Genre: Krimi, Komödie
Regie: Gary Ross
Cast: Sandra Bullock, Cate Blanchett, Anne Hathaway
Laufzeit: 110 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
Verleih: Warner Bros GmbH
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| (c) Warner Bros GmbH |
Inhalt:
Was ihr Bruder kann, kann sie schon lange: Debbie Ocean (Sandra Bullock), die Schwester von Gauner Danny Ocean (George Clooney), ist aus dem Knast entlassen worden und stellt ein Team von Meisterdiebinnen zusammen, um den hieb- und stichfesten Coup umzusetzen, den sie während ihrer Zeit im Gefängnis geplant hat: Gemeinsam mit ihrer Komplizin Lou Miller (Cate Blanchett) versammelt sie die Juwelierin Amita (Mindy Kaling), die Trickbetrügerin Constance (Awkwafina), die Hehler-Expertin Tammy (Sarah Paulson), die Hackerin Nine Ball (Rihanna) und die Modedesignerin Rose (Helena Bonham Carter), um der weltberühmten Schauspielerin Daphne Kluger (Anne Hathaway) bei der Met Gala eine wertvolle Halskette im Wert von 150 Millionen Dollar zu stehlen – und sich dabei an einem fiesen Galeriebesitzer zu rächen...
Bewertung:
Sowohl das 1960er-Original „Frankie und seine Spießgesellen“ als auch die Remake-Trilogie von Soderbergh sind bis obenhin vollgestopft mit selbstreferenziellen Dialogen. Das liegt vor allem daran, dass die Schauspieler hier wie dort extrem viel improvisieren durften. So weiß man an vielen Stellen gar nicht sicher, ob da gerade wirklich die Filmfiguren oder nicht vielleicht doch eher die Stars selbst miteinander quatschen. Gerade das Finale von „Ocean’s Thirteen“ wirkt viel eher so, als ob sich da am Flughafen gerade George Clooney und Brad Pitt und eben nicht Danny Ocean und Rusty Ryan voneinander verabschieden.
In „Ocean’s 8“ gibt es von diesen doppeldeutigen Dialogen auch wieder jede Menge – aber statt einfach nur auf den Starstatus der Schauspielerinnen verweisen sie vielmehr auf die aktuellen Entwicklungen in Hollywood zurück: Wenn Debbie Ocean an einer Stelle sagt, dass sie den Heist auch deshalb durchziehe, weil da draußen bestimmt gerade ein achtjähriges Mädchen davon träumt, später mal eine Kriminelle zu werden, ist das natürlich nicht allzu schwer als Meta-Kommentar zur Debatte um „Wonder Woman“ & Co. zu durchschauen. Aber darüber hinaus ist „Ocean’s 8“ auch noch mit weit subtileren Seitenhieben auf die Machismo-Attitüde der Vorgängerfilme vollgestopft (und es ist ja auch nicht so, dass die das nicht verdient hätten, Julia Roberts und Catherine Zeta-Jones sind schließlich deshalb bei „Ocean’s Thirteen“ ausgestiegen, weil es den Autoren „nicht möglich war“, substantielle Rollen für sie zu schreiben).
Leider sind diese bissigen Anspielungen aber gerade in der ersten Stunde neben der schauspielerischen Gravitas von Sandra Bullock und Cate Blanchett so ziemlich das einzige, was den nötigen Biss und Schwung in den Film bringt. Ansonsten gestaltet sich die Team-Zusammenstellung samt anschließender Heist-Vorbereitung nämlich erstaunlich träge. Natürlich verlangt niemand von Gary Ross, dass er den Stil von Steven Soderbergh eins zu eins kopieren soll – aber „Ocean’s 8“ bleibt nun mal ein Heistfilm und da gehört der eine oder andere inszenatorische Schnörkel eben einfach dazu.
Zumindest ein wenig zieht das Tempo dann mit dem Beginn des Raubzugs an, der sich - wie gesagt - diesmal sogar als vergleichsweise nachvollziehbar erweist (und während dem Sandra Bullock die ganze Zeit Deutsch spricht, weshalb man sich den Film nach Möglichkeit im englischen Original angucken sollte). So richtig Laune macht „Ocean’s 8“ dann allerdings ironischerweise erst ab dem Moment, wo a) der Heist vorbei ist und b) mit James Corden („Into The Woods“) als Versicherungsdetektiv der einzige männliche Hauptdarsteller auf dem Plan erscheint. Der MVP der starken letzten halben Stunde ist Corden aber trotzdem nicht, dieser Preis geht an Anne Hathaway (Oscar für „Les Misérables“), die auf der Zielgeraden noch mal richtig Gas gibt und sowieso von allen Beteiligten den meisten Spaß an ihrer herrlich selbstironischen Rolle zu haben scheint.
Fazit:
Die Schauspielerinnen (und James Corden) sind top, der Heist wird tatsächlich einigermaßen glaubhaft eingefädelt, aber die Inszenierung ist mit Ausnahme der letzten halben Stunde einfach ein ganzes Stück zu lahm. Daher vergeben wir hier diebstahlsichere 6 von 10 Punkte. (mk)

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