Genre: Abenteuer, Action, SciFi
Regie: Juan Bayona
Cast: Chris Pratt, Rafe Spall, Bryce Dallas Howard
Laufzeit: 128 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Universal Pictures Germany
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| (c) Universal Pictures Germany |
Inhalt:
Drei Jahre, nachdem der Themenpark Jurassic World vor marodierenden Dinosauriern zerstört wurde, haben die Urzeitechsen die Isla Nublar komplett für sich zurückerobert. Dort leben sie ungestört von den Menschen, sehen jedoch bald einer ganz neuen Bedrohung ins Auge: Auf der Insel befindet sich ein aktiver Vulkan, der auszubrechen und die gesamte Gegend unter Feuer und Asche zu begraben droht. Dinosaurierflüsterer Owen (Chris Pratt) und die ehemalige Parkmanagerin Claire (Bryce Dallas Howard) möchten das erneute Aussterben der Dinos um jeden Preis verhindern und kehren zur Rettung der Tiere auf die Insel zurück. Vor allem um seinen Saurier-Schützling Blue ist Owen besorgt. Der Raptor ist scheinbar unauffindbar in der Wildnis verschollen. Während Owen sich auf die Suche begibt, kommen die anderen Mitglieder seiner Expedition einer Verschwörung auf die Spur...
Bewertung:
Wo es in „Jurassic World“ noch verhältnismäßig lange dauert, bis die Action so richtig losgeht, startet die Fortsetzung nun direkt mit einer grandiosen Doppel-Kombination aus Schatten und Blitzen. Nach diesen zwei visuell und atmosphärisch atemberaubenden Wirkungstreffern direkt in der allerersten Minute ist klar: J.A. Bayona ist ganz offensichtlich ein sehr viel besserer Regisseur als Reihen-Mastermind Colin Trevorrow (der mit seinem Kreativpartner Derek Connolly die Drehbücher zu allen Teilen der Trilogie beisteuert und bei „Jurassic World 3“ auch selbst wieder auf dem Regiestuhl Platz nehmen wird).
Bayonas überlegenes inszenatorisches Talent zahlt sich in der ersten Hälfte vor allem bei der puren Wirkungsmacht der Dinosaurier aus: Wenn die Riesenechsen in „Jurassic World 2“ über die Insel trampeln und auf der Flucht gegeneinander oder gegen sonstige Hindernisse krachen, entfalten sie dabei einfach eine viel größere Wucht als im Vorgänger. Also den Bass am besten bis zum Anschlag aufdrehen und die bloße Urgewalt der tonnenschweren lebendigen Dampfwalzen genießen – und wenn dann zum Beben der Dino-Stampede auch noch das Rumsen des Vulkanausbruchs dazukommt, wähnt man sich endgültig im Bombast-Himmel.
Nach der Flucht von der Insel tritt die offensiv-überwältigend in Szene gesetzte Präsenz der Tiere dann zunehmend hinter eine klaustrophobische Grusel-Atmosphäre zurück. Nicht von ungefähr erinnert das Anwesen von Benjamin Lockwood (James Cromwell), in dem nahezu die gesamte zweite Hälfte des Films angesiedelt ist, an die klassischen Spukschlösser aus alten Gothic-Horrorfilmen. Auch hier kreiert Bayona erneut einige Einstellungen (vor allem mit der Hilfe von Spiegelungen), die zu den besten im gesamten „Jurassic Park“-Franchise zählen.
Dass die zweite Hälfte trotz solcher starken Einzelmomente eher enttäuscht, liegt dann auch mehr am Skript als an der Inszenierung. Die ganze Situation in dem Anwesen (mehr wollen wir hier nicht verraten) wirkt einfach kaum glaubwürdig, was viel mit einem echt nervigen und echt dämlichen Bösewicht zu tun hat (selbst wenn so gut wie jeder Zuschauer sofort durchschauen wird, wer es ist, outen wir ihn an dieser Stelle vorsichtshalber trotzdem nicht). Von Film zu Film immer glaubwürdiger präsentieren sich dagegen die Dinos, die in diesem unglaubwürdigen Szenario ein erstaunlich brutales (und zugleich wegen der Jugendfreigabe dennoch unblutiges) Chaos anrichten. Es zahlt sich aus, dass die Macher dieses Mal wieder sehr viel mehr auf Animatronik (also pneumatische Modelle) setzen und natürlich werden auch in Sachen CGI immer wieder Fortschritte gemacht.
Die klassische Screwball-Chemie zwischen Claire und Owen stimmt auch diesmal wieder. Neben erneut amüsanten Kabbeleien bekommen Chris Pratt und Bryce Dallas Howard allerdings kaum Neues zu tun – eine Szene, in der ihnen der Bösewicht ziemlich überzeugende Vorhaltungen macht, dass sie ja als Dino-Züchter und Tiertrainer auch nicht moralischer agieren würden als er, erzeugt nur kurzzeitig eine gewisse Ambivalenz, die dann aber nicht weiter verfolgt wird. Zumindest darf Claire in der Fortsetzung dem Anlass angemessenes Schuhwerk tragen – zumindest nachdem sich die Macher mit einem letzten charmant-bockigen Seitenhieb von der nach dem ersten Teil aus dem Ruder gelaufenen Diskussion verabschieden: Die allererste Einstellung von Claire im Bürofahrstuhl beginnt mit einer vielsagenden Großaufnahme ihrer High Heels…
Von den Neuzugängen wird vor allem Isabella Sermon als neunmalkluge kleine Dino-Expertin Maisie Lockwood das Publikum spalten – die einen werden sie nervig, die anderen einfach nur liebenswert-keck finden. Aber die „Jurassic World“-Reihe bleibt trotz einiger wirklich heftiger Szenen ein Familien-Franchise – und da brauchen eben auch die jüngeren Zuschauer eine Identifikationsfigur. Daniella Pineda („The Originals“) und Justice Smith („Margos Spuren“) geben als Claires NGO-Mitstreiter zwar zweckmäßige Sidekicks ab, können darüber hinaus aber praktisch keine eigenen Akzente setzen. Und wie gesagt: Der ominöse Bösewicht taugt leider gar nichts.
Fazit:
„Jurassic World 2: Das gefallene Königreich“ ist viel besser inszeniert als sein Vorgänger – und deshalb atmosphärischer und spannender. Dennoch verhindern fundamentale Drehbuchschwächen in der zweiten Hälfte und ein sehr schwacher Bösewicht eine bessere Bewertung als beim ersten „Jurassic World“. Die aufwendig animierten Dinos machen dies aber wieder wett und so vergeben wir saurierhafte 8 von 10 Punkte. (mk)

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