Genre: Drama
Regie: Steve McQueen
Cast: Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Brad Pitt, Benedict Cumberbatch
Laufzeit: 133 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Tobis Film
Regie: Steve McQueen
Cast: Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Brad Pitt, Benedict Cumberbatch
Laufzeit: 133 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Tobis Film
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| (c) Tobis Film |
Inhalt
Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor) ist ein freier Afro-Amerikaner, der in New York als freier Tischler arbeitet. Seine wahre Leidenschaft ist allerdings die Musik, und als zwei vorgebliche Zirkus-Betreiber ihn in Washington DC als Musiker engagieren wollen, wirft er seine Bedenken über Bord.
Wenig später findet sich Salomon seiner Identität beraubt in Louisiana wieder, wo er als Sklave arbeiten muss. Sollte er je seinen wahren Namen und seinen Status als freier Mann erwähnen, so sagten sie ihm, werde er sterben.
In den folgenden zwölf Jahren wechselt er mehrmals den Besitzer, und damit auch oft die Beschäftigung und die Art, wie er behandelt wird. Hoffnung blüht erst auf, als er auf der Plantage von Edwin Epps (Michael Fassbender) den weißen Tischler Samuel Bass (Brad Pitt) kennenlernt. Ihm vertraut er eine Nachricht an seine Familie an, welche in New York einen befreundeten Anwalt engagiert, um Solomon nach zwölf Jahren als Sklave endlich zu befreien und nach Hause zu bringen.
Bewertung
Steve McQueen setzt mit seiner Inszenierung deutliche Ausrufezeichen, ebenso wie die diesmal weniger bombastisch instrumentierte, aber dennoch aufwühlende Musik von Komponistenlegende Hans Zimmer („Inception“). „12 Years A Slave“ ist kein subtiler Film, sondern ein von tief empfundenem Mitgefühl und ehrlicher Empörung geprägtes Kino-Mahnmal. Wenn Solomon nach einem Konflikt mit einem Aufseher an einem Baum aufgeknüpft darum kämpft, den lebenswichtigen Bodenkontakt mit den Füßen zu halten, zeigt McQueen uns ausführlich wie die übrigen Sklaven dies ignorieren und im Hintergrund scheinbar gleichgültig ihr Tagewerk verrichten: Hier kämpft jeder für sich selbst und um sein eigenes Überleben. Und aus den Augen der jungen Sklavin, die sich schließlich erbarmt, dem Aufgeknüpften einen Schluck Wasser zu reichen, spricht die nackte Panik, dass sie dafür bestraft werden könnte.
So geht es dann längst nicht nur um Solomon, sondern um das ganze System von Ausbeutung und Unterdrückung, das durch kurze Seitenblicke auf ganz verschiedene Einzelschicksale fassbar gemacht wird. Vom aufbegehrenden Kämpfer, der mit dem Leben bezahlt („The Wire“-Star Michael K. Williams), über eine Mutter (Adepero Oduye), die mitansehen muss, wie ihre Kinder verkauft werden bis zur Frau (Alfre Woodard), die ihren früheren Master geheiratet hat und ein Leben in Wohlstand führt – schon aus kleinen Skizzen entsteht ein vielsagendes Bild.
Die gleichsam nebenbei erzählten Miniaturen, zu denen auch der Auftritt von Superstar und Produzent Brad Pitt als Sklaverei-Gegner gehört, geben „12 Years A Slave“ eine zusätzliche Dimension, im Mittelpunkt steht aber stets die Geschichte von Solomon und damit der großartige Chiwetel Ejiofor („Salt“), der in jeder Szene zu sehen ist - selbst eine Sexszene zwischen Sklavenhalter Epps und Patsey beginnt mit einem Kameraschwenk über den schlafenden Solomon. Da der seine Gefühle und Gedanken im Fortlauf des Films immer seltener offen artikuliert, bleibt es Ejiofors Minenspiel überlassen, diese zu verdeutlichen.
So bringt er etwa mit wenigen Blicken zum Ausdruck, dass Solomon gerade über eine Flucht nachdenkt, die Idee aber wieder verwirft. Ejiofor hat mit deutlichem Abstand die umfangreichste Rolle, aber wie bei vielen Historienfilmen mit Oscarambitionen gibt es auch in „12 Years A Slave“ eine große Besetzung und ein Stelldichein prominenter Schauspieler - selbst in kleinsten Rollen sind bekannte Gesichter zu sehen, was dazu führt, dass etwa die „Beasts Of The Southern Wild“-Entdeckung Quvenzhané Wallis nur einen besseren Statistenauftritt hat. Das Promi-Schaulaufen lenkt dennoch zu keinem Zeitpunkt von der Geschichte ab.
Fazit
Er wolle leben, nicht bloß überleben – das erwidert der in die Sklaverei entführte Protagonist Solomon auf den Ratschlag eines Mitgefangenen, doch in Steve McQueens herausragendem „12 Years A Slave“ wird schnell klar, dass es in Wahrheit nur noch ums Überleben geht. Das oscarwürdige Historien-Drama ist dabei ebenso aufwühlend wie kompromisslos. Wir vergeben 9 von 10 oscarverdächtige Sterne für den für 9 Oscars nominierten Film. (mk)

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