Facts:
Genre: Abenteuer, Fantasy
Regie: Darren Aronofsky
Genre: Abenteuer, Fantasy
Regie: Darren Aronofsky
Cast: Russell Crowe, Jennifer Connelly, Anthony Hopkins, Ray Winstone, Emma Watson
Laufzeit:
138 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Paramount Pictures Germany
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Paramount Pictures Germany
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| (c) Paramount Pictures Germany |
Inhalt:
Bewertung:
Wenn man genau hinschaut und nachliest, dann haben Darren Aronofsky und sein Co-Autor Ari Handel („The Fountain“) die Bibel in vielen Punkten erstaunlich wörtlich genommen: So sind zum Beispiel die Wächter genannten Steinwesen nichts anderes als die Film-Version der riesenhaften Nephilim, die laut dem 1. Buch Mose in alter Zeit das Land Kanaan bevölkerten. Bei seiner gründlichen Lektüre haben sich für den Filmemacher aber auch Fragen ergeben, die in der Heiligen Schrift nicht beantwortet werden: Wie kommt Noah zum Beispiel mit der Last zurecht, nur seine Familie retten zu dürfen, während der Rest der Menschheit jämmerlich verreckt? Auch davon erzählt Aronofsky und setzt sich damit von der „reinen Lehre“ ab (wie auch beispielsweise bei der Darstellung des Sündenfalls und bei der Schöpfungsgeschichte). So entsteht ein reizvoller Mix aus mystischen Fantasy-Elementen und gänzlich menschlichen Konflikten. Dazu gibt es immer wieder für Aronofsky typische Surrealismus-Einschübe (von einer neongrünen Garten-Eden-Schlange über einen pulsierenden Apfel bis hin zu einer grandiosen Stop-Motion-Sequenz, in der sich ein Fluss über die Jahre seinen Weg durch eine Landschaft bahnt). „Noah“ ist ebenso monumental wie wunderschön, das gigantische Arche-Set ebenso atemberaubend wie die isländische Natur (nach Ridley Scott in „Prometheus“ macht sich nun auch Aronofsky diese überwältigend-unberührte Landschaft zunutze). So bleibt die schwache Animation der an Bord kreuchenden und fleuchenden Tiere die einzige inszenatorische Schwäche.
Während sich die ersten zwei Drittel des Films etwas verkürzend als „Mad Max 3“ trifft „Herr der Ringe“ beschreiben lassen, werden die wunderhaften Elemente nach der Sintflut deutlich zurückgefahren. Stattdessen entwickelt sich „Noah“ an Bord der Arche zu einem intensiven Psycho-Drama. Der weise Gottgesandte, der den Bau der Arche unbeirrt vorantreibt, wird in diesem letzten Drittel zum Zauderer und Zweifler; nachdem er zuvor all die anderen Menschen sterben sah, droht Noah nun auch den Glauben an sich selbst und die seinen zu verlieren – mit potentiell grausamen Folgen (die Details wollen wir hier nicht spoilern). Diese Entwicklung dürfte jedenfalls so manchen strenggläubigen Christen auf die Palme treiben, dabei macht Aronofsky nichts anderes, als die Bibelstory schlüssig weiterzudenken. Das mag im Einzelnen so nicht im Buch der Bücher stehen, aber Aronofskys Entwurf ist psychologisch, dramaturgisch und auch spirituell stimmig. So kann man ihm als Filmemacher nur vorwerfen, dass dieser Schlussteil sogar ein wenig zu knapp geraten ist und Noahs Umdenken doch ein wenig plötzlich kommt. Zwei, drei weitere Szenen mit dem mit sich selbst und seiner Menschlichkeit ringenden Noah hätten da noch gut reingepasst.
Oscar-Preisträger Russell Crowe hat den Part als Noah zwar erst bekommen, nachdem Christian Bale und Michael Fassbender wegen Terminüberschneidungen absagen mussten, aber dennoch dominiert er den Film mit derselben unnachahmlich-unantastbaren Anführer-Ausstrahlung, die ihn auch schon in „Gladiator“ und „Master and Commander“ ausgezeichnet hat. Allerdings kommt hier eben noch eine weitere spannende Ebene hinzu, wenn Noah im finalen Drittel schließlich an seinen Selbstzweifeln zu zerbrechen droht. An seiner Seite gibt es auch von Jennifer Connelly (Oscar für „A Beautiful Mind“) und Logan Lerman („Vielleicht lieber Morgen“) starke Leistungen, aber herausragend sind vor allem zwei andere Nebendarsteller: Ray Winstone („Auftrag Rache“) verkörpert seinen Bösewicht mit archaisch-sündiger Energie und man kauft ihm sofort ab, dass er selbst gegen Raubein Russell Crowe bestehen könnte (und das ist noch nicht vielen gelungen). Und dann ist da noch Emma Watson („The Bling Ring“), die zwar lange Zeit etwas blass bleibt, aber dann im entscheidenden Schlussdrittel einige emotional extrem fordernde Szenen großartig meistert. Sie allein auf ihren „Harry Potter“-Ruhm zu reduzieren, ist spätestens nach „Noah“ endgültig nicht mehr angebracht.
Fazit:
Ein visionärer Regisseur widmet sich der biblischen Noah-Figur und formt den Stoff auf seine ganz eigene Art zu einem intensiven Kino-Erlebnis mit viel Emotion und spektakulären Bildern: Großes Kino, was uns 8 von 10 Punkten wert ist. (mk)

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