusstlosen Wissenschaftlerin Casey Bracket (Olivia Munn) herumsteht und auf ihr Erwachen wartet (fast wie die sieben Zwerge und ihr Schneewittchen). Zum Glück steht Olivia Munn in dieser Macho-Gruppe gekonnt ihre Frau (ihr „Eat My Pussy“-Dialog ist zumindest im englischen Original grandios, aber für die deutsche Übersetzung legen wir unsere Hand an dieser Stelle sicher nicht ins Feuer).

Apropos Macho: Mehr Machismo als ein Alien, das von Planet zu Planet reist, um sich überall im Kampf mit den Stärksten einer Spezies zu messen, geht eigentlich gar nicht – und im originalen „Predator“ haben Arnie und seine Schauspielkollegen ja bekanntermaßen auch keinen Schweiß, sondern pures Testosteron ausgedünstet. In „Predator - Upgrade“ ist das nun auch wieder so, aber zugleich zelebriert Shane Black den Machismo auf eine Weise, die ihn immer wieder ironisch bricht. Was kann man sich schon Romantischers vorstellen als zwei alte Kriegskameraden, der eine aufgespießt in einigen Meter Höhe an einem Baum, der andere am Boden mit herausquellenden Gedärmen, die sich in diesen letzten Momenten verliebt anschauen und sich gegenseitig eine erlösende Kugel in die Stirn jagen. Das ist so absurd überhöht, dass es schon wieder funktioniert.

Sowieso hat sich Shane Black erstaunlich viele kleine Kniffe für seine splattrigen Actioneinlagen (ja, es werden Köpfe mitsamt Wirbelsäule abgerissen) einfallen lassen. Am besten zeigt sich das in einer Sequenz, in der einige der Protagonisten sich außen an einem startenden Raumschiff festklammern. So eine Szene hat man in „Star Trek“, „Star Wars“ & Co. schon etliche Male gesehen. Aber wie Black hier das Schutzschild des Schiffes einsetzt, um für Abwechslung, Überraschung und augenzwinkernde Gore-Effekte zu sorgen, ist schon ziemlich brillant. Wenig überraschend ist hingegen, dass Black auch wieder einige seiner üblichen Markenzeichen eingebaut hat: Natürlich spielt „Predator - Upgrade“ an einem Feiertag (diesmal Halloween statt wie sonst meist Weihnachten) und es übernimmt auch wieder ein Kind eine wichtige Rolle, was ja schon in „Iron Man 3“ vielen Fans sauer aufgestoßen ist, uns aber weder dort noch hier stört.

Die Story von „Predator - Upgrade“ hat auf einem Bierdeckel Platz – und da passt es ganz gut, dass sich Wissenschaftlerin Casey auch gerade selbst ein kühles Blondes reinpfeift, während sie Quinn die biochemischen Hintergründe des Predator-Upgrade-Plans verklickert. Aber während das kaum weiter stört, ist es schon schade, dass auch der Titelheld diesmal eher blass bleibt: Im Original heißt „Predator - Upgrade“ einfach nur „The Predator“, aber genau diesem Titel wird der Film nicht wirklich gerecht. Die Predatoren sind hier kaum mehr als funktionelle Filmbösewichte – und ihre Auftritte längst nicht so ikonisch wie im 87er-Original. „Predator - Upgrade“ funktioniert mit seinen herausragenden Buddy-Frotzeleien eben am besten als brutale 80er-Action-Comedy-Hommage irgendwo zwischen „Ghostbusters“, „Crocodile Dundee“, „Big Trouble In Little China“ und „Beverly Hills Cop“. Eigentlich wäre es gar keine schlechte Idee, Shane Black das Skript zum nächsten „Indiana Jones“-Teil schreiben zu lassen, nur dürfte er dort wohl kaum in jedem zweiten Satz ein „Fuck“ unterbringen.

Fazit: 
Von der ersten bis zur letzten Minute ein unheimlich unterhaltsames 80s-Nerdfest. Dafür vergeben wir atemraubende 8,5 von 10 Punkte. (mk)