Facts:
Genre: Familie, Animation
Regie: Brad Bird
Cast/Stimmen: Markus Maria Profitlich, Emilia Schüle, Mechthild Grossmann
Laufzeit: 118 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
Verleih: Walt Disney Germany
Genre: Familie, Animation
Regie: Brad Bird
Cast/Stimmen: Markus Maria Profitlich, Emilia Schüle, Mechthild Grossmann
Laufzeit: 118 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
Verleih: Walt Disney Germany
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| (c) Walt Disney Germany |
Inhalt:
Nachdem sie mit vereinten Kräften den Superschurken Syndrome besiegt haben, kehrt bei der Superheldenfamilie Parr langsam wieder so etwas wie Normalität ein. Nach der Zerstörung ihres Hauses wohnen die Fünf in einem neuen Heim inklusive Höhle für das Equipment. Mama Helen alias Elastigirl alias Mrs. Incredible (Stimme im Original: Holly Hunter) setzt sich offiziell als Politikerin für die Rechte von Superhelden ein, wird aber zugleich undercover als Heldin aktiv, während Ehemann Bob aka Mr. Incredible (Craig T. Nelson) zu Hause bleibt und sich um die Kinder Violet (Sarah Vowell), Dash (Huck Milner) und Baby Jack-Jack kümmert. Nach wie vor hat die Familie keine Ahnung, welche besonderen Kräfte der Jüngste in der Familie besitzt. Dann taucht erneut ein finsterer Bösewicht auf und bedroht die Bürger von Metrovolle. Die Unglaublichen nehmen gemeinsam mit ihrem Freund Frozone (Samuel L. Jackson) den Kampf gegen den Schurken auf, der Screenslaver heißt...
Bewertung:
„Die Unglaublichen“ hat mit den modernen Superheldenentwicklungen im MCU und DCEU wenig am Hut – stattdessen sind die Filme vielmehr eine Hommage an die Goldene Ära der amerikanischen Comichefte, die etwa von den 1930ern bis Anfang der 1960er andauerte. Noch stärker als der erste Film, in dem dieser Bezug vor allem für ein wenig nostalgisches Zeitkolorit hier und da genutzt wurde, wird diese verklärte Zeit der weißen Gartenzäune in „Die Unglaublichen 2“ nun auch thematisch viel stärker beackert: Neben den offensichtlichen Parallelen zur McCarthy-Ära (mit Superhelden statt Kommunisten) spielt Brad Bird auch ganz zentral mit dem damaligen Familien-Rollenbild, wenn Elastigirl immer wieder den Tag rettet, während sich Mr. Incredible nach seinen Zeiten als starker Mann zurücksehnt. Im Kern ist „Die Unglaublichen 2“ eigentlich eine liebenswürdige Familienkomödie aus der Handlungszeit, in der man damals wohl am ehesten Doris Day und Rock Hudson in den Hauptrollen besetzt hätte.
Aber keine Angst: Brad Bird jagt nicht in erster Linie irgendeiner politischen Agenda hinterher, stattdessen liefern die charmanten Haushalts-Katastrophen von Mr. Incredible, der die Mathe-Hausaufgaben seines Sohnes Dashiell (Huck Milner), den Liebeskummer seiner Tochter Violet (Sarah Vowell) und die unkontrollierbaren Superkräfte seines Babys Jack-Jack (Eli Fucile) vollkommen übernächtigt unter einen Hut bringen muss, großartige Gags im Sekundentakt. Dabei erweist sich – wenig überraschend – vor alle Jack-Jack als zuverlässiger Szenendieb: Nachdem es bisher vor allem darum ging, wer jetzt auf ihn aufpassen muss (und deshalb nicht mit die Welt retten darf), hat sich Brad Bird dieses Mal ein solch absurdes Sammelsurium an Superkräften für Jack-Jack überlegt, dass quasi jede Szene mit ihm zum animierten Slapstick-Meisterstück gerät. Lachkrämpfe sind vorprogrammiert – und Jack-Jack ist eindeutig der größte Gewinn des zweiten Teils!
Eine kleine Enttäuschung ist hingegen der Bösewicht. Die Idee der Gedankenkontrolle über Bildschirme ist zwar nicht neu, passt aber hervorragend zum „Twilight Zone“- und „Dr. Mabuse“-Vibe des Films und sorgt zudem für einige ziemlich coole und abwechslungsreich choreographierte Superhelden-gegen-Superhelden-Actionsequenzen. Allerdings ist der (geheime) Bösewicht nicht nur sehr leicht zu durchschauen, auch die Idee, dass er betont gelangweilt wirkt, als würde er konsequent über den Dingen stehen, geht in diesem Fall eher nach hinten los. So verpufft etwa auch seine offensichtlich auf die Origin Story von Batman anspielende Motivation ohne emotionalen Punch.
Dass „Die Unglaublichen“ die meisten Comic-Blockbuster seiner Zeit in Sachen Action-Choreografien locker in die Tasche steckt, ließ sich damals natürlich noch damit erklären, dass im Animationskino bereits alles möglich war, aber im Live-Action-Film eben noch nicht. Inzwischen herrscht da dank des technischen Fortschritts allerdings weitgehend Waffengleichheit – und trotzdem zeigt Brad Bird seinen Blockbuster-Kollegen auch 2018 wieder, was eine Harke ist: Denn wenn man etwa die unendlich einfallsreich choreografierte Verfolgungsjagd von Elastigirl au f ihrem Elastibike der vergleichbaren Sequenz mit Batman auf seinem Bat Pod in „The Dark Knight Rises“ gegenüberstellt, dann gibt es da – rein inszenatorisch - einen ziemlich eindeutigen Punktsieger (und der hat keine spitzen Ohren). Dazu kommt ein mit Superhelden und ihren verschiedensten Kräften nur so vollgestopftes Finale, in dem sich inszenatorische Finesse und kreative Drehbucheinfälle ebenfalls perfekt ergänzen.
Fazit:
Trotz eines schwächeren Bösewichts insgesamt sogar noch besser als der ohnehin schon starke erste Teil von 2004. Dafür vergeben wir heldenhafte und babygerechte 9 von 10 Punkte. (mk)

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