Facts:
Genre: Action
Regie: James Wan
Genre: Action
Regie: James Wan
Cast: Vin Diesel, Paul Walker, Jason Statham
Laufzeit:
137 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Universal Pictures Germany
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Universal Pictures Germany
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| (c) Universal Pictures Germany |
Inhalt:
Nach den Ereignissen in "Fast & Furious 6" sinnt Deckard Shaw (Jason
Statham) auf Rache für seinen Bruder Owen (Luke Evans). Er will alle
aus der Crew von Dom (Vin Diesel) tot sehen: Brian (Paul Walker), Mia
(Jordana Brewster), Letty (Michelle Rodriguez), Tej (Ludacris) und Roman
(Tyrese Gibson). Die Bleifüße merken, wie ernst es Shaw ist, als der
ihren Verbündeten, den Bundesagenten Luke Hobbs (Dwayne Johnson) ins
Visier nimmt. Um ihren gefährlichen Gegner auszuschalten, gehen Dom
& Co. einen Deal mit dem mysteriösen Mr. Nobody (Kurt Russell) ein,
der Geheimaufträge für die Regierung erledigt. Sie sollen die Hackerin
Ramsey (Nathalie Emmanuel) befreien, die entführt wurde, weil sie ein
Überwachungsprogramm namens "God's Eye" entwickelt hat. Gelingt es der
Gang, Ramsey zu retten, dürfen sie "God's Eye" dazu benutzen, Shaw
aufzuspüren. Teil der Mission sind – wie immer – diverse
halsbrecherische Aktionen mit schnellen, teuren Autos…
Bewertung:
„Autos können nicht fliegen“ sagt der mit seinem Leben als Minivan fahrender Familienvater hadernde Brian früh zu seinem kleinen Sohn, aber diese später noch variierte Behauptung wird selbstverständlich bald auf spektakuläre Weise widerlegt, wenn die Crew in ihren Wagen aus einem Flugzeug springt. Die Macher setzen gegenüber den Vorgängern noch einmal einen drauf und übertreffen sich mit abgefahrenen Stunts und Ideen selbst. Dabei fliegen die Autos mehr als einmal durch die Lüfte, dazu rasen sie auch durch unzugängliches Unterholz oder durch ein Penthouse in einem Luxus-Wolkenkratzer. In der „Fast & Furious“-Reihe sind Autos zudem längst keine bloßen Fahrzeuge mehr, sondern Waffen. So rasen die Kontrahenten aufeinander zu, als wären sie bei einem Ritterturnier und im Finale treten die vielseitigen Flitzer sogar im Straßenkampf mit einer Drohne an, wobei halb Los Angeles in Schutt und Asche gelegt wird. „Fast & Furious 7“ bietet Action satt - in immer neuen Variationen. Mit Cast-Zugängen wie Martial-Arts-Superstar Tony Jaa („Ong Bak“), MMA-Meisterin Ronda Rousey und nicht zuletzt Jason Statham („The Transporter) sind da natürlich auch harte Handkanten-Fights angesagt.
Jason Stathams Deckard Shaw gehört gleich die allererste Szene, in der er als monströser und anscheinend unbesiegbarer Widersacher für Dom & Co. eingeführt wird. Sein Besuch am Krankenbett seines Bruders mündet in eine grandiose Pointe: James Wan zeigt uns nach und nach die Spur der Zerstörung, die der von Statham überzeugend als eiskalter Racheengel verkörperte Berserker auf dem Weg in das Hospital angerichtet hat - die Taten selbst bleiben überaus wirkungsvoll ausgeklammert. Auf ähnliche Weise wirkt der Schurke umso bedrohlicher, je weniger er sagt, zumal ihm einige bedeutungsschwangere Zeilen in den Mund gelegt werden, in denen es mit der Harte-Männer-Ernsthaftigkeit doch etwas übertrieben wird. Noch stärker ist Vin Diesel von dieser Dialogschwäche betroffen, mit seinen verkniffenen Kalendersprüchen schießt er zuweilen deutlich über das Ziel hinaus. Gelegentliche kernige One-Liner („Daddy muss arbeiten“) bieten da ein willkommenes Gegengewicht, bleiben aber hauptsächlich Dwayne Johnson vorbehalten. Der ist diesmal zwar nur eine Randfigur, doch dadurch entfalten seine Einsätze erst ihre besondere Durchschlagskraft. Für Auflockerung sorgen auch Roman (Tyrese Gibson) und Tej (Ludacris) mit ständigen Frotzeleien, sie haben zudem die etwas fadenscheinige Erklärbär-Aufgabe, die absurd-abgefahrenen Pläne der Crew noch einmal zusammenzufassen, damit jedem klar ist, dass etwas völlig Unmögliches versucht werden soll... Und schließlich ist da noch Paul Walker.
Paul Walker ist stärker noch als Vin Diesel das Herz der „Fast & Furious“-Reihe. Während Diesels Dom immer mit Ernst an die Sache geht, steht sein Brian für eine besondere Mischung aus Leichtigkeit und Professionalität, die letztlich auch das Franchise selbst kennzeichnet. Mit Jeans, Vans und Kapuzensweater geht Brian auf heikle Missionen und dabei ist es egal, ob dies die richtige „Arbeitskleidung“ ist: Sie ist lässig und das auf völlig natürliche, unaufdringliche Weise. Schon mit Auftritten in Filmen wie „Running Scared“ oder „Kill Bobby Z“ hatte der wegen seines Sunny-Boy-Charmes zuweilen unterschätzte Walker seine schauspielerischen Qualitäten nachhaltig bewiesen; seine ganz eigene Kombination aus Talent und Charisma ist nun auch in „Fast & Furious 7“ noch einmal deutlich zu sehen, vor allem in den emotionalen Gesprächen zwischen Brian und seiner schwangeren Frau Mia (Jordana Brewster). Wenn Brian ihr vorsorglich Lebewohl sagt, falls er die Auseinandersetzung mit Deckard Shaw nicht überleben sollte, dann rührt die beachtliche Wirkung der durch ihre Lebendigkeit beeindruckenden Szene längst nicht nur daher, dass sie zugleich auch so etwas ist wie der Abschied des Schauspielers Paul Walker von seinen Fans. Und gerade dadurch führt sie uns den Verlust noch einmal schmerzlich vor Augen.
Nach dem Tod von Paul Walker noch deutlich vor Ende der Dreharbeiten wurde gerätselt, wie „Fast & Furious 7“ zu Ende gebracht werden kann. Den Machern ist es mit Bravour gelungen. Wir wissen zwar, dass das Drehbuch geändert wurde, Walkers Brüder als Body-Doubles eingesprungen sind und außerdem alte Aufnahmen des Schauspielers sowie viel Computertechnik genutzt wurden, doch von alldem ist im Film so gut wie nichts zu merken – im Gegenteil: „Fast & Furious 7“ ist eine runde Angelegenheit! Durch Walkers tragischen Tod werden nicht nur die ohnehin schon angelegten Emotionen verstärkt, sondern es wird sogar die Spannung gesteigert. Das Problem vieler Heldengeschichten ist ja, dass die Hauptfiguren überleben müssen, weil sie für den nächsten Teil wieder gebraucht werden. Bei der Konfrontation mit Deckard Shaw wissen wir nun, dass Doms Crew auch draufgehen kann – Han hat es schließlich schon erwischt. Und wir wissen auch, dass Paul Walker für „Fast & Furious 8“ nicht mehr zur Verfügung steht. Wenn ausgerechnet sein Brian O’Conner nun in die brenzligsten, scheinbar ausweglosen Situationen gerät, dann lässt sich nicht ahnen, wie es ausgeht. Dass er das erste Mal überlebt, verraten wir noch, zumal es in allen Trailern zu sehen ist. Wie es im Anschluss ausschaut, ist eine andere Frage, die wir bewusst unbeantwortet lassen.
Fazit:
„Fast & Furious 7“ ist genau der ebenso mitreißende wie emotionale Action-Abschied geworden, den sich die Fans der Reihe und von Paul Walker erhofft haben. Sprachlose 8 von 10 Punkte. (mk)

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