Facts:
Genre: Action, SciFi
Regie: Shane Black
Cast: Boyd Holbrook, Trevante Rhodes, Olivia Munn
Laufzeit: 107 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
Verleih: Fox Deutschland
Genre: Action, SciFi
Regie: Shane Black
Cast: Boyd Holbrook, Trevante Rhodes, Olivia Munn
Laufzeit: 107 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
Verleih: Fox Deutschland
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| (c) Fox Deutschland |
Inhalt:
Die Predatoren sind genetisch und technologisch hochgezüchtete Jäger aus dem All, die von Planet zu Planet reisen, um sich auf diesem jeweils mit dem stärksten Einheimischen im Duell zu messen (im „Predator“-Original von 1987 war das der von Arnold Schwarzenegger verkörperte Major Dutch Schaefer). Dieses Mal bekommen es der Sniper Quinn McKenna (Boyd Holbrook) und sein Team ungeplant mit einem Predator zu tun, als dieser plötzlich ganz in der Nähe ihres Einsatzortes mit seinem Raumschiff abstürzt. Zwar gelingt es Quinn, das Alien unschädlich zu machen und zudem einige von dessen Ausrüstungsgegenständen an seinen Sohn Rory (Jacob Tremblay) zu verschicken, aber anschließend wird er in eine Einrichtung für psychisch auffällige Veteranen gesteckt. So soll er unschädlich gemacht werden, denn die Bevölkerung weiß schließlich immer noch nicht, dass immer mal wieder Predatoren auf unserem Planeten vorbeischauen.
Allerdings lässt sich ein Predator natürlich nicht so leicht ruhigstellen. Und so bricht der ultimative Jäger aus der militärischen Forschungsstation aus, wo er eigentlich von Wissenschaftlern wie der Biologin Casey Bracket (Olivia Munn) untersucht werden sollte. Weil die anwesenden Wachkräfte viel zu überrascht sind, um angemessen zu reagieren, liegt es anschließend an Quinn und seinen neuen Kameraden, den entlaufenden Predator wieder einzufangen. Allerdings leiden seine neuen Kumpels im Gegensatz zu Quinn allesamt tatsächlich an psychischen Störungen: So haut der nach einem Friendly-Fire-Vorfall traumatisierte Coyle (Keegan-Michael Key) einen schmutzigen Witz nach dem anderen raus, während sein am Tourette-Syndrom leidender bester Kumpel Baxley (Thomas Jane) die ganze Zeit mit Bemerkungen unter der Gürtellinie um sich schmeißt…
Bewertung:
Shane Black hat nicht nur am Skript für den 1987er-„Predator“ mitgearbeitet, sondern dazu auch noch selbst einen der Soldaten aus dem Team von Anführer Major Dutch Schaefer (Arnold Schwarzenegger) verkörpert. Eine der ganz großen Stärken des Originals findet sich nun auch in „Predator - Upgrade“ wieder: tatsächlich zündende Action-Oneliner. Wer erinnert sich nicht an Arnies legendäres „If it bleeds, we can kill it!”? Nachdem man sich in den vergangenen Jahren fast schon darüber freuen musste, wenn die generischen Sprüche in einem Action-Blockbuster nicht allzu peinlich ausfallen, ist das neueste „Predator“-Sequel nun randvoll mit zitierwürdigen Onelinern: „I can do reverse psychology, too: don’t fuck yourself!” ist da nur ein Beispiel – und der Spruch stammt im Film von einem Zehnjährigen. Dazu kommen amüsante Meta-Dialoge wie das Gespräch über die immer höhere Schlagzahl der Predator-Besuche auf der Erde, wobei die Jahreszahlen sicherlich nicht zufällig mit den Veröffentlichungsdaten der bisherigen „Predator“-Filme übereinstimmen.
Abgesehen davon erinnert das „Predator - Upgrade“-Drehbuch allerdings weniger an das Original, als vielmehr an Shane Blacks legendäre Buddy-Skripts zu Richard Donners „Lethal Weapon“ und Tony Scotts „The Last Boy Scout“. Das Herzstück ist hier definitiv die Gruppe an für verrückt erklärten – und sich auch dementsprechend danebenbenehmenden – PTSD-Patienten, zwischen denen einfach jeder Spruch sitzt und für die sich Black auch einige gleichermaßen politisch unkorrekte und doch auch auf verquere Art irgendwie süße Comedy-Szenarien überlegt hat. Etwa die Szene, in der die ganze Truppe um das Bett der bewusstlosen Wissenschaftlerin Casey Bracket (Olivia Munn) herumsteht und auf ihr Erwachen wartet (fast wie die sieben Zwerge und ihr Schneewittchen). Zum Glück steht Olivia Munn in dieser Macho-Gruppe gekonnt ihre Frau (ihr „Eat My Pussy“-Dialog ist zumindest im englischen Original grandios, aber für die deutsche Übersetzung legen wir unsere Hand an dieser Stelle sicher nicht ins Feuer).
Apropos Macho: Mehr Machismo als ein Alien, das von Planet zu Planet reist, um sich überall im Kampf mit den Stärksten einer Spezies zu messen, geht eigentlich gar nicht – und im originalen „Predator“ haben Arnie und seine Schauspielkollegen ja bekanntermaßen auch keinen Schweiß, sondern pures Testosteron ausgedünstet. In „Predator - Upgrade“ ist das nun auch wieder so, aber zugleich zelebriert Shane Black den Machismo auf eine Weise, die ihn immer wieder ironisch bricht. Was kann man sich schon Romantischers vorstellen als zwei alte Kriegskameraden, der eine aufgespießt in einigen Meter Höhe an einem Baum, der andere am Boden mit herausquellenden Gedärmen, die sich in diesen letzten Momenten verliebt anschauen und sich gegenseitig eine erlösende Kugel in die Stirn jagen. Das ist so absurd überhöht, dass es schon wieder funktioniert.
Sowieso hat sich Shane Black erstaunlich viele kleine Kniffe für seine splattrigen Actioneinlagen (ja, es werden Köpfe mitsamt Wirbelsäule abgerissen) einfallen lassen. Am besten zeigt sich das in einer Sequenz, in der einige der Protagonisten sich außen an einem startenden Raumschiff festklammern. So eine Szene hat man in „Star Trek“, „Star Wars“ & Co. schon etliche Male gesehen. Aber wie Black hier das Schutzschild des Schiffes einsetzt, um für Abwechslung, Überraschung und augenzwinkernde Gore-Effekte zu sorgen, ist schon ziemlich brillant. Wenig überraschend ist hingegen, dass Black auch wieder einige seiner üblichen Markenzeichen eingebaut hat: Natürlich spielt „Predator - Upgrade“ an einem Feiertag (diesmal Halloween statt wie sonst meist Weihnachten) und es übernimmt auch wieder ein Kind eine wichtige Rolle, was ja schon in „Iron Man 3“ vielen Fans sauer aufgestoßen ist, uns aber weder dort noch hier stört.
Die Story von „Predator - Upgrade“ hat auf einem Bierdeckel Platz – und da passt es ganz gut, dass sich Wissenschaftlerin Casey auch gerade selbst ein kühles Blondes reinpfeift, während sie Quinn die biochemischen Hintergründe des Predator-Upgrade-Plans verklickert. Aber während das kaum weiter stört, ist es schon schade, dass auch der Titelheld diesmal eher blass bleibt: Im Original heißt „Predator - Upgrade“ einfach nur „The Predator“, aber genau diesem Titel wird der Film nicht wirklich gerecht. Die Predatoren sind hier kaum mehr als funktionelle Filmbösewichte – und ihre Auftritte längst nicht so ikonisch wie im 87er-Original. „Predator - Upgrade“ funktioniert mit seinen herausragenden Buddy-Frotzeleien eben am besten als brutale 80er-Action-Comedy-Hommage irgendwo zwischen „Ghostbusters“, „Crocodile Dundee“, „Big Trouble In Little China“ und „Beverly Hills Cop“. Eigentlich wäre es gar keine schlechte Idee, Shane Black das Skript zum nächsten „Indiana Jones“-Teil schreiben zu lassen, nur dürfte er dort wohl kaum in jedem zweiten Satz ein „Fuck“ unterbringen.
Fazit:
Von der ersten bis zur letzten Minute ein unheimlich unterhaltsames 80s-Nerdfest. Dafür vergeben wir atemraubende 8,5 von 10 Punkte. (mk)

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